Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und -Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Samstag, 2.Mai bis Dienstag, 5.Mai 1998.

Vatikan

Der neu ernannte Oberst der Schweizer Garde, Alois Estermann ist zusammen mit seiner Ehefrau am 4.Mai abends von einem jungen Gardisten ermordet worden. Der 24-jährige Korporal war in die Wohnung seines Vorgesetzten eingedrungen und hat das Ehepaar mit seiner Dienstpistole erschossen. Als Motiv nannte ein Vatikansprecher Verletzung, weil er gerügt und nicht befördert worden war. Bei Redaktionsschluß waren die Autopsieergebnisse noch nicht bekannt. Der 43-jährige Estermann aus dem Kanton Luzern war erst am Vortag an die Spitze der Garde berufen worden, nachdem er fast 2o Jahre hier Dienst getan hatte. Der mit einer Venezolanerin verheiratete hatte den Papst auf über 30 Auslandsreisen begleitet und beim Attentat im Jahr 1981 auf dem Petersplatz unter Einsatz seines Lebens geschützt. Die Schweizer Garde hat etwa 1oo Mitglieder, von denen etwa 9o nur einen zweijährigen Dienst ableisten. Die Offiziere leben mit Familien im Vatikan. Estermann sprach mehrere Sprachen, war tief fromm und von absoluter Loyalität. Als Papst Johannes vom Tod Estermann erfuhr, zog er sich zu stillem Gebet für ihn und seine Gemahlin zurück. Am 6.5. findet nicht wie vorgesehen die Vereidigung der neuen Gardisten statt, sondern ein Trauergottesdienst in St.Peter unter Leitung von Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano.

Am 2. Mai wurde im Vatikan das Besuchsprogramm des Papstes fuer seine österreich-Visite vom 19. - 21. Juni veröffentlicht. Nach seiner Ankunft am 19. Juni in Salzburg, bei der Papst Johannes Paul II. - wie ueblich - von kirchlichen und staatlichen Grössen empfangen wird, feiert er am Nachmittag eine Messe im Dom. Am Abend erfolgt der Weiterflug nach Wien, wo der Papst am nächsten Tag Bundespräsident Klestil treffen wird. Danach erfolgen Begegnungen mit Politikern und am Nachmittag ein Besuch in St. Pölten. Am Sonntag, dem Höhepunkt der Reise, feiert der Papst in Wien eine Eucharistiefeier, bei der die herausragenden österreichischen Katholiken Jakob Kern, Restituta Kafka und Anton Maria Schwart seliggesprochen werden. Anschliessend trifft Papst Johannes Paul II. mit der österreichischen Bischofskonferenz zusammen. Um 18 Uhr endet die österreich-Visite des Papstes auf dem Flughafen von Wien.

Vatikan

Bei seiner Sonntagsansprache zum Regina Coeli am 3. Mai hat Papst Johannes Paul II. zum Kampf gegen die Arbeitslosikeit und die Ausbeutung Minderjähriger in der Arbeitswelt aufgerufen. Ferner befürwortete der Papst ausdruecklich die Nahost-Friedens-gespräche, die am 4. Mai in London starten sollen. Er sieht im Dialog und in der Zusammenarbeit die einzige Lösung fuer den Konflikt.

Vatikan

Anlässlich der Asiensynode stellte der Präsident des päpstlichen Rates für interreligösen Dialof, Francis Arinze, die Frage, warum Sekten auch in Asien so grossen Zulauf haben. Der Kardinal mutmasste, dass das Individuum sich in den Sekten vielleicht mehr beachtet fuehle. Weitere Gruende fuer die Hinwendung der Menschen zu Sekten könnten im Klerikalismus und der begrenzten Handlungsmöglichkeit fuer Laien in der Katholischen Kirche zu sehen sein.

Deutschland

Die bekannte Laienkatholikin und fruehere Vorsitzende des ZDK, Rita Waschbuesch, forderte anlässlich des Bundeskongresses der Katholischen Elternschaft Deutschlands in Muenster eine intensivere Familienpolitik der Vereinigung. Sie wies auf die Unersetzlichkeit der Familie fuer die Gesellschaft hin.

Deutschland

Der Präsident des Deutschen Caritas-Verbandes, Hellmut Puschmann, hat einen zielgerichteten Einsatz des Solidaritätszuschlages gefordert. Dies sei fuer die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Osten des Landes, der besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sei, unabdingbar.

