Radio Vatikan Archiv

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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 13. August 1998, bis Samstag,
15. August 1998.


V A T I K A N


Papst Johannes Paul II. hat der vom Opus Dei geführten Hochschule vom Heiligen Kreuz in Rom den Titel einer Universität verliehen. Die Hochschule ist damit die sechste Päpstliche Universität in Rom. Dies teilte das Informationsbüro der Personalprälatur am 13. August 1998 in Kön mit. Die Hochschule, die seit 1984 besteht, verfügt über die Fakultäten Theologie, Philosophie, Kirchenrecht sowie über eine kirchliche Public relations- und Journalistenausbildung.

Am 12. August 1998 ist die Schlußerklärung des ökumene-Seminars für Lateinamerika veröffentlicht worden. Darin wird vor allem die Hoffnung ausgedrücktn, die Suche nach kirchlicher Einheit möge nicht eine frewillige Sache bleiben, sondern solle eine wesentliche Dimension der Kirche werden.

Vor zehn Jahren, am 15. August 1988, hat Papst Johannes Paul II. das Apostolische Schreiben "Mulieris dignitatem" über die Rolle der Frau unterzeichnet. Nach Auffassung der US-amerikanischen Soziologin Mary Ann Glendon, Mitglied des Päpstlichen Laienrates, vertritt das Kirchoberhaupt darin Positionen, die dem damaligen Feminismus weit voraus gewesen sind. Dies erklärte die Harvard-Professorin in einem Interview mit der katholischen Tageszeitung "Avvenire".

In seiner Predigt vor rund 1.000 Gläubigen in Castel Gandolfo hat Papst Johannes Paul II. am 15. August 1998, dem Hochfest Mariä Himmelfahrt, an den Kampf zwischen Gut und Böse erinnert, der die gesamte Menschheitsgeschichte kennzeichnet. Das Kirchenoberhaupt äußerte den Wunsch, daß das bevorstehende Jubiläum des Jahres 2000 allen ein Zeichen der Hoffnung sein möge. Die Bild Marias in der Meßtexten des Festtages - als Frau in strahlendem Glanz auf einer Mondsichel stehend und auf dem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen -vermittle den Sieg Christi über den Teufel, so der Papst in seiner Predigt.


D E U T S C H S P R A C H I G E R   R A U M


Deutschland
Die evangelischen Pfarrer in Berlin-Brandenburg sind von ihrer Landeskirche verpflichtet worden, Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zu erteilen. Grundlage dafür ist eine Rechtsverordnung der Kirchenleitung. In Berlin und Brandenburg wird Religionsunterricht in alleiniger Verantwortung der Kirchen unterrichtet. Die Teilnahme ist freiwillig.

Den Opfern des Busunglücks aus dem Kosovo soll ein vorübergehendes Bleiberecht gewährt werden. Das fordert die bundesweite Arbeitsgemeinschaft "Pro Asyl". Aus humanitären Gründen solle von einer Abschiebung der Kosovo-Albaner abgesehen werden. Daß selbst bei den schwer verletzten und frisch operierten Opfern des Bundunglücks Abschiebeverfügungen "auf dem Nachttisch" lägen", dürfe nicht zum Sinnbild für die politische Kultur in Deutschland werden, so "Pro Asyl".

Am 13. August 1998 ist in Aachen die Sternsinger-Aktion 1999 vorgestellt worden. Dabei soll als Beispiel-Land Bangladesch in den Mittelpunkt gestellt werden.. Schwerpunkt der Priojektarbeit dort sind Schule, Ausbildung und Katastrophenhilfe.

Die Todesstrafe ist wieder hoffähig. Wie eine Umfrage des Emnid-Instituts ergab, sind 55 Prozent der Deutschen für die Einführung der Todesstrafe, zumindest für besonders gravierende Verbrechen.

Mit einem Pontifikalamt hat das Kölner Domjubiläum am 15. August 1998 seinen Höhepunkt erreicht. Rund 6.000 Menschen sowie 40 Bischöfe aus aller Welt wohnten den Feierlichkeiten zum 750. Jahrestag der Gründung in der Kathedrale bei.

Die Kirche in Lateinamerika will den Dialog mit den Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik voranbringen. Dies berichtete der Präsident des lateinamerikanischen Bischofsrates, Erzbischof Oscar Rodríguez, am 14. August 1998 vor katholischen Unternehmern in Gelsenkirchen. Ziel sei es, die Korruption in den lateinamerikanischen Ländern zu bekämpfen und die sozialen Rechte der Menschen stärker zu berücksichtigen, so der Erzbischof. Zwar sei der Prozeß einer zunemehnden internationalen Verflechtung der Wirtschaftsprozesse in vollem Gang. Es müsse jedoch auch die Solidarität globalisiert, also weltweit durchgesetzt werden.


