Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 16. Juli 1998 bis Samstag, 18. Juli 1998.

V A T I K A N

Mit Anteilnahme hat Papst Johannes Paul II. von seinem Urlaubsort in den Dolomiten den Trauergottesdienst für die drei im Ulster getöteten Kinder im Fernsehen verfolgt. Wie dazu am 16. Juli ein Vatikansprecher erklärte , sei der Papst nicht nur über den tragischen Tod der Kinder, sondern auch über den dadurch gestörten Friedensprozess , besorgt.

Der Treffpunkt für die nächste internationale Priesterkonferenz ist Jerusalem. Sie wird 1999 stattfinden, teilte Erzbischof Crescenzio Sepe, einer der Organisatoren , mit. Das letzte internationale Priestertreffen ist vor wenigen Tagen im mexikanischen Wallfahrtsort Guadalupe zu Ende gegangen.

Papst Johannes Paul II. wird am 23. Juli ein Motu Proprio über die Bedeutung und die Aufgaben der Bischofskonferenz veröffentlichen. Es heisst " Apostolus suos" und wird von Kurienkardinal Joseph Ratzinger der öffentlichkeit präsentiert werden.

Kardinalstaatssekretär , Angelo Sodano, hat gestern Vertreter der Missionsorden empfangen, die in Guinea-Bissau arbeiten. Dabei erklärte Sodano, der Vatikan wolle alles tun, damit in Guinea -Bissau wieder Frieden einkehre. Der Papst wünsche Waffenstillstand , einen Korridor für humanitäre Hilfen und Dialog aller Kriegsparteien. Sobald ein Wiederaufbau beginnen könne, werde der Papst finanziell dazu beitragen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die Verhandlungen zwischen kolumbianischer Zivilgesellschaft und Guerilla sind am 15. Juli in Würzburg mit grossem Erfolg zu Ende gegangen. Die deutsche Bischofskonferenz sprach von einem Durchbruch, Bischof Karl Lehmann zeigte sich zufrieden. Beide Seiten haben sich auf umfangreiche Massnahmen geeinigt, um den jahrelangen Bürgerkrieg zu beenden. Konkret hat sich das Nationale Befreiungsheer verpflichtet, keine Personen mehr zu entführen, um sich durch Lösegeldforderungen zu finanzieren. Die Verhandlungspartner einigten sich ferner darauf, eine Nationalversammlung einzuberufen, um den Friedensprozess zu konsolidieren.

Deutschland

Ausländer sollen im Wahlkampf nicht zu Sündenböcken für Defizite in der Sozial-und Beschäftigungspolitik gemacht werden. Dies meinte ein Mitarbeiter der Caritaszentrale. Vielmehr sollte man über eine doppelte Staatsbürgerschaft oder ein Wahlrecht für Ausländer , die seit mehr als fünf Jahren in Deutschland leben.Auch der Präsident des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis, warnte vor einer weiteren Verschärfung der Ausländerdebatte. Bubis kritisierte , dass sich einige demokratische Parteien in ihren Parolen nicht von den rechtsextremen Gruppierungen unterscheiden.

Deutschland

Vor " Wohlstandsverwahrlosung" von Kindern und Jugendlichen hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche , Manfred Kock, gewarnt. Die gegenwärtige Diskussion über den Umgang mit straffälligen Jugendlichen müsse zur Rechnung tragen , dass viele von ihnen nicht aus armen sondern aus wohlhabenden Familien stammen, so Kock.

Deutschland

Bundesfamilienministerin , Claudia Nolte, hat für die kommende Legislaturperiode die Einrichtung einer Familienkasse angekündigt. Dadurch sollten die Leistungen der Versorgungs-und Arbeitsämter vereinfacht werden. Die Familienkasse werde modellhaft zunächst in den Ländern Sachsen und Rheinland-Pfalz erprobt, sagte Frau Nolte am 16. Juli in Bonn.

Schweiz

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Konrad Raiser, hat auch formell ein die ganze Christenheit umfassendes Konzil für das Jahr 2000 gefordert. Raiser hatte den Appell bereits vor zwei Jahren in Deutschland fomuliert und ihn jetzt auf dem holländischen Kirchentag vorgebracht.

E U R O P A

Grossbritannien

Am 19. Juli beginnt -wie gemeldet- die Lambeth-Konferenz aller anglikanischen Kirchen. Heisse Eisen wie das Bischofsamt der Frau, homosexuelle Priester, Polygamie- um nur einige zu nennen- werden die dreiwöchigen Gespräche belasten.

Nordirland

Vertreter der protestantischen Orangemen haben am 18. Juli wieder Verhandlungen mit den Katholiken der Gegend aufgenommen, durch die sie Anfang Juli marschieren wollten. Wie ein Sprecher des britischen Premierministers Tony Blair jetzt erklärte, erwarte man noch keine endgültige Lösung von diesen Verhandlungen, man hoffe aber auf Fortschritte bei späteren Begegnungen. Der Rat der europäischen Bischofskonferenz und die Konferenz der europäischen Kirchen riefen jetzt in einer gemeinsamen Botschaft alle irischen Christen zu Versöhnungsbereitschaft auf.

