Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 4. April 1998 bis Dienstag, 7. April 1998.

Vatikan

Der Palmsonntagsgottesdienst hat am 5. April auf dem Petersplatz in Rom stattgefunden. In seiner Predigt kündigte Papst Johannes Paul II. an, die Tradition der Weltjugendtreffen werde auch im 21. Jahrhundert fortgesetzt werden. Ein großes Holzkreuz, Symbol für die Einheit im Glauben, das die Treffen quer durch die Welt begleitet, wurde von Jugendlichen aus Paris an italienische Jugendliche übergeben.

Vatikan

Papst Pius XII. wollte 1942 den Nazionalsozialismus öffentlich verurteilen, wurde aber von deutschen Bischöfen davon abgehalten. Die Jesuitenzeitschrift "Civiltà Cattolica" stützt sich bei dieser Information auf Aussagen des Kardinals Paolo Dezza. Dieser hatte erklärt, er sei 1942 von Papst Pius XII. zu einer Audienz empfangen worden. Dabei habe der Papst zu erkennen gegeben, er leide darunter, daß deutsche Bischöfe ihn brieflich vor einem Angriff des Vatikan auf die Nazis gewarnt hätten, da so etwas nur zu Repressalien führe.

Vatikan

Das Presseamt des Apostolischen Stuhls hat Vorwürfe eines Richters zurückgewiesen, daß der Vatikan nicht genug mit der italienischen Justiz zusammenarbeite, um die Hintergründe des Papstattentates von 1981 aufzuklären. Ein Pressesprecher ließ am 4. April wissen, man habe den Ermittlern alle verfügbaren Informationen übergeben. Der Untersuchungsrichter hatte zuvor dem Vatikan, aber auch Frankreich mangelnde Kooperationsbereitschaft vorgeworfen.

Vatikan

Die Bischöfe von Martinique, Guadeloupe, Guayana und Réunion haben zum Kampf gegen jede Art von Ausbeutung aufgerufen. Anlaß war die Abschaffung der Sklaverei in den französischen Kolonien vor 150 Jahren. Sie forderten dazu auf, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Heute habe sich nur die Form der Sklaverei geändert. Drogen, Macht und Geld, aber auch Manipulation seien neue Versuchungen, sagten die Bischöfe.

Italien

Die Verwandtschaft der christlichen Religion mit der jüdischen hat Kardinal Carlo Maria Martini in seiner Predigt zum Palmsonntag hervorgehoben. Auch im Judentum habe der traditionelle ölzweig symbolische Bedeutung, sagte er. Außerdem erinnerte er daran, daß in diesem Jahr Ostern und das Pessah-Fest zusammenfallen werden.

Deutschland

Die Glocken der evangelischen Kirchen von Hannover werden künftig nicht nur zum Gottesdienst läuten. Sie sollen auch einmal im Monat die Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen bekanntgeben. Auf diese Weise will die Kirche ihre Solidarität mit den Arbeitslosen demonstrieren.

österreich

Die katholische Kirche des Landes startet eine Offensive gegen die Sonntagsarbeit. Die sogenannte "Allianz für den Sonntag" hat 260.000 Unterschriften für eine Petition an das Ministerium für Soziales gesammelt, mit der ein Verbot der Feiertagsarbeit gefordert wird.

österreich

Das Land hat die Aufgabe, alte europäische Brücken wieder aufzubauen. Das betonte Kardinal Franz König in einer Ansprache. Im Einzugsbereich der ehemaligen Habsburgermonarchie bestehe immer noch ein Gefühl gegenseitiger Verbundenheit. österreich sei durch seine Kenntnis der ost-westlichen Spannungen besonders dazu verpflichtet, nach Wegen der Verbindung zu suchen.

Frankreich

In der Asylfrage hat jetzt der Innenminister des Landes die Kirche scharf kritisiert. Seit dem Sommer 1996 besetzen Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis Kirchen in Frankreich. Die Regierung beanstandet, daß mit dem Verhalten der Kirche der politischen Rechten Vorschub geleistet werde. Am 8. April ist in der Nationalversammlung die Verabschiedung eines neuen Einwanderungs-gesetzes vorgesehen.

Großbritannien

Die Kirche von England hat sich hinter die weiblichen Priester gestellt. Man werde Diskriminierungen weiblicher Priester nicht dulden, hieß es. In einer Umfrage hatten die meisten der Priesterinnen angegeben, schon einmal auf irgendeine Weise schikaniert worden zu sein.

