Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 21. März 1998 bis Dienstag, 24. März 1998.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat sich zur Kritik an dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Holocaust-Dokument geäußert. Er verteidigte das angebliche öffentliche Schweigen seines Vorgängers, Pius XII., zur Judenverfolgung Hitlers. Dabei verwies der Papst auf die Forschungen eines jesuitischen Historikers. Dieser war nach einer Studie der Vatikanischen Akten zu dem Schluß gekommen, Pius XII. habe geschwiegen, weil er durch eine öffentliche Intervention noch mehr Gefahr für die Juden heraufzubeschwören fürchtete.

Dokumente auf http://www.kath.de/sdbk/index.htm

 

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat die Bedeutung der Beichte für das innere Gleichgewicht des Menschen betont. Allerdings, fügte er hinzu, sei der Beichtstuhl keine Alternative zu einer Psychotherapie. Wenn jemand ärztliche Beratung oder eine Therapie brauche, müsse man