Radio Vatikan Archiv

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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 28. März 1998 bis Dienstag, 31. März 1998.

Vatikan

Die Kirche Europas soll ernsthaft ihr Gewissen prüfen - das fordern die Lineamenta der kommenden Europa-Bischofssynode, die am 30. März im Vatikan veröffentlicht wurden. Es sei offensichtlich, daß die mangelnde Einheit unter den Christen zu Zwietracht und Unfrieden beitrage, mahnt das Schreiben. Die Kirche müsse Intoleranz und Gewaltanwendung bei ihrem Dienst eine klare Absage erteilen.

Vatikan

Nach dem Besuch des kubanischen Außenministers Roberto Robaina Gonzalez am 27. März gilt die Vermittlerrolle des Apostolischen Stuhls zwischen den USA und Kuba als bestätigt. Gonzalez gab jedoch am 28. März im Vatikan bekannt, sein Land verweigere die Annahme von humanitären Hilfleistungen, solange das us-amerikanische Embargo nicht gefallen sei.

Vatikan

Der Apostolische Stuhl will mit dem Jemen diplomatische Beziehungen aufnehmen. Nach Angaben einer jemenitischen Nachrichtenagentur haben der vatikanische Verantwortliche für die Beziehungen mit den Staaten, Erzbischof Jean-Louis Tauran und der Staatspräsident des Jemen entsprechende Vereinbarungen getroffen. Außerdem berichtet die Agentur von Gesprächen über die Errichtung eines katholischen Gemeindezentrums in der Hauptstadt Sanaa.

Vatikan

Die ganze Weltkirche soll dabei mithelfen, daß die Postition der Christen im Heiligen Land gehalten und ausgebaut werden kann. Die Gemeinden in Israel und Palästina brauchten handfeste Solidarität von Gläubigen in aller Welt, schrieb der vatikanische Ostkirchen-Kongregation, Kardinal Achille Silvestrini, in einem Brief an die Bischöfe der Welt.

Italien

Der Jesuitenorden gedenkt in diesen Tagen seiner 450-jährigen Missionstätigkeit auf dem afrikanischen Kontinent. Aus diesem Anlaß hat der Generalobere Peter-Hans Kolvenbach zu einer Versammlung in die Elfenbeinküste eingelanden. Im Jahre 1548 hatte die Missionstätigkeit des Ordens in Kongo und Äthiopien begonnen.

österreich

Der Wiener Erzbischof Kardinal Chrostoph Schönborn hat den Vatikan gebeten, zur Lösung der Probleme um Kardinal Groer beizutragen. In einem Zeitungsinterview vom 30. März sagte Schönborn, es seien noch konkrete Schritte notwendig, die aber in der Kompetenz Roms lägen. Auch die österreichische Bischofskonferenz hat Papst Johannes Paul II. darum gebeten, die Probleme um Kardinal Groer bald zu lösen. Das sagte deren Vorsitzender, Johann Weber, am 31. März. Die im Juni geplante Papstreise bleibe ohne Änderung.

Schweiz

Künftig wird es ein religiöses Fernsehprogramm via Satellit geben. Das Programm zu diesem Pay-TV-Kanal kommt aus der Schweiz und soll von dort aus in den nächsten Monaten nach ganz Europa ausgestrahlt werden. Gesendet wird "Eurema" in drei Sprachen. Redaktion und Gestaltung liegen in den Händen der Kirche. Geplant sind themenspezifische Sendungen zu religiösen Fragen, aber auch z.B. über Medizin und Sekten.

Nordirland

In den Friedensgesprächen steht womöglich ein Durchbruch bevor. Vor dem 9. April soll ein Abkommen unterzeichnet werden, über das ab dem 30. März in Marathonsitzungen verhandelt wird. Beobachter gehen davon aus, daß die nächsten zehn Tage für den Friedensprozeß entscheidend sein werden.

Republik Irland

Die Christlichen Brüder haben sich in Zeitungsanzeigen für die Mißhandlung und den Mißbrauch von Schülern in mehreren ihrer Einrichtungen entschuldigt. Die katholische Laiengemeinschaft ist eine wichtige Säule des irischen Schulsystems. Fälle von Mißhandlung oder sexuellem Mißbrauch sorgen in der irischen öffentlichkeit derzeit für eine hitzige Debatte.

