Radio Vatikan Archiv

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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 23. August 1998 bis Mittwoch, 26. August 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat beim sonntäglichen Angelusgebet am am 23. August den Sonntag als einen Tag gewürdigt, der dem Menschen den Sinn der Zeit offenbart. Für den Christen steht Christus am Anfang und Ende dieser Zeit. Dann rief der Papst die Christen auf, sich durch die Feier des Sonntags gut auf das Jubiläumsjahr 2000 vorzubereiten. Er zitierte aus seinem apostolischen Schreiben über den Sonntag: Das Jubiläum wird vergehen, andere Jubiläen werden kommen, der Sonntag aber bleibt.

Nach dem Angelusgebet hat der Papst die Konfliktparteien in Kongo-Kinshasa aufgerufen, ihren Streit im Dialog zu überwinden. Dialog sei der humane, vernünftige und noch mögliche Weg Blutvergiessen zu vermeiden. Vor allem müsse die Zivilbevölkerung geschont und aus dem Konflikt herausgehalten werden. Ferner bat Johannes Paul II. die Konfliktparteien, den Krieg nicht über die Grenzen des Landes hinauszutragen.

Der Papst hat bei der Generalaudienz am 26.August das Massaker im Osten von Kongo-Kinshasa verurteilt. Dabei waren in einer katholischen Missionstation 37 Personen, darunter 1 Priester und 3 Ordensfrauen ermordet worden.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat die SPD-Pläne kritisiert, bei einem Wahlsieg, die Abtreibungspille RU 486 einzuführen. Sie tauge nicht zum Wahlkampf und führe zudem nicht zu einer problemlosen Abtreibung. Gleichzeitig kündigte Lehmann an , dass die Bischofskonferenz Anfang September in einer Wahlkampf-Erklärung zum Lebensschutz Stellung beziehen werde. Darin würden die Bischöfe auch den Fraktionszwang als eine schlimme Entwicklung der demokratischen Kultur kritisieren.

Deutschland

Die "Deutsche Tagespost" ist 50 Jahre alt geworden. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten in Würzburg blickt das katholische Blatt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Der vatikanische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Giovanni Layolo, lobte jetzt in einem Grusswort , die Zeitung schaffe Verständnis für das Zentrum der Weltkirche.

Deutschland

Der Limburger Bischof , Franz Kamphaus, hat den Starkult scharf kritisiert. In einem Beitrag für die Bistumszeitung " Der Sonntag" schreibt Kamphaus, Sportler müssten ihr Leben riskieren, damit die Fans im Nationalbewusstsein schwelgen könnten. Die Idole würden fast zu Heiligen hochstilisiert. Die Menschen müssten lernen , ihre eigenen Schwächen anzuerkennen. Unrealistische Erwartungen an sich selbst dürfe man nicht auf Idole übertragen.

Deutschland

Bundeskanzler Helmut Kohl ist ein Bewunderer von Papst Johannes XXIII. . Das sagte Kohl in einem Interview mit der "Zeit". Er bezog sich damit auf die Aussage des Papstes:"Auch der Papst ist nicht das Mass aller Dinge".

österreich

"Als kranken Finger am europäischen Körper" hat der bosnische Bischof , Franjo Kommarica, die Bundesrepublik Jugoslawien bezeichnet. Man brauche jetzt konstruktive Kräfte und neue Köpfe sagte Kommarica beim europäischen Forum in österreich.

österreich

Bundeskanzler und EU-Ratspräsident, Viktor Klima, will sich für den Erhalt der orthodoxen Mönchsrepublik auf dem nordgriechischen Berg Athos einsetzen. Bei einem Besuch unterstrich er den Wert der Eigenständigkeit des Klosters. Gleichzeitig wies er auf das geistliche und kulturelle Erbe der Mönchsrepublik im Vereinten Europa hin.

österreich

Der Kärntner Bischof Egon Kapellari hat sich jetzt für eine zügige Osterweiterung der Europäischen Union ausgesprochen. In einer Rede zum Thema " Europäische Zerissenheit und deren Überwindung" sagte der Vertreter österreichs im Zusammenschluss der EU-Bischöfe, ein Zögern bei der Osterweiterung drohe auf Dauer allen Beteiligten zu schaden. " Wer sich vor grösserem Fleiss und Tüchtigkeit der Nachbarn fürchtet, dem wäre auch durch Mauern und Zäune nicht zu helfen", so Kapellari wörtlich.

österreich

Der Direktor des päpstlichen Missionswerks, Gregor Henckel-Donnersmarck, wird neuer Generalsekretär des apostolischen Petrus-Werkes in Rom. Zu den neuen Aufgaben des Paters wird die internationale Koordination der Unterstützung von Priesterseminarien sein.

E U R O P A

Nordirland

Der Bischof von Londonderry, in dessen Diözese auch Omagh liegt, hat jetzt in einem Fernsehgottesdienst die Überzeugung vertreten, dass die Nordiren den Frieden wirklich wollten. Die Zeit der Bomben sei vorbei, meinte der Bischof. Vor allem gebe es jetzt Strukturen unabhängig von Konfessionen, in denen die Friedliebenden zusammenarbeiten könnten.

Grossbritannien

Der frühere Primas der anglikanischen Kirche, Lord Coggan, hat die Verherrlichung der verstorbenen Prinzessin, Lady Diana, scharf verurteilt. Grossbritannien sei nahezu gottlos geworden und nun werde die Tote wie eine Göttin verehrt , obwohl sie im Bereich des Sexuellen lockere Sitten gehabt hätte.

