Radio Vatikan Archiv

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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von

Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 16. Mai 1998 bis Dienstag, 19. Mai 1998.

 

V A T I K A N

Die Vatikanvertretungen in Malta und Jerusalem werden neu besetzt. Nach Jerusalem wird Piero Sambia entsandt. Er wird dort eine Doppelfunktion ausüben, da er sowohl apostolischer Delegat für Jerusalem und die palästinensischen Gebiete als auch Nuntius für Israel ist. In Malta wird zukünftig der bisherige Berater des Vatikans in Fragen des Nahen Ostens, Luigi Gatti, tätig sein.

Papst Johannes Paul II. hat anläßlich einer Audienz für die Spitze des italienischen Automobilclubs die Autofahrer zu mehr Fairneß aufgerufen. Der Papst bedauerte die hohe Zahl der Unfalltoten und mahnte die Autofahrer an, sich den guten Samariter als Vorbild zu nehmen. Er appellierte vor allem an die jungen Verkehrsteilnehmer, sich an Regeln und Sicherheitsbestim-mungen zu halten, damit das Auto kein Instrument des Todes wird.

Papst Johannes Paul II. hat beim Angelusgebet am 17. Mai den dringenden Wunsch ausgesprochen, daß die Konflikte in Indonesien friedlich beendet werden. Das Land brauche internationale Solidarität. Zudem sei es nötig, daß Personen und Gesetze respektiert werden. Ferner erinnerte der Papst an die letzte Woche zuende gegangene Asien-Synode, die als Gemeinschaftsereig-nis die ganze Kirche betreffe. Nach dem Segen begrüßte er die Teilnehmer an dem "Marsch gegen Kinderarbeit" und sprach die Hoffnung aus, daß dieses Übel in aller Welt ausgerottet werden möge.

Papst Johannes Paul II. hat am 16. Mai Politiker aus Brasilien in Audienz empfangen und sie zur Respektierung der Menschenrechte aufgerufen. Der Papst erinnerte die Gäste an ihre Verantwortung den Millionen Armen gegenüber. Der Staat brauche dringend moralische Werte, Transparenz in der öffentlichen Verwaltung, Unparteilichkeit und Respekt vor den Rechten des politischen Gegners.

Der Vatikansprecher, Joaquin Navarro Valls, hat Stellung zu den Vorwürfen genommen, die Kirche trage Mitschuld an den Massakern in Ruanda von 1993. Der Vatikan habe dazu nichts zu sagen, so der Sprecher. Bereits vor zwei Jahren habe Papst Johannes Paul II. in einem Schreiben an den Vorsitzenden der ruandischen Bischofs-konferenz erklärt, die Kirche als solche könne nicht für die Taten verantwortlich gemacht werden. Die wirklich Verantwortlichen müßten selbst Rechenschaft ablegen.

Papst Johannes Paul II. hat am 18. Mai, seinem 78. Geburtstag, die große Bedeutung der Laien hinsichtlich der Evangelisierung im dritten Jahrtausend hervorgehoben. Ihr Engagement sei unbedingt notwendig, betonte der Papst.

Der namhafte Kirchenhistoriker Pierre Blet hat sich für eine baldige Seligsprechung Papst Pius XII. ausgesprochen. Blet betonte gegenüber der Monatszeitschrift "Trenta Giorni", der Prozeß gehe aus diplomatischen Gründen nur sehr langsam voran.

Papst Johannes Paul II. hat am 19. Mai den kanadischen Premier Jean Chretien und den irakischen Vizepräsidenten Tarek Aziz in Audienz empfangen. Aziz hat den Papst gebeten, sich weiterhin für eine Aufhebung des Wirtschaftsembargos gegen sein Land einzusetzen. Tausende von Kindern würden monatlich an den Folgen der Blockade sterben. Des weiteren wurde über den Frieden im Nahen Osten und die Situation in Kuba gesprochen.

 

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Schweiz

Der Anfang Mai ermordete Kommandant der Schweizer Garde, Alois Estermann, ist am 15. Mai in seinem Heimatort beigesetzt worden.

Der Bischof von Basel hielt im Beisein des alten und vorläufig neuen Kommandanten, Roland Buchs, und 400 ehemaliger Schweizer Gardisten die Predigt.

 

E U R O P A

Großbritannien

Mögliche Entschuldungsstrategien für Entwicklungsländer, so lautete das Gesprächsthema der G8-Gipfel-Teilnehmer am 16. Mai in Birmingham. Am Rande des Treffens der großen Industrienationen organisierten rund 50.000 Personen Menschenketten und Protestmärsche unter dem Motto "Schuldenfrei ins Jahr 2000", um so ihre Solidarität mit den armen Ländern zu demonstrieren.

