Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 3.September 1998 bis Samstag, 5. September 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 4.September gegenüber einer Gruppe von Bischöfen aus Simbabwe die Gewalttaten vor allem gegen Zivilisten in Kongo-Kinshasa scharf verurteilt. Er rief die politisch Verantwortlichen in Zentralafrika dazu auf, nicht weiter dem Irrtum zu verfallen, man könne soziale und politische Probleme mit Gewalt lösen. Simbabwe hat Truppen nach Kongo-Kinshasa entsandt, um den gefährdeten Präsident Kabila zu verteidigen.

Papst Johannes Paul II. hat nach Bekanntwerden des Flugzeugunglücks der Swissair sofort ein Telegramm an den Nuntius in Bern geschickt. Darin versichert er seine Anteilnahme an dem Unfall und sein Gebet für die Toten und Hinterbliebenen.Auch die Bischöfe der Eidgenossenschaft haben den Angehörigen der Opfer der Flugzeugkatastrophe ihre Anteilnhame ausgesprochen. Auf dem Flughafen von Genf und Zürich wurden unter anderem Priester für die Betreuung der Angehörigen bereitgestellt.

Papst Johannes Paul II. hat jetzt eine Gruppe von Juden aus den USA in Audienz empfangen. Es handelte sich um eine Delegation der "Jewish Appeal Federation of North-America". Der Papst betonte in seiner Ansprache , dass Christen und Juden nicht nur aus politischen Gründen zusammenarbeiten müssten, sondern weil sie dem Willen Gottes gehorchen. Die Begegnung im Vatikan darf als Zeichen für das Bemühen um besseres Verstehen zwischen Juden und Christen gesehen werden, sagte der Papst.

Papst Johannes Paul II. hat jetzt den Erzbischof von Neapel, Kardinal Michele Giordano,in Audienz empfangen. Über den Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Bobachter gehen davon aus, dass der Kardinal den Papst über seine Sicht der Vorwürfe informiert hat, die gegen ihn erhoben wurden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, wegen Beteiligung an illegalen Kreditgeschäften seines Bruders, gegen ihn. Der Vatikan hatte dem italienischen Staat in einer Note mitgeteilt,dass die Untersuchungen gegen den Kardinal das Konkordat zwischen Kirche und Staat verletze. Nach dem Gespräch hieß es im Umfeld des Kardinals, der Papst habe ihm den Rücken stärken wollen.

Am Samstag, den 5.September fand in St.Peter eine Messe zur Erinnerung an Mutter Theresa von Kalkutta statt. Sie wurde vom Präfekten der vatikansichen Erziehungskongregation, Kardinal Pio Laghi, gefeiert. In seiner Predigt zitierte er Mutter Theresa: " Wer einem verachteten und verlassenen Menschen den Rücken kehre, der wende sich von Christus ab". Zur gleichen Zeit fanden im Mutterhaus der Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta ebenfalls Gedenkfeiern für die `Mutter der Armen`statt. Alle Stunde wurde dort eine Messe gefeiert und anschließend erhielten die Armen Speisung.

 

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der kürzlich veröffentlichte 10. Kinder-und Jugendbericht des Bundesfamilienministeriums hat eine rege Diskussion ausgelöst. Nach Ansicht des Deutschen Caritasverbandes gibt die Studie nicht nur Aufschlüsse über die Kinderarmut,sondern auch über Defizite in der religiösen Erziehung. Dies berichtet jetzt der Informationsdienst der katholischen Nachrichtenagentur.

österreich

Start von Radio-Maria in Niederösterreich. Der Sender will eine-wie es heisst "gesunde Mitte der Kirche" vertreten und wird im Raum Linz an der Donau zu hören sein. Der Sender bringt viel kirchliche Liturgie, Weiterbildung in Glaubens-und Lebensfragen,sowie Informationen aus der Kirche.

