Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag , 26. Juli 1998 bis Mittwoch 29. Juli 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. beim sonntäglichen Angelusgebet am 26. Juli , daran erinnert, dass der Sonntag für den Christen nicht der letzte Tag der Woche ist, sondern der Erste. Mit ihm beginne eine neue Zeit, weil Christus am Tag nach dem jüdischen Sabbat vom Tod auferstanden sei. Der Papst rief alle Christen auf , den Sonntag als Tag des Glaubens in besonderer Weise zu begehen. Viele Menschen missverstünden heute den Sonntag als reinen Tag des Vergnügens und des Lärms. Zum Schluss bat der Papst die Gottesmutter Maria , sie möge helfen , den Sonntag als Fest und Glaubenstag neu zu entdecken.

Aus Anlass des 30. Jahrestages des Erscheinens von Humanae Vitae hat jetzt die Vatikanzeitung " Osservatore Romano " die Enzyklika gewürdigt. Sie sei ein prophetisches Wort des Papstes gewesen. Ihr wahrer Inhalt sei zunächst verschleiert worden , im Laufe der Jahre aber habe man in allen Teilen der Welt erkannt, dass der Papst auf die Verwilderung der moralischen Sitten so habe reagieren müssen. In dem Artikel wird angekündigt , dass der vatikanische Familienrat ein Dokument zur Beichtseelsorge herausgeben werde.

Der Papst plant offenbar weiterhin ein Schuldbekenntnis bzw. eine Vergebungsbitte für die Fehler und Versäumnisse von Kirchenführern der Vergangenheit. Das schreibt die vatikanische Zeitschrift " Tertium Millenium " , in ihrer letzten Ausgabe. Der Papst werde womöglich eine symbolische Geste während der Heiligen-Jahr-Feiern machen, die mit der Notwendigkeit des Vergebens zusammenhänge.

Drei Monate nach dem Mord am Kommandanten der Schweizergarde ist die Moral der päpstlichen Schutztruppe wieder auf hohem Niveau. Das erklärte der Interims-Kommandant , Roland Buchs, gegenüber einer Tageszeitung aus Lausanne. Buchs meinte, es gebe keinen Grund , an der vatikanischen Theorie über den Mordfall zu zweifeln.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Katholisch ausgerichtete Privatsender haben sich zur weltweiten Familie von " Radio Maria " zusammengeschlossen. 20 Sender gehören der Vereinigung bisher an. In den Vortsand der in Rom ansässigen Vereinigung wurde auch der Programmdirektor von Radio Horeb, Pfarrer Richard Kocher, gewählt. Kocher kündigte an , der " Radio Maria- Familie" würden bis zum Jahr 2000 etwa 50 Sender angehören.

Deutschland

Bei der " Woche für das Leben " 1999 wird die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung im Mittelpunkt stehen. Das geht aus einem jetzt von der Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Bonn veröffentlichtes Vorbereitungspapier hervor. Die Schöpfung müsse ein wichtiges Anliegen des Gemeindelebens sein. Deshalb solle die " Woche für das Leben ", Alternativen zu einer ausschliesslich kosumorientierten Lebensweise entwickeln.

Deutschland

Beim traditionellen Libori-Mahl in Paderborn hat der amerikanische Botschafter, John Kornblum, die Deutschen zu mehr Selbstbewusstsein aufgerufen. Die USA und Deutschland seien ein gutes Tandem , wenn es um die Lösung von Problemen gehe, so Kornblum. Anlass der Rede war das Libori-Mahl , dass seit 1449 urkundlich belegt ist . Das Fest vereinigt Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kirche, Staat und Religion.

E U R O P A

Grossbritannien

Britischen Presseberichten zufolge steht die anglikanische Gemeinschaft vor einer Spaltung. Ein Bischof aus Uganda habe erklärt, wenn die derzeitige Lambeth-Konferenz nicht die biblische Moral in Sexualfragen verteidige, sei eine Spaltung der Gemeinschaft unvermeidlich.