Frankreich

Der Bischof von Fulda, Johannes Dyba, hat am 16. Mai - in seiner Funktion als Militärbischof - der Bundeswehr den "Geist von Lourdes" gewünscht. Anläßlich der jährlich stattfindenden Soldatenwallfahrt meinte Dyba, es gebe wohl kaum eine bessere Kur als den Geist der Verständigung und Solidarität in Lourdes. Rund 17.000 Soldaten aus 33 Ländern nahmen an der internationalen Wallfahrt teil.

Griechenland

Die orthodoxe Kirche hat in einem Schreiben erklärt, sie werde aus Protest gegen die liberale Einstellung des Weltkirchenrates gegenüber Homosexuellen-Beziehungen dessen Zentralversammlung im Dezember teilweise boykottieren. Die orthodoxe Kirche werde an gemeinsamen Gottesdiensten und Feiern nicht teilnehmen, heißt

es in der Erklärung.

Rumänien

Präsident Emil Constantinescu hat die katholische Minderheits-kirche des Landes besucht und damit ein Zeichen gesetzt in den Auseinandersetzungen zwischen Orthodoxen und Katholiken. Constantinescu betonte, daß der äußere Friede wiederhergestellt sei und nun auch die Kirchen dazu beitragen sollten, sich durch innere Eintracht hervorzutun.

österreich

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, hofft, daß der Besuch des Papstes im Juni der Kirche des Landes einen Neuanfang ermöglicht. Die Visite Papst Johannes Pauls II. solle zu einem Fest werden, das der Kirche nach den vergangenen schmerzlichen Monaten gut tun werde, so der Erzbischof.

Norwegen

Sozialistische Führer aus aller Welt haben am 18./19. Mai über Friedensperspektiven für den Mittleren Osten, Nord-Irland und Bosnien beraten. Auch Arafat nahm am 18. Mai an den Gesprächen teil und bat die norwegische Regierung, am Friedensprozeß zwischen Israel und Palästina mitzuwirken.

Zypern

Die maronitische Kirche hat erstmals seit 150 Jahren einen verheirateten Mann zum Priester geweiht, um damit der Priester-knappheit entgegenzuwirken. Die katholische Kirche des orientalischen Ritus zählt insgesamt nur einen Erzbischof, fünf Priester, drei Mönche und etwa 6.000 Gläubige.

Irland

Katholische Delegierte aus dem angelsächsischen Sprachraum beraten derzeit über eine mögliche Hilfe für sexuell mißbrauchte Kinder. Ein Mitglied der irischen Bischofskonferenz betonte, man sehe sich vor allem Kindern gegenüber verpflichtet, die von Priestern mißbraucht worden seien.

Ungarn

Der deutsche Kurienkardinal, Joseph Ratzinger, wird am 21. Mai vom ungarischen Primas, Kardinal Laszlo Paskai, mit dem Stephanus-Preis für seine theologischen Verdienste ausgezeichnet. Anlaß hierfür sind die 150-Jahrfeiern des päpstlichen St. Stephanus-Verlags in Budapest.

A S I E N

Indonesien

Präsident Suharto hat angekündigt, die Regierung neu ordnen und Reformen einleiten zu wollen. Den Fernsehstationen wurde derweil untersagt, von den blutigen Auseinandersetzungen, bei denen mittlerweile mehr als 350 Personen ihr Leben ließen, zu berichten. Viele wünschen sich derzeit eine Ende des Suharto-Regimes. Nachrichtenagenturen berichten unterdessen, daß es den Katholiken am 17. Mai trotz der Auseinandersetzungen möglich gewesen sei, den Sonntagsgottesdienst in Jakarta mitzufeiern.

Jordanien

König Hussein hat am 16. Mai die jüngsten Aussagen des israe-lischen Premierministers, Benjamin Netanjahu, zum Friedensprozeß als "widersprüchlich und enttäuschend" bezeichnet. Palästinenser-

führer Jassir Arafat wird unterdessen zu Gesprächen mit König Hussein erwartet. Man will darüber beraten, wie Israel überzeugt werden kann, den amerikanischen Vermittlungsvorschlägen zu folgen, sich aus 13 Prozent des Westjordanlandes zurückzuziehen.

