Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 19. Juli 1998 bis Mittwoch, 22. Juli 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 21.Juli seinen Ferienaufenthalt in Lorenzago di Cadore beendet und ist nach in seine Sommer-Residenz Castel Gandolfo gereist. Er kommt von dort jeden Mittwoch zur Generalaudienz nach Rom.

Der Sprecher des Vatikans hat Spekulation genährt, dass Papst Johannes Paul II. nächstes Jahr Rumänien besuchen könnte. Die Regierung hatte den Papst dazu eingeladen , die orthodoxe Kirche des Landes überlege hingegen noch. Am 19. Juli nannte Vatikan-Sprecher Joaquin Navrro-Valls Rumänien als mögliches Reiseziel des Papstes für 1999. Es wäre die erste Visite des Papstes in einem mehrheitlich orthodoxen Land. Navarro-Valls bekräftigte ausserdem, dass der Papst weiterhin den Wunsch habe , den Irak zu besuchen.

Papst Johannes Paul II. wird vom 2. bis 4. Oktober seinen zweiten Pastoralbesuch nach Kroatien unternehmen. Höhepunkt des Programms ist die Seligsprechung des früheren Erzbischofs von Zagreb und Gegners des kommunistischen Regimes in Jugoslawien, Kardinal Alois Stepinac.

Papst Johannes Paul II. hat die internationale Gemeinschaft zur Solidarität mit Papua-Neuguinea aufgerufen. Jeder Tag bringe Nachrichten von neuen Verlusten und Schäden, der Schock werde grösser. Gottes Hilfe und menschliche Solidarität erwiesen sich als immer notwendiger. Das sagte der Papst am 22.Juli bei seiner Generalaudienz im Vatikan.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die Entsorgung von Tod- und Fehlgeburten im Klinikmüll hat das Erzbistum Berlin am 21.Juli scharf kritisiert. Es werde eine Novellierung des Berliner Bestattungsgesetzes unterstützen, wenn dadurch ein menschenwürdiger Umgang mit diesen Geburten gesichert werden könne. In katholischen Krankenhäusern würden sie grundsätzlich bestattet, so der Sprecher des Erzbistums. Das ARD-Magazin- Report hatte am 20. Juli berichtet , eine Sonderabfall -Entsorgungsgesellschaft habe in Berlin von 1981 bis 1987 zehntausende Tot-und Fehlgeburten aus fast allen Krankenhäusern der Stadt zusammen mit Klinikmüll zu Granulat verarbeitet. Dies sei zur Abdeckung von Deponien und für den Strassenbau verwendet worden.

Deutschland

Als Asylbewerber hätte Jesus jetzt in der Bundesrepublik kaum eine Chance . Das meinte der evangelische badische Landesbischof Ulrich Fischer am 19.Juli im Südwestfunk. Insofern enthalte das umstrittene Wahlplakat der Grünen in Bayern mit der Aufschrift

" Minister Beckstein würde auch Jesus abschieben " ein Körnchen Wahrheit , so der evangelische Bischof.

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat grosse Bedenken gegen das Frankfurter Urteil zur Sterbehilfe geäussert. Das Frankfurter Oberlandesgericht hatte am 22. Juli entschieden, dass Vormundschaftsgerichte unter bestimmten Voraussetzungen einen Abbruch der künstlichen Ernährung eines schwerkranken Patienten genehmigen dürfen. Laut Lehmann ist es ein grundsätzliches Problem , die Entscheidung über Leben und Tod dritten in die Hand zu geben. Zudem gebe es noch keine präzise Begriffsdefinition , was im einzelenen unter Sterbehilfe, Hilfe zum Sterben oder Euthanasie falle. Lehmann sprach sich für eine offene und ernsthafte Diskussion der Gesellschaft über das Thema aus.

E U R O P A

Italien

Der Erzbischof von Lecce, Cosmo Franceso Ruppi, hat die Regierung in Rom aufgefordert, sich entschiedener dem Flüchtlingsstrom aus Albanien, der sich täglich verstärkt, entgegenzustellen. Tirana müsse einschreiten und das Heer von Schleppern stoppen, das durch arme Leute, die ihr Leben riskieren, Millionen gewinne.

