Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen!

An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 29. April 1998 bis Freitag, 1. Mai 1998.

Heute am Ende der Nachrichten eine Infoseite über unser Sonder-Prisma zum Thema Reisen.

Vatikan-Asien-Bischofssynode

Am 29. April hat die Arbei in kleinen Sprachgruppen begonnen. Am 28. April hatte einer der Delegierten Präsidenten die Beiträge der Bischöfe während der letzten 10 Tagen zusammengefaßt. Aus seinem Bericht ergeben sich jetzt drei Themen für die Kleingruppen: Die Heilsverkündigung in der Situation Asiens, die Mission der Kirche dort und Einzelfragen. Die Bischöfe werden in etwa 10 Tagen ihre Vorschläge für ein Synodendokument verabschieden.

Vatikan

Der griechisch-melkitsiche Bischof von Baalbeck im Libanon, Cyrill Salim Boutros hat am 28. April vor Journalisten betont, daß die katholischen Ortskirchen des östlichen Ritus Modelle des ökumenischen Dialogs sind. Er verwies auf die Inkulturation von Liturgie und Kirchenrecht der Ostkirchen. Die Kirche des Westens versuche mitunter, die Ostkirchen zu verwestlichen.

Vatikan

Am 29. April ist Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano nach Polen gereist. Während eines dreitägigen Aufenhaltes wird er mit dem Staatspräsidenten, dem Regierungschef und dem Aussenminister zusammentreffen. Sodano wird ferner die neue Nuntiatur in Warschau einweihen, an der Vollversammlung der Bischofskonfrenz und einer Messe zur 350-Jahrfeier der Stadtrechte Warschaus teilnehmen.

Vatikan

In China gibt es zur Zeit rund 10 Millionen Katholiken. Ihnen stehen in 138 Diözesen 4.600 Kirchen und Kapellen zur Verfügung. Das gab jetzt der Weihbischof von Hong Kong, Tongh Hon, auf der Asiensynode in Rom bekannt. Er erklärte zugleich, daß sich diese statistischen Angaben jeweils aus den Zahlen der regimetreuen und der "Untergrundkirche" zusammensetzen. Die erste hat über 68 Bischöfe und 1400 Priester, die zweite dagegen nur über 50 Bischöfe und 800 Priester.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 1. Mai vor Universitätsseelsorgern aus ganz Europa den Werte-Relativismus verurteilt. Der Mensch brauche feste Bezugspunkte, um wahrhaft menschlich leben zu können. Unsere Zeit sei reich an Technik, aber arm an objektiven, gemeinsamen Werten. Die Götzen von heute müßten demaskiert und entfernt werden. Der Kongress von europäischen Universitätskapläne findet zum 50. Geburtstag der Studentenseelsorge an der römischen Universität Sapienza statt.

Schweiz

Die Bischofskonferenz hat in diesen Tagen bedauert, daß der Bundesrat an der Mitsprache des Staates bei Diözesangründungen festhält. Die oberste Behörde der Konföderation hatte erneut einen Antrag verworfen, daß die Kirchen, Diözesen ohne staatliche Genehmigung gründen oder ihre Grenzen ändern dürfen. Einige Mitgieder des Bundesrates gaben zu, daß diese Bestimmung gegen die religiöse Freiheit verstößt. Sie wollen diese Novellierung aber mit einer Verfassungsänderung verbinden.

Italien

Nach einem Bericht des römischen Innenministeriums gibt es in Italien zur Zeit rund 140 Sekten mit über 80.000 Anhängern. Diese statistischen Angaben sind nach Meinung des Ministeriums beunruhigend. Im Jubiläumsjahr könnten die sogenannten "Psychosekten" oder die Satanskulte unkontrollierbare Attentaten organisieren.

Niederlande

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Konrad Raiser hat in diesen Tagen erneut einen ökumenschen Rat der Christen gefordert, in dem alle kirchlichen Gemeinschaften und Christen zusammengefaßt sind. Anläßlich einer Tagung der niederländischen Kirchen in Kampen erneuerte der Theologe seinen Vorschlag, daß die Kirchen im Jahr 2000 wenigstens einen gemeinsamen Prozess beginne, der zu einem universellen Organ aller Kirchen führt. Den gleichen Vorschlag hatte Raiser schon im vergangenen Jahr in Deutschland gemacht, ohne freilich auf großes Echo zu stoßen. Fachleute vermuten, daß zuviele Kräfte zur Erhaltung des Status quo am Werke sind.

