Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen!

An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 25. März 1998 bis Freitag, 27. März 1998.

Vatikan

Bei der 54. Tagung der Internationalen Menschenrechtskommission in Genf hat am 24. März der Vorsitzende der vatikanischen Delegation zum Thema "Recht auf Entwicklung" gesprochen. Er warnte davor, sich in akademischen Diskussionen zu verlieren, statt direkt die Bedürfnisse der Betroffenen ins Auge zu fassen. Um eine Entwicklung in allen Aspekten des menschlichen Lebens zu erreichen, müsse man eine ganzheitliche Unterstützung anstreben. Wichtige Punkte seien dabei die flexible Behandlung von Auslandsschulden und die Gestaltung einer lebensfähigen Agrarpolitik.

Vatikan

Am 25. März wurden die Verträge des Konkordats zwischen Polen und dem Apostolischen Stuhl ausgetauscht. Kardinal Staatssekretär Angelo Sodano und der polnische Premierminister Jerzy Buzek machten diesen gemeinsamen Schritt, nachdem der Text der Verträge bereits 1993 unterschrieben worden war. Mit dem Konkordat wolle die Kirche keine Sonderrechte für sich erlangen, sondern ihre Rolle im öffentlichen Leben richtig verstanden wissen, sagte Papst Johannes Paul II. in einer Ansprache.

Vatikan

Bei der Generalaudienz am 25. März hat Papst Johannes Paul II. ein pastorales Resumee seiner Nigeria-Reise gezogen. Er zeigte sich überzeugt, daß die afrikanische Kirche immer mehr Verantwortung für das gesamte Gottesvolk übernehmen werde.

Vatikan

Vertreter des Judentums haben den Apostolischen Stuhl erneut dazu aufgefordert, seine Archive aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges zu öffnen. Zum Abschluß der 16. Sitzung des Internationalen Katholisch-jüdischen Verbindungskomitees äußerte sich der Ehrenvizepräsident des jüdischen Weltkongresses insgesamt positiv über den Dialog und betonte die Wichtigkeit seiner Fortsetzung.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 27. März vor Seminaristen des lombardischen Priesterseminars in Rom die Anforderungen an den Priester dargelegt. Er müsse Wissenschaft mit Liebe zu den Menschen verbinden, Suche nach Wahrheit mit dem Zeugnis des Lebens und den Glauben mit einer Liebe, die aus dem Leben Jesu komme. Außerdem rief er sie zur tiefen Verbundenheit mit der Weltkirche auf.

Vatikan

Am 27. März ist Kubas Außenminister, Roberto Robaina, zu Gesprächen mit dem Apostolischen Stuhl in den Vatikan gekommen. Berichten zufolge ging es dabei um die Beteiligung der katholischen Kirche an humanitären Aktionen der kubanischen Regierung und um eine "Nachlese" der Papstreise. Als sichtbare Zeichen des Erfolges werden die jüngsten Besuche der amerikanischen Außenministerin, Madeleine Albright, im Vatikan gewertet.

Deutschland

Die deutsche Hospiz-Stiftung hat eine Kampagne mit dem Motto "Menschliche Zuwendung statt aktiver Sterbehilfe" gestartet. Damit will sie den jüngsten Tendenzen auf dem Gebiet der Sterbehilfe eine wirksame Alternative entgegensetzen.

Frankreich

Nach den Regionalwahlen vor ein paar Tagen sehen sich die Mitte-rechts-Parteien möglicherweise auf die rechtsextreme Front National angewiesen. Am 27. März haben die drei großen Religionen des Landes dazu eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Man dürfe einer offen rassistischen Partei keinen Platz im politischen Leben geben, heißt es. Stattdessen sollten sich die traditionellen Parteien bemühen, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.

Polen

Der jüdische Großrabbiner Polens, Menache Joskowitz, hat erneut die Entfernung des Kreuzes am Rand des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz gefordert. Es störe seine Andacht, erklärte der Rabbiner nach polnischen Presseberichten vom 26. März. Er reagierte damit auf die Erklärung des Warschauer Kardinals, Josef Glemp, für den das Kreuz kein Verhandlungsgegenstand ist.

Slowakei

Ein Mea Culpa der katholischen Kirche gegenüber den Juden haben jetzt die slowakischen Bischöfe veröffentlicht. Sie bitten darin das jüdische Volk um Vergebung für die Leiden, die ihm unter den Augen der Kirche zugefügt wurden. Während des Hitler-Regimes hatte eine vom Deutschen Reich gestützte Marionettenregierung zahlreiche Juden nach Deutschland deportiert.

Rußland

Das geistliche Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Alexej II., hat beim Moskauer Verteidigungsministerium die Zulassung von Militärseelsorgern beantragt. Er warnte aber gleichzeitig davor, auch anderen Konfessionen und Religionen diesen Dienst zuzugestehen.

