Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten vom Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch , 1. Juli 1998 bis Samstag , 4. Juli 1998.

V A T I K A N

Vom 1. bis 4.Juli hat im Vatikan ein internationaler Kongress über "Menschenrechte und Pastoral" stattgefunden. An ihm nahmen Fachleute aus aller Welt, sowie Delegationen aller Bischofs-konferenzen teil. In seiner Ansprache vor den Kongressteilnehmern betonte der Paspt vor allem das Recht auf Arbeit, die Pflicht der Staaten sich um ihre Bürger zu kümmern und die Religionsfreiheit. Der Kongress dient der Vorbereitung auf den 5o.Jahrestag der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte.

Am 1. Juli wurde das Thema des nächsten Weltfriedenstages bekanntgegeben. Es lautet : In der Achtung vor den Menschenrechten liegt das Geheimnis des wahren Friedens.

Der päpstliche Nuntius in Deutschland, Erzbischof Giovanni Lajolo, hat am 4.Juli in Bonn erklärt, der Vatikan werde die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung auf jeden Fall unterzeichnen. Auch der luthersiche Weltbund habe Kritik an dem Dokument geäußert. Beide Seiten seien sich darüber im Klaren, daß es weiterhin Glaubensfragen gebe, in denen man sich nicht einig sei.

Papst Johannes Paul II. hat am 3. Juli erklärt, dass der ehemalige Bischof von Zagreb , Kardinal Alois Stepinac , ein Märtyrer ist. Er war vom kommunistischen Tito-Regime 1946 wegen Kollaboration mit den Nationalsozialisten zu Zwangsarbeit verurteilt worden, später konfiniert und wahrscheinlich vergiftet worden. Er starb 1960. Der Papst wird ihn voraussichtlich während seiner Kroatienreise im Oktober seligsprechen.

Die Priesterweihen haben in den Jahren von 1978 bis 1996 in Afrika, Lateinamerika und Südost-Asien zu - und in Nordamerika und Europa abgenommen. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Neuausgabe des Statistischen Jahrbuchs des Vatikans hervor.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

In Osnabrück fand an diesem Wochenende ein ökumenischer Kirchentag zur Erinnerung an das Ende des Dreißigjährigen Krieges vor 350 Jahren statt. Er wurde von 11 Kirchen veranstaltet.

Der Organisator wies darauf hin, daß es zwar traurig sei, nicht miteinander zum Abendmahl gehen zu dürfen. Es gebe aber so vieles, was die Kirchen verbinde, daß man dies erst einmal wahrnehmen und feiern wolle. Unter anderem wurde auch darauf hingewiesen, daß man die orthodoxen Christen nicht vergessen dürfe.

Deutschland

Die Eröffnung der Fastenaktion " Misereor " findet am 20. und 21. Februar 1999 in Osnabrück statt. Die Aktion steht im kommenden Jahr unter dem Motto " Ich will Kind sein. Zukunft für Kinder weltweit."

Deutschland

Der weltweit bekannte katholische Moraltheologe, Bernhard Häring , ist am 3. Juli im Alter von 85 Jahren in Haag gestorben. Der Redemptoristenpater , der 30 Jahre als Professor in Rom lehrte und dabei rund 3.000 Theologen ausbildete, lebte zuletzt im Kloster Gars am Inn. Häring war seit Jahren an Krebs erkrankt.

Deutschland

Europa ist nach Ansicht des Rottenburger Bischofs Walter Kasper nicht nur eine wirtschaftliche Grösse, sondern auch eine vom christlichen Menschenbild geprägte Wertegemeinschaft. Kasper äusserte sich bei einem Treffen der deutsch-polnischen Bischofskommission in Warschau. In den deutsch-polnischen Beziehungen gebe es zar noch Vorurteile, doch durch die junge Generation würden in der nächsten Zeit viele frühere Unterschiede an Bedeutung verlieren.

Deutschland

In Bayern soll der schulische Religionsunterricht gestärkt werden. Die Bischofskonferenz, die bayerischen Bistümer und der Katechetenverband werden ein Religionsunterrichtmobil durch Bayern rollen lassen. Dies soll in verschiedenen Städten als Informations-und Aufklärungszentrum für Religionsunterricht dienen. http://ourworld.compuserve.com/homepages/vkrg/rumobil.htm

österreich

An der Spitze der Bischofskonferenz hat es einen Wechsel gegeben. An die Stelle von Bischof Weber ist am 30. Juni der Wiener Erzbischof , Kardinal Christoph Schönborn, gewählt worden. Bischof Weber aus Graz hatte vorher seinen Rücktritt erklärt.

österreich

Der Alpenstaat soll im Rahmen seiner EU-Präsidentschaft einen zentralen Beitrag zur Integration der östlichen Staaten leisten. Darauf hoffen die Bischöfe des Landes in einer Erklärung, in der es nicht nur um ihr Land und Europa, sondern auch um die Rolle der Kirche dabei geht.

E U R O P A

Grossbritannien

Bei einem Vortag über das Jubiläumsjahr 2000 hat der Londoner Kardinal Basil Hume daran erinnert, dass in dem Land seit der Freigabe der Abtreibung etwa 5 Millionen ungeborene Menschen umgebracht worden sind. Als weiteres Übel des Jahrhunderts nannte er die Opfer von Hitler und Stalin, die Bürgerkriegstoten in Ruanda und die 840 Millionen Menschen, die auf der Erde in ARmut leben müssen.

