Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Nutzer! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan von Donnerstag 2o. bis Samstag 22.August 1998

VAtikan

Die vatikanische Glaubenskongregation hat heute vor den Schriften des bekannten indischen Jesuiten Antony de Mello gewarnt. In einer Bekanntmachung heißt es, der vor 12 Jahren verstorbene Exerzitienbegleiter habe ein falsches Gottesbild, er lehne die Offenbarung Gottes durch Jesus Christus ab, der für ihn nur ein Mensch sei, der anderen ihre Gotteskindschaft offenbare. Auch werde der Kirche und den anderen Religionen vorgeworfen, sie zeigten keinen Weg zu Gott, sondern behinderten ihn.

Die Vatikanzeitung Osservatore Romano hat jetzt in einem Leitartikel auf die Bedeutung des Sonntags hingewiesen. Der Leiter der römischen Basisgemeinschaft San Egidio erinnert daran, daß der Sonntag früher für die Christen ein Selbstverständlichkeit gewesen sei, wohingegen er heute durch die Säkularisierung schwer bedroht werde. Die Christen müßten sich daher des Sonntags völlig neu bewußt werden. Vor allem sei die Kreativität der Kirche gefragt. Christen sollten wieder lernen, den Sonntag zu leben.

Vatikan

Ausländische Fernsehgesellschaften versuchen schon jetzt, sich in Rom für das Jubiläumsjahr gute Aufnahmemöglichkeiten und -bedingungen zu sichern. Gesucht werden vor allem gute Dachterassen und die Preisangebote seien hoch - heißt es in italienischen Zeitungsberichten.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 20.08 ehemalige Klassenkameraden und Mitabiturienten empfangen. Anlaß war der 60. Jahrestag der Abiturprüfung.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 20.08 zwei Vertreter der römischen Basisgemeinde S. Egidio in Audienz empfangen. Er ist dabei über das internationale Treffen mit dem Titel "Menschen und Religionen" informiert worden. Das Treffen findet vom 30.08 bis zum 01.09 in Bukarest statt.

Deutscher Sprachraum

Deutschland

An Freitag, 21.August ist der geistige und phyhische Wiederaufbau des ehemalige Zisterzienserinnenkloster Helfta bei Eisleben feierlich begonnen worden. In Anwesenheit des Bischofs von Magdeburg und der Äbtissin von Seligental bei Landshut wurde der Plan für den Aufbau vorgelegt. In drei Jahren sollen die ersten Zisterzienserinnen das berühte Kloster wieder besiedeln, in dem einst die großen Mystikerinnen, Gertrud von Helfta, Mechtild von Magdeburg und Mechtild von Hackedorn gelebt hatten.

Schweiz

Die Evangelischen Kirchen der Eidgenossenschaft haben jetzt einen Mittelweg im Kampf gegen Drogen gefunden. Sie schließen sich weder der Drogenfreigabe an, noch der Initiative "für eine Jugend ohne Drogen" an. In dieser sehen die Kirchen nicht den richtigen Weg im Kampf gegen Drogen. Die Drogenfreigabe übersehe die Notwendigkeit, in die Tiefe zu gehen. Der Staat hat nach Ansicht der evangelischen Kirchen Verantwortung für die Jugendlichen auch in diesem Bereich.

Schweiz

Der erste deutschsprachige Friedhof, auf dem Muslime entsprechend ihrem Glauben beerdigt werden können, ist in Bern eröffnet worden. Dennoch ist die christlich- muslimische Vereinigung unzufrieden, da die Toten zur Bestattung überführt werden müssen. Das ist sehr teuer und entfernt die Angehörigen von den Toten.

Schweiz

In Aarau bedeutet Kirchenaustritt zukünftig auch Verzicht auf kirchliche Rechte. Wer die kirche aus Steuergründen verläßt, der bekommt zukünftig auch kein kirchliches Begräbnis mehr.

Europa

Irland

Am 22.August haben sich Hunderttausende in beiden Teilen des Landes zum Gedenken an die 28 Opfer des Anschlages von Omagh versammelt. In hunderten von Gottesdiensten wird der Toten gedacht. Dazu haben die Katholiken und Anglikaner, Methodisten und Presbyterianer gemeinsam aufgerufen. Am Ort des Verbrechens wurden rund 50.ooo Trauergäste erwartet. Auch die britische Königin gab bekannt, sie werde in den nächsten Tagen an einem Trauergottesdienst teilnehmen.

