Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 24. Juni 1998 bis Freitag, 26. Juni 1998.

 

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 25. Juni den Erzbischof von Sao Salvador de Bahia, den brasilianischen Kardinal Lucas Moreira Neves, zum Präfekten der Bischofskongregation und zum Präsidenten der päpstlichen Kommission für Lateinamerika ernannt. Der 72-Jährige folgt in dieser Position dem 76-jährigen Kardinal Bernardin Gantin.

Der bisherige Präsident des päpstlichen Friedensrates "Justitia et Pax", Kardinal Roger Etchegaray, ist - wie im Kirchenrecht vorgeschrieben - 75-jährig von seinem Amt zurückgetreten. Etchegaray stand dem Rat vierzehn Jahre vor. Sein Nachfolger wird der bisherige Vize-Präsident, Ngyen Thuan. Bekannt wurde Kardinal Etchegaray vor allem durch seine zahlreichen pastoralen Reisen im Auftrag Papst Johannes Pauls II. Erst vor kurzem verhandelte er im Irak mit Saddam Hussein über eine Reise des Papstes in dessen Land. Der gebürtige Baske, der zeitweilig auch dem päpstlichen Rat "Cor unum" vorstand, wurde zum Abschied noch durch die Ernennung zum Kardinalbischof geehrt. Zudem wies man ihm die Titelkirche zu, die bis vor kurzem der verstorbene, ehemalige Kardinalstaatssekretär, Agostino Casaroli, hatte.

Der Präsident des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Kurienkardinal Edward Cassidy, hat der öffentlichkeit am 25. Juni die Antwort des Vatikan auf die von Katholischer Kirche und lutherischem Weltbund gemeinsam verfaßte Erklärung zur Rechtfertigunglehre vorgestellt. Die Erklärung zeige, daß das gegenseitige Verständnis gewachsen sei und es zahlreiche Übereinstimmungen zwischen den Konfessionen gebe, so Cassidy. Mit dem Übereinkommen werden die meisten der Verurteilungen, die die beiden Glaubensrichtungen seit ihrer Spaltung gegeneinander ausgesprochen haben, aufgehoben. Doch trotz des Lobes weist Cassidy auf einige Punkte hin, die nach katholischem Verständnis noch weiterer Klärung bedürfen. Der Kardinal unterstrich, daß zum Beispiel die Frage über das Sündersein des Menschen noch weiter diskutiert werden müsse. Dennoch sei ein hoher Grad der Übereinstimmung erreicht und es bedürfe höchstens noch in einigen Fragen Akzentuierungen, so Kardinal Cassidy. Im Herbst soll die gemeinsame Erklärung formell von der katholischen Seite unterzeichnet werden.

Die neuen Rekruten der Schweizer Garde werden am 28. Juni im Ehrenhof des Gardequartiers den Diensteid auf den Papst ablegen. An der Feier werden nur die engsten Angehörigen der neuen Gardisten teilnehmen. Die traditionell am 6. Mai stattfindende Vereidigung war aufgrund der Ermordung des Kommandanten Alois Estermann am 4. Mai verschoben worden. Der neue Kommandant der päpstlichen Leibgarde, Pius Segmüller, wird am 6. Juli im Vatikan erwartet.

E u r o p a

Frankreich

Der jüngste Jahresbericht der internationalen Menschenrechtsorganisation "Prison Watch" hat die unmenschlichen Zustände vor allem in den Gefängnissen afrikanischer Länder angeprangert. In den Gefängnissen von Burundi, Ruanda oder des Tschad werde regelmäßig gefoltert, heißt es in dem Bericht. Das gleiche gelte auch für einige lateinamerikanische Länder. Im Iran hingegen seien inhaftierte Frauen und Minderjährige oft Vergewaltigungen ausgesetzt.

Rumänien

Vertreter der griechisch-orthodoxen und der katholischen Kirche haben sich darauf verständigt, über die Rückgabe von Kirchengütern zu diskutieren, die unter kommunistischer Herrschaft beschlagnahmt wurden. Erster Schritt war die Bildung einer Kommission, die im September das erste Mal zusammnetreten wird, um über den Streitpunkt, die 2000 katholischen Gotteshäuser, zu sprechen. Der Streit zwischen den Kirchen schwelt, seit die katholische Kirche nach dem Fall des Kommunismus 1989 wieder legalisiert worden war. Im Land gibt es etwa 300.000 Katholiken des griechischen Ritus; mehr als achtzig Prozent der Bevölkerung sind griechisch-orthodox. Wie Vertreter der Kirchen am 23. Juni in Bukarest erklärtem, könnte eine Einigung in der Kirchenfrage auch einen Besuch des Papstes möglich machen. Bislang schien dies aufgrund der Unstimmigkeiten unmöglich zu sein.