Saudi-Arabien

Zur diesjährigen Pilgerfahrt nach Mekka und Medina sind bereits 600.000 Muslime aus aller Welt eingetroffen. Zum Höhepunkt der Pilgerzeit, Anfang April, werden weitere zwei Millionen Menschen erwartet, die Hälfte davon aus Saudi-Arabien selbst. Inzwischen kamen Proteste aus Teheran, daß iranische Pilger von saudischen Wallfahrtsaufsehern behindert würden. Demnach würden den iranischen Pilgern Gebetbücher weggenommen und einige Pilgerstätten blieben ihnen verschlossen.

Laos

Dreizehn Christen sind wegen Bibelstudien in Privathäusern zu Haftstrafen von bis zu drei Jahren verurteilt worden. Wie eine us-amerikanische Missionszentrale mitteilte, geht die kommunistische Regierung von Laos aus Angst vor "Unterwanderung" gegen die Christen vor.

Algerien

Der Erzbischof von Algier, Henri Tessier, hat am 25. März die Autoritäten des Landes gebeten, die Todesurteile an den angeblichen Mördern des Bischof von Oran nicht zu vollstrecken. Es sei normal, daß die Justiz ihre Arbeit zum Schutz der Gesellschaft tue. Bei den Verurteilten handle es sich aber nicht um die Täter selbst, sondern nur um deren Komplizen, gab Tessier im Staatsradio zu bedenken.

Algerien

Bei Massakern sind in der Nacht zum 27. März 57 Personen ermordet worden. In einem Dorf nahe der marokkanischen Grenze wurden den Opfern die Kehlen durchgeschnitten. Dies gilt als Zeichen, daß es sich bei den Attentätern um islamische Fundamentalisten handelt.

Kuba

Die zuversichtlichen Nachrichten aus und über das Land nach dem Papstbesuch halten an. Die Adveniat-Initiaitve zur Unterstützung der Kirche in Kuba hat bisher 766.000 DM erbracht. Mit dem Geld sollen vor allem der Aufbau von verfallenen Kirchen, der Ausbau von Gemeindezentren, katechetische Initiativen sowie Pastoralprogramme unterstützt werden.

Kolumbien

Regierung und Guerilla-Bewegung ELN haben ein sogenanntes Vor-Friedensabkommen unterzeichnet. Das bestätigte am 25. März überraschend der kolumbianische Präsident Ernesto Samper. Vertreter beider Seiten haben sich offenbar auf eine Entwaffnung der Rebellen und die Einberufung eines nationalen Dialogs verständigt. Präsident Samper hob in einer Stellungnahme hervor, daß die Armee von dem Dokument unterrichtet worden sei und sich daran gehalten habe.

Kolumbien

Die Rebellen haben neun Geiseln freigelassen, darunter auch drei Bürgermeister. In einem Communique betonten sie, sie seien friedensbereit. Das jüngst unterzeichnete Vor-Friedensabkommen steht also unter günstigen Vorzeichen. Sollte der geplante Dialog jedoch zwischen den beiden Runden der Präsidentschaftswahlen im Juni stattfinden, wird er wahrscheinlich von diesem Ereignis überlagert und gelähmt werden.

Paraguay

Der nationale Dialog unter Vermittlung der Kirche, droht zu scheitern. Die wichtigsten Gesprächspartner haben sich zurückgezogen. Das Land ist in der Krise, weil bei den Wahlen Anfang Mai, voraussichtlich ein Regierungswechsel stattfindet. Die Colorado-Partei will aber nicht die Macht abgeben, die sie seit über einem halben Jahrhundert innehat.

USA

Zum ersten Mal hat in den Vereinigten Staaten eine Person offiziell eine legale Selbsttötung vorgenommen. Eine über 80-jährige krebskranke Frau nahm im Bundesstaat Ohio den Tod herbeiführende Medikamente ein. Seit dem vergangenen November ist die Selbsttötung unter Beisein eines Mediziners dort legalisiert. Umfragen zufolge befürworten 68 Prozent der Bürger diese Form der Euthanasie, nicht jedoch die Freigabe entsprechender Medikamente.

Vereinte Nationen

Die UNO-Menschenrechtskommission hat heute das Vorgehen der serbischen Polizei im Kosovo verurteilt. In einer Erklärung sprach sie von "Brutalität" und forderte die Serben auf, die Krise friedlich beizulegen.


Hinweise auf unser Wochenprogramm:

Samstag: Kommentar der Woche von Hans-B. Würmeling und Radio-Exerzitien mit Elmar Gruber

Sonntag: Aktenzeichen - Marcel Gallo, Die Arbeit im Feuerofen

Montag: Weltkirchen-Magazin

Dienstag: Radio-Exerzitien mit Elmar Gruber

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 6.10, 7.10, 16.45 und 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

Redaktion dieser Ausgabe: Daniela Sadgorski

Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano

E-Mail: SEDOC@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag: 31.03.1998.

Radio Vatikan Archiv

Leitseite www.kath.de