E U R O P A

Kroatien

Durch die Kirche ist das Land in das christliche Europa aufgenommen worden. Sie förderte nicht nur Kultur und Gesellschaft,sondern sicherte auch das Überleben der kroatischen Identität des Staates und der Freiheit. Dies schreiben die Bischöfe des Landes in einem Hirtenwort anlässlich der bevorstehenden Papstreise. Bei der für den 2.bis 4. Oktober vorgesehenen Visite wird der Papst Split, die Heimat des heiligen Domnius besuchen. In Zagreb wird er Kardinal Alois Stepinac selig sprechen. Die Bischöfe weisen zudem auf das einende Wirken des neuen Seligen zwischen Katholizismus und Orthodoxie hin,und stellen seinen Einsatz für die Freiheit aller Religionen heraus.

Slowakei

Die Kirche misst dan am 25. und 26.September stattfindenden Wahlen grosse Bedeutung zu. Dem amtierenden Ministerpräsidenten,Vladimir Meciar stehe die Mehrheit der Oberhirten kritisch gegenüber. Sie bemängeln vor allem seine restriktive Politik gegenüber Minderheiten und die zu grosse Fesselung der Kirche an den Staat.Bei den laufenden Konkordatsverhandlungen wünscht die Mehrzahl der Bischöfe nach Angaben von Balaz keinen überstürzten Abschluss.

Polen

Die Regierung in Warschau legt jetzt einen Gesetzesentwurf vor, wonach um alle ehemaligen KZ-Gelände Schutzzonen errichtet werden.Sie sollen verhindern , dass Unbefugte Kreuze in der Nähe der Lager aufstellen oder ähnliche Provokationen machen. Das Parlament soll das Gesetz gegen Jahresende billigen.

Bulgarien

Die protestantischen Kirchen werfen den Orthodoxen im Land seinen Missbrauch der ökumene ,sowie Intolleranz vor. Als Kritikpunkte angeführt werden, der Rückzug der orthodoxen Kirche aus dem ökumenischen Kirchenrat,ihr Widerstand gegen liberale Strömungen und die Verbreitung von Aberglauben.Während des Kommunismus habe die Mitgliedschaft in der ökumenischen Bewegung den Orthodoxen zu internationalem Ansehen verholfen. In Wirklichkeit hätten sie die ökumene aber nie anerkannt, so der Vorwurf der Protestanten.

 

A S I E N

Türkei

Die Regierung hat die Wahl eines neuem armenischen Patriarchen genehmigt. Nach dem Tod des letzten Patriarchen, Karekin II. , im März, hätten schon im April Neuwahlen stattfinden sollen. Die türkische Regierung hatte diese aber aus ungeklärten Gründen fünf Monate blockiert. Unbestätigten Berichten zufolge ,sollen regierungsinterne Unstimmigkeiten an der Verzögerung schuld sein.

Indonesien

Die Bischofskonferenz des Landes hat zum Unabhängigkeitstag am 17.August einen Hirtenbrief veröffentlicht. Die Bischöfe zeigen sich besorgt darüber, dass die schwere wirtschafts-und innenpolitische Krise des Landes wieder zu einer Alleinherrschaft weniger Politiker und ihrer Familien führen könne. Die Oberhirten rufen die 5,2 Millionen Katholiken in dem überwiegend muslimisch geprägten Land zur Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen und religiösen Gruppen auf.Nur gemeinsam könne man Indonesien wieder auf die Beine helfen, so die Botschaft der Bischöfe.

Indonesien

Über vierzig aktive Katholiken haben in Maumere, im Osten des Landes,an einem Kursus für die gewaltlose Einforderung von Menschenrechten teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von der bischöflichen Justitia et Pax-Kommission in Zusammenarbeit mit den Styler Missionaren durchgeführt. Es handele sich bei der gewaltlosen Einforderung von Menschenrechten nicht um einen "Kampf",sondern mehr um eine bestimmte Lebensart,hiess es.

Vietnam

Zwei berühmte Mönche ,die einer verbotenen buddhistischen Organisation angehören, sind von den Behörden Hanois freigelassen worden. Beobachter werten dies als Zeichen einer sich ausweitenden Amnestie für wichtige politische und religiöse Oppositionelle in Vietnam.