 

A F R I K A

Guinea-Bissau

Der Bischof von Bissau hat sich am 24. Juni positiv über ein Treffen mit Vertretern der Militärregierung geäußert. Der Kirchenvertreter hofft, daß es zu einer schrittweisen Lösung der Auseinandersetzungen kommen wird. Es sei allerding für die Regierung schwer, die von den Militärs gestellten Bedingungen für eine Beilegung des Konfliktes zu akzeptieren, so der Bischof. Die Kirchendelegation will die Gespräche mit den Militärs am 26. Juni weiterführen.

Elfenbeinküste

Die katholischen Bischöfe des westafrikanischen Landes haben in einem Friedensappell vor Spannungen gewarnt, die zu einem Bürgerkrieg führen könnten. Die für das Jahr 2000 geplanten Wahlen hätten bereits ein Klima des politischen Druckes geschaffen, so die Bischöfe. Das Land gehöre denen, die Frieden und Gerechtigkeit aufbauen wollten.

Ruanda

Die Regierung in Kigali hat die Menschenrechtsorganiation "Amnesty International" angeklagt, auf der Seite der Rebellen zu stehen. Das Außenministerium erklärt in einem Komuniqué, Amnesty International halte an seiner regierungsfeindlichen Position fest, anstatt diejenigen zu veurteilen, die für den Völkermord verantwortlich seien. Die Menschenrechtsorganisation hatte wegen zahlreicher Morde und wegen des Verschwindens von Zivilisten einen Stopp von Waffenverkäufen an das zentralafrikanische Land gefordert.

Tansania

Die Bischofskonferenz des ostafrikanischen Landes hat die Sturkturen ihrer Caritas-Arbeit deutlich verstärkt. Im Rahmen einer Sitzung der BIschöfe wurde unterstrichen, daß die katholische Hilfsorganisation als Zeichen christlicher Liebe und Solidarität auftreten solle. Die Bischöfe dankten dem Papst schriftlich für die Berufung des Erzbischofs von Dares-Salam ins Kardinalskollegium

 

A S I E N

Ost-Timor

Der indonesische Präsident, Yussuf Habibie, hat in einem Gespräch am 24. Juni mit dem Bischof von Dili, Carlos Belo, versichert, er werde Truppen von der Halbinsel abziehen und weitere Häftlinge freilassen. Der Bischof zeigte sich nach der Unterredung zuversichtlich, daß sich die Lage auf Ost-Timor langsam verbessern werde. Über die Autonomie wurde jedoch nicht gesprochen.

Indonesien

Mehrere katholische Entwicklungshilfeorganisationen haben UNO-Generalsekretär Kofi Annan aufgefordert, so bald wie möglich Vertreter nach Ost-TImor zu entsenden, um jene zu schützen, die ein Referendum über die frühere potugiesische Kolonie fordern. Der Besuch würde den Bewohnern signalisieren, daß ihre Anliegen international Beachtung finden. Der Aufruf erfolgte am 25. Juni und damit einen Tag nachdem Staatspräsident Habibie einen teilweisen Truppenabzug aus Ost-Timor angekündigt hatte. In einer Verlautbarung vom 25. Juni versicherte Habibie, sein Land respektiere alle internationalen Normen über die Wahrung der Menschenrechte und erklärte gleichzeitig den 25. Juni zum "Tag der Menschenrechte".

 

A M E R I K A

Vereinigte Staaten

DIe US-Bischofskonferenz hat erneut deutlich gemacht, daß die persönliche Umkehr zu Gott die beste Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2000 ist. Die Bischöfe wollen daher unter anderem Beichtzentren einrichten und Schriften veröffentlichen, in denen das Bußsakrament erklärt und zu seinem Empfang angeregt wird.

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm
Freitag:
Prisma-Magazin
Samstag: Wochenkommentag von Dr. Erhard Busek und "Mystische Erfahrung und soziales Engagement" von Henri Boulad SJ
Sonntag: Sie schreiben - wir antworten
Montag: Weltkirchen-Magazin
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: Dienstag, 30. Juni 1998

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