Tschechische Republik

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Europas, Kardinal Miloslav Vlk, hat die Einführung des Euro begrüßt. Sie stelle eine Chance dar, auch wenn es Gefahren gebe.

Polen

Präsident Alexander Kwasniewski hat am 30. April Papst Johannes Paul II. offiziell zu einem Besuch seiner Heimat im nächsten Jahr eingeladen. Er übergab die Einladung an Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano, der sich derzeit zu einem viertägigen Besuch in Polen aufhält.

Griechenland

Bischof Christos Paraskevaidis Christodoulos ist am 28. April zum neuen Primas der griechisch-orthodoxen Kirche gewählt worden und wurde gleichzeitig Erzbischof von Athen. Der Nachfolger des kürzlich verstorbenen Erzbischofs Serphim signalisierte bereits sein Interesse an einer öffnung gegenüber dem ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Mit 59 Jahren gilt der bisherige Metropolit von Cimitrias und Almyros noch als relativ jung. Entsprechend agil will er auch an seine neue Aufgabe herangehen: mehr Religionsfreiheit, Einbeziehung der Jugend und größere Toleranz der Landeskirche gegenüber Andersgläubigen. Hoffnung also auch für den Dialog mit der katholischen Kirche.

Litauen

Das Land befindet sich in einer Übergangsphase. Deshalb rief Präsident Guntis Ulmanis die vier Kirchen Litauens auf, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Nach langen Jahren der Kirchenverfolgung durch die ehemalige Sowjetunion, sie die jetzige Religionsfreiheit etwas Neues, an das man sich erst gewöhnen müsse. Dies sagte Ulmanis in Turin, wo er das dort ausgestellte Grabtuch Jesu besichtigte.

Rußland

Nach der Weihe von zwei neuen Bischöfen, hofft der Apostolische Administrator für das Europäische Rußland, Tadeusz Kondrusiewicz, endlich eine Bischofskonferenz zu gründen. Mit über einer Million Gläubigen sei es an der Zeit von einem "russischen Episkopat" zu sprechen, sagte der Erzbischof bei einem Gottesdienst in der Moskauer Ludwigskirche.

Afghanistan

Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen Taliban und der Opposition: die Verhandlungspartner konnten sich am 29. April auf die Bildung einer Kommission aus Religionsrepräsentanten einigen, die eine politische Lösung für den Konflikt finden soll. In den vergangenen Tagen hatte es Uneinigkeiten darüber gegeben, wer religiöse Autorität besitze und damit an der Kommission beteiligt werden könne.

Iran

Virtuelle Mekka-Pilgerfahrten im INTERNET können iranische Muslime jetzt antreten. Die betreffende Home Page wurde von der offiziellen iranischen Nachrichtenagentur IRNA auf persisch und englisch eröffnet.
http://www.irna.com/

Indien

Der jüngste Angriff junger Hindus auf einen katholischen Priester im Osten des Landes ist das letzte Glied einer Kette von Gewalt gegen religiöse Minderheiten. Nach Angaben der katholischen Kirche Indiens haben derartige Übergriffe seit der Machtübernahme der derzeitigen rechtsorientierten Regierung zugenommen. Der angegriffene Priester hatte angeblich unter Hindus missioniert.

Bangladesh

Das in der Hauptstadt Dhaka gelegene Franz Xavier-Frauenkloster ist in diesen Tagen von hunderten von Muslimen fast völlig zerstört worden. Alle bei dem Überfall anwesenden Schwestern und ihre Zöglinge konnten sich retten. Die Polizei mußte die Angreifer mit Tränengas vertreiben. Die Muslime hatten den Verdacht, daß die Christen ein Attentat auf die nahegelegene Moschee verüben wollten.

