Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag, 9. Juli 1998 bis Samstag 11. Juli 1998.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II verbringt seit Mittwoch Ferientage im norditaliensichen Lorenzago di Cadore. Er wohnt im Gästehaus des Bischofs von Belluno und unternimmt täglich Ausflüge. Am Sonntag wird er dort die Angelusansprache halten, die Radio Vatikan live überträgt.

Papst Johannes Paul II hat den italienischen Jesuiten Giuseppe Pittau am 11.Juli zum Sekretär der vatikanischen Kongregation für das katholische Erziehungswesen ernannt. Der 69-Jährige war zuletzt Rektor der Universität Gregoriana in Rom. Vorher hatte er jahrzehntelang in Japan doziert. Er gilt als ein großer Asienexperte. Seit er in Rom lebt, ist er auch Berater des Jesuitengenerals Peter-Hans Kolvenbach.

Bei der von Papst Johannes Paul II. eingesetzten Kommission für die Märtyrer des 20. Jahrhunderts , sind bereits fast 5000 Hinweise eingegangen. Die meisten der Blutzeugen wurden von Kommunisten und Nazionalsozialisten ermordert. Über 80% der Vorschläge kommen aus Europa. Der Rest verteilt sich auf Afrika, Asien sowie Nord-und Südamerika.

Am 10. Juli ist das Vorbereitungsdokument für die nächste Bischofssynode veröffentlicht worden. In dem Papier wird besonders unterstrichen , dass der Bischof Träger der Hoffnung für die Welt sein soll. Papst Johannes Paul II. hatte als Stoff für die Versammlung die Berufung des Bischofs gewählt, nachdem frühere Synoden sich mit den Priester, Ordensleuten und Laien befasst hatten. Das Datum dieser grossen Weltversammlung steht noch nicht fest.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die Sternsinger haben sich 1998 wieder selber übertroffen. Wie jetzt bekanntgegeben wurde, ist der Erlös von 1997 um über 7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Insgesamt haben die emsigen Sternsinger im letzten Jahr rund 52 Millionen D- Mark ersungen. Der Erlös der Sternsingermission kommt der Dritten-Welt-Hilfe zugute. Für ihre grossartige Arbeit bedankten sich der Bundespräses der Deutschen Katholischen Jugend , Rolf Peter Cremer, und der Präsident des Kindermissionswerkes , Arnold Poll , bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Deutschland

Die Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz zur Schwangerenberatung ist am 9. Juli erneut zusammengetroffen. Über den Inhalt der Gespräche teilte die Sprecherin der Konferenz jedoch nichts mit. Die Arbeitsgruppe soll nach Alternativen zur Ausstellung des Beratungsscheins suchen.

E U R O P A

Grossbritannien

Martin Luther King hat am 9. Juli einen Platz in der Westminster Abbey in London erhalten. Weil er im Kampf für die Menschenrechte starb, wird er in der anglikanischen Kirche zum Märtyrer erhoben.

Martin Luther King wird mit Bischof Oscar Romero und der Heiligen Isabell von Russland in bester Gesellschaft sein. Die insgesamt zehn Figuren sollen alle Gebiete in der Welt repräsentieren , wo in diesem Jahrhundert Menschen wegen ihrer christlichen Überzeugung unterdrückt und verfolgt wurden.

Nordirland

Die Spannung in der Unruheprovinz ist weiterhin hoch. Bei einem Angriff von Protestanten wurden 5 Polizisten schwer verletzt, die den Zugang zu der von Katholiken bewohnten Garvaghy Road Drumcree versperrten. Der anglikanische Primas von Irland , Erzbischof Robin Eames, hat beide Konfliktparteien zur Einsicht aufgerufen. Eames verurteilte auf Schärfste sowohl die Übergriffe von " sogenannten Loyalisten " als auch die Einschüchterung von Protestanten.

Italien

Um die Ausbildung des Ordensnachwuchses geht es auf dem aussergewöhnlichen Generalkapitel der Franziskaner-Minoriten, das am 10. Juli beginnt. Drei Wochen lang berät das Gremium in Ariccia bei Rom über die Ausbildung zum Dienst Gottes , zum brüderlichen Leben und für die Mission. Der Orden verspricht sich von der Zusammenkunft einen neuen Impuls.

