Radio Vatikan Archiv

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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 8. April 1998 bis Freitag, 10. April 1998.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 9. April zu weltweiter Solidarität aufgerufen. Beim traditionellen Gründonnerstagsgottesdienst in der Lateranbasilika betonte der Papst, daß jeder Gläubige sich um seinen Nächsten sorgen müsse. An die Priester appellierte er, ihr Amt als Dienst an den Ärmsten der Armen zu verstehen. Nur so lasse sich eine wahre Christusbegegnung realisieren. Papst Johannes Paul II. nahm im Lateran die Fußwaschung an zwölf Priestern der Diözese Rom vor. Der Solidaritätsaufruf des Oberhauptes der katholischen Kirche wurde durch die Kollekte unterstrichen, die für eine Medikamentenlieferung nach Kuba gedacht war.

Vatikan

Gemeinsam mit anderen international bekannten Persönlichkeiten beteiligt sich Papst Johannes Paul II. an einer Initiative für Nordkorea. An einem Fastentag werden die Teilnehmer auf mindestens eine Mahlzeit verzichten und das so gesparte Geld an Hilfsorganisationen überweisen. Nach mehreren Naturkatastrophen und wegen der schlechten Wirtschaftslage fehlt es in dem extrem isolierten Land seit zwei Jahren an genügend Nahrungsmitteln.

Vatikan

Italienische Tageszeitungen berichteten am 8. April von einer Wanze, die der KGB zu Zeiten des Kalten Krieges in den Gemächern des vatikanischen Ostpolitikers Agostino Casaroli versteckt haben soll. Der Kardinal selbst dementierte diese Nachricht, ebenso wie der Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valles.

Italien

Der Erzbischof von Mailand, Carlo Maria Martini, hat als Zeichen der Brüderlichkeit im Rahmen des Abendmahlsgottesdienstes am 9. April zwölf Immigranten die Füße gewaschen. Wie er in seiner Predigt betonte, gehört die öffnung gegenüber allen Völkern und Nationen zu den wichtigsten Aufgaben der Kirche.

österreich

Der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, Johann Weber, ließ am 8. April wissen, Papst Johannes Paul II. habe ihm versprochen, in der Affaire Groer einen Schluß herbeizuführen. Allgemein hofft man, daß dieser der Kirche so schädlichen Angelegenheit ein baldiges Ende bereitet wird, nach Möglichkeit noch vor der Papstreise im Juni. Bischof Johann Weber war am 7. April zusammen mit dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn und dem Salzburger Erzbischof Georg Eder zu Gesprächen nach Rom gekommen.

Belgien

Der Primas der Landeskirche, Kardinal Godfried Daneels, ist am 9. April vom Brüsseler Zivilgericht zusammen mit einem Weihbischof für die pädophilen Vergehen eines Priesters für mitverantwortlich erklärt worden. André van der Lijn hatte im vergangenen Jahr zugegeben, seit 1968 etwa 10 Kinder sexuell mißbraucht zu haben. Daneels Anwälte hatten erklärt, dieser habe nichts von den Vergehen gewußt.

Griechenland

Das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche des Landes, Erzbischof Seraphim, ist tot. Der 84jährige starb am Morgen des 10. April in einem Athener Krankenhaus. Der konservative Kirchenmann stand der griechischen Orthodoxie 24 Jahre lang vor. In dieser Zeit stellte er sich staatlichen Versuchen, Kirchenbesitz zu enteignen, entgegen. Bestrebungen, seine Kirche in näheren Kontakt mit dem Vatikan zu bringen, lehnte er ab. Innerhalb der kommenden 20 Tage muß nun eine Synode aus 77 Kirchenrepräsentanten das neue Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche wählen.

Israel

Unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen haben am Nachmittag des 10. April die Karfreitagsfeierlichkeiten in Jerusalem begonnen. Mehrere Sonderkommandos von Polizei und Militär patrouillierten vor den wichtigsten heiligen Stätten des Christentums. Die traditionelle Kreuzwegprozession führt für die katholischen Christen vom Garten Getsemani über die Via Dolorosa bis zur Grabeskirche, wo die Sterbeliturgie Jesu gefeiert wird. Die israelische Regierung verstärkte ebenfalls die Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld von Synagogen und der Klagemauer. Aufgrund des Paschafestes am 11. April werden Anschläge durch militante Gruppen befürchtet.

Saudi-Arabien

Über 150 Mekka-Pilger sind am 9. April im Rahmen der Feierlichkeiten zur traditionellen islamischen Hadj ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich auf einer Brücke. Eine vorwärtsstürmende Menge ignorierte die Sicherheitsvorschriften und überrannte die Opfer.

Afghanistan

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen, Lakhdar Brahimi, ist am 9. April in Kabul eingetroffen, um mit Vertretern der Taliban zu verhandeln. Der UNO-Vermittler hatte in der vergangenen Woche in Tadschikistan Gespräche mit den Gegnern der Taliban geführt, um Friedensverhandlungen auf den Weg zu bringen. Auch die Vereinigten Staaten kündigten am 8. April an, ihren Botschafter bei den Vereinten Nationen, Bill Richardson, auf Friedesnmission nach Afghanistan zu schicken. Seit 20 Jahren hat kein so hochkarätiger US-Repräsentant mehr das Land besucht. Zum Ende der islamischen Wallfahrtszeit ließen die Taliban 118 Gefangene frei.

