Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 15. April 1998 bis Freitag, 17. April 1998.

Vatikan

Am 19. April beginnt die Asien-Bischofssynode. An der einmonatigen Veranstaltung nehmen rund 300 Bischöfe und Fachleute teil. Im Zentrum der Aussprache dürften das Verhältnis zu den anderen Religionen Asiens, die schwache Verbreitung des Christentums und neue Bemühungen bei der Evangelisierung stehen. In dem größten Kontinent der Welt bilden die Katholiken eine Minderheit von nicht einmal 3,5 Prozent. Daneben stehen Jahrhunderte alte Traditionen anderer Weltreligionen. Allerdings haben auch die christlichen Kirchen, vor allem in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern wie Südkorea, Indonesien oder Vietnam, inzwischen Fuß gefaßt.

Vatikan

Caritas Internationalis hat jetzt gemeinsam mit anderen katholischen Organisationen einen kompletten Schuldenerlaß für die ärmsten Länder bis zum Jahr 2000 gefordert. Ein entsprechendes Dokument wurde am 17. April im Vatikan vorgestellt. Schuldenminderung sei auch ein ethisches Anliegen, hieß es. Ohne den ernsthaften Einsatz der G7-Staaten sei an eine Lösung des Problems aber nicht zu denken.

Vatikan

Nach Ansicht des "Außenministers" des Apostolisches Stuhls, Erzbischof Jean Louis Tauran, sind bereits die ersten Erfolge der Papstreise nach Kuba zu erkennen. Die Befreiung einiger politischer Häftlinge, mehr Bewegungsfreiheit für die katholischen Hilfswerke sowie ein größerer Spielraum für die Ostergottesdienste seien ein sicherer Beweis für erfolgreiche Kirchenpolitik. Das sagte Erzbischof Tauran am 16. April in Rom.

Vatikan

Am 16. April ist ein Buch mit den Vatikan-Erklärungen bei den UNO-Weltkonferenzen der letzten Jahre vorgestellt worden. Es trägt den Titel "Der menschlichen Familie dienen" und umfaßt rund 100 Seiten. Es beginnt bei der Kinder-Rechtskonferenz 1990 und geht über Umwelt- und Frauenkonferenzen bis hin zur Welt-Ernährungskonferenz vor zwei Jahren.

österreich

Am 16. April hat sich der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn für die von seinem Vorgänger begangenen Verfehlungen entschuldigt. Die Diözese sei bereit, allen Hilfe anzubieten, die dadurch Schaden genommen hätten. Schönborn versicherte, daß Groer nicht mehr als Bischof oder Kardinal in Erscheinung treten werde. Gleichzeitig bat er die öffentlichkeit eindringlich, die Diskussion jetzt zu beenden.

Italien

Das "Turiner Grabtuch" wird ab dem 18. April im Turiner Dom zur Verehrung durch die Gläubigen ausgestellt. Es ist das vierte Mal in diesem Jahrhundert. In dem Tuch, war der Tradition nach der Leichnam Christi nach der Kreuzabnahme eingewickelt. Es konnte vor einem Jahr aus den Flammen des brennenden Doms gerettet werden.

Frankreich

Die Anweisung des Leiters der Al-Azhar-Universität, sich an das Schador-Verbot der französischen Behörden zu halten, hat zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Überwiegend wurde jedoch das Machtwort Mohammed Tantaouis, des Imams der höchsten Autorität des sunnitischen Islam, positiv aufgenommen. Von der Pariser Moschee war zu hören, man habe immer gewünscht, daß der Islam sich innerhalb der Regeln der französischen Republik bewege. Der Mufti von Marseille begrüßte die Entscheidung aus Kairo: sie reflektiere den Geist des Islam, der die Frau schütze und respektiere. Heute sei das wirksamste Mittel dazu der Zugang zu Bildung. Kernpunkt der Diskussion um den Schador war das Tragen des Schleiers an Schulen gewesen.

Nordirland

Positive Reaktionen aus dem Ausland haben das Friedensabkommen begrüßt. Als einen Sieg des Dialogs bezeichnete der us-amerikanische Bischof Theodore McCarrick von Newark das Verhandlungsergebnis. Es sei nicht der Sieg einer Partei über eine andere, sondern ein Sieg des Gespräches über die Gewalt. Papst Johannes Paul II. rief bei seiner Generalaudienz am 15. April alle Parteien dazu auf, das Friedensabkommen zu einem Erfolg zu führen. Am 22. Mai soll die Bevölkerung Nordirlands mit einem Volksentscheid über die Annahme des Friedensvertrages entscheiden. Extremistische Protestanten haben allerdings bereits zum Boykott aufgerufen. Sie halten einige Punkte für den Katholiken gegenüber zu entgegenkommend.

Bosnien-Herzegowina

Die wichtigste Moschee von Sarajewo soll nicht wieder aufgebaut werden. Diesen Beschluß hat der Bürgermeister der Stadt bekannt gegeben. Die Ferhadija-Moschee war seit 1579 das Wahrzeichen von Sarajewo, bis sie 1993 von bosnischen Serben zerstört wurde. Die Vereinten Nationen fordern den Wiederaufbau des Kulturdenkmals. Der Bürgermeister argumentiert jedoch dagegen, dies würde eine tiefe Demütigung der Serben darstellen, da es sie an 500 Jahre türkische Fremdherrschaft erinnern würde.

Rußland

Das Parlament will wissen, ob der designierte zukünftige Premierminister Sergeij Kiriyenko der Scientology-Organisation angehört. Deutsche Medien hatten berichtet, daß Kiriyenko an Seminaren des US-amerikanischen Hubbard-Colleges teilgenommen und diese angeblich auch finanziell unterstütz hatte. Die überwiegende Mehrheit sprach sich für eine Untersuchung des Falles aus.

Rußland

Der us-amerikanische Baptistenmissionar, Dan Pollard, mußte aufgrund des neuen Religionsgesetzes als erster Vertreter einer "unerwünschten" Glaubensgemeinschaft das Land verlassen. Seine Ende März abgelaufene Aufenthaltsgenehmigung wurde nicht mehr verlängert. Pollard war seit 1992 im ostsibirischen Vanino als Missionar für eine Baptisten-Freikirche tätig.

Israel

In Jerusalem fand in der Woche vom 13. bis 17. April eine ungewöhnliche interreligiöse Konferenz statt. Fachleute von Judentum und Islam, Christentum, Hinduismus, Buddhismus und anderen Religionen diskutierten über die Identität und das Geschlecht Gottes. Ein Professor der hebräischen Universität hatte zu dem Seminar eingeladen.

Israel

Die konservative Zeitung "Jerusalem Post" hat in ihrer Ausgabe vom 14. April Papst Johannes Paul II. kritisiert. Man sei überrascht über seinen versteckten Tadel an der Politik Benajamin Netanyahus, hieß es. Der Papst hatte bei seiner Osterpredigt davon gesprochen, daß "gefährliche politische Optionen" den Friedensprozess im Nahen Osten gefährdeten.

Israel

Das Jerusalemer Verteidigungsministerium bereitet ein Gesetz vor, das auch ultraorthodoxe Juden, soweit diese keine religiösen Studien betreiben, zum Militärdienst verpflichtet. Seit der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 brauchten diese keinen Militärdienst zu leisten.

Afghanistan

Der us-amerikanische Sondergesandte für das asiatische Land, Bill Richardson, konnte am 17. April einen unerwarteten Erfolg verbuchen. Die Taliban-Rebellen, die große Teile des Landes kontrollieren, sind zu einem zeitlich begrenzten Waffenstillstand und Friedensverhandlungen bereit. Dieses ist nur der Anfang, aber es ist immerhin ein Schritt auf das Ende des seit 18 Jahren dauernden Bürgerkrieges hin.

Afghanistan

Die Chancen für Friedensgespräche zwischen den Taliban-Rebellen und der Opposition stehen schlecht. Diese Befürchtung hat am 14. April der UNO-Vermittler, Lakhdar Brahimi, in Teheran geäußert. Er versuche derzeit, die beiden kriegführenden Seiten zu Verhandlungen an einen Tisch zusammenzuführen, habe dabei aber noch keinen großen Fortschitt erzielt, berichtet die iranische Nachrichtenagentur.

Nordkorea

Die Versorgungslage hat sich weiter verschlechtert. Um die anhaltende Hungersnot zu bekämpfen, hat Caritas International in Freiburg eine weitere Million Mark zur Verfügung gestellt. Die dafür in China und Kanada eingekauften Lebensmittel werden Ende des Monats in einem nordkoreanischen Hafen entladen und zur Verteilung in die Provinzen Kangwon und Süd-Hamyong transportiert.

China

Nach Angaben der US-amerikanischen Kardinal Kung-Stiftung sind in der Volksrepublik zwei weitere Priester der katholischen Untergrundkirche verhaftet worden. Es handelt sich dabei um die Priester Shi Wende und Lu Genyou, beide aus der Provinz Hebei.

Kambodscha

Für das Schweigen der westlichen Welt zu den Verbrechen von Pol Pot in dem asiatischen Land ist ein kollektives Mea Culpa nötig. Dies hat der Leiter des vatikanischen Fides-Informationsdienstes, Bernardo Cervellera, gefordert. Der am 16. April verstorbene ehemalige kambodschanische Diktakor sollte nicht zum alleinigen Sündenbock für den Völkermord werden.

Sudan

Das vom Welternährungsprogramm vorausgesagte "Schreckensszenario" wird im Süden des Landes zunehmend Wirklichkeit. Das sagte am 16. April ein Sprecher der Organisation in Genf. Der Prozentsatz unterernährter Menschen sei - vor allem bei Kindern - alarmierend hoch. Ein Flug mit Hilfslieferungen war am 16. April aus technischen Gründen abgebrochen worden. Die Regierung hat noch keine Alternative genehmigt.

Sudan

Friedensgespräche zwischen dem Regime und den Rebellen im Süden des Landes sollen in der letzten Aprilwoche in Nairobi stattfinden. Das hat am 15. April der kenianische Außenminister bekanntgegeben. Die Verhandlungen sollen dem seit 14 Jahren andauernden Bürgerkrieg ein Ende setzen. Sie waren im November des vergangenen Jahres unterbrochen worden.

Nigeria

Der UNO-Sonderberichterstatter für das afrikanische Land hat am 15. April in Genf einen Bericht vorgelegt. Trotz internationaler Proteste und auch nach dem Papstbesuch ist die Menschenrechtslage weiterhin katastrophal. Regimekritiker werden ohne Prozess inhaftiert und mißhandelt. Oft nehmen die Behörden auch Angehörige von Dissidenten fest und versuchen, politische Gegner auf diese Weise in die Knie zu zwingen. Medizinische Hilfe wird in den Gefängnissen oft verweigert und die Todesstrafe ist eine allgegenwärtige "Lösung".

Demokratische Republik Kongo

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, hat beschlossen, die Untersuchungskommission über Menschenrechtsverbrechen aus dem zentralafrikanischen Land abzuziehen. Die Arbeit der UNO-Leute war in den vergangenen Monaten systematisch behindert worden. Ziel der Nachforschungen war es, Klarheit über die vermuteten Massaker durch Soldaten des ehemaligen Rebellenführers Laurent Kabila an ruandischen Flüchtlingen zu erlangen.

Mexiko

Ohne Schwierigkeiten hat ein us-amerikanischer Hilfstransport für die Krisenregion Chiapas die Grenze nach Mexiko überschritten. Ein Mitglied der Initiative "Pastors for peace" berichtete, die erforderlichen Genehmigungen seien ohne Verzögerung erteilt worden. In Chiapas wird die Gruppe unter anderem mit Erzbischof Samuel Ruiz zusammentreffen.

Brasilien

Eine international abgestimmte Petition beklagt jetzt die Haltung der Regierung gegenüber den Landkonflikten. Mindestens 4 Millionen Menschen sind immer noch landlos. Eine mehrfach angekündigte Agrarreform geht nur sehr zögerlich voran. Weiterhin werden Landlose oder deren Vertreter ermordet. Am 17. April, dem zweiten Jahrestag eines Massakers an demonstrierenden Landlosen, fanden Protestaktionen in der Hauptstadt Brasilia und auch vor mehreren brasilianischen Botschaften in Europa, Asien und Lateinamerika statt.

Brasilien

Die Europäische Union hat eine Hilfslieferung von über 1 Million Dollar in das südamerikanische Land geschickt. Damit soll den Opfern der jüngsten Dürre- und Waldbrandkatastrophen geholfen werden. Nahrungsmittel und Medikamente sind dort am dringendsten nötig. Umweltexperten vermuten, daß eine Fläche von der Größe Belgiens zerstört worden ist.

Vereinigte Staaten

Repräsentanten des lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM werden in der Woche vom 20.-24. April in Washington mit führenden Wirtschaftsfachleuten zusammentreffen. Ziel der Gespräche ist es, Wege einer Politik zu finden, die wirtschaftlichen Aufschwung mit sozialer Entwicklung in Einklang bringt. Es gehe vor allem um Schuldenerlaß für die ärmsten Länder und um den Kampf gegen die Korruption, so der CELAM-Vorsitzende Oscar Rodriguez. An den Treffen sind außerdem die Weltbank, der Internationale Währungsfonds und die Interamerikanische Entwicklungsbank beteiligt.

Vereinte Nationen

Die Tibeter, die sich in Hungerstreik befinden, sollen ihrer Protestaktion ein Ende setzen. Darum hat jetzt der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, gebeten. Die jungen Leute wollen auf die Verletzung der Menschenrechte durch die Chinesen in Tibet aufmerksam machen. Annan zeigte sich besorgt um ihren Gesundheitszustand und legte weitere Schritte in den Kompetenzbereich der Regierungen.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag:
Kommentar der Woche von Hans-B. Würmeling und Wenn ich beten könnte - die hohe Schule des Gebets von Hans Schaller SJ
Sonntag: Aus der Reihe "Menschen in der Zeit": Aldo Parmeggiani im Gespräch mit Hanna-Renate Laurien
Montag: Weltkirchen-Magazin
Dienstag: Mit Leib und Seele von Corinna Mühlstedt

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
DSF um 6.10, 7.10, 16.45 und 19.10 Uhr
Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:
Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen
Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

Redaktion dieser Ausgabe: Daniela Sadgorski

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 21. April 1998.

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