Serbien

Die orthodoxe Kirche will kein Referendum zur internationalen Vermittlung im Kosovo-Konflikt. Bischof Artemje, der einer im Krisengebiet gelegenen Diözese vorsteht, hat sich gegen einen entsprechenden Plan von Präsident Slobodan Milosevic ausgesprochen. Für Artemjes Vorschlag einer demokratischen Lösung durch eine Regionalisierung Serbiens haben bereits der Präsident und der Metropolit der Teilrepublik Montenegro gestimmt.

Malta

Im Dezember des Jahres beginnt der internationale Malteser-Orden die Feier seines 900-jährigen Bestehens. Rund 12.000 Ordens-Ritter werden eine Wallfahrt nach Malta, Jerusalem und Rhodos unternehmen. Der Orden war im Jahr 1099 in Jerusalem gegründet worden. Nun will er seinen Hauptsitz aus Rom wieder nach Malta verlegen.

Türkei

Das weitgestreute islamistische Radionetz kann nicht ausreichend beobachtet werden. Davor hat jetzt das offizielle Kontrollorgan für Radio und Fernsehen gewarnt. In der Türkei gibt es inzwischen über 1000 Radiostationen und über 100 lokale Fernsehprogramme.

Israel

Eine ökumenische Botschaft verschickt der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, zur Kar- und Osterzeit. Darin segnet er Christen, Juden und Moslems gleichermaßen. Besonders ruft er sie dazu auf, für die schwierige Situation der Palästinenser zu beten.

Saudi-Arabien

Über 2 Millionen Pilger aus mehr als 100 Ländern haben am 7. April in Mekka an den Schlußfeierlichkeiten des islamischen Opferfestes teilgenommen. Bereits vor Sonnenaufgang versammelten sich Gläubige in weißen Gewändern im Innenhof der Großen Moschee, um an der Prozession um die Kaaba teilzunehmen. Die Mekka-Wallfahrt ist wegen Hitze und Entbehrung sehr anstrengend.

Afghanistan

Das Oppositionsbündnis ist zu Verhandlungen mit den Taliban-Rebellen bereit, die einen Großteil des Landes kontrollieren. Agenturangaben zufolge nahm die Allianz ein Gesprächsangebot nach Vermittlung der Vereinten Nationen an. Ziel der Verhandlungen ist es, den Bürgerkrieg zu beenden.

Sri Lanka

Die Beteiligung von Kindern an Krieg und bewaffneten Konflikten soll verboten werden. Diese Regelung sieht ein neues Gesetz gegen den Mißbrauch von Kindern vor, das in Kürze dem Parlament vorgelegt wird. Nach Angaben einer staatlichen Zeitung soll zugleich eine Kinder-Schutz-Behörde eingerichtet werden.

Malaysia

Eine neue Ordnung für den Bau von Tempeln und die religiösen Zeremonien der Hindus soll künftig Zusammenstöße mit den Moslems verhindern. Im März war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen, da die Muslime sich in ihrer Glaubensausübung durch die Hindus gestört fühlten.

Japan

Buddhistische Führer aus 15 asiatischen Staaten haben eine Identitätskrise ihres Glaubens beklagt. Bei einem Treffen in Kyoto berieten sie über eine bessere Verbreitung des Buddhismus. Sie machten eine schlechte Ausbildung der Geistlichen und die Aufspaltung in viele Sekten für den Rückgang der Gläubigen verantwortlich. Gerade in Südkorea, Malaysia und Taiwan bekennen sich immer mehr - besonders junge - Menschen zum Christentum.

Ägypten

Das Oberhaupt der Kopten, Papst Schenuda III., hat jetzt Berichte dementiert, nach denen Anhänger dieser Konfession in dem afrikanischen Land diskriminiert werden. Schenuda widersprach dem Vorwurf in einem Gespräch mit dem Rektor der Al-Azhar Universität, Mohamed Tantaoui. Die Probleme der Kopten müßten in dem Land selbst gelöst werden, so Papst Schenuda.

Südafrika

Die Bischofskonferenz hat am 3. April die Kommunionspendung an Präsident Bill Clinton und seine Frau durch einen katholischen Priester kritisiert. Dieser verteidigte sein Tun mit dem Hinweis, er habe den Präsidenten nicht zurückweisen können. Clinton und seine Frau sind nicht katholisch. Die römische Kirche erlaubt den Kommunionempfang durch Nicht-Katholiken nur in extremen Notsituationen.

