Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 17. Juni 1998 bis Freitag, 19. Juni 1998.

 

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat bei der Generalaudienz am 17. Juni erklärt, er wolle mit seinem Besuch in österreich vom 19. bis 21. Juni zur Einheit der Kirche des Landes beitragen und Schwierig-keiten der letzten Jahre überwinden helfen. Die vergangenen Jahre seien für die Kirche österreichs eine "Zeit großer Leiden" gewesen, so der Papst bei seiner Ansprache gegenüber den Pilgern deutscher Sprache. Die am 21. Juni in Wien vorgesehenen Seligsprechungen von drei beispielhaften Christen bezeichnete der Papst als "Zeichen der Lebendigkeit der Kirche in österreich".

Papst Johannes Paul II. hat sich mit einem Appell an die in Konflikt geratenen Parteien in Guinea-Bissau gewandt und sie gebeten, den Gewalttaten ein Ende zu setzen. Er rief zum Gebet für die Menschen des westafrikanischen Landes auf. An die internationale Gemeinschaft richtete er die dringende Bitte, sich mit Hilfe gewaltloser Mittel weiterhin für den Frieden und die Wiederversöhnung in Guinea-Bissau einzusetzen.

Papst Johannes Paul II. hat den südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela am 18. Juni in Audienz empfangen. Bei dem 25-minütigen Gespräch dankte Mandela dem Papst ausdrücklich für die materielle und spirituelle Hilfe des Heiligen Stuhls und der katholischen Kirche, vor allem während der schwierigen Augen-blicke in der Vergangenheit. Der Kirche komme eine bedeutende Rolle in seinem Land zu. Sie habe gegen das Apartheids-Regime Widerstand geleistet, indem sie sich für die Schulbildung der Menschen eingesetzt habe, so der Präsident. Am 17. Juni hatte Mandela bei einer Pressekonferenz die Industrie-länder dazu aufgerufen, Afrika dabei zu helfen, aus der Unterentwicklung auszubrechen und Verantwortung im Kampf gegen Armut und Hunger zu übernehmen. Dem Land würde der Zugang zum europäischen Markt sehr helfen, betonte Mandela.

Die Haushaltsbilanz des Vatikan hat für das Jahr 1997 mit einem Überschuß abgeschlossen. Nach Angaben des zuständigen Kardinalsrates vom 18. Juni standen Ausgaben von umgerechnet rund 344 Millionen Mark Einnahmen von etwa 362 Millionen Mark gegenüber. Der im Vergleich zu 1996 angestiegene Etat des Heiligen Stuhls habe durch höhere Beiträge der Diözesen in aller Welt und von Ordensgemeinschaften gedeckt werden können. Der erwirtschaftete Überschuß soll für den Bau einer vatikanischen Tiefgarage und für die Modernisierung der vatikanischen Museen eingesetzt werden.

 

 

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

österreich

Der leitende Bischof der Evangelischen Kirche in österreich, Herwig Sturm, hat sich kritisch zum Papstbesuch in seinem Land geäußert. Man frage sich, ob der Papst komme, um neue Verbindungskanäle zu öffnen und ob es ihm gelingen werden,das fehlende Interesse für die Kirche wiederzuerwecken. In dem Zeitungsinterview würdigte Sturm allerdings auch die Bemühungen Papst Johannes Pauls II. um Frieden und Gerechtigkeit.

österreich

Papst Johannes Paul II. hat am 19. Juni seinen dritten Besuch in österreich begonnen. Erstes Ziel seiner Visite war Salzburg. Am Flughafen wurde er von Bundespräsident Thomas Klestil, den österreichischen Bischöfen, Diplomaten und Jugendlichen empfangen. In einer kurzen Ansprache erinnerte der Bundespräsident daran, daß das Erzbistum Salzburg dieses Jahr 1200 Jahre alt wird und daß der erneute Besuch Papst Johannes Pauls ein Zeichen für seine spezielle Vorliebe für das Alpenland ist. Der Papst erklärte in seiner Ansprache, es gehe ihm um die Seele Europas, dessen Herz österreich sei. Wer Europa bauen wolle, brauche dazu den richtigen Geist, entsprechend lautet da Motto der Reise: Komm, Schöpfer Geist. Vom Flughafen aus fuhr Papst Johannes Paul II. ins Zentrum , zusammen mit seinem Gastgeber in Salzburg, dem dortigen Erzbischof, Georg Eder. Nach einem kurzen Gebet in der Erzabtei St. Peter zelebrierte der Papst die Messe in der Kathedrale von Salzburg. In seiner Predigt würdigte der Papst zunächst die Rolle der Diözese Salzburg in der Geschichte. Mit erstaunlicher Offenheit sprach er dann das Problem der Kirchenaustritte an und lobte anschließend das Engagement der Laien. Vor allem an die Jugendlichen wandte sich Johannes Paul II. mit der Bitte, "dem alten Europa wieder ein christliches Gesicht zu geben". Am 20. Juni wird der Papst St. Pölten und am 21. Juni Wien besuchen, wo er drei Seligsprechungen vornehmen wird. www.papstbesuch.at