E U R O P A


Schweiz
Nach dem zwei Jahre währenden Streit um Konten von Holocaust-Opfern und sogenannte Nazigold-Bestände in helvetischen Banken hat man sich am 12. August 1998 bei Verhandlungen in New York auf eine Schadensersatzsumme geeinigt. Zwei große Kreditinstitute sowie die Zentralbank des Landes erklärten sich gegenüber dem jüdischen Weltkongreß und einzelnen jüdischen Klägern zur Zahlung von rund 1,25 Milliarden Dollar bereit.

Norwegen
Vertreter verschiedener Religionen sind am 13. August 1998 zu einer viertägigen Konferenz in Oslo zusammengetroffen, um für größere Toleranz und mehr Religionsfreiheit einzutreten. Kirchenvertreter forderten die Einrichtung einer entsprechenden internationalen Koalition. Damit wollen sie religiös motivierte Konflikte entschärften. Einzelne Delegierte verurteilten religiösen Fundamentalismus und riefen eine UN-Deklaration von 1981 über die Religionsfreiheit in Erinnerung. Ohne Glaubensfreiheit könne es keine wirkliche politische Freiheit geben.

Italien
Muslime und Katholiken sollen in Zukunft gleiche religiöse Rechte erhalten. Wie die Zeitung "Il Giornale" mitteilte, ist eine Vereinbarung zwischen einem islamischen Dachverband und der italienischen Regierung in Vorbereitung. Durch das Abkommen soll die Religionsfreiheit gesichert und das Recht, Schulen und Hochschulen in Eigenverantwortung zu betreiben, garantiert werden.

Polen
Der Streit um die Kreuze in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz hält an. Am 14. August 1998 wurden Agenturmeldungen zufolge zehn weitere Kreuze - mit einer Höhe von
jeweils vier Metern - errichtet. Rechtsexperten der polnischen Regierung sehen jetzt möglicherweise einen rechtlichen Ausweg aus dem Konflikt. Sie wollen versuchen, den 30 Jahre alten Pachtvertrag über das private Gelände in der Nähe der Gedenkstätte zu annulieren, das derzeit von Katholiken für ihre umstrittenen Aktionen in Anspruch genommen wird.

Albanien
Am 13. August 1998 hat in der Stadt Bajram Curri ein interreligiöses Gebet für den Frieden im Kosovo stattgefunden. An dem Treffen nahmen katholische, orthodoxe und muslimische Gläubige teil.


A S I E N


Vietnam
Am 13. August 1998 haben die großen Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Marienerscheinungen in La Vang begonnen. Aus Anlaß der Jubiläumswallfahrt hat Kardinal Phaolo-Guise Pham Dhin Tung am 15. August 1998 zur Verbreitung des katholischen Glaubens aufgerufen. Katholiken sollten durch ihr Beispiel andere Menschen vom Wert des Christentums überzeugen. In Vietnam sind nur zehn Prozent der Bevölkerung katholisch.

Israel
Der Alt-Patriarch von Jerusalem, Hilarion Capucci, hat der Regierung Netanjahu vorgeworfen, sie verhinmdere die Einreise des neuernannten Bischofs von Akko, Boutros Moallem. Capucci betonte, die ablehnede Haltung Tel Avivs gegenüber Bischof Moallem stehe im Widerspruch zu einem Abkommen, das dem Vatikan Unabhängigkeit in Personalfragen garantiere.

Afghanistan
Der iranische Außenminister hat am 14. August 1998 die islamische rechtsauslegung der Taliban-Milizen als Bedrohung für die gesamte Region bezeichnet. Die Taliban kontrollierten mittlerweile fast das gesamte Staatsgebiet mit einer strengen Form der Sharia, der islamischen Gesetzgebung. Die extremen Muslime verletzten die Menschenrechte, insbesondere die der frauen, so der iranische Außenminister nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA.

Irak
Zum ersten Mal seit dem Krieg von 1980 bis 1988 dürfen iranische Pilger wieder schiitische Heiligtümer im Nachbarland besuchen. Am 15. August 1998 reiste eine erste Pilgergruppe von 740 Personen über die Grenze. Die Teilnehmer sind von der iranischen Regierung ausgewählte Verwandte der sogenannten "Märtyrer" des Krieges. Vertreter beider Länder erklärten, der Besuch solle ein Schritt hin zu mehr Zusammenarbeit sein.