Nordirland

In der Nacht vom 3. auf 4.Juli haben vermutlich katholische Fanatiter Brandanschläge auf zwei protestantische Kirchen verübt. Nach Polizeiangaben waren es vermutlich Racheakte für die Attentage gegen 9 katholische Kirchen wenige Stunden vorher.

Premierminister Tony Blair begab sich nach Ulster, um zur Entspannung beizutragen. Am 5.Juli wollen die Mitglieder des Orange-Ordens entgegen dem Polizeiverbot ihren traditionellen Marsch durch katholische Gebiete durchführen. Nur wenige Stunden nach eröffnung des neuen Parlaments in der Krisemregion zeigen die Gegener des Friedenprozesses, wo es ihrer Ansicht nach langgehen soll.

Schweden

Ein Mitglied der Scientology- Sekte muss umgerechnet rund 10.000 DM Strafe zahlen, weil er ein geheimes Dokument der Gruppe veröffentlicht hat. Er habe damit die Autorenrechte verletzt, hiess es in der Urteilsbegründung. Scientology verkauft die Schrift ihren Mitgliedern sehr teuer. De veurteilte Zenon Panoussis hatte sie nicht nur dem Parlamet und dem obersten Gericht zugänglich gemacht, sondern auch ins Internet eingegeben.

Tschechische Republik

Der Bischof von Olmütz, Jan Graubner, hat jetzt eine Kommission eingesetzt, die sich mit den Vorwürfen auseinandersetzt, die Kirche habe in früheren Jahrhunderten Gegner gefoltert. Die Kirche will sich entsprechenden den Wünschen des Paptes mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

 

A S I E N

Vietnam

Das Auusenministerium in Hanoi hat am 2. Juli betont, dass die derzeitige Regierung die Releigionsfreiheit respektiert. Ein Beweis dafür sei die ständige Zunahme der Christen in dem Land. Mit dieser Stellungnahme reagierte das Aussenministerium auf eine Erklärung des Erzbischofs von Hanoi. Er hatte bei seinem jüngsten Rombesuch für Vietnam eine vollkommene Religionsfreiheit gefordert.

Israel

Der lateinische Patriarch von Jerusalem , Michel Sabbah , hat von den Behörden die Genehmigung gefordert, einen katholischen Radiosender zu eröffnen. Die israelische Regierung ist momentan dabei, ihre Haltung gegenüber solchen Forderungen , nach einer Lizenzerteilung für Radiostationen zu überdenken.

Indien

Die katholische Kirche auf dem Subkontinent muß sich jetzt mit dem Vorwurf auseinandersetzen, sie sei keine religiöse Gemeinschaft, weil in ihrem Gottesdienst Wein getrunken werde.

Im Parlament liegt ein entsprechender Vorwurf vor. Der neue Regierungschef hat sich bereits zugunsten der Kirche ausgesprochen.

 

A F R I K A

Sudan

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sollen etwa 3.000 Kinder und Jugendliche in dem Land zu Sklaven gemacht worden sein. Das erklärte der sudanesische Bischof Max Gassis gegenüner der vatikanischen Nachrichtenagetur Fides. Ausser den islamischen Milizionären seien auch bestimmte Araber-und Nomdenstämme für den Sklavenhandel verantwortlich.

A M E R I K A

Guatemala

Die Regierung des Landes hat Bischof Juan Jose Gerardi ermorden lassen. Das steht nach Mitteilung der US-amerikanischen katholischen Nachrichtenagentur jetzt zweifelsfrei fest. Sie habe einer Todesschwadron der Armee den Auftrag gegeben, den Menschenrechtsbischof zu beseitigen. Bischof Gerardi war zwei Tage nach Vorlegung eines umfassenden Berichtes über Menschenrechtsverletzungen am 26. April in seiner Garage erschlagen worden.

Kuba

Präsident Fidel Castro hat anlässlich des Festes Peter und Paul, am 29. Juni, dem Erzbischof von Havanna sowie dem päpstlichen Nuntius einen Besuch abgestattet. Vom Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Beobachter weisen darauf hin, dass der Papstbesuch einen grossen Fortschritt für das Leben in der Kirche und in ihrer Beziehung zum Staat gebracht hat.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag: " Mystische Erfahrung und soziales Engagement " von Henri Boulad und Rosenkranzgebet mit den Heiligen Vater

Sonntag: " Sie schreiben- wir antworten "

Montag: " Weltkirchen-Magazin "

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr auf Mittelwelle 1530 Khz

und auf den Kurzwellen-Frequenzen : 5880, 7250, 9654, Khz

Über Radio Campanile: Im Kabel und auf Tonunterträger vom DSF um 16.15 Uhr und 19.10 Uhr

Vier-Montsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 021 02/ 2 30 31, Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe: Eva Rohrmann

Tel.: 00396 6988 4101. Fax: 00396 6988 3844

Post: Radio Vatikan-sezione tedesca, I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail: DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: Mittwoch, 08 Juli 1998

Radio Vatikan Archiv

Leitseite www.kath.de