E u r o p a

Niederlande

Der anglikanische Bischof, Desmond Tutu, hat sich bei einer Gedenkfeier fuer Kriegsopfer im niederländischen Den Haag gegen den Einsatz von Kindern in Kriegen ausgesprochen.

Italien

Im Zusammenhang mit dem Turiner Grabtuch, das zur Zeit Anziehungspunkt fuer Tausende von Pilgern ist, hat eine Wissenschaftlerin der Universität von Jerusalem Hinweise darauf gefunden, das es bereits im ersten Jahrhundert existiert hat. Die Wissenschaftlerin beruft sich dabei auf Dokumente in Israel und Armenien.

Polen

Die Bischöfe Polens haben den Papst fuer das nächste Jahr offiziell zu einem Besuch seiner Heimat eingeladen. Die Visitation soll nach ersten Planungen etwa eine Woche dauern.

A s i e n

Israel/Palästina

In Jerusalem hat eine Studienkonferenz zur Vorbereitung des Heiligen Jahres stattgefunden, an der sich ausser der griechisch-orthodoxen alle anderen Kirchen beteiligten.

China

Der chinesische Bischof, Matthias Yn-Ming, dem es von den Behörden der Volksrepublik untersagt wurde, an der Asien-Synode im Vatikan teilzunehmen, hat am 2.5. eine Botschaft zur Synode gesandt. Auch wenn er körperlich nicht präsent sein könne, so sei er doch mit dem Herzen dabei, teilte der ueber 90-Jährige auf elektronischem Wege mit. Die chinesische Staaatsfuehrung hatte dem Bischof die Ausreise verweigert, weil zwischen dem Vatikan und China keine diplomatischen Beziehungen bestehen.

Bangladesch

In Dhaka wurden bei Uebergriffen auf eine christliche Schule 30 Personen verletzt. Die Polizei musste in die Auseinandersetzungen mit Schlagstäcken und Tränengas eingreifen. Man geht davon aus, dass die Uebergriffe, die von Islamisten ausgingen, mit dem Abriss einer Trennmauer zwischen der christlichen Missionsschule und der benachbarten islamischen Schule in Zusammenhang stehen.

A f r i k a

Mosambik

Die Bischöfe des Landes fuerchten eine Rueckkehr der Gewalt. In einem Hirtenbrief äusserten sie die Befuerchtung, dass die Kommunalwahlen Ende Juni den Buergerkrieg neu entfachen könnten, da in weiten Teilen der Bevölkerung und Politik Demokratie noch ein Fremdwort sei.

Sudan

Der Erzbischof von Karthoum, Gabriel Zubeir Wako, ist nach zweistuendiger Haft wieder auf freiem Fuss. Er erhielt von den Richtern die Erlaubnis, nach Kenia auszureisen, um dort an den Friedensverhandlungen teilzunehmen. Der sudanesische Staatschef Omer Hassan El Bashir selbst hatte die Teilnahme des Kirchenmannes an den Friedensgesprächen gewuenscht. Die widerspruechliche Vorgehensweise der Behörden bedarf noch der Klärung.

Tschad

Anlässlich eines islamischen Gebetstages in der Hauptstadt N'Djamena am 1. Mai haben Moslem-Fuehrer die Christen des Landes dazu aufgerufen, gemeinsam fuer den ueberreligiösen und säkularen Charakter des Tschad zu beten. Auf diese Weise soll versucht werden, die Konflikte zwischen Christen und Muslimen im multikulturellen Tschad gewaltfrei zu lösen.

A m e r i k a

Guatemala

Die Bischofkonferenz des Landes bekräftigte am 2. Mai, dass der Mord an Bischof Gerardi sie nicht an ihrem Einsatz fuer die Menschenrechte hindern werde. Auf die Festnahme eines Tatverdächtigen reagieren Beaobachter derweil verhalten, da der Verhaftete nicht zu der Theorie passt, dass Militärkreise hinter der Ermordung stehen.

Guatemala

Bei den Kundgebungen zum 1. Mai haben Tausende von Arbeitern die baldige Aufklärung des Mordes an Bischof Gerardi verlangt. Der Rektor der katholischen Universität fuer Zentralamerika, José Maria Tojeira, äusserte in einem Zeitschriftenaufsatz die Vermutung, dass Militärkreise fuer den Mord verantwortlich seien.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:

Mittwoch: Römische Woche

Donnerstag: Jugendmagazin: Spurensuche im Kloster

Freitag: Prisma-Magazin

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auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

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Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

Redaktion dieser Ausgabe: P.Eberhard Gemmingen SJ

Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag: 27.03.1998.

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