Russland

Der Moskauer Patriarch , Alexej II. , schliesst ein Treffen mit Johannes Paul II ., für dieses Jahr, kategorisch aus. Eine Begegnung zu einem späteren Zeitpunkt müsse aber mit " viel Geduld" vorbereitet werden, so der Patriarch in einem jetzt veröffentlichten Presseinterview. Dabei machte er die angebliche Missionstätigkeit der katholischen Kirche in Russland und der Ukraine für die schwierigen Beziehungen verantwortlich.

Russland

Die orthodoxe Kirche ruft jetzt zu Busse und Umkehr auf. Am 17. Juli , am 80. Jahrestag der Ermordung von Zar Nikolaus und seiner Familie , soll dazu in allen Kirchen ein Schreiben verlesen werden. Patriarch und Synod ermahnen darin- wie es heisst- das ganze Volk. Man müsse den Mord an der Zarenfamilie bereuen , im Gedenken an alle, die um ihres Glaubens an Christus willen , gefoltert oder ermordet worden sind. Dies sei für alle nötig , unabhängig von ihrer politischen oder religiösen Einstellung.

Bosnien-Herzegowina

Die Bischöfe des Landes haben jetzt an die Staatengemeinschaft appelliert, sich intensiver um die Verwirklichung des Friedens und Rückkehrmöglichkeiten für die Flüchtlinge zu kümmern.Zum Ende ihrer Vollversammlung bitten sie gleichzeitig die Katholiken im Herbst, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die bosnischen Oberhirten empfehlen den Gläubigen in ihrer Erklärung , solche Politiker zu wählen , die sich energisch für Menschen-und Bürgerrechte , sowie für die Freiheit einsetzen.

Frankreich

Das Europa-Parlament in Strassburg hat Menschenrechtsverletzungen in Nigeria , Guinea-Bissau und Birma auf das Schärftse verurteilt. Die Abgeordneten forderten am 16. Juli , in einer Dringlichkeitsdebatte das nigerianische Militärregime auf, unverzüglich alle Repressalien gegen Oppositionspolitiker zu beenden. Gegen Birma solle der UN-Sicherheitsrat globale Wirtschaftssanktionen verhängen, forderten die Parlamentarier.

A S I E N

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert von der Militärregierung Burmas , sofortige Schritte für die Verbesserung der Menschenrechte. Wenn Burma die Menschenrechte beachte, könne es Gewaltausbrüche vermeiden, heisst es in einem offenen Brief an den burmesischen General Than Shwe. Amnesty International schlägt Burma vor, alte und kranke politische Gefangene , ebenso wie die Mitglieder der von Aung San Suu Kyi angeführten demokratischen Partei freizulassen.

Indien

Die Bischofskonferenz des Landes will im kommenden Herbst ein interreligiöses Treffen einberufen. Im Blick auf das Jubiläumsjahr 2000 , soll die Zusammenkunft das gegenseitige Verständnis unter den acht wichtigtsen Religionen Indiens verstärken.

Korea

In den letzen Jahren ist die Zahl der katholischen Priester um rund eintausend gestiegen. Das geht aus einer Zählung der koreanischen Bischofskofernz aus Anlass des Weltgebetstages für die geistlichen Berufungen hervor.

A F R I K A

Sudan

Das Regime in Khartoum hat einen einmonatigen Waffenstillstand mit den Rebellen der Befreiungsarmee vereinbart. Die Rebellen wollen die Gebiete Bahr-Al-Ghazal und abwärts des Nils von Kämpfen freihalten , um einen Korridor für Lebensmitteltransporte zu schaffen. Hilfsorganisationen kritisierten , dass der Waffenstillstand erst jetzt zustande käme.

Nigeria

Der neue Militär-Machthaber , Abdulsalam Abubakar, meint es offenbar ernst mit dem Übergang zur Demokratie. Auf einem für den 16. Juli angesetzen Treffen, will er einen neuen Zeitplan bekanntgeben der zu freien Wahlen führen soll.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Die Vereinten Nationen ziehen möglicherweise bald ihre Mitarbeiter aus Afghanistan ab. Grund für die Massnahme sind Restriktionen gegenüber dem UNO-Personal, vor allem in der Haupstadt Kabul.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samtag : " Mystische Erfahrung und soziales Engagemnt "
von Henri Boulad und " Kommentar der Woche " von
Barbara Gerl-Falkowitz
Sontag: " Sie schreiben-wir antworten "
Montag: Weltkirchen-Magazin
Dienstag: Radioakademie
Mittwoch: " Römische Woche "

Man hört Radio Vatikan
täglich 6.20 , 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 Khz und auf den Kurzwellen -Frequenzen:
5880 , 7250 , 9654 Khz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger
vom DSF um 16.15 Uhr und 19.10 Uhr

Vier-Monats Programm kann angefordert werden bei:
Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D- 40 878 Ratingen
Tel: 0 21 02/ 2 30 31 , Fax: 0 21 02/ 2 14 13

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Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan -Nachrichten: Mittwoch , 22. Juli 1998

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