Grossbritannien

Die Zahl der praktizierenden Anglikaner ist auf einem Rekordtief. Im Stammland der Konfession , England sollen nach Angaben der " Sunday Times " nur 1,1 von 25 Millionen Anglikaner ihren Glauben praktizieren. Der anglikanische Erzbischof von Armagh , Robin Eames, wies die Studie als falsch zurück . Nicht jeder Getaufte gehe sonntags zur Kirche.

Irland

Einer der reichsten Leute des Landes, Albert Gubay, hat jetzt bekanntgegeben , dass er mit Gott einen Vertrag geschlossen habe, bei seinem Lebensende die Hälfte seines Vermögens der katholischen Kirche zu vermachen. Es wird auf 450 Millionen Dollar geschätzt. In einem Radio-Gespräch gab er das Geheimnis seines Reichtums bekannt. Nach dem zweiten Weltkrieg habe er rund 500 DM besessen und Gott versprochen , der Kirche die Hälfte seines Reichtums zu schenken, wenn er einmal Millionär sei.

Griechenland

Muslimische Würdenträger werden in Zukunft wie orthodoxe Popen vom Staat bezahlt. Das hat jetzt der Aussenminister bekanntgegeben . Er reagierte damit auf entsprechende Forderungen der muslimischen Minderheit im Nordosten Griechenlands . Die Imame sind die ersten nicht-orthodoxen Geistlichen , die diese Behandlung erfahren, um die sich die katholischen Geistlichen seit langem bemühen.

Spanien

Beim Jakobusfest sind in Santiago de Compostela nationalistische und separatistische Parolen verbreitet worden. Vor allem Bewohner der Region Gallizien im Nordwesten des Landes verlangten mehr Autonomie. Die Demonstranten kritisierten die bisherigen Bemühungen um Dezentralisierung der Macht durch Madrid und forderten weitere Unabhängigkeit für Gallizien.

Italien

Die Caritas verurteilt eine generelle Abschiebung der Flüchtlinge die nach Italien kommen. Man dürfe sie nicht unkontrolliert zurückschicken, sondern müsse jeden Einzelfall prüfen. Nach Pressemeldungen sollen in jüngster Zeit rund 1200 Flüchtlinge , meist aus Afrika , per Boot nach Italien gekommen sein.

Serbien

Während sich die Krise im Kosovo verschärft , wirbt ein serbisch-orthodoxes Kloster für die Veständigung zwischen Serben und Albanern. Dazu setzt das mitten in den Kampfgebieten im Westen des Kosovo gelegene Kloster das Internet ein. Die Webseite verbreitet Informationen über die Lage in der Provinz sowie links zu serbischen als auch zu albanischen Informationsquellen.

Bosnien

Auf eine katholische Kirche in der Nähe Sarajevos ist ein Bombenattenat verübt worden. Wie die internationale UNO-Polizei mitteilte , ist niemand zu Schaden gekommen. Die Bombe sei en der Aussenwand der Kirche explodiert und habe die Fenster , sowie Teile der Fassade zerstört. Da das Gebiet überwiegend von Muslimen bewohnt wird , forderte die kroatische Minderheit, dass die Ermittlungen einer gemischten Polizei übetragen wird.

Polen

Aussenminister Bronislaw Geremek hat die katholischen Bischöfe des Landes für ihre " positive Rolle" in der Europapolitik gelobt. Früher habe die katholische Kirche Polens Europa Konsumbesessenheit und Werteverfall vorgeworfen. Heute sei man proeuropäisch, so Geremek.

Frankreich

Weihbischof Andre Vingt-Trois von Paris hat die offizielle Einstellung der katholischen Kirche zur Euthanasie unterstrichen.

" Man hat nicht die Freiheit , über das eigene Leben oder das anderer zu verfügen " , sagte der Weihbischof wörtlich. Damit reagierte er auf die neu entflammte Diksussion in Frankreich. Die Gemüter erhitzten sich , nachdem eine Krankenschwester vor wenigen Tagen zugegeben hatte , bei dreissig Patienten Sterbehilfe geleistet zu haben.