Birma
Amnesty International fordert mehr internationalen Druck auf die militärischen Machthaber in Rangun. In einer Presseerklärung vom 14. August 1998 begrüßte die Organisation die angekündigte Ausweisung von 18 zu Zwangsarbeit verurteilten ausländischen Menschenrechtsaktivisten. Sie erinnerte jedoch an das Schicksal zahlreicher birmanischer Oppositioneller, die nicht dasselbe Glück gehabt hätten.

Süd-Korea
Präsident Kim Dae-Jung hat zum 50. Jahrestag der Staatsgründung die Freilassung von mehr als 2.000 Gefangenen angekündigt, darunter aber nur 94 politische Häftlinge. Menschenrechtsorganisationen kritisierten, daß die Generalamnestie angesichts dieser Zahlenverhältnisse nur ein Vorwand sei für die Freilassung korrupter Politiker und früherer Offiziere der Armee.


A F R I K A


Kenia
Die Muslime des Landes sind der Ansicht, daß ihre Gemeinschaft zu Unrecht für die Attentate auf US-Behörden verantwortlich gemacht wird. Kurz nach den Attentaten vom 7. August 1998 waren sechs Muslime verhaftet worden. Der Vorsitzende der Jamia-Moschee in Nairobi, Mohamed Farouk Adam, forderte, man solle zuerst nach Beweisen suchen.

Sudan
Die im Bündnis Nationale Demokratische Allianz (AND) zusammengeschlossenen Oppositionsführer wollen sich am 15. August 1998 bei ihrem Treffen in Kairo für die Einheit des Landes aussprechen. Das meldet die Nachrichtenagentur Efe. In Gesprächen mit der ägyptischen Führung hätten sowohl die muslimischen Oppositionsführer aus dem Norden als auch die christlichen Oppositionellen aus dem Süden eine Teilung des Landes als Lösung für den Bürgerkrieg abgelehnt.


A M E R I K A


USA
Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Anthony Pilla, hat einer Psalmübersetzung die kirchliche Druckerlaubnis entzogen. Wie die Nachrichtenagentur CNS mitteilte, wurde das Verbot wegen des feministischen Wortschatzes ausgesprochen. Frauenverbände in den USA hatten gehordert, frauenfeindliche und diskriminierende Wendungen zu ersetzen.

Mexiko
"Der Konflikt in der Region Chiapas kann nur durch Frieden, Vergebung und Dialog gelöst werden." Das hat der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz, Luis Morales Reyes, betont. Nach der Rückkehr einer Bischofsdelegation von einer viertägigen Reise durch den Chiapas gab Reyes am 14. August 1998 bekannt, die Kirche werde sich weiterhin für den Friedensprozeß einsetzen. Es müsse ein Kompromiß zwischen Regierung und ebellen gefunden werden, der dem ganzen Land von Nutzen sei, so Reyes.

Chile
Mehr als ein Drittel der Kinder in dem südamerikanischen Land lebt in Armut. Das geht aus einer Studie der katholischen Kommission Justitia et Pax hevot, die am 13. August 1998 in Santiago vorgestellt wurde. Der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz betonte, Kinder seien von der Not des Landes besonders betroffen. Zehn Prozent von ihnen hätten nicht täglich zu Essen.

Guatemala
Menschenrechtsverletzungen stehen in dem mittelamerikanischen Land weiterhin auf der Tagesordnung. Das gab der Menschenrechtsbeauftragte der Organisation Amerikanischer Staaten, Julio Arango, am 14. August 1998 bekannt. Schuld daran seien unzureichende staatliche Schutzmechanismen, so Arango. Kirchenvertreter des Landes hoffen, daß die Aussagen der in den Mordfall Bischof Gerardi verwickelten Generäle nicht zum Staatsgeheimnis erklärt werden. Sie forderten eine Veröffentlichung der Gerichtsakten.


Hinweise auf unser Wochenprogramm:

Sonntag: Aldo Parmeggiani: Aktenzeichen Carl von Ossietzky,
Pazifist und Publizist

Montag: Weltkirchen-Magazin

Dienstag: Joseph Kardinal Ratzinger: Glaube zwischen Vernunft und Gefühl

Mittwoch: Römische Woche

Man hört Radio Vatikan auf deutsch
täglich um 6:20, 16:00 und 20:20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 KHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen 5880, 7250 und 9645 KHz.

Das Vier-Monats-Programm kann angefordert werden bei:
Winfried Aufterbeck, Wiesenstraße 9a, D-40878 Ratingen,
Tel.: 0 21 02 - 2 30 31, Fax: 0 21 02 - 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
Pater Eberhard von Gemmingen SJ
Redaktion dieser Ausgabe: Matthias Menzinger
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E-Mail: deutsch@vatiradio.va

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan:
Mittwoch, 19. August 1998

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