El Salvador

Vier Mitglieder der Nationalgarde haben jetzt zugegeben, 1980 drei us-amerikanische Ordensfrauen und einen Laienmitarbeiter auf Anordnung umgebracht zu haben. Eine New Yorker Menschenrechtsorganisation meldete, diese Aussagen seien im Gefängnis gegenüber Vertretern der Hinterbliebenen gemacht worden. Präsident Armando Calderon Sol erklärte, die Regierung könne mit diesen neuen Hinweisen die Untersuchung wieder aufnehmen.

Costa Rica

Die Organisation der Christdemokraten in Lateinamerika hat die Freilassung aller politischen Gefangenen in Kuba gefordert. Zum Abschluß ihres 15. Kongresses in San Jose empfahlen sie gleichzeitig den USA, ihr Embargo gegen die Karibik-Insel aufzuheben. So könnten die Lebensbedingungen auf Kuba verbessert werden und die Ausgangslage für die volle Anwendung der Menschenrechte geschaffen werden.

Kolumbien

Der legendäre Anführer der Rebellen, Manuel Perez, ist tot. Er war bereits Mitte Februar an einer Hepathitis-Erkrankung gestorben. Inmitten der Friedensgespräche ist nun unklar, welche Richtung die Rebellen einschlagen werden. In der letzten Woche hatten sie das Vor-Abkommen gebrochen und der Regierung Opportunismus vorgeworfen. Im Vorfeld der Wahlen will sich die krisengeschüttelte Regierung offenbar einer guten Tat rühmen können.

Brasilien

Ein wichtiger Führer der Landlosenbewegung ist am 5. April beim Verlassen der Kirche von einem Unbekannten erschossen worden. Das ist bereits der dritte Mord an einem Landlosen-Vertreter innerhalb von zwei Wochen.

Brasilien

Akute Malaria-Gefahr besteht in einem Yanomami-Indianerreservat im Bundesstaat Amazonas. Das berichtet jetzt eine Missionsstation. Nach einer Serie von Waldbränden ist die Zahl der Krankheitsfälle dramatisch angestiegen. Die medizinische Versorgung auf dem Luftweg war durch den dichten Rauch behindert worden. Genaue Angaben über das Ausmaß der Seuche liegen nicht vor.

Vereinigte Staaten

Hunderte Personen haben in der Nacht zum 4. April Martin Luther Kings gedacht. Sie versammelten sich in der Kirche, in der er seine letzte Predigt gehalten hatte. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Ruf nach einer neuen Untersuchung der Vorgänge um den Mord an King laut. Hintergründe und Täterschaft des Anschlags sind noch nicht schlüssig geklärt.

Vereinigte Staaten

Eine große Mehrheit der Senatoren hat den us-amerikanischen Präsidenten Bill Clinton gedrängt, keinen Druck auf Israel auszuüben, damit es einen neuen Friedensplan akzeptiert. Der offene Brief, der am 3. April veröffentlicht wurde, ist von 81 Senatoren aus beiden großen Parteien unterschrieben. Sie bitten Clinton, nicht auf Israel, sondern auf Arafat Druck zu machen, damit er jetzt schon Endstatus-Verhandlungen annimmt.

Vereinte Nationen

Eine Resolution gegen die Todesstrafe ist am 3. April von der UNO-Menschenrechtskommission verabschiedet worden. Staaten, die die Todesstrafe noch verhängen, werden aufgerufen, Vollstreckungen vorläufig auszusetzen, beziehungsweise deren Anwendungsbereich einzuschränken. Neben Ländern der dritten Welt hatten vor allem die USA gegen die Resolution gestimmt.

Vereinte Nationen

Nach 13-jähriger Vorarbeit wurde am 2. April in Genf eine UNO-Resolution zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern verabschiedet. Sie soll allen Individuen und Gruppen garantieren, daß sie nicht gesetzlich verfolgt werden, wenn sie sich für die Umsetzung der grundlegenden Menschenrechte einsetzen. Die Annahme der Resolution bedeutet allerdings nicht automatisch, daß alle Staaten die Bestimmung respektieren.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:

Mittwoch: Betrachtung zum Gründonnerstag von Matthias Kopp

Donnerstag: Betrachtung zum Karfreitag von Stefan Kempis

Freitag: Betrachtung zum Karsamstag von Matthias Kopp

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 6.10, 7.10, 16.45 und 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

Redaktion dieser Ausgabe: Daniela Sadgorski

Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano

E-Mail: deutsch@vatiradio.va

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag, 10. April 1998.

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