A F R I K A

Nigeria

Die Bischofskonferenz des Landes hat am 17. Mai in einer Erklärung auf die Gefahren beim Übergang zur Demokratie hingewiesen. Die Bischöfe verfolgen die politische Entwicklung im Land voller Sorge, auch wenn sie in ihrem Schreiben nicht direkt von der Möglichkeit sprechen, daß Präsident Sani Abacha die Macht behalten oder die Wahlen absagen könnte. Auch Papst Johannes Paul II. hatte auf seiner Nigeria-Reise vor einigen Wochen der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß das Land zur Demokratie findet.

Sudan

DIe Hungerkatastrophe im Süden des Landes ist vergleichbar mit derjenigen in Äthiopien in der Mitte der achtziger Jahre. Die Zahl der Todesfälle sei zwar geringer, so daß Mitglied einer Hilfsorganisation, aber das Elend genauso groß. Finanzielle Hilfe von außen werde dringend benötigt.

Nigeria

Fast alle christlichen Kirchen protestieren gegen die Kandidatur Sani Abachas bei den kommenden Präsidentschaftswahlen im August. Abacha versprach, zur Demokratie zurückkehren zu wollen und ließ aber alle zugelassenen Parteien erklären, daß er der einzige Kandidat sein soll. Vor allem die 40 Millionen Christen des Landes sind besorgt, da Abacha, der Muslim ist, die meisten politischen Gegner hat einsperren lassen. Die katholischen Bischöfe, die für 12 Millionen Katholiken sprechen, haben am 17. Mai wörtlich erklärt: "Wir müssen davon überzeugt sein, daß die DInge nicht gut vorangehen und daß sogar das Überleben unserer Nation auf dem Spiel steht. Die schlimmsten Ängste verwirklichen sich vor unseren Augen. Jetzt zu schweigen, wäre ein Fehler, für den man sich vor der Geschichte des Landes verantworten muß."

 

Südafrika

Der frühere anglikanische Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, wird am 20. Mai zum Ehrenbürger seiner Stadt ernannt. Aus diesem Anlaß wird auch eine Gedächtnistafel mit den Namen der Apartheid-Opfer enthüllt, als deren Anwalt Tutu gilt. Vor allem an seinen 1989 epochemachenden Friedensmarsch soll am 20. Mai erinnert werden

 

A M E R I K A

Kuba

Präsident Fidel Castro hat am 16. Mai vor der Weltgesundheitskon-ferenz erklärt, er lehne humanitäre Hilfen ab, solange das Wirt-schaftsembargo der USA gegen sein Land gelte. Castro reagierte damit auf einen Vorschlag des US-Senators Jesse Helms, der kirchliche Hilfsorganisationen mit dem Transport von Nahrungs-mitteln und Medikamenten im Wert von 100 Millionen US-Dollar

nach Kuba beauftragen wollte.

Mexiko

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Befürchtung ausgesprochen, der Menschenrechtler und Priester Camillo Daniel Perez könne ermordet werden. Der Vorsitzende der nicht-staatlichen Kommission für Solidarität und Menschenrechte werde bereits seit Jahren gezielt eingeschüchtert und erhalte Morddrohungen.

Guatemala

Auch nach mehr als drei Wochen sind die Ermittlungen im Mordfall Gerardi noch keinen Schritt vorwärts gekommen. Das kirchliche Menschenrechtsbüro bemängelt, daß Beweismaterial verfälscht wurde bzw. verschwunden ist und wirft der Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang Nachlässigkeit vor. Der Leiter des erzbischöflichen Menschenrechtsbüros, dem auch Gerardi angehörte, fordert auf-grunddessen, einen neuen Staatsanwalt mit dem Fall zu betrauen. Ein Großteil der Bevölkerung glaubt an einen politischen Mord und macht das Militär für den Mord verantwortlich. Unterdessen sieht ein Menschenrechtler und Amtskollege Gerardis, Bischof Alvaro Ramazzini, den Mord als Appell, auf dem Weg der Versöhnung weiterzugehen.

Brasilien

Die Landlosen-Bewegung hat Papst Johannes Paul II. in einem Schreiben um humanitäre Unterstützung gebeten. Wie die Bewegung mitteilte, leben zur Zeit über 57.000 Landlosen-Familien in menschenunwürdigen Lagern.

 

V E R E I N T E N A T I O N E N

Der Generaldirektor der Welthandesorganisation der UNO hat am 18. Mai in Genf erklärt, daß über die Erfolge im Welthandel nicht die Armut und Ungleicheit in der Welt vergessen werden dürften.

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Dienstag: Radio-Akademie: Christliche Wurzeln Europas?

Mittwoch: Römische Woche

Donnerstag: Kreuzfeuer

Freitag: Prisma-Magazin

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täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

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Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: Freitag, 22. Mai 1998

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