Italien

Die Fresken in der oberen Franziskus-Basilika in Assisi werden in Heiligen Jahr 2000 noch nicht wieder vollständig restauriert werden. Der verantwortliche Restaurator sagte gegenüber einer italienischen Tageszeitung, man könne von Glück reden, dass die Basilika überhaupt noch stehe. Erdbeben hatten die Fresken im vergangenen Herbst zum Teil zerstört.

Griechenland

Eine Untersuchung der Finanzen der griechisch-orthodoxen Kirche hat einen landesweiten Skandal aufgedeckt. Ein Jahr lang war eine Kommission den Geldkanälen der Kirche auf den Grund gegangen . Das Ergebnis ist ein 450 Seiten starker Bericht, der Vergehen wie Misswirtschaft und Diebstähle detalliert auflistet.

Rumänien

Die orthodoxe Kirche des Landes wirft den mit Rom verbundenen Ostskirchen vor, sich einer Normalisierung der Beziehungen zu Rom zu wiedersetzen. Sie verhinderten so einen eventuellen Papstbesuch. Agenturmeldungen zufolge hat sich die orthodoxe Kirche positiv über einen eventuellen Besuch des Papstes geäussert. Premierminister, Radu Vasile, hatte Papst Johannes Paul II. bereits vorige Woche , während einer Audienz im Vatikan, offiziell eingeladen.

A S I E N

Am 9. Juli hat das staatliche Radio Kabul das Verbot eingeschärft, vom Islam abzufallen und zu einer anderen Religion überzutreten. Zuwiderhandlungen würden nach islamischem Gesetz bestraft. Wer Kenntnis von Konversionen habe, müsse sie anzeigen. Beobachter vermuten , dass es tatsächtlich immer wieder Religionsübertritte oder Versuche dazu gibt.

A F R I K A

Sudan

Der sudanesische Bischof Max Gassis hat jetzt im Exil gegenüber dem vatikanischen Fidesdienst erklärt, dass in dem Land, allein in diesem Jahr, rund 3000 Kinder als Sklaven verkauft wurden. Mitunter sei es möglich sie freizukaufen. Anderen gelinge es zu fliehen und sich in den Südsudan durchzuschlagen. Viele Mädchen kämen dort schwanger und völlig erschöpft an.

Ruanda

In Kigali sind drei katholische Ordensfrauen entführt worden. Die Ordensschwestern aus Ruanda und Kanada arbeiteten in einer Gesundheitsstation im Norden der Stadt. Bereits im März waren zwei spanische Ordensschwestern entführt und nach sechs Tagen wieder unverletzt freigelassen worden.

A M E R I K A

Mexiko

Beim gesamtamerikanischen Priestertreffen in Guadalupe hat der Präfekt der vatikanischen Kleruskongregation , Kardinal Castrillon Hoyos, die Priester davor gewarnt , sich politisch zu betätigen. Auch wenn man den guten Willen von Geistlichen nicht in Frage stelle, die in die Politik eingriffen, so sei die Vermischung von Verkündigung und Politik doch sehr gefährlich. Beobachter vermuten, der Kardinal habe sich damit auf die Vermittlungstätigkeit von Erzbischof Samuel Ruiz bezogen. Dieser hatte jahrelang versucht , zwischen den Chiapas-Rebellen umd der mexikanischen Regierung zu vermitteln.

Mexiko

Bischofskonferenz und Regierung wollen gemeinsam beantragen, dass die Untersuchungen über den Mord an Kardinal Posadas O`Campo wieder aufgenommen werden. Die Gerichte hatten bisher die Meinung vertreten, der Kardinal sei das zufällige Opfer einer Schiesserei zwischen verfeindeten Drogenhändlern gewesen. Die Mehrheit der mexikanischen Bischöfe ist davon überzeugt, dass Kardinal O`Campo das eigentliche Ziel der Mörder beim Attentat auf dem Flughafen von Guadalajara war.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag: Mystische Erfahrung und soziales Engagement " von Henri Boulad und den Kommentar der Woche von Barbara Gerl-Falkowitz

Sonntag: Aktenzeichen " Elsa Brandström - Der Engel von Sibirien"

Montag: Weltkirchen-Magazin

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6. 20 , 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 Khz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 Khz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger vom DSF um 16.15 Uhr und 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kan angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 021 02/2 30 31, Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe: Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan -Nachrichten:

Mittwoch, 16. Juli 1998

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