Radio Vatikan Archiv Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen!

An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 11. April 1998 bis Dienstag, 14. April 1998.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 10. April beim traditionellen Kreuzweg am Kolosseum die mutigen und verfolgten Frauen weltweit gewürdigt. Mehrere Zehntausend Gläubige waren zusammengekommen, um mit dem Papst die vom orthodoxen Theologen Olivier Clement geschriebenen Texte zu beten. Die Meditationen erinnerten an die Verfolgten in der Geschichte. Insbesondere wurden die Frauen in den sowjetischen Gulags und den Konzentrationslagern der Nazionalsozialisten hervorgehoben. Beim Kreuzweg wurde der Papst von Jugendlichen aller Erdteile begleitet, die stellvertretend das Kreuz vorantrugen.

Vatikan

In der Osternacht am 11. April wurde neben der Segnung des Osterfeuers auch das Sakrament der Taufe gespendet. Insgesamt neun Personen aus verschiedenen Ländern der Erde, darunter auch aus China, wurden in die Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 12. April beim Ostersegen "Urbi et orbi" erneut zu weltweiter Solidarität aufgerufen; gegen ethnische Rivalitäten, Bruderkriege und Massaker. Gleichzeitig betonte er, von Ostern müsse ein neuer Einsatz für die Würde aller Menschen ausgehen. Rund 100.000 Gläubige feierten gemeinsam mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche die Eucharistie auf dem Petersplatz. In der Predigt erinnerte der Papst daran, daß es den zahlreichen Zeugen Christi zu verdanken sei, daß die Kirche ihren Weg durch die Jahrhunderte fortgesetzt habe, auch unter Verfolgung und Widerstand. Dann verwies er auf die Krisen und Kämpfe der heutigen Zeit, besonders im Nahen Osten und in Jerusalem. Die Friedensbotschaft Osterns solle zum Dialog ermutigen! Papst Johannes Paul II. wünschte dann in 54 Sprachen ein gesegnetes Osterfest.

Deutschland

Der konstruktive Dialog zwischen dem Hilfswerk "Adveniat" und Kuba soll fortgesetzt werden. Dies erklärten jetzt der Botschafter der Republik Kuba in Deutschland, Oscar Martinez, und der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission "Adveniat", Weihbischof Franz Grave. Im Mittelpunkt eines gemeinsamen Gespräches standen die Auswirkungen des Papstbesuches im Januar und die Weiterentwicklung von "Adveniat"-Projekten in Kuba.

Deutschland

Die Bundesregierung soll die Überwachung von Scientologen aussetzen. Diese Forderung erhob der Vorsitzende von Scientology, Heber Jenztsch, in einem Brief an den deutschen Botschafter in Washington. Weiterhin solle offengelegt werden, in welchen Länden Deutschland diese Form der "Spionage" beteibe.

österreich

Der Konflikt um den umstrittenen früheren Wiener Erzbischof, Kardinal Hans Hermann Groer, scheint gelöst. Auf Anweisung von Papst Johannes Paul II. gebe Groer seinen bisherigen Wirkungskreis auf, hieß es in einer am 14. April von der Apostolischen Nuntiatur veröffentlichen Erklärung. Kardinal Groer wörtlich: "In den vergangenen drei Jahren hat es zu meiner Person zahlreiche oft unzutreffende Behauptungen gegeben. Ich bitte Gott und die Menschen um Vergebung, wenn ich Schuld auf mich geladen habe."

Frankreich

Auch in den fünf von illegalen Ausländern besetzten Kirchen ist das Osterfest gefeiert worden. Während in Evry, Bobigny und Nanterre die Kirchenbesetzer das Gotteshaus nicht räumten, wollten die Illegalen in Creteil und Argenteuil den Kirchenbesuch nicht stören und verließen die Kirche. Bei den Kirchenbesetzern handelt es sich überwiegend um Moslems.

Nordirland

Weltweites Aufatmen herrscht nach dem historischen Durchbruch bei den Friedens-verhandlungen. US-Präsident Bill Clinton bezeichnete den Verhandlungsmarathon als vorbildlich für zahlreiche andere Krisenherde. Palästinenserpräsident Yassir Arafat betonte in einer ersten Stellungnahme, daß er sich solche Verhandlungen auch für sein Volk erhoffe. Mit ausgelassenen Festen reagierte die irische Bevölkerung in der Nacht auf den 11. April auf den am Abend erzielten Vertrag, der eine wesentlich größere Selbstbestimmung der Bewohner vorsieht als bisher.

Nordirland

Ohne Zwischenfälle ist am Morgen des 13. April der erste Marsch der Protestanten durch Belfast nach dem Friedensabkommen verlaufen. Als Zeichen ihres guten Willens hatten die Organisatoren davon abgesehen, auch durch ein katholisches Viertel zu gehen. In der Vergangenheit war es bei den Märschen immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen.