China

Die Einladung der beiden Bischöfe zur Asiensynode sei wegen fehlender diplomatischer Beziehungen "unpassend" gewesen. So die Begründung am 30. April zum Ausreiseverbot für die Kirchenmänner. Ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums sagte dazu, die regierungstreue katholische Kirche unterliege nicht den Weisungen des Papstes. Peking bedauere, daß der Vatikan die Bischöfe willkürlich und von sich aus eingeladen habe.

Sudan

Der Bischof von Karthoum, ist kurz nach seiner Verhaftung am 1. Mai, auf Veranlassung des Obersten Gerichts, wieder freigelassen worden. Erzbischof Subeir Wako war vorgeworfen worden, er habe Nahrungsmittel für Flüchtlinge nicht bezahlt. Nun kann er zu Friedensgesprächen mit den Aufständischen nach Kenia fliegen.

Lybien

Staatschef Muammar Gaddafi hält am 1. Mai gemeinsam mit 10 afrikanischen Regierungschefs ein Gebet zum Jahresbeginn nach muslimischem Kalender ab. Im vergangenen Jahr hatte Gaddafi ähnliche Veranstaltungen in Niger und Nigeria organisiert und dabei durch die Verletzung des Flugembargos gegen Libyen den Zorn der Vereinten Nationen erregt. Politische Führer aus dem Sudan, Nigeria, Mali, Senegal und anderen Ländern nehmen an dem Ritual teil, das die Einheit der muslimischen Welt demonstrieren soll.

Nigeria

Krichen und Oppositionspolitiker sind aufgebracht über sechs Todesurteile, die ein Armeegericht am 28. April verhängt hat. Führende Vertreter der methodistischen Kirche riefen Nigerias starken Mann Sani Abacha auf, Gnade walten zu lassen. Es müsse Schluß sein mit Blutvergießen. Von der katholischen Kirche gab es nach Agenturberichten nur vereinzelt Kritik an den Todesurteilen. Sie waren nach einem Prozeß hinter verschlossenen Türen gegen sechs Männer verhängt worden, die den Sturz Abachas betrieben haben sollen.

Kuba

Präsident Fidel Castro hat den Mord am guatemaltekischen Bischof Juan Gerardi bedauert. In einem Gespräch mit Journalisten in Havanna lobte Castro den Einsatz lateinamerikanischer Bischöfe auf sozialem Gebiet. Er habe nichts dagegen, daß im nächsten Januar der lateinamerikanische Bischofsrat CELAM in Havanna tagen könnte. Eine solche Tagung auf Kuba hatte CELAM-Präsident Erzbischof Oscar Andres Rodriguez ins Gespräch gebracht, genau ein Jahr nach dem Papstbesuch in Havanna.

Kuba

Die staatlichen Medien haben alle Kubaner zur Teilnahme an den Maifeiern aufgefordert. Sie finden in diesem Jahr unter dem Motto Papst Johannes Pauls II. statt. Er hatte in Havanna als Antwort auf die kapitalistische Globalisierung der Wirtschaft zu einer "Globalisierung der Solidarität" aufgerufen.

Guatemala

Tausende von Trauernden, darunter rund 30 Bischöfe aus ganz Lateinamerika und unzählige Priester haben am 29. April dem ermordeten Bischof Juan Gerardi das letzte Geleit gegeben. Für sie war er ein Märtyrer der Wahrheit und des Friedens. Die Stimmung in Guatemala Stadt ist nach Korrespondenten-berichten von Entsetzen und Unsicherheit geprägt. Während vermutet wird, daß die Täter aus Militärkreisen stammen, ließ die Kirche verlauten, sie wolle unbeirrt ihre Versöhnungsarbeit fortsetzen.

Guatemala

Die Polizei hat am 1. Mai einen ersten Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Mord an Weihbischof Juan Gerardi festgenommen. Indes erklärte die Kirche des Landes, sie werde auch nach dem Bischofsmord für Versöhnung arbeiten.

