Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzerinnen und -Benutzer!

An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 16. August 1998, bis Mittwoch,
19. August 1998.


V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 16. August 1998 den Bombenanschlag in der nordirischen Stadt Omagh verurteilt und vor einem Rückschlag für den Friedensprozeß gewarnt. Das bislang schlimmste Attentat in der 30jährigen Geschichte des Nordirlandkonflikts hat 28 Menschenleben gefordert, 220 Personen wurden verletzt.

Seit dem 15. August 1998 sind Reden, Predigten und Zeremonien des Papstes live über das Internet zu hören und zu sehen. Über die Vatikan-Adresse http://www.vatican.va können Stimme und Bild des Kirchenoberhaupts bei seinen öffentlichen Zeremonien abgerufen werden. Die Initiative wird vom vatikanischen Internet-Büro organisiert.

Papst Johannes Paul II hat die italiensichen Katholiken aufgerufen, sich in Gesellschaft und Politik, Wirtschaft und Kultur einzumischen. Anläßlich des Gebetstages für Italien in Loreto schrieb der Paspt an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, sie sollten die Wahrheit und Liebe Christi in die Gesellschaft leuchten lassen.

Die katholische Kirche stimmt der Schlußerklärung der UNO-Jugendkonferenz in Lissabon nur teilweise zu. Am 17. August 1998 wurde im Vatikan eine entsprechende Erklärung der Delegation des Apostolischen Stuhls veröffentlicht. Darin werden Vorbehalte der Kirche gegen einzelne Punkte des Jugendminister-Dokuments dargelegt, so in bezug auf bestimmte Familienplanungsmaßnahmen und gleichgeschlechtliche Verbindungen.

Derzeit findet in Castel Gandolfo in Gegenwart des Papstes zum achten mal ein internationales Kolloquium des Wiener Instituts für Humanwissenschaften statt. 27 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Medienwelt diskutieren dabei über "Zeit und Moderne" am Ende des zweiten Jahrtausends.

D E U T S C H S P R A C H I G E R   R A U M

Deutschland
Mit dem von Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano im Kölner Dom gefeierten Pontifikalamt sind am 16. August 1998 die Hauptfesttage des Domjubiläums zu Ende gegangen. Unter dem Beifall der Teilnehmer des Familiengottesdienstes sagte Sodano, er werde dem Papst mitteilen: "Die Kinder von Köln lieben die Kirche, lieben den Papst." Der Kölner Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, dankte dem persönlichen Vertreter des Papstes für die Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 750. Jahrestag der Grundsteinlegung der gotischen Kathedrale.

Seit dem 18. August 1998 ist die Deutsche Bischofskonferenz im Internet vertreten. Unter der Adresse http://www.dbk.de können Informationen über die Kirche sowie Schwerpunkte kirchlicher Arbeit abgefragt werden. Künftig sollen aktuelle Pressemitteilungen und Erklärungen unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung im Internet abrufbar sein.

In Wittenberg veranstaltet der Lutherische Weltbund Ende Oktober eine Tagung zum Thema Rechtfertigung. Die Veranstaltung richtet sich weltweit an Professoren und Lehrer der Theologie in den lutherischen Kirchen. Wie die "Lutherische Welt-Information" (LWI) mitteilt, will die Konferenz zu einem interdisziplinären und interkulturellen Dialog einladen. Interessenten, die im Oktober verhindert sind, können an einer Vor-Konferenz via Internet teilnehmen: Ein Diskussionsforum zum Tagungsthema ist ab Mitte August auf der Website des Lutherischen Weltbundes erreichbar.

E U R O P A

Großbritannien
Der bekannte anglikanische Theologe, Fernsehmoderator und Buchautor, Donald Reeves hat jetzt vorgeschlagen, daß der anglikansiche Primas und Erzbischof von Canterbury in Zukunft Patriarch der anglikansichen Gemeinschaft werde. Dies sei sogar nötig, um das Auseinanderbrechen des Kirchenverbandes zu verhindern. Das habe sich jetzt bei der Lambeth-Konferenz gezeigt, so Reeves in einem Zeitungsbeitrag.

Rußland
Orthodoxe Kirchenvertreter haben eine Beteiligung aller christlichen Glaubensgemeinschaften an der Erstellung eines neuen Kalenders gefordert. Die Vereinten Nationen arbeiten derzeit an einem "Nördlichen Spiegelsymmetrischen Permanenten Kalender". Das Thema sei für die Gläubigen zu wichtig, als daß sie es den vereinten Nationen allein überlassen könnten. Dies erklärte Patriarch Alexej II. auf einer Reise nach St. Petersburg.

Griechenland
Die kommunistische Partei hat den neuen Athener Erzbischof heftig kritisiert. Er hatte in einer Predigt davon gesprochen, Großgriechenland wieder erstehen zu lassen. Die Kommunisten werten ihm vor, zu Haß und Gewalt anzustacheln.

Tschechien
Der Prager Theologe Oto Madr hat jetzt die Bedeutung des Prager Frühlings für die Kirche unterstrichen. In einem Interview erklärte er, das Leben der Kirche hätte sich dadurch positiv entwickelt.

Polen
Die Regierung in Warschau übernimmt die Kontrolle über das Gelände beim ehemaligen KZ Auschwitz. Premierminister Jerzy Buzek erklärte am 18. August 1998, seine Regierung versuche, den bisherigen Pachtvertrag zu annullieren. Buzek erwähnte nicht, ob die Regierung dann die mehr als 100 bereits aufgestellten Kreuze entfernen wird. Am 17. August 1998 hatte eine Bombendrohung die Situation in Auschwitz verschärft. Nach Polizeiangaben handelte es sich um einen Einschüchterungsversuch gegen die Kreuz-Aktivisten.

"Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz muß jüdisches extaterritoriales Gebiet werden." Das hat der polnische Großrabbiner Menachem Joskowicz gefordert. Das Gelände, auf dem den Juden soviel Leid zugefügt worden sei, solle den Opfern zurückgegeben werden.

Frankreich
Rund 40.000 muslimische Bürger der Stadt Straßburg müssen große Strapazen auf sich nehmen, um beten zu können. da es in der gesamten Stadt keine einheitliche Moschee für die Gläubigen gibt, versammelt man sich in Kellerräumen, Privatwohnungen und Garagen. Diesem Problem will man mit der Errichtung einer allgemeinen Moschee entgegenwirken.

A S I E N

Vietnam
Als großen Erfolg haben hochrangige Kirchenvertreter die Feiern zum 200. Jahrestag der Marienerscheinungen in La Vang bezeichnet. Mit einem Gottesdienst beendete der zuständige Bischof am 15. August 1998 die dreitägigen Feierlichkeiten in Anwesenheit des Erzbischofs von Hanoi, Kardinal Paul Joseph Pham Dinh Tung. An den von der Regierung genehmigten Veranstaltungen nahmen bis zu 100.000 Personen teil.

Süd-Korea
Die 9 katholischen Priester, die zur 50.Jahrfeier der Unabhängigkeit Koreas von Japan in den Nordteil des Landes hatten reisen dürfen, müssen sich jetzt nach Rückkehr in Seoul vor Gericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten auch politische Kontakt in Pjöngjang gepflegt, was ihnen nicht erlaubt gewesen sei. Die 9 Geistlichen waren die erste Kirchendelegation aus Südkorea, denen offiziell die Reise in den Norden erlaubt worden war

Irak
Ein Mitglied des iranischen Ministeriums für religiöse Angelegenheiten ist am 17. August 1998 mit dem Religionsminister von Bagdad zusammengetroffen. Der Iraner Mohammed Hasan Rizai war war letzte Woche an der Spitze von 100 muslimischen Pilgern in den Irak gekommen. Die beiden Politiker sprachen über die Entwicklung der Zusammenarbeit auf religiösem Gebiet. Im Irak liegen einige der Hauptheiligtümer des schiitischen Islam, dem die meisten Iraner angehören. Seit wenigen Monaten erlaubt Bagdad schiitischen Pilgern aus dem Nachbarland die Einreise, die seit dem sogenannten "Bruderkrieg" von 1980 bis 1988 verboten war.

China
In den vergangenen Tagen hat die Staatspolizei einen Priester sowie mehrere Gläubige der sogenannten Untergrundkirche in der Region Jianxi unter dem Vorwurf illegaler religiöser Aktivitäten festgenommen. Dies berichten am 18. August 1998 Quellen aus Peking. Der Priester war erst Anfang August nach drei Jahren Haft freigelassen und vor weiteren Liturgiefeiern gewarnt worden. Nachdem er scih nicht an die Anordnung gehalten hatte, wurde er erneut festgenommen.

Jordanien
Die Tourismusbehörde des Landes teilt jetzt mit, sie habe die Stelle am Jordan gefunden, wo Johannes der Täufer gepredigt habe und Jesus getauft worden sei. Es sei dort eine Siedlung aus dem ersten vorchrislichen Jahrhundert mit Tauchbecken und Wassersystem.

A F R I K A

Sudan
Bei einem Treffen unter freiem Himmel haben sich Tausende von Katholiken und Protestanten auf einem Sportplatz in Karthum zu einem Gebet zusammengefunden. Sie wollten damit ihre Besorgnis über die Personen zum Ausdruck bringen, die nach den Unruhen vom vergangenen Monat von der Sicherheitspolizei festgenommen worden waren. Die Betenden verurteilten jede Form von Gewalt. Der Weihbischof in Karthum unterstützte dabei die Kritik eines verhafteten Priesters, der sich zum Sprecher der Armen gemacht habe.

A M E R I K A

Guatemala
Das Menschenrechtsbüro der Erzdiözese Guatemala-Stadt hat am 18. August 1998 bekanntgegeben, sie habe einen Kronzeugen im Mordfall Bischof Gerarde gefunden. Der Name der Person wurde nicht bekanntgegeben. Sie sei noch in Costa Rica, werde aber hoffentlich in der kommenden Woche nach Guatemala kommen.

USA
Die Erzdiözese San Francisco hat die Polizei zu härterem Durchgreifen gegenüber Vandalen aufgerufen. Nachdem jüngst sieben Fenster der Kathedrale der Stadt beschädigt wurden, erneuerte ein Kirchensprecher die Forderung, da bereits im vergangenen Jahr Kirchenmauern 18 Mal das Ziel der Vandalen gewesen seien. Die Kathedrale liegt im ältesten Teil der Stadt, der heute zu verfallen droht.

Haiti
Im Fall des ermordeten Priesters Jean Pierre Louis ist jetzt ein Sicherheitsbeamter unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Dies gab die Polizei des Landes gestern bekannt. Die Dienststelle des Verhafteten befand sich in der Nähe des Tatorts. Die Festnahme erfolgte während einer laufenden Untersuchung. Der Verdächtigte leugnet die Tat.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:


Donnerstag: Kreuzfeuer
Kirche, wo es kritisch wird

Freitag: Prisma-Magazin

Samstag: Hannah-Barbara Gerl-Falkovitz, Dresden:
Kommentar der Woche

Betram Meier, Rom: Biblische Grundworte

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan:
Samstag, 22. August 1998

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