 

E U R O P A

Rumänien

Premierminister Radu Vasile hat am 18. Juni in Bukarest angekündigt, er werde die Rückgabe von ehemals jüdischem Besitz beschleunigen. Eine Kommission aus Regierungsvertretern und der "World Jewish Restitution Organization" prüft derzeit die Besitzansprüche von Juden, die während der NS-Zeit in Konzentrationslager deportiert wurden oder auswanderten. Vasile erklärte, dem Parlament werde in kürze ein Gesetzentwurf zur Rückgabe konfiszierter Güter vorgelegt werden.

Ukraine

Die Bischöfe der mit Rom unierten und der orthodoxen Kirche der Ukraine werden sich auf Initiative der Stiftung "Pro Oriente" vom 1. bis 3. Juli in Wien treffen. Die Begegnung soll helfen, die Spannungen zu überwinden, die zwischen den beiden Kirchen bestehen. Die orthodoxe Kirche hat der unierten Kirche, die den Papst als Kirchenoberhaupt anerkennt, Proselytismus vorgeworfen.

 

A F R I K A

Der Erzbischof von Lagos hat am 16. Juni die Militärregierung des Landes aufgefordert, den 1993 demokratisch gewählten Präsidenten Moschuud Abiola aus der Haft zu entlassen. Bei einer Pressekonferenz rief er das Regime dazu auf, das demokratische Übergangsprogramm fortzuführen. Der Erzbischof begrüßte den Beschluß des neuen Militärmachthabers, Abdulsalam Abubakar, politische Häftlinge freizulassen.

 

A S I E N

Indien

Die indischen Bischöfe haben in einem Schreiben zum weltweiten Abbau der Waffenarsenale aufgerufen. Die Bischöfe betonen, daß Abrüstung die einzig realistische Form der nationalen Verteidigung sei. Da es aber auf dem Subkontinent bereits atomare Waffen gebe, müsse zunächst das Vertrauen zwischen den Staaten der Region wieder hergestellt werden, so die Bischöfe. Auf diplomatischem Wege und durch politische Diskussionen müsse der Respekt wieder hergestellt werden. Es gehe nicht an, daß die vorhandenen Mittel für die Zerstörung ausgegeben würden; sie müßten vielmehr in Maßnahmen für das Wohl der Bevölkerung fließen, so die einhellige Meinung der Würdenträger

Nordkorea

Der dritte Bsuch einer Vatikandelegation in Nordkorea ist am 18. Juni zuende gegangen. Zweck der Reise war die Übergabe einer Geldspende des Papstes für die Überschwemmungsopfer. Außerdem nahmen die Delegationsmitlgieder während ihres Aufenthaltes, zusammen mit etwa 100 Gläubigen, an einem Fronleichnamsgottes-dienst in Pyongyang teil.

 

V E R E I N T E N A T I O N E N

Der us-amerikanische Botschafter bei der UNO hat strikte Beschränkungen für den geplanten internationalen Strafgerichtshof gefordert. Der Sicherheitsrat oder ein Unterzeichnerstaat sollte demnach ein Verfahren in Gang setzen können, aber keinesfalls ein Angehöriger des Gerichtes selbst.

Auf einer in New York zuende gegangenen Konferenz der Vereinten Nationen trafen sich Vertreter aus 158 Ländern, um über das Problem Drogenhandel und -mißbrauch zu beraten. Der Vertreter des Heiligen Stuhl, Erzbischof Javier Lozano, erklärte, es gebe einen breiten Konsens darüber, daß dieses Probelm bekämpft werden müsse. Das einzige land, daß eine Liberalisierung des Drogen-marktes und eine Freigabe bestimmter Drogen anstrebe, seien die Niederlande. Man habe sich jetzt darauf geeinigt, bis zum Jahr 2003 die Produktion synthetischer Drogen und bis zum Jahr 2008 die Herstellung natürlicher Drogen, wie Cannabis oder Kokain, zu verringern, so der Erzbischof.

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Freitag: Papstbesuch in österreich

Samstag: Papstbesuch in österreich

Sonntag: Seligsprechungen in österreich

Montag: Weltkirchen-Magazin

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: Dienstag, 23. Juni 1998

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