Afghanistan

Ein Ende der Waffenlieferungen in das islamische Land haben am 10. April die Vereinten Nationen gefordert. Sie warnten, daß der Bürgerkrieg eine Gefahr für die gesamte Region darstelle. Eine zweifache Verantwortung für ein Waffenembargo trügen die Nachbarländer. Iran und Pakistan kontrollieren den Land- und Luftweg in das ansonsten unzugängliche Afghanistan. Beide stehen außerdem im Verdacht, selbst Bürgerkriegs-Gruppen militärisch zu unterstützen.

Pakistan

Die Feier des islamischen Opferfestes in Karachi hat am 8. April unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden. Moscheen und Gebetstätten waren von Ordnungskräften umgeben. In den letzten Tagen hatten mehrere Bombenanschläge zahlreiche Tote und Verletzte gefordert.

Philippinen

10 Männer und 1 Frau haben sich am 9. April ans Kreuz schlagen lassen. Einige hundert weitere Menschen unterzogen sich einer öffentlichen Selbst-Geißelung. Diese Form der "Buße" zieht in der Stadt Cutud, im Norden des Landes jedes Jahr Tausende von Touristen an.

Indonesien

In der annektierten Region Ost-Timor droht keine Hungersnot. Entsprechende Vermutungen hat der indonesische Gouverneur jetzt dementiert. Nach einer Dürre sei die Lebensmittelversorgung in einigen Gegenden zwar knapp, es bestehe aber keine Notsituation. Die Regierung habe bereits alle nötigen Vorkehrungen getroffen.

Ägypten

Die Patriarchen der apostolischen Armenier, der orthodoxen Syrer und der orthodoxen Kopten Ägyptens haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Danach wollen sie in Zukunft gegenüber religiösen und politischen Zusammenschlüssen möglichst mit einer Stimme sprechen. Ein Ausschuß soll sich zweimal jährlich treffen, um die Zusammenarbeit zu fördern. Auch auf wissenschaftlicher Ebene soll ein intensiverer Austausch stattfinden, als bisher.

Mexiko

Die Autoritäten des Landes haben in der Krisenregion Chiapas am 9. April zwei Anführer evangelikaler Indianergruppen verhaftet. Polizei und Militär wurden für diese Aktion mobilisiert, da den Organisationen illegalen Handel mit Waffen für die Rebellen vorgeworfen wurde. In einem Schreiben war der Bischof von San Cristobal zuvor dazu aufgefordert worden, Konfrontationen zu vermeiden. Die Warnung ist nach Beobachtermeinung Teil der Regierungskampagne gegen den Bischof, der zwischen den Autoritäten und den Zapatistenrebellen in Chiapas vermittelt.

Kuba

Für die Kirche in Havanna ist das diesjährige Osterfest eine Probe der beim Papstbesuch erhaltenen Versprechen auf mehr Freiheit. Nach Angaben des Pressesprechers der Erzdiözese wurden bei den Behörden zwei Genehmigungen beantragt. Ein Kreuzweg durch die Straßen der Hauptstadt lehnten die Autoritäten ab. Eine Ostermesse im Freien vor der Kathedrale wurde dagegen genehmigt.

Venezuela

Die wirtschaftliche und soziale Krise in dem lateinamerikanischen Land ist der Grund für eine wachsende Teilnahme der Gläubigen an den Osterfeierlichkeiten. Diese Vermutung sprachen am 10. April Repräsentanten der katholischen Kirche aus. Auf diese Weise würden einige fast in Vergessenheit geratene Traditionen wiederbelebt. Zweieinhalb Millionen Gläubige hatten in der Nacht auf den 7. April an der Nazarener-Prozession, dem wichtigsten religiösen Ereignis des Landes, in Caracas teilgenommen.

Vereinte Nationen

Als "unvergleichlich grausam" hat das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF die Situation in Uganda bezeichnet. 6-8 Millionen Kinder sind dort in den letzten Jahren gewaltsam entführt und rekrutiert worden. Sie werden im Süden des Sudan von bewaffneten Rebellen einer christlichen Fundamentalistengruppe im Kampf eingesetzt. Vizepräsident Stephen Lewis rief die UNO dringend zur Intervention auf. Die meisten der Kinder, die inzwischen wieder nach Hause zurückgekehrt sind, leiden noch an den physischen und psychischen Folgen.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag:
Betrachtung zur Osternacht von Matthias Kopp
Sonntag: Ostern in Rom
Montag: österliche Weltkirche
Dienstag: Mit Leib und Seele - Philosophische Gedanken über das Wesen der menschlichen Seele von Corinna Mühlstedt

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
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Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
DSF um 6.10, 7.10, 16.45 und 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

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Redaktion dieser Ausgabe: Daniela Sadgorski

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 14. April 1998.

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