Bulgarien

Seit dem 13. Jahrhundert hat erstmals wieder ein Kardinal das Land besucht. Der Präfekt der Ostkirchenkongregation nahm an einer Messe zu Ehren des kürzlich seliggesprochenen Eugen Bossilkov teil. Aus diesem Anlaß hatte Präsident Petar Stoianov die Einladung an Papst Johannes Paul II. erneuert, sein Land zu besuchen.

Türkei

Premierminister Mesut Yilmaz hat sich mit der Armee des Landes auf ein hartes Vorgehen gegen islamistische Aktivisten geeinigt. Das berichteten am 28. März türkische Zeitungen. Inzwischen hat ein hochrangiger General diese Bemühungen der Regierung um den Erhalt eines säkularen Staates ausdrücklich begrüßt.

Türkei

Die neugegründete islamistische Tugendpartei wünscht offenbar die Aufnahme der Türkei in die EU. Das sagte Burlet Arinc, der womöglich erster Präsident der Partei wird, gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE. Arinc gilt als Verfechter eines gemäßigten Kurses. Im Moment bestehe die Gefahr, daß das Militär den Gang der Politik in der Türkei bestimme, so der Moslemführer; dagegen könne nur eine Aufnahme des Landes in die EU helfen.

Israel

Archäologen haben in der Nähe von Jericho angeblich die älteste bekannte Synagoge des Heiligen Landes freigelegt. Der Fund geschah innerhalb der Mauern des Winterpalastes der Hasmonäer, der zwischen 75 und 50 vor Christus gebaut wurde. Nach Angaben von Fachleuten stießen die Ausgräber auch zum ersten Mal auf Hinweise, daß in der Antike in Synagogen zeremonielle Mahlzeiten gehalten wurden.

Israel

Keine Missionstätigkeit im Heiligen Land. Zu dieser Übereinkunft sind jetzt 50 evangelikale Gruppen gekommen. Ein Gesetzesentwurf gegen Prosyletismus hatte weltweit Proteste hervorgerufen. Nachdem christliche Gruppen einer Übereinkunft zugestimmt haben, keinerlei Missionsarbeit mehr im Heiligen Land zu betreiben, wurde der Gesetzesentwurf zurückgezogen.

Saudi-Arabien

Über 830.000 Pilger aus aller Welt sind zur traditionellen Mekka-Wallfahrt in Saudi-Arabien eingetroffen. Die sogenannte Hadj beginnt am 6. April. Libyen hat in der vergangenen Nacht das UNO-Luftembargo gebrochen, um Pilger in Richtung Mekka zu bringen.

China

Die Universität von Peking hat die Zusammenarbeit mit 24 Jesuitenhochschulen in den Vereinigten Staaten beschlossen. Es ist das erste Mal seit der Machtübernahme der Kommunisten vor 50 Jahren, daß katholische Bildungseinrichtungen in China offiziell tätig werden dürfen. Vor zwei Jahren hatte Peking den Universitäten alle staatlichen Zuschüsse gestrichen und sie aufgefordert, für Eigenfinanzierung zu sorgen. Daher suchen die Universitäten nach Partnern.

Malaysia

Nach Zusammenstößen zwischen Hindus und Moslems auf der Insel von Penang sind erneut mehrere Dutzend Menschen festgenommen worden. Seit Freitag wurden insgesamt 150 Personen verhaftet. Hintergrund der Auseinandersetzungen ist die geplante Verlegung eines Hindu-Heiligtums im Norden an die Stelle einer Moschee.

Indonesien

Mehrere hundert illegale Einwanderer sind am 28. März von Malaysia nach Indonesien abgeschoben worden. Insgesamt will Malaysia rund 9000 Indonesier außer Landes bringen. In der Mehrheit handelt es sich um Wirtschaftsflüchtlinge. Die UNO-Flüchtlingskommission befürchtet jedoch, daß auch politische Fälle darunter sind und hat an Malayisa appelliert, die Deportationen einzustellen, solange keine Einzelprüfnungen vorliegen.

Sudan

Das Parlament in Khartum hat den Entwurf einer neuen Verfassung am 28. März einstimmig angenommen. In dem Text wird offengelassen, ob in Zukunft mehrere politische Parteien eine Rolle im Land spielen dürfen. Das geistliche Oberhaupt der islamischen Fundamentalisten, Parlamentspräsident Hassan el-Tourabi, hatte Anfang des Monats behauptet, die neue Verfassung werde die Gründung politischer Parteien erlauben und den Grundstein zu einem Mehrparteiensystem legen.