A S I E N

Iran

Die Justiz in Teheran hat bestritten , dass ein Mitglied der Bahai-Religion hingerichtet worden sei. Entsprechende Meldungen der Weltpresse seien falsch. Viele Medien hatten gemeldet, dass Ruhollah Rowhani wegen des Versuches , einen Muslim zur Bahai-Religion zu bekehren, gehängt worden sei. Keine Abteilung des Gerichtswesens hätte ein derartiges Urteil ausgesprochen , hiess es in Teheran. Im Gegensatz dazu erklärte ein Sprecher in Paris , drei weitere Anhänger der Religion warteten auf ihr Todesurteil.

Israel

Die Geschichtsbücher des Landes müssen etwas umgeschrieben werden. Wie bei Ausgrabungen bekanntwurde, ist das antike Wasserversongungssysten der Stadt älter als angenommen. Bisher war man davon ausgegangen , dass Juden zur zeit Davids, ca. 1000 v. Christus, die Wasserversorgung bauten. Die neuen Ausgrabungen zeigen, dass die Kanaaniter bereits 800 Jahre vorher das Wassersystem installierten.

Jordanien

In diesen Tagen hat das staatliche archäologische Amt in Amman bekanntgegeben, dass derzeit mit Hochdruck daran gearbeitet werde, den Platz , wo Jesus vermutlich getauft wurde, freizulegen. Man wolle sich damit vor allem dem Ansturm der Pilger ums Jahr 2000 stellen. Die Archäologen gehen davon aus, die Stelle gefunden zu haben, an der Johannes der Täufer Jesus getauft hat. Schliesslich verweisen sie auf eine Übergangsstelle am Jordan. wo eine berühmte Pilgerstrasse des Altertums verlaufen sei.

Türkei

Die Ausgrenzung der Türkei aus der Europäischen Union macht die Lage der Christen in dem Land schwieriger. Das erklärte jetzt der Bischof von Anatolien , Ruggero Franceschini, ein aus Italien stammender Kapuziner. In einer italienischen Tageszeitung sagte der Geistliche jetzt, man dürfe die Türkei nicht in die Arme des reinen Islam treiben. Man sollte die Türkei in Europa integrieren, wünscht er, denn sonst gewinnt womöglich der Nachbar Iran oder auch Saudi-Arabien, zuviel Einfluss in Ankara.

Papua-Neuguinea

Im ganzen Land haben am 26.Juli Trauergottesdienste stattgefunden. Aus den weitabgelegenen Bergregionen kamen viele Christen zu den Kirchen und Kapellen, um der Toten zu gedenken und den Angehörigen ihr Mitgefühl zu zeigen. Etwa 2000 Personen werden immer noch vermisst.

Vietnam

Die Behörden des Landes behindern die Jubiläumswallfahrten zum Heiligtum von La Vang. Wie der vatikanische Fides Dienst mitteilte, erhalten ausländische Pilger keine Visa. In Vietnam leben rund acht Millionen Katholiken , etwa 10 % der Bevölkerung.

Afghanistan

Die religiöse Führung in Kabul ist jetzt bereit mit den Vereinten Nationen über die Rückkehr von ausgewiesenen Hilfsorganisationen zu verhandeln. Die Taliban hatten vor wenigen Tagen die Mitarbeiter von 38 Hilfswerken ausgewiesen, machdem sich diese geweigert hatten , in ein halbzerstörtes Gebäude umzuziehen. Wie ein afghanischer Diplomat dazu erklärte, sieht sich die Talibanführung nicht zu den geforderten gesprächen veranlasst,da es sich bei den Ausgewiesenen nicht um UNO-Mitarbeiter handelt.