Niederlande

Mehrere Teologieprofessoren aus europäischen Ländern haben jetzt kritisert, dass in der ökumenischen Bewegung zu wenig von Gott die Rede ist. Früher sei die ökumene stärker missionarisch geprägt gewesen und man habe daher öfter die Frage nach Gott gestellt. Die Theologen äusserten sich bei der Konfernz europäischer Theologen in Nimwegen, die bis Freitag, 28. August dauert. Diese wird von der europäischen Vereinigung katholischer Thologen durchgeführt.

Polen

Die Bischöfe des Landes haben am 25.8. die Entfernung aller illegal aufgestellten Kreuze vom KZ-Gelände Ausschwitz verlangt. Die anderen seien eine Provokation und sollten lieber in Gemeinden einen würdigen Platz finden. Die Verteidiger der illegalen Kreuze kündigten bereits an, daß sie nicht weichen würden.

Polen

Die jüdische Organisation "Shalom International" hatte vorher dazu aufgerufen, Polen wegen der Kreuze am ehemaligen KZ-Gelände Auschwitz zu boykottieren. In einer Erklärung wirft die Gruppe Kardinal Josef Glemp von Warschau vor, ein Antisemit zu sein. Der grösste jüdische Friedhof solle christianisiert und vatikanisiert werden, heisst es in dem Aufruf , der auch an die UNO, US-amerikanischen Senatoren und den Staat Israel gesandt wurde.

Polen

Streikende Bauern haben vom Warschauer Kardinal Josef Glemp eine Entschuldigung verlangt. Ein Sprecher der Bauernorganisation sagte jetzt in Warschau, dass Glemp schlecht über die Situation der Bauern infomiert sei. Der Kardinal hatte Aktionen der Landwirte , die wegen der staatlichen Agrarpolitik Strassen blockiert hatten, als Terroristen kritisiert.

Italien

Ministerpräsident Romano Prodi hat dem Vatikan gegenüber die strikte Einhaltung des Konkordats bei der Untersuchung des Falles Erzbischof Michele Giordano zugesichert. Wie die italienische Tageszeitung " Corriere della Sera" jetzt weiter berichtet, habe Prodi indirekt die vatikanische Kritik am Vorgehen der Staatsanwaltschaft im Fall Giordano zurückgewiesen. Gegen Giordano wird untersucht, weil der Verdacht besteht, daß er seinem Bruder half, Mafia-Gelder zu waschen. Der Erzbischof von Neapel hatte vor der Presse erklärt, er habe sich nichts vorzuwerfen.

Italien

Ein Historiker will jetzt Anzeichen dafür gefunden haben, dass die der Könige von Savoien im Jahr 1870 die Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit verhindern wollten. Man habe gefürchtet, dies könne die Einigung Italiens noch weiter erschweren. Savoien habe andere Staaten Europas ersucht, die Unfehlbarkeits-Definition zu verhindern. Der Staat sei durch Spione im Vatikan auf die Dogmatisierungsläne der Kirche hingewiesen worden.

Spanien

Der Seligsprechungprozess für den berühmten Architekten, Antonio Gaudi, ist eröffnet worden. Das meldete jetzt die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Seit rund vier Jahren schon sammelt ein Komitee von Gläubigen Hinweise, die auf Gaudi zurückgeführt werden. Eine vatikanische Sonderkommission wird den Fall jetzt prüfen.

A S I E N

Israel

Die beiden jüdischen Oberrabbiner, der askenasische Israel-Meir Lau und der sephardische Elyahu Bakshi-Doron haben mit dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Erzbischof Michel Sabbah, über das Verhältnis zwischen den Religionen und die Anerkennung der gegenseitigen Rechte gesprochen. In einem Kommunique hiess es, man wolle dazu beitragen, dass sich Anhänger der beiden Religionen besser verstehen. Ein Sprecher des Patriarchats erklärte, bei einem weitern Treffen wolle man auch einen geistlichen Führer der Muslime einbeziehen.

China

Bischof Julius Jia Zhingou ist vor wenigen Tagen aus der Haft entlassen worden. Der 63-jährige Bischof in der Provinz Hebei ist in seiner Stadt vor allem wegen seiner sozialen Einstellung bekannt und geschätzt.

A F R I K A

Kenia

Die Bischöfe des Landes haben einen eindringlichen Appell an die Regierung , alle Bürger und alle Menschen guten Willens gerichtet, weiter Gewalt aus religiösem Hass zu verhindern. Gemeint waren vor allem die moslemischen Führer, von denen eine starke Hand, sowie klare und praktische Leitlinie verlangt wurden. In ihrer Erklärung verurteilten sie den Bombenanschlag in Nairobi vom 7. August und die Schändung von zwei christlichen Kirchen.

Demokratische Republik Kongo

Bei einem Massaker in einer katholischen Missionsstation im südlichen Kivu-Gebiet haben Banyamulenge-Rebellen jetzt 37 Personen ermordet. Unter den Opfern sollen auch ein Priester und drei Ordensfrauen sein. Nach Angaben der Agenturen hatten die Rebellen in dem Gebiet zuvor Rückschläge gegen die Regierungstruppen erlitten.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag: "Prima-Magazin"

Samstag:" Kommentar der Woche von Barbara Gerl-Falkowitz und Biblische Grundworte von Bertram Meier

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

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Redaktion dieser Ausgabe: Eva Rohrmann

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Post: Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten:Samstag, 29.August 1998

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