Brasilien

Die katholischen Bischöfe des Landes haben am 1. Mai die zunehmend "ungerechtere" Gesellschaft verurteilt. Sie sei nicht fähig, die Grundrechte der Menschen zu garantieren. Die Bischöfe kritisieren in einem Dokument die Landesregierung. Millionen von Brasilianern fehle das Nötigste zum Leben. Neben ungerechten Löhnen und Arbeitslosigkeit, müßten die Menschen noch den totalen Verlust der ihnen zustehenden Grundrechte befürchten.

Vereinigte Staaten

Der Kongreß soll unverzüglich ein Verbot des Klonens von Menschen aussprechen. Das hat jetzt der Vorsitzende der Lebensschutz-Organisation Pro-Life, der Bostoner Kardinal Bernard Law, in einem Brief gefordert.

Vereinigte Staaten

Mit rund 2,3 Mio Dollars werden die us-amerikanischen Bischöfe 120 Projekte des lateinamerikanischen Bischofsrats CELAM unterstützen. Eine zweite Spende soll im Herbst diese Jahres folgen.

Vereinigte Staaten

Methodistische Geistliche dürfen in Zukunft homosexuelle Paare nicht trauen. Das hat die oberste Leitungsbehörde der US-Methodisten jetzt beschlossen. Sie äußerte sich damit zu Amtsverbot und Wiederzulassung eines methodistischen Pastors. Er hatte ein lesbisches Paar getraut, war daher vom Amt suspendiert, später aber wieder zugelassen worden.

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Infoseite zum Prisma-Magazin vom 1. Mai 1998
Gedanken zum Reisen

Beitrag über die Kosten des Reisens für die Umwelt:

Gesprächspatnerin: Hannelore Saibold, Tourismuspolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen,
Adresse: Bundeshaus, HT 1600, D-53113 Bonn
e-mail: halo.saibold@mdb.bundestag.dbp.de

Beitrag über die katholische Touristenseelsorge:

Gesprächspartner: Pfarrer Norbert Blome, Leiter des katholischen Auslandssekretariats der deutschen Bischofskonferenz
Adresse: Postfach 190113, D-53037 Bonn
e-mail: kasdbk.bonn@t-online.de
Internetadresse: http://www.kath.de/kasdbk

Beitrag über Stattreisen München e.V.:

Gesprächspartnerin: Dr. Eva Strauß, wissenschaftliche Mitarbeiterin
Adresse: Frauenlobstr. 24 Rgb, D-80337 München
Tel: 089 / 54 40 42 30
Fax: 089 / 54 40 42 99
Stattreisen gibt es auch in Berlin, Bonn, Bremen, Dresden, Freiburg, Hamburg, Hannover, Köln, Mainz und Wiesbaden, Münster, Nürnberg, Ruhrgebiet, Bern und Stettin.

Beitrag über den "Studienkreis für Tourismus und Entwicklung" e.V.:

Gesprächspartner: Armin Vielhaber, Geschäftsführer
Adresse: Kapellenweg 3, D-82541 Ammerland / Starnberger See
Tel: 0 81 77 - 17 83
Fax: 0 81 77 - 13 49
Herausgeber der sogenannten Sympathie-Magazine

Beitrag: das "Buch des Monats":

"ökotourismus - Reisen zwischen ökonomie und ökologie". Von Ludwig Ellenberg, Marion Scholz und Birgit Beier. Spektrum Akademischer Verlag, 88 Mark.

Irischer Reisesegen:

May the road rise to meet you.
May the wind be always at your back.
May the sun shine warm upon your face
and the rains fall soft upon your fields.
And until we meet again
may God hold you in the hollow of his hand.

Möge dir dein Weg leicht werden

Möge dir der Wind immer von hinten kommen
Möge dir die Sonne warm ins Gesicht scheinen
Möge dir ein sanfter Regen auf die Felder fallen
und bis wir uns wiedersehen
möge Gott dich in seiner Hand halten.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag:
Hans Schaller SJ, Rom, Wenn ich beten könnte! Die hohe Schule des Gebets, Rosenkranzgebet mit dem Heiligen Vater

Sonntag: Sie schreiben - Wir antworten
Montag:
Weltkirchen-Magazin


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auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
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DSF um 6.10, 7.10, 16.45 und 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 5. Mai 1998.

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