Polen

Die Aktivisten um die Kreuze von Ausschwitz haben jetzt von einer jüdischen Aggression zur Übernahme des KZ-Geländes gesprochen. Wie aus Polen gemeldet wird, hat sich die Lage derweil noch verschärft. Ein jüdischer Oberrabiner hatte vorgeschlagen, daß das ehemalige KZ-Gelände zu einem extraterritorialen Gelände Israels werde.

Rußland

Die Vereinigung der russischen Muslime hat am 21.August gegen den Militärschlag der USA auf Afganistan und den Sudan protestiert. Indessen hieß es aus Washington, man unterscheide sehr genau zwischen dem Islam als solchem und den muslimischen Fundamentalisten.

Rußland

Das religiöse Oberhaupt der Muslime in der Teilrepublik Dagestan, Mufti Abubakarv und sein Bruder sind Opfer eines Bombenattentats geworden. Die Täter sind noch unbekannt. Mufti war in der Vergangenheit wiederholt mit Mitgliedern der radikalen Wahabit- Sekte aneinandergeraten.

Rußland

Islamische Muftis aus dem Nordkaukasus fordern Maßnahmen gegen religiösen Extremismus. Sie zeigten sich besorgt über die Entstehung islamischer Splittergruppen, deren Anführer Intolleranz predigten.

Albanien

Die Regierung von Serbien hat energisch gegen einen Anschlag auf eine orthodoxe Kirche in Albanien protestiert. Bei einer Explosion am 20.08 in Shkodra war eine orthodoxe Kirche beschädigt worden. Die Explosion forderte keine Menschenleben. Die Umstände sind noch ungeklärt.

Niederlande

Am 21.08 beginnt in Nijmwegen ein Kongreß katholischer Theologen zum Thema "Der Glaube an Gott, zwischen Tradition und Moderne." Durch die Tagung soll der Gedankenaustausch zwischen Konfession, Religion und Weltanschauung gefördert werden. Sie wird von der Europäischen Vereinigung katholischer Theologen organisiert.

Niederlande

Am 29.08 findet ein kleiner Katholikentag europäischer Basisgemeinden statt. Unter dem Motto "Europa: Geld oder Leben" werden zu der Veranstaltung 6000 Besucher erwartet.

Nordirland

Kirchenführer haben zu einer Schweigeminute für die Opfer des Anschlages von Omagh aufgerufen. Am 22.08 soll in jedem Dorf ein Gedenkgottesdienst abgehalten werden.

Italien

Der Rückgang von Priesterberufungen bringt die Altersversorgung des italienischen Klerus in Schwierigkeiten. Ende des vergangenen Jahres wies der Rentenfond ein Defizit von ca. 1,5 Millionen Mark auf. Politiker werden aufgerufen adäqute Maßnahemn zur Sicherung der Altersversorgung der Priester zu ergreifen.

Italien

Papst Johannes Paul I. soll ein Wunder bewirkt haben. Ein Mann der an einem Gehirntumor litt, soll auf die Fürsprache des 33-Tage-Papstes geheilt worden sein.

Italien

Ein Historiker hat angeblich Hinweise dafür gefunden, daß die Reigerung der Könige von Savoien im Jahr 187o die Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit verhindern wollte. Man habe gefürchtet, dies könne die Einigung Italiens verzögern. Das berichtet jetzt die italienische Agentur ADN-Kronos. Ein Florentiner Forscher habe Hinweise darauf im Archiv des Außenministeriums von Rom gefunden. Savoien habe auch andere europäische Staaten dafür gewinnen wollen. Man sei durch Spione im Vatikan vom Plan der Unfehlbarkeitsdefinition informiert worden.

Griechenland

Die Restaurierung von vier Klöstern auf dem Berg Athos ist finanziell abgesichert. Die Regierung in Athen hat mit der europäischen Investitionsbank ein entsprechendes Abkommen abgeschlossen.

Großbritannien

Das geistliche Zentrum im Londoner "Millenium Dom" soll von den christlichen Kirchen selbst finanziert werden. Man kann nicht erwarten, daß andere für uns Zahlen, sagte der Bischof von Whitby, Gordon Bates.

Afrika

Südafrika

Der anglikansiche Erzbischof von Kapstadt hat jetzt dringend den Erlaß der Auslandsschulden für die Entwicklungsländer gefordert. Vor den Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt erklärte er die Kinder in den armen Ländern müßten eine Last übernehmen, für die sich nicht verantwrotlich seien. Es fließe heute 1o mal mehr Geld vom Süden nach dem Norden als umgekehrt.

