Radio Vatikan Archiv

Verehrte Intranet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 6. September 1998 bis Mittwoch, 9. September 1998.

V A T I K A N

Zu einer vernünftigen Lebensplanung gehören nach den Worten Papst Johannes Paul II. keine Horoskope oder Magie, sondern Gottvertrauen und eine Orientierung an ethischen Grundwerten. Beim Angelusgebet in Castelgandolfo, am 6. September, warnte das Kirchenoberhaupt alle Gläubigen vor Egoismus und einer rein materialistischen Bewertung der Lebensumstände. Noch am gleichen Tag gedachte der Papst, bei einer Gedenkrede auf dem Petersplatz der vor einem Jahr verstorbenen Mutter Teresa.Sie sei ein Geschenk Gottes für die Ärmsten der Armen gewesen, sagte der Papst.

Das Kino hat zum Fortschritt der Menschheit beigetragen. Mit diesem Zitat des Papstes hat sich der Präsident des Päpstlichen Rates für soziale Kommunikation, Erzbischof John Foley, beim Filmfestival von Venedig am 6. September, an die Journalisten gewandt. Aufgabe des Kinos sei es auch, sich für die grossen Werte einzusetzen. Über das Medium Film könne das oft abstrakte Wesen der Predigt sich im Bild konkretisieren, so der Erzbischof.

Papst Johannes Paul II. hat am 7. September die Bischöfe der Slowakei auf die seelsorglichen Notwendigkeiten in einer immer stärker säkularisierten Welt hingewiesen. Nicht nur die Jugend, sondern auch die Erwachsenen müssen den Glauben besser kennenlernen. Die Massenmedien solle man nicht nur kritisieren, sondern den Umgang mit ihnen lernen. Zudem empfing der Papst auch den neuen slowenischen Vatikanbotschafter, Karl Bonutti. Ihm gegenüber äusserte Johannes Paul die Hoffnung auf bessere Beziehungen zwischen Kirche und Staat in SLowenien. Die seit Jahren offenen Fragen sollten in einem aufrichtigen und loyalen Dialog besprochen werden.

Papst Johannes Paul II. hat am 7. Septmeber den Rücktritt des Augsburger Weihbischofs, Maximilian Ziegelbauer, angenommen. Ziegelbauer scheidete aus Altersgründen von seinem Amt aus.

Zum internationalen Alphabetisierungstag am 8. September, hat sich Papst Johannes Paul II. mit einer Botschaft an die UNESCO gewandt. Darin weist er vor allem auf die Notwendigkeit hin, jugendlichen Gefangenen eine Grundbildung zu verschaffen, um zu verhindern, dass sie in der Haft immer mehr in kriminelle Strukturen verwickelt werden.

Papst Johannes Paul II. hat in einer Botschaft an die Vollversammlung der Vereinten Nationen die Hoffnung ausgesprochen, daß die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte nach 5o Jahren endlich für alle Menschen eine Hilfe darstellen möge. Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano schrieb im Auftrag des Papstes und meinte, allzuoft werde Frieden durch Gewaltakte verhindert. Am 8.September fand in New York eine Messe statt, an der auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan, sowie viele UNO-Botschafter teilnahmen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die Franziskaner unterstützen die Forderung der brasilianischen Landlosenbewegung nach einer umfassenden Agrarreform. Der Kampf für eigenes Land sei gerecht, erklärte der Geschäftsführer der franziskanischen Missionszentrale, am 6. September, in München. Der Ordensmann wies darauf hin, dass es ein wesentlicher Teil der franziskanischen Identität sei, sich an der Seite der Armen für mehr soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Viele seiner Mitbrüder hätten von Anfang an die Bewegung der Landlosen aktiv, auch bei Landbesetzungen, unterstützt.

Deutschland

Schwangerenkonfliktberatung ist und bleibt notwendig. Diesen Schluss zieht der Vorsitzende der Bischofskonfernz, Karl Lehmann, aus der gestiegenen Zahl der Abtreibungen. In einem Rundfunkinterview erklärte er, die jetzt veröffentlichte Statistik zeige, dass die Sensibilität in diesem Bereich immer mehr abnehme.

Deutschland

Nach neuesten Dokumenten haben die Nationalsozialisten zwischen 1943 und 1944 ein Attentat auf den Vatikan geplant, um daraufhin Papst Pius XII. zu entführen. Das geht aus Quellenmaterial hervor, das die italienische Historikerin, Anna Lisa Carlotti, in der jüngsten Ausgabe der " Annali die Storia Contemporanea" veröffentlicht hat.

Deutschland

Die ADVENIAT-Aktion wird im Jahr 2000 Ecuador als Schwerpunktland in den Mittelpunkt stellen.Eine Delegation des Hilfswerks hatte Ecuador besucht, das eigentlich schon dieses Jahr Thema der AKtion werden sollte.

Deutschland

Der Bischof von Banja Luka, Franjo Komarica, warnt vor einer vorschnellen Abschiebung von Bürgerkriegsflüchtlinge. Komarica betonte, dass in vielen Gegenden um Banja Luka immer noch die Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben fehlten.

Die deutschen Bischöfe treffen sich vom 21. bis 24. September in Fulda. Bei der Herbst-Vollversammlung sollen diesmal unter anderem mehrere vatikanischer Dokumente aus jüngster Zeit aufgearbeitet werden. Außerdem geht es um die Frage der Mitarbeit in der staatlichen Schwangerenberatung.

österreich

Der Wiener Kardinal, Christoph Schönborn, hat im Streit um das Medikament "Mifegyne" ein eindeutiges "Ja" zum Leben gefordert.Es gebe Alternativen zur Abtreibung und Euthansie am Lebensende, meinte er in einem Zeitungsinterview.

österreich

Der internationale Helsinki-Bund für Menschenrechte hat in Wien seinen Jahresbericht vorgelegt. Die 41 Länder umfassende Studie konstatiert eine zunehmende Verletzung der Religionsfreiheit in Osteuropa, aber auch in westlichen Industrieländern.

österreich

In der Kirche sei eine Atmosphäre notwendig, in der geistliche Berufungen entdeckt, gelebt und entfaltet werden können.Das betonte der Insbrucker Bischof, Alois Kothgasser, zum 80-jährigen Jubiläum des Canisiuswerks in Mariazell. Er plädierte für Verständnis für junge Menschen, die von innerer Unruhe über ihr bisheriges Leben erfasst werden und den Wunsch äussern, den Priester-oder Ordensberuf zu ergreifen.

E U R O P A

Italien

Der Erzbischof von Neapel, Kardinal Michele Giordano, hat die Mafia aufgerufen, die Waffen niederzulegen.In einer Predigt nannte er das organisierte Verbrechen ein "Heer der Dämonen". Alle Gläubigen rief er auf, für die Bekehrung des Herzens zu beten.

Polen

Die Kirche des Landes will in Zukunft ihren Massencharakter verlieren und eher zu einer "kleineren Herde" werden. Diese Einschätzung sprach der Erzbischof von Gnesen, Henryk Jozef Muszynski, beim internationalen Renovabis-Kongress in Freising aus. Von der Verteidigung des Glaubens im kommunistischen System müsse sich der Schwerpunkt auf das Zeugnis des christlichen Lebens verlagern, fügte der stellvertretende Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz bei der am 5. September zu Ende gegangenen Veranstaltung hinzu. Die künftige Situation der Kirche entscheide sich in den Familien, den Basisgemeinden un din der Jugend.

Griechenland

Der Metropolit der griechisch-orthodoxen Kirche, Christodoulos, hat den gesamten Klerus seines Landes aufgefordert, die Beichte an öffentlichen Schulen einzuführen. Auf den Protest der Lehrergewerkschaft antwortete der Bischof mit einem an alle Pfarrer gerichteten Dienstschreiben. Darin betont er, dass sie als geistliche das Recht hätten, in allen öffentlichen Schulen Griechenlands, die Beichte auch ohne vorherige Genehmigung einzuführen.

Russland

Der Moskauer Patriarch, Alexi II., warnt vor einem Bürgerkrieg in seinem Land. Bei einer religiösen Zeremonie in Moskau, habe Alexi die Bevölkerung zu Geduld und Besonnenheit in der schweren Wirtschaftskrise aufgerufen.

Niederlande

Die erste islamische Universität des Landes hat am 7. Septmeber in Rotterdam ihre Lehrtätigkeiten aufgenommen. Hauptziel der neuen Universität sei aber die Integration der Moslems und des Islams in die niederländische Gesellschaft.

A S I E N

Sibirien

Die grösste Moschee des Landes ist am 4. September in Novosibirsk eingeweiht worden. An der Eröffunugszeremonie nehmen neben muslimischen Autoritäten auch Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche teil.

Pakistan

Die ehemalige Premierministerin, Benazir Bhutto, hat am 5. September eine Kampagne gegen das islamische Gesetz eröffnet. Premierminister Navaz Sharif hatte die Einführung der Sharia angekündigt und sucht nun Unterstützung bei Koran-Wissenschaftlern. Auch die christlichen Kirchen protestierten bereits energisch gegen die Einführung der Sharia als staatliches Gesetz.

A F R I K A

Kongo-Kinshasa

Die Bischöfe des Landes haben die Regierung von Präsident Laurent Kabila, sowie die Rebellen zum Dialog aufgefordert. Zivilbehörden und Militärs sollten eine Verhandlungslösung mit den Aggressoren anstreben, um weiteres Blutvergiessen zu vermeiden, hiess es in einem am 6. September verlesenen Hirtenwort des Erzbischofs von Kinshasa.

Kongo-Kinshasa

Rebellen haben ein Jesuitenkolleg in Kisanti, 100 Kilometer südlich der Hauptstadt, geplündert. Zu den etwa 15 Lehrern und Schülern des Kolleg sei seitdem der Kontakt abgebrochen. Vermutlich seien sie in das Umland geflohen.

Tansania

Das Kriegsverbrechertribunal in Arusha hat einen katholischen Priester aus Ruanda zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Die Anklage gegen den geistlichen lautete auf Völkermord.

A M E R I K A

Kuba

Am 8. September fand erstmals nach 37 Jahren wieder die traditionelle Madonnen-Prozession statt. Es handelt sich dabei um eine Mutter-Gottes-Statue, die von den katholischen Kubanern Katschita genannt wird. Offiziell heisst sie Madonna del Cobre.Rund 10.000 Gläubige sollen nach Kirchenangaben an der Prozession in Havanna teilgenommen haben. Die Regierung hatte ferner Kardinal Jaime Ortega erlaubt, vor der Prozession eine Rundfunkansprache zu halten, was von Beobachtern als außerordentliches Ereignis angesehen wird.

Nicaragua

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Miguel Obando y Bravo, hat auf die alarmierend hohe Zahl von Übergriffen auf Kinder hingewiesen. Allein in diesem Jahr seien rund 2000 Kinder Opfer von Gewalt geworden. In fast 60 Prozent der Fälle handele es sich um Vergewaltigungen, auch innerhalb der eigenen Familie.

Guatemala

Die Justizbehörden haben der Exhumierung der Leiche des ermordeten Weihbischofs der Stadt, Juan Gerardi, zugestimmt.

Agenturangaben zufolge hatte das Menschenrechtsbüro des Bistums von Guatemala-Stadt diese Massnahmen beantragt, damit an der Leiche weitere Untersuchungen durchgeführt werden können.

Bolivien

Das Kultusministerium hat der katholischen Kirche die Trägerschaft der über 200 öffentlichen Schulen der Region Cochabamba übertragen. Sie hatten, nach dem völligen Versagen der staatlichen Einrichtung, eine grundlegende Reform des Schulwesens gefordert.

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Mittwoch: "Römische Woche"

Donnerstag:" Jugendmagazin"

Freitag: Prisma-Magazin"

Samstag:"Biblische Grundworte" von Bertram Meier

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan:Samstag,

12.Septmeber 1998.

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