Westafrika

Repräsentanten von fünfzehn westafrikanischen Ländern haben ein Zusammentreffen in Oslo vereinbart, bei dem sie über Abrüstungspläne sprechen wollen. Ziel ist es, einen konkreten Plan zu erarbeiten, der innerhalb eines Jahres von den jeweiligen Staatschefs unterzeichnet werden kann.

Zentralafrikanische Republik

Der Sicherheitsrat der UNO schickt erstmals seit fünf Jahren wieder eine Friedenstruppe nach Afrika. Etwa 1.300 Blauhelme sollen für die Einhaltung des Abkommens von Bangui sorgen, das letztes Jahr eine Periode ständiger Unsicherheit und Meutereien in dem afrikanischen Staat bendet hatte.

Demokratische Republik Kongo

Ein Kindersoldat ist am 29. März in Kinshasa wegen Mordes an einem Rot-Kreuz-Freiwilligen zum Tode verurteilt worden. Das wurde jetzt aus Militärkreisen bekannt. Nach Angaben von Nachrichtenagenturen bekam der 13-Jährige vor einem Militärgericht eine Art kurzen Schauprozeß.

Südafrika

Die Kirchen des Landes haben wegen der sich ausbreitenden Kriminalität den Ausnahmezustand gefordert. Auch das Militär soll im Kampf gegen die Gewalt eingesetzt werden. Eine intereligiöse Kommission hat jetzt einen entsprechenden Aufruf an die Regierung unterzeichnet. Man müsse dringend wieder zum normalen Leben zurückkehren, hieß es darin.

Mexiko

Nach Ansicht der katholischen Kirche sind junge Kriminelle nur Opfer der Konflikte, von denen der Staat gebeutelt wird. Familien, Schulen und die Kirche versagten wegen Unfähigkeit und Leichtsinn, sagte der Erbischof von Mexiko-Stadt. Er forderte daher umgehend finanzielle, materielle und humane Hilfe, um die Jugendlichen vor Risikosituationen zu bewahren.

Mexiko

Der Erzbischof von Jalapa hat am 29. März für die folgende Woche eine Friedensmission seiner Diözese in die Unruheprovinz Chiapas angekündigt. Im Gepräch mit den kriegführenden Parteien wollen mehrere Ordensleute ein Klima der Versöhnung schaffen und zur Vergebung auffordern.

Brasilien

Unter Mordanklage hat jetzt eine Richterin neun Großgrundbesitzer aus dem Amazonasstaat Para gestellt. Sie sollen an der Ermordung von zwei Vertretern einer Landlosenbewegung letzte Woche beteilgt gewesen sein.

Vereinte Nationen

Indigene Völker sollen auch von der UNO vertreten werden. Diese Forderung stellte der Weltkirchenrat am 27. März bei der Sitzung der Menschenrechtskommission in Genf. Die anvisierte Zusammenarbeit zwischen Ureinwohnern und Regierungen soll als gleichwertige Partnerschaft gestaltet werden, sagte die Antragstellerin.

Australien

Hunderte tiefgefrorener Embryonen stehen ab dem 31. März in Melbourne zur Entsorgung bereit. Sie waren in einer Spezialklinik für künstliche Befruchtung bestellt und dann nicht abgeholt worden. Das Gesetz schreibt für diesen Fall vor, daß die Embryonen nach Ablauf von 5 Jahren vernichtet werden. Eine Aktivistengruppe "Recht auf Leben" hat indessen scharf gegen das Gesetz protestiert, das die Foeten wie eine "gewöhnliche Ware" behandelt.

Vereinte Nationen

Die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte wird im September diesen Jahres nach China und möglicherweise auch nach Tibet reisen. Über Einzelheiten werde derzeit noch verhandelt, sagte Mary Robinson am 31. März gegenüber Journalisten. Die Einladung zu diesem Besuch sei von China ausgegangen, betonte die UNO-Frau. Die Regierung habe außerdem angekündigt, ein UNO-Dokument zu unterzeichnen, das zivile und politische Freiheiten garantiert. Robinson hofft, daß ihr Besuch das Thema Menschenrechte in China aufwerten wird.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:

Mittwoch: Römische Woche

Donnerstag: Jugendmagazin - Spurensuche im Kloster

Freitag: Prisma-Magazin

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 6.10, 7.10, 16.45 und 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

Redaktion dieser Ausgabe: Daniela Sadgorski

Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano

E-Mail: deutsch@vatiradio.va

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag, 3. April 1998.

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