Eritrea

Religiöse Führer des Landes am Horn von Afrika haben jetzt die Weltöffentlichkeit gebeten, ihren Landsleuten im Nachbarland Äthiopien zu helfen. In einem Apell rufen die Verantwortlichen der verschiedenen christlichen Kirchen und der Muslime auf, zu protestieren gegen die Vertreibung und Enteignung der Eritreer in Äthiopien. Viele würden rechtswidrig verhaftet oder müßten zu Fuß den weiten Weg nach Eritrea machen, auch Schwangere, Alte und Kranke.

Äquatorial-Guinea

Die Spannung zwischen Regierung und Kirche wächst. Der Erzbischof der Hauptstadt Malabo erklärte, daß die Wahlen am Jahresende gerecht und durchsichtig sein müssen. Vor einigen Wochen hatten die Bischöfe des afrikansichen Landes den Staatspräsidenten direkt angeklagt, er unterdrücke Priester und Ordensleute, weil sie einzigen seien, die sich offen gegen ihn aussprächen. Der Erzbischof lehnte sogar einen Besuch beim Staatspräsidenten ab.

Kenia

Am 30.08 findet ein Gebetstag für die Opfer des Attentats auf eine US- Botschaft statt. Gleichzeitig bitten die Bischöfe um eine Sammlung durch die den Attentatsopfern geholfen werden soll. In einem Schreiben an den Präsidenten Kenias riefen sie zu mehr Respekt vor dem Menschenrechten und der Menschenwürde auf.

Amerika

Guatemala

Am kommenden Mittwoch findet in der Hauptstadt ein Protestmarsch statt, mit dem an die Aufklärugn des Mordes an Bischof Juan Gerardi erinnert wird. Gleichzeitig wollen die Demonstranten auf das Dokument über die Menschenrechtsverletzungen während des Bürgerkrieges hinweisen.

Bolivien

Zwei katholische Prister sind schikaniert worden. Der Priester Hugo Ortiz ist von Mitgliedern einer Militäreinheit geschlagen und der Gefängnisgeistliche Gines Mateo Rocamora wurde beschimpft und beleidigt.

Kuba

Die Kirche des Landes hat über die Kanzel hinaus Kontaktmöglich-keiten zum Volk gefunden. Es haben sich Türen für eine publizistische Arbeit der kirchlichen Printmedien geöffnet, sagte der Direktor der Bistumszeitschrift, Palabra Nueva, gegenüber Adveniat. Gleichzeitig wird freilich aus Kuba gemeldet, daß zwei ausländische Mitglieder der franziskansichen Gemeinschaft von der Polizei belästigt worden seien.

Vereinigte Staaten

Rabbiner und kathoische Bischöfe haben ihre Absicht bekundet, gegenseitigen Respekt und Dialog zu vertiefen. Außerdem soll eine weit verbreitete religiöse Indifferenz in den USA bekämpft werden.

Asien

Israel

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, hat die US-amerikansichen Anschläge gegen Sudan und Afganistan energisch kritisiert. In einem Interview mit Radio Vatikan, auch diese Art von Machtausübung schüre nur immer neue Gewalt. Gerade die erst Weltmacht müsse die Spirale der Gewalt aufhalten und ihre Politik revidieren. Das schlimmste sei die psychologische Reaktion der Menschen, die sich immer mehr von den USA distanzierten.

Indien

Die Missionarinnen der Nächstenliebe von Mutter Theresa verzeichnen seit dem Tod ihrer Gründerin einen außerordentlichen Zuwachs. Seit dem 5.September letzten Jahres sei die Gemeinschaft von rund 4ooo Mitgliedern auf rund 48oo angewachsen, meldet jetzt eine italiensiche Zeitschrift. Ein derartig schnelles Wachstum habe es in der kurzen Geschichte der Missionarinnen nie gegeben.

Hinweise auf das Wochenprogramm

Sonntag: Sie schreiben - wir antworten

Montag: Weltkirchenmagazin u.a. mit Glosse: Zuviel Papier aus dem Vatikan, Interview mit Lateinischem Patriarchen von Jerusalem, Kirche und Sport.

Dienstag: Kardinal Joseph Ratzinger: Glaube zwischen Vernunft und Gefühl (Ganze Radio Akademie ist auch als Tonkassette zu bestellen.

Mittwoch: Römische Woche

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und Kurzwellen-Frequenzen:

5880, 7250, 9645 kHz

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

P.Eberhard v.Gemmingen SJ

Tel. 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44

Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano

 

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