Grossbritannien

Die heterosexuelle Ehe oder ein enthaltsames Leben sind nach Ansicht des anglikanischen Primas und Erzbischof von Canterbury , George Carey, die einzigen Lebensformen für Christen. Homosexuelle Akte gehörten nicht zur Tradition der Kirche , sagte Carey jetzt im britischen Rundfunk. Daher könnten auch aktive homosexuele Männer nicht zu Priestern geweiht werden. Gleichzeitig sprach sich der Erzbischof gegen jede Diskriminierung homosexueller Personen aus.

Grossbritannien

Der Vatikan hat die anglikanische Kirche eindringlich gebeten, Homosexualität nicht aufzuwerten. Auf der Lambeth-Konferenz warnte der ökumene-Beauftragte des Papstes, Kardinal Edward Cassidy, jetzt in London davor. Dies wäre eine neue grosse Belastung im ökumenischen Verhältnis zur katholischen Kirche. Die rund 800 anglikanischen Bischöfe aus aller Welt, diskutieren derzeit, über die Weihe Homosexueller. Diese wird, von traditionsbewussten Bischöfen , energisch abgelehnt.

Slowenien

Die Bischöfe des Landes haben Papst Johannes Paul II. zu einem Besuch eingeladen. Anlass wäre die Seligsprechung des slowenischen Bischofs , Anton Martin Slomsek, die nach dem Wunsch der Kirchenführer in Maribor stattfinden soll. Als Termin schlagen die Bischöfe Mai 1999 vor.

Ungarn

Am 19. Juli ist im südungarischen Szarvas die erste Synagoge seit dem zweiten Weltkrieg eingeweiht worden. Das jüdische Gebetshaus, steht in einem Zentrum , wo junge Mitglieder der israelischen Gemeinde Mittel-und Osteuropas ausgebildet werden. Jährlich kommen rund 2000 junge Juden in das Zentrum von Szarvas , um in Sommerkursen Geschichte, Theologie und die Kultur ihrer Gemeinden zu studieren. Die Synagoge wurde vom dem US-amerikanischen Juden , Ronald Lauder , finanziert. In Ungarn lebt eine der grössten jüdischen Gemeinden Europas, die auch starken politischen und wirtschaftlichen Einfluss hat.

Russland

Für ausländische Priester und Ordensleute werden Aufenthaltsgenehmigungen immer mehr verkürzt. Nach dem neuen Religionsgesetz erhalten sie bei Einreisen aus religiösen oder humanitären Gründen nur eine dreimonatige Aufenthaltsgenehmigung, die nicht verlängert wird. Diese Regelung trifft besonders die katholische Kirche , deren 75 Pfarreien im europäischen Russland zum grössten Teil von ausländischen Priestern getragen werden.

A S I E N

Indonesien

Sieben australische Religionsführer haben in diesen Tagen von der politischen Führung in Jakarta wesentliche Schritte zur Entspannung auf Ost-Timor gefordert. Anlässlich des 22. Jahrestages der indonesischen Machtübernahme auf der Insel verlangen die Kirchenleute die Selbsbestimmung Ost-Timors und die Freilassung des Oppositionellen Xanana Gusmao.

Papua-Neuguinea

Die Flutkatastrophe an der Küste von Papua-Neuguinea könnte 8000 Todesopfer gefordert haben . Wie der katholische Bischof von Vanimo jetzt erklärte, hätten sich kaum Menschen hinter die Hügel der Küste flüchten können.

Pakistan

Papst Johannes Paul II. hat am 21. Juli Joseph Coutts zum neuen Bischof von Faisalabad ernannt. Der bisherige Bischof von Hyderabad tritt damit an die Stelle von Bischof John Joseph , der vor wenigen Monaten aus Protest gegen die Unterdrückung der Christen Selbstmord begangen haben soll.

Israel

Der neue päpstliche Nuntius im Heiligen Land, Erzbischof Pietro Sambi , hat am 20. Juli Palästinenserpräsident Yassir Arafat in Gaza , seinen Antrittsgesuch abgestattet. Aus Gaza wurde mitgeteilt, dass der Nuntius Arafat einen persönlichen Brief des Papstes überreichte. Zuvor war Erzbischof Sambi vom lateinischen Patriarchen in Jerusalem , Michel Sabbah, in der Jerusalemer Grabeskirche empfangen worden.