A F R I K A

Ägypten

Die höchste sunnitische Autorität der Welt, die Al-Azhar-Universität in Kairo hat jetzt die Verbreitung von Lügen über den Islam via Internet scharf kritisiert. Die Muslime sollten dadurch beleidigt werden. Der Islam verbiete sich solches Vorgehen. Gleichzeitig wurde angekündigt , dass man eine Internet-Seite eröffnen werde, durch die sachlich über die Religion Mohammeds informiert werde.

Simbabwe

In Simbabwe gibt es Spannungen zwischen den Kirchen und der Regierung Mugabe. In einem gemeinsamen Brief haben die christlichen Kirchen vor kurzem die hohen Steuern , die Korruption und das fehlende soziale Engagement der Regierung scharf angegeriffen. " Wir haben einen Auftrag als Wächter über die Gerechtigkeit" betonte jetzt Pastor Patson Nehta von der Evangelischen Bruderschaft. Die Kirchen spielten eine wichtige Rolle in der Zivilgesellschaft und müssten sich deshalb an Diskussionen über politische Fragen beteiligen. Nehta wies damit einen Angriff der Regierungspartei zurück, dessen Sprecher die Kirche aufgefordert hatte, sich um die geistlichen Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu bemühen und politische Angelegenheiten den Politikern zu überlassen.

Angola

Die katholischen Bischöfe des Landes haben bei ihrer Vollversammlung einen Friedensappell an alle Konfliktparteien lanciert. Sowohl die Regierung als auch die Rebellenorganisationen sollten keine weiteren Angriffe mehr starten. Im Respekt vor den Menschenrechten müsse jede Seite die gerechtfertigten Forderungen der anderen anerkennen, so die Bischöfe in Luanda.

Kongo-Brazzaville

Nach Ansicht der katholischen Bischöfe des Landes können die zunehmenden politischen Spannungen durchaus zu einem neuen Bürgerkrieg führen. In einem gemeinsamen Appell fordern sie nicht nur die lokalen Politiker , sondern auch die Weltöffentlichkeit auf, alles zu unternehmen, um diese neue Gefahr von Kongo-Brazzaville abzuwenden.

Kongo-Brazzaville

Ein Jesuit ist am 29. Juli in der Haupstadt des Landes in seinem Bett ermordet aufgefunden worden. Das berichtete die Vatikanzeitung " Osservatore Romano" . Pater Michel Albecq wurde nur Stunden nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub in Frankreich getötet. Die Motive sind noch unklar.

Südafrika

Eine deutsche Ordensfrau ist ermordet worden. Sie war von einer Fahrt zu einer Aussenstation nicht mehr zurückgekehrt. Ihr Körper wurde erst jetzt entdeckt. Thodolind Schreck, stammte aus Tauberbischofsheim und arbeitete seit 28 Jahren in Südafrika. Über das Tatmotiv ist noch nichts bekannt.

A M E R I K A

Guatemala

Der Menschenrechtsbeauftragte des Landes ,Julio Arango, hat die Verhaftungen im Mordfall an Bischof Juan Gerardi kritisiert. Nach der Verhaftung des Priesters Leonel Orantes und der Haushälterin des Bischofs , hatte die katholische Kirche bekanntgegeben , die wahren Täter zu kennen und die Namen zu einem späteren Zeitpunkt zu nennen. Angeblich gehören ein Mitglied aus dem Sicherheitsrat des Staatpräsidenten und ein ranghoher Militäroffizier im Ruhestand zu den Mördern.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch: " Römische Woche "

Donnerstag: " Deutsche Martyrer dieses Jahrhunderts"

Freitag: Prisma-Magazin

Samstag: " Leben und Beten mit der Heiligen Schrift " von

Bertram Meier und Rosenkranzgebet

Man hört Radio Vatikan :

täglich 6.20 , 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 Khz und auf den Kurzwellen-Frequenzen:

5880, 7250, 9645 Khz

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe: Eva Rohrmann

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E-Mail: DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten :

Samstag , 1. August 1998

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