Belgien

Der Brüsseler Kardinal Godfried Daneels will gegen ein Gerichtsurteil Berufung einlegen. Wie ein Sprecher des Erzbischofs am 14. April erklärte, möchte Daneels darauf reagieren, daß er für die Vergehen eines pädophilen Priesters mitverantwortlich gemacht wurde. Dabei gehe es nicht um eine Entschuldigung für den verurteilten Geistlichen. Daneels wolle lediglich deutlich machen, daß er im zivilrechtlichen Sinne für die Handlungen des Priesters nicht verantwortlich sei.

Rumänien

Die orthodoxe Kirche des Landes plant, ihre politische Neutralität aufzugeben. Das hat am 11. April der Erzbischof von Cluj, Bartolomeu Anania, erklärt. Nach seiner Auffassung müßten die Kirchen eine aktivere Beteiligung am politischen Leben erwägen. Nur so könnten sie eine unüberhörbare Stimme sein, wenn es um gesellschaftliche oder moralische Fragen gehe. Anania will seiner Synode vorschlagen, eine entsprechende Entscheidung zu fällen. Es gehe nach seiner Auffassung nicht darum, eine politische Partisanengruppe zu bilden, sondern sich konstruktiv am politischen und gesellschaftlichen Gespräch zu beteiligen.

Rußland

Ein amerikanischer Baptistenpfarrer ist kurz vor den Kartagen des Landes verwiesen worden. Die Behörden haben damit das neue russische Religionsgesetz erstmals angewendet. Nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten warnte der Baptist davor, daß in Kürze sämtliche amerikanischen Missionare in Rußland des Landes verwiesen werden könnten.

Israel

Die Besatzung und tägliche Repressalien verhindern den Osterfrieden. Mit diesen Worten hat das Oberhaupt der lateinischen Christen im Heiligen Land, Michel Sabbah, die Situation im Nahen Osten charakteristert. Wenn Ostern eine Botschaft von Freiheit sei, könne man davon in den von Israel besetzten Gebieten aber auch zum Teil in den Autonomiegebieten kaum etwas spüren. Das Land werde müde aus Mangel an Frieden und Freiheit. Blutvergießen, tägliche Gewalt und Einschüchterung nehmen jede Hoffnung auf die Zukunft. Die Internationale Gemeinschaft sei nun zum Handeln aufgerufen.

Iran

Das Parlament hat allgemeine Richtlinien für ein Gesetz erlassen, das die Würde der Frau bei der Publikation von Photographien wahren soll. Das Gesetz soll die Verwendung von Frauen als "Werkzeug" verbieten. Hintergrund ist der Protest von Konservativen, nachdem Frauen in islamischer Kleidung photographiert worden waren und die Photos dazu dienen sollten, die Verbreitung von Magazinen zu erhöhen. Kritiker der neuen Richlinien führen die Meinungsfreiheit ins Feld.

Pakistan

Eine UNO-Marsch-Kampagne gegen Kinderarbeit hat am 13. April die Grenze von Indien nach Pakistan überschritten. In dem asiatischen Land arbeiten Millionen von Kindern, um ihre Familien mit zu ernähren. Der Marsch hatte am 17. Januar in Manila auf den Philippinen begonnen und wird sich weiter in den Iran bewegen.

Indonesien - Ost-Timor

Der Bischof von Dili, Carlos Belo, hat am 13. April das nordirische Friedensabkommen als Beispiele für ein ähnliches Übereinkommen für Ost-Timor gelobt. Der Friedensnobel-preisträger sagte, der Durchbruch in Belfast sei ohne Zweifel auch für die Zukunft der unter indonesischer Verwaltung stehenden südostasiatischen Insel von Bedeutung.

China

Die deutsche Sektion von amnesty international hat erneut auf Menschenrechtsverletzun-gen in der Volksrepublik hingewiesen. Es gebe dort Tausende von politischen Gefangenen. Das Land sei für 80 Prozent der weltweiten Hinrichtungen verantwortlich. Auch der bekannteste Dissident der Volksrepublik, Wei Jingsheng, kritisierte in Wien die Haltung der EU-Staaten gegenüber seinem Heimatland. Anstatt in die Demokratiebewegung zu investieren, flössen Milliarden von Dollar in Wirtrschaftsprojekte.

Korea

Zeitgleich haben am 12. April in den Hauptstädten Pjöngjang und Seoul die Ostergottesdienste stattgefunden. Man habe sich auf einen gemeinsamen Zeitpunkt eingestellt, um wenigstens am Osterfest eine spirituelle Einheit zu demonstrieren, erklärten Kirchenvertreter in Südkorea. Wenn Christus den Tod überwunden und die Einheit seiner Kirche gewünscht habe, gelte es, das auch im politischen Alltag umzusetzen.

Taiwan

Die Bischofskonferenz des Landes hat am 14. April offiziell die Landesbezeichnung China aus ihrem Namen entfernt. Die Änderung wurde vom neuernannten Kardinal Paul Shan vorgeschlagen und nach Zustimmung des Apostolischen Stuhls vorgenommen. Der Vatikan unterhält als einziger europäischer Staat diplomatische Beziehungen zu Taiwan.