Irak

Eine irakische Dissidentengruppe hat jetzt den Papst aufgefordert nicht in das Nah-Ost-Land zu reisen. Staatschef Sadam Hussein würde einen solchen Besuch nutzen, um international für Sympathie zu werben, so die Argumentation der " Kampagne für einen demokratischen Irak".

Vietnam

Die Weihe von sechs Neupriestern Ende Juni in der Diözese Bac Ninh, stellt für die Kirche in Vietnam ein ausserordentliches Ereignis dar. An der Feier nahmen über 30. 000 Gläubige teil. Die Diözese, die jetzt neun Priester hat, erstreckt sich über die elf Provinzen Nordvietnams mit insgesamt 140.000 Katholiken.

A F R I K A

Guinea-Bissau

Durch die Vermittlung des Bischofs von Bissau, Settimio Ferrazzetta und einiger Parlamentarier könnte es jetzt zu einem Waffenstillstand kommen. Ein runder Tisch mit Vertretern der Regierung, der Religionsgemeinschaften und der Rebellen General Mane's bilden die Voraussetzung dafür. Zeitungsberichten zufolge ist die Regierung bereit, ein schriftliches Abkommen über eine Feuerpause zu treffen.

A M E R I K A

Guatemala

Unbekannte haben am 21.Juli einen Anschlag auf einen Militärkaplan verübt. Beobachter schließen nicht aus, daß es sich dabei um den Versuch handelt, einen Zeugen von Menschenrechtsverletzungen durch das Militär zu warnen oder zu beseitigen. Sie erinnern an den Mord von Bischof Gerardi. Dieser steht indes kurz vor der Aufklärung. Aus Guatemala wird gemeldet, die Kirche kenne den Namen des Verantwortlichen und werde ihn bald veröffentlichen.

Guatemala

Der Erzbischof der Hauptstadt , Prospero Penados del Barrios, sprach im Zusammenhang mit dem versuchten Mord an dem Ordensmann von einer Einschüchterungskampagne gegen die Kirche. Er sprach die Hoffnung aus, dass sowohl dieser Fall, als auch der Mord an Weihbischof Juan Gerardi, bald aufgeklärt werde.

Mexiko

In Mexiko wird weiter darüber spekuliert , warum Kardinal Juan Jesus Posada Ocampo 1993 erschossen wurde. Die Kirche bezweifelt die offizielle Version, , nach der der Kardinal aus Versehen bei einem Schusswechesl von Drogenhändlern auf dem Flughafen der Hauptstadt sein Leben liess. Nach Angaben einer mexikanischen Zeitschrift soll Kardinal Ocampo drei Tage vor seinem Tod an den Papst geschrieben haben. In dem Text sei davon die Rede , dass Mafiagruppen das Land unter ihre Kontrolle gebracht hätten; sie wollten sich nun auch der Güter der Kirche bemächtigen.

Mexiko

Der Vorschlag des Gesundsheitsministers , das Abtreibungsgesetz im Hinblick auf eine eventuelle Straffreiheit neu zu diskutieren, ist von Vertretern der christlichen Kirchen verurteilt worden. Die katholischen Bischöfe sehen darin eine gefährliche Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Ähnliche Reaktionen kamen vom Komitee der Evangelischen Kirchen des Landes.

Argentinien

Präsident Carlos Menem will im November nach Rom kommen. Nach Angaben seiner Pressestelle will er dabei sein, wenn Papst Johannes Paul II. in der argentinischen Kirche in Rom einen Gottesdienst feiert. Das sei das mindeste , wie er auf die Geste des Papstes antworten könne, liess Menem verlauten.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch: " Römische Woche "

Donnertsag: " Kreuz des Südens"

Freitag: " Prisma-Magazin"

Samstag:" Mystische Erfahrung und soziales Engagement " und Kommentar der Woche von Barbara Gerl-Falkowitz

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täglich 6.20 , 16.00 und 20.20 Uhr

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Redaktion dieser Ausgabe: Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Machrichten:

Samstag , 25. Juli 1998

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