Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 25. April 1998 bis Dientag, 28. April 1998.

Vatikan-Asiensynode

Bei der Synode hat sich am 25. April ein Weihbischof von Hong-Kong zum Sprecher aller Katholiken Chinas gemacht. Man müsse einerseits die Katholiken im Untergrund hoch achten, andererseits aber auch diejenigen respektieren, die den Kompromiß mit dem Regime suchen. Nötig sei auf jeden Fall für die Ortskirche die Anerkennung des papstes, nötig auch die kirchliche Hilfe aus dem Westen. Weitere wichtige Synodenthemen waren der Buddhismus und seine große Anziehungskraft auf moderne Menschen, die Wirtschaftskrise Asiens, Abtreibung und Geburtenplanungsprogramme. Einige Bischöfe forderten einen Kathechismus der katholische Soziallehre für Asien. Oberhirten aus dem Nahen Osten riefen nach Einheit mit den nicht-katholischen Ostkirchen. Der Vorsitzende des vatikanischen Wirtschaftsrates, Erzbischof Sergio Sebastiani, hat vor der Asien-Bischofssynode vor der Wirtschafts-Globalisierung gewarnt. Sie treibe viele Arbeitnehmer an den Rand der Gesellschaft und verursache Arbeitslosigkeit. Nötig sei daher eine internationale Abmachung zum Schutz der Arbeitnehmer.

Am 27. April wurde gemeldet, daß die zwei eingeladenen Bischöfe aus dem kommunistischen China nicht zur Asien-Synode kommen. Sie erhalten keine Visa von den Behörden. Das sagte einer der beiden Eingeladenen, Bischof Matthias Duan von Wanxian vor Journalisten. Ein Bischof aus Pakistan hat am 27. April bei der Synode davor gewarnt, den Islam gleichzusetzen mit Hinduismus, Buddhismus und anderen asiatischen Religionen. Der Islam sei im Gegensatz zu ihnen gleichzeitig religiös und politisch, sowie meist auch aggressiv. Das widerspreche nicht der Tatsache, daß man mit vielen Muslimen freundschaftliche Beziehungen unterhalten könne. Ein anderer Synodenbischof wies auf die Bedrohung der Familie durch Armut, Ausbeutung und Erniedrigung der Frauen hin. Das gefährde besonders ihre Funktion als Hauskirche und als Ort der Katechese für die Kinder. Ein weiterer Synodenbischof hat die Überzeugung geäußert, daß die Kirche in Asien nur durch spirituelle Kraft Erfolg haben könne. Leider machten die Asiaten aber die Erfahrung, daß die Kirche nur Macht, Einfluß, organisatorische Effizienz habe, aber wenig Spiritualität.
Bei der Synode haben am 28. April mehrere Kurienkardinäle das Wort ergriffen. Kardinal Sodano legte den Akzent auf die Einheit aller Bischöfe mit dem Papst, Kardinal Ratzinger lehnte die Vorstellung ab, die Kirche müsse immer mehr Schutzstrukturen schaffen, ausreichend sei die Sakramentale Struktur. Kardinal Tomko forderte mutige Mission in Asien. Große Bedeutung hätten dabei die 30.000 katholischen Schulen. In ihnen würden 10 Millionen Jugendliche ausgebildet. Ein ostkirchlicher Bischof aus dem Nahen Osten beklagte indessen, daß die römische Kirche mitunter zu wenig sensibel vorgehe. Das mache auch die gemeinsame Jubiläumsfeier 2000 mit den orthodoxen Kirchen schwierig. Ein Bischof aus Sri Lanka beklagte, daß Mission immer noch mit Kolonialisierung verbunden werde.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat beim Angelusgebet am 26. April an den Missionsauftrag Jesu erinnert: Geht und lehrt alle Völker und tauft sie. Die Kirche frage sich während der derzeitigen Asien-Bischofssynode über ihre Präsenz auf dem Kontinent, wo etwa zwei Drittel aller Menschen lebte. Dabei müsse das Volk Gottes sich immer an die Gemeinschaft der Apostel erinnern, die zusammen mit der Mutter Gottes den Heiligen Geist herabgerufen habe. Die Kirche dürfe diese Ikone ihrer selbst nie vergessen. Vor allem müsse sie immer den Mut der Apostel bestaunen, die Christi Ruf gefolgt seien, und den Auferstandenen verkündet hätten. Gerade in diesem Jahr des Heiligen Geistes sollten die Christen oft an dieses Bild der den Geist herabrufenden Kirche denken.

Vatikan

Kardinal Staatsekretär Angelo Sudano hat am 27. April im Namen von Papst Johannes Paul II. den Hinterbliebenen des am Wochenende ermordeten apostolischen Administrators von Ruhengeri in Ruanda sein Beileid ausgesprochen. Johannes Paul wünschte darin auch der Bevölkerung des zentralafrikanischen Staates die Kraft und den Mut, den Weg der Versöhnung und des Friedens zu gehe.

Vatikan

Der Apostolische Stuhl und die Palästinensische Autonomie-Behörde werden schon bald ihre gemeinsame Arbeitsgruppe einrichten. Das bekräftigten sie am 27. April im Vatikan. Die Kommission soll sich periodisch treffen und alle Themen von gemeinsamem Interesse durchsprechen. Die palästinensische Seite hatte vor kurzem ihre Vertreter für die Arbeitsgruppe benannt.

österreich

Der Tiroler Bischof, Alois Kothgasser, erwartet durch den kommenden Papstbesuch eine Stärkung des Glaubens in österreich. Das betonte er jetzt in einem Interview. "Papst Johannes Paul II. soll uns ermutigen, die großen Traditionen, die wir haben weiterzuführen. Und er soll uns helfen, das zu finden, was für unser Christsein in besonderer Weise notwendig ist," so der Bischof wörtlich.

österreich

Am 25. April hat der Papst der orthodoxen Kopten Schenuda in Wien während einer Messe mit Kardinal Christoph Schönborn gepredigt. Er hält sich zur Einweihung einer kopitschen Kirche in österreich auf. Am 26. April wurde der ägyptische Kirchenführer von Bundespräsident Klestil empfangen werden. Am 27. April veranstaltete die Stiftung Pro Oriente zu Schenudas Ehren ein Fest in der Natioanbibliothek. Am 24. April hatte Schönborn an der Einweihung der neuen koptischen Kirche in Wien teilgenommen.

Polen

Der Bischof von Danzig hat am 24. April in der Hafenstadt ein Birgittinenkloster eingeweiht. Es soll Teil eines ökumene-Zentrums werden, das der bekannte Priester Henrik Jakowski plant.

Bosnien-Herzegovina

Auch am dritten Tag nach den versuchten Übergriffen auf Kardinal Vinko Puljic aus Sarajevo: Unruhen im serbischen Teil Bosniens. Wie ein UNO-Sprecher mitteilte, mußten am 25. April Kroaten im serbischen Plehane einen geplanten Gottesdienst wegen der Gewalt verschieben. Diese Auseinander-setzung spielte sich in der Nähe von Derventa ab, wo am 23. April Kardinal Vinko Puljic sechs Stunden lang in einer Kirche festgehalten worden war. Puljic klagte jetzt über die "feindliche Gleichgültigkeit" der Nato-Friedenstruppen. Der Bürgermeister von Derventa ist am 24. April von demonstrierenden Kroaten verletzt worden.

Rußland

In Moskau ist jetzt ein hochmodernes Kinderkrankenhaus eingeweiht worden, das durch Spenden von katholischen Christen, vor allem aus Deutschland, errichtet werden konnte. Bei der Eröffnung anwesend war ein orthodoxer Erzbischof. Der Papst sandte zur Einweihung eine Grußbotschaft.

Weißrussland

Anläßlich des Gedenkens an den Tschernobyl-Unfall vor 12 Jahren wurde in Minks bekanntgegeben, daß die orthodoxe Kirche ein Gotteshaus zur Erinnerung an die Opfer der Kernkraft-Katastrophe bauen will. Am 24. April kam es bei einer Gedenkveranstaltung für das Unglück zu Zwischenfällen, wobei die Polizei auch einige Demonstranten verhaftete.

Nordkorea

Am 25. April fand ein internationaler Fasttag aus Solidarität mit den Hungernden in Nordkorea statt. Zwischen zwei bis drei Millionen Menschen sollen dort in den letzten 24 Monaten hungers gestorben sein. Es gab zahlreiche Aktionen auch in Südkorea, darunter vieles interreligiös. Jeder solle am Fasttag aus Solidarität auf wenigstens eine Mahlzeit verzichten, erklärte Kardinal Stephen Kim von Seoul.

Sudan

Im Westen des Landes kommt es offenbar zu Zusammenstößen zwischen verschiedenen Stämmen. Dabei sollen im Streit um Wasser und Weiderechte über 100 Menschen getötet worden sein.

Ghana

Die Regierung will die Gebeine von Sklaven aus den USA nach Ghana zurück überführen. Eine Gedenkstätte soll in dem Land das früher Goldküste hieß an die Sklaverei erinnern und auch Touristenziel werden.

Kongo-Brazzaville

UNICEF wird in dem westafrikanischen Land demnächst ein Zentrum der Resozialisiierung von 2000 Kindersoldaten einrichten. Das hat die UNICEF-Präsidentin am Wochenende mit dem kongolesischen Präsidenten Denis Sassou Nguesso vereinbart. In Kongo-Brazzaville herrschte im letzten Jahr ein kurzer, aber folgenreicher Bürgerkrieg.

Ruanda

Deutlich geschockt hat der Vatikan auf die 22 Hinrichtungen reagiert, die am 24. April in Ruanda vorgenommen wurden. Der Papst hatte sich für das Leben der Verurteilten eingesetzt, die mitschuld sein sollen am Völkermord von 1994. Stattdessen jetzt die öffentliche Exekution in mehreren Teilen Ruandas.

Mexiko

Noch neun Monate sind es bis zum Papstbesuch. Sie sollten genutzt werden, um bis dahin Frieden in Chiapas zu erreichen, wünschte am 25. April der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Luis Morales Reyes. Er dementierte, daß die Bischofskonferenz als aktiver Vermittler zwischen Regierung und Zapatista-Rebellen zur Verfügung stehe. Auf Wunsch könne sie aber die Vermittlungsarbeit von Bischof Samuel Ruiz übernehmen. Die Regierung überlegt derzeit einen Ausstieg aus der von Ruiz geleiteten Kommission, die nach Versöhnung in Chiapas sucht.

Guatemala

Der Weihbischof von Guatemala-Stadt, Juan Gerardi ist in der Nacht auf den 25. April von unbekannten Tätern ermordet worden. Der Mord wird mit dem klaren Einsatz des Bischofs für die Menschenrechte in Zusammenhang gebracht. Zwei Tage zuvor hatte der Bischof einen ausführlichen Bericht über die Tötungen, Folterungen und Inhaftierungen während des 36-jährigen Bürgerkrieges veröffentlicht. Tausend Seiten Dokumente über die Massaker und Greueltaten, deren Urheber bis heute das Gesetz kaum fürchten müssen. Nach dem Friedensschluß zu Weihnachten 1996 gab es eine Generalamnestie für die Armee. Darum ging das Menschenrechtsbüro von Bischof Gerardi in Kleinarbeit allen Hinweisen von über 8000 Zeugen nach. Die Vatikanzeitung Osservatore Romano würdigte Bischof Gerardi als einen der eifrigsten Verteidiger der Menschenrechte während des Bürgerkrieges.

Guatemala

Trauer und Bestürzung herrschten auch am 28. April noch in der Kirche und vielen Teilen der Welt über den Mord an Weihbischof Juan Gerardi aus Guatemala-Stadt. Papst Johannes Paul II. schrieb in einem Telegramm, er fühle mit der ganzen Kirche Guatemalas. Gleichzeitig verurteilte er energisch diesen Gewaltakt, der das friedliche Zusammenleben in Guatemala bedrohe. Die Bischöfe des Landes haben inzwischen eine schnelle Aufklärung gefortert, und werden darin von vielen Seiten unterstützt. Die USA boten dazu ebenfalls ihre Hilfe an.

Brasilien

Der kubanische Methodisten-Pastor Israel Batista steht ab Januar 1999 an der Spitze des lateinamerikansichen Krichenrates. Er war in diesen Tagen von den Vertretern des Rates in Sao Leopoldo gewählt worden. Der Rat vertritt etliche protestantische und einige Pfingstkirchen.

Vereinigte Staaten

US-Präsident Bill Clinton ist gegen ein Gesetz wonach Länder bestraft werden sollen, in denen die Religionsfreiheit verletzt wird. Er bejahe zwar die Zielsetzungen , die zu diesem Vorschlag geführt haben, glaube aber nicht, daß ein solches Gesetz der richtige Weg sei.

 

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Mittwoch: Römische Woche

Donnerstag: Kreuz des Südens - Leben in jungen Kirchen

Freitag: Prisma-Magazin

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag, 1. Mai 1998.

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