A F R I K A

Kongo-Kinshasa

Der namibische Kirchenrat hat jetzt offiziell gegen den Einsatz von Truppen Namibias zum Schutz von Präsident Kabila im Kongo protestiert. Damit stellen sich die Kirchen in Namibia gegen die Entscheidung ihrer Schwesterorganisation in Simbabwe. Sie hatten sich für für eine Unterstützung Kabilas ausgesprochen. Die Anwesenheit ausländischer Truppen in Kongo könnte, den von Kabila ausgelösten Konflikt auf Westafrika auslösen, heisst es.

Kongo

Das Massaker in einer Missionsstation im Osten des Landes hat nach den jüngsten Meldungen 633 Opfer gefordert. Nach dem Angriff der Banyamulenge-Rebellen Ende August war zunächst von 37 Toten die Rede gewesen. Helfer hatten in den vergangenen Tagen jedoch im Umkreis der Station hunderte weitere Leichen gefunden.

Äthiopien

Führende Christen und Muslime sind gegen die Beschneidung von Frauen. Auf einer Konferenz zum Thema der traditionellen Praktiken hätten Vertreter beider Glaubensrichtungen betont,die Verstümmelung von Frauen sei weder von der Bibel noch vom Koran vorgesehen. Eine Informationskampagne solle der Praktik Einhalt gebieten, forderten die Religionsführer.

A M E R I K A

Guatemala

Die Kirche hat jetzt offiziell beim Staatsanwalt, der den Mord an Bischof Gerardi aufklären soll, wegen Langsamkeit des Vorgehens protestiert. Der Leiter des Menschenrechtsbüros der Erzdiözese Guatemala-Stadt, Bischof Rios-Montt , überreichte dazu eine wohldokumentierte Klageschrift. Darin wird auch kritisiert, dass der Staatsanwalt die Leiche von Bischof Gerardi noch nicht exhumieren liess.

Honduras

Die Bischöfe des Landes haben einen eindringlichen Appell an die gesamte Gesellschaft gerichtet,gemeinsam die schwere wirtschaftliche,politische und soziale Krise zu überwinden. In einem Beitrag für das Kirchenorgan "Fides",äussern die Bischöfe ihre Sorge über die augenblickliche Lage in Honduras. Der Erzbischof in Tegucigalpa unterstreicht vor allem,dass Massnahmen gegen die extreme und weitverbreitete Armut unternommen werden müsste.

Mexiko

Der Bischof von San Cristobal de las Casas, Samuel Ruiz,hat den Papst gebeten, seine geplante Mexiko-Reise abzusagen, wenn die Gewalttaten in Chiapas weitergingen. Die Visite könnte als Billigung der Menschenrechtsverletzungen angesehen werden. Ruiz hatte aus Protest gegen die Regierung sein Vermittler-Amt niedergelegt.

Brasilien

Die Bischofskonfernz des Landes hat im Blick auf die Wahlen am 4.Oktober jetzt die Rote Karte gezeigt. Der Wahlkampf sei zu teuer , und die Wähler sollten die Kandidaten daraufhin prüfen, ob sie etwas beitragen werden für die gerechtere Verteilung des Wohlstandes. Die Kirche versichert aber, sie wolle damit keinen bestimmten Politiker unterstützen, denn sie sei keine politische Organisation. Energisch verwehren sich die Bischöfe schliesslich dagegen, dass Politiker im Wahlkampf die Kirche nennen, um dadurch Stimmen zu empfangen.

Argentinien

Ein Dachverband der Missionspresse für Lateinamerika ist jetzt in Buenos Aires gegründet worden. Der neue Verband solle ein gemeinsames Sprachrohr der Missionare im Land sein. In ihrem Streben nach Gerechtigkeit und Solidarität wollten die Missionare soziale Kommunikationsmittel besser nutzen,hiess es.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag: "Biblische Grundworte" von Bertram Meier

Sonntag: "Sie schreiben-wir antworten"

Montag: "Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:"Radioakademie"

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20,16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle:1530 Khz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen:5880,7250,9645 Khz

Im Kabel und auf Tonunterträger vom DSF um 16.15 und 19.10 Uhr

Vier -Monats Programm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31,Fax: 0 21 02/2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe:Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigtsen Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten:

Mittwoch,9.September.1998

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