Ägypten

Der Imam der islamischen Universität Al-Azhar, Scheich Mohammed Tantaoui, hat eine theologische Sonderkommission eingerichtet. Die Spezialisten sollen die Bestimmungen untersuchen, die in Algerien Frauen einen Schwangerschaftsabbruch erlauben, wenn sie von Mitgliedern islamischer Terrorgruppen vergewaltigt worden sind. Während Tantaoui vor einigen Jahren Schwangerschaftsabbrüche bei bosnischen Frauen für rechtmäßig hielt, gilt für ihn ein Gleiches nicht im islamischen Algerien.

Algerien

Die oberste islamische Autorität hat Berichte dementiert, den Schwangerschaftsabbruch von vergewaltigten Frauen erlaubt zu haben. Die Abtreibung sei weiterhin verboten. Allerdings sei derzeit ein Schwangerschaftsabbruch unter bestimmten Umständen in der Diskussion. Seit dem Ausbruch der Gewalttaten im Jahr 1992 sind vermutlich rund 1600 Frauen von Islamisten vergewaltigt worden.

Senegal

Der Erzbischof von Dhakar, Kardinal Hyazinthe Thiandoum, hat am 12. April den Wunsch nach friedlichen, demokratischen und transparenten Wahlen geäußert. In seiner Predigt zur Ostermesse in der Kathedrale der Hauptstadt forderte er die Politiker des Landes, die religiösen Führer und die Bevölkerung auf, sich dafür einzusetzen, daß die gesamte Nation als Sieger aus den für den 26. Mai geplanten Wahlen hervorgeht.

Kuba

Nachdem eine Prozession von Gläubigen durch die Straßen der Hauptstadt Havanna zunächst abgesagt worden war, konnte sie am 11. April doch stattfinden. Die Behörden hatten die Karfreitagsprozession nach spanischem Vorbild, bei dem Christusstatuen vorangetragen werden, zunächst ohne nähere Gründe verboten. Aufgrund der plötzlichen Erlaubnis konnten allerdings nur 400 Personen teilnehmen.

Kuba

Rund 500.000 Bürger sind für den 19. April zu einer Militärübung einberufen worden. Wie die Zeitung "Tribuna de la Habana" am 11. April berichtete, sollen sie bei der Übung Selbstverteidigung im Kriegsfall lernen. Am 19. April wird auf Kuba der 37. Jahrestag des Widerstands gegen eine vom amerikanischen Geheimdienst inszenierte Invasion von Exilkubanern gefeiert.

Kuba

Die katholische Kirche wie auch ein Regierungssprecher haben dementiert, daß dem einzigen dort lebenden US-Priester die Arbeitserlaubnis entzogen worden sei. Der Vikar der Diözese Santa Clara erklärte, der Orden von Pater Patrick Sullivan habe dessen Versetzung nach Havanna entschieden. Während das örtliche Zentralkomitee von einer innerkirchlichen Angelegenheit sprach, bestätigte der Obere des Kapuzinerordens, daß die Aufenthaltsgenehmigung für den Priester nicht erneuert worden sei.

Mexiko

Mehrere Tausend Gläubige haben am 10. April an den Karfreitagsfeierlichkeiten in verschiedenen Großstädten des Landes teilgenommen. Ähnlich wie auf den Philippinen gab es auch in Mexikio Kreuzigungen. Auch aus der Krisenregion Chiapas wurde eine Teilnahme von rund 4000 Gläubigen an den Karfreitagsprozessionen in der Provinzhauptstadt gemeldet. Auf Transparenten soll dabei eine friedliche Lösung des gegenwärtigen Konfliktes gefordert worden sein.

Australien

Die Kommission "Justitia et Pax" der katholischen Kirche des Landes wird den Vereinten Nationen einen Bericht über den Mißbrauch an Ureinwohnern vorlegen. Eine am 14. April veröffentlichte Liste führt 125 Fälle von Mißhandlungen auf. In dem Schreiben wird auch von einer Verschlechterung des internationalen Ansehens Australiens in Bezug auf die Menschenrechte gesprochen.

Vereinte Nationen

Die Rekrutierung von Kindern oder deren Einsatz bei Kampfhandlungen soll von dem künftigen Internationalen Gerichtshof als Kriegsverbrechen geahndet werden. Das hat am 14. April die Direktorin des UNO-Kinderhilfswerkes UNICEF, Carol Bellarmy, in Genf gefordert. Gleichzeitig kritisierte sie, daß es der Internationalen Gemeinschaft bisher noch nicht gelungen sei, das Rekrutierungsalter für Minderjährige von 15 auf 18 Jahre anzuheben.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:

Mittwoch: Römische Woche

Donnerstag: Radioakademie: Mit Leib und Seele - Philosophische Gedanken über das Wesen der menschlichen Seele von Corinna Mühlstedt

Freitag: Prisma-Magazin

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

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Redaktion dieser Ausgabe: Daniela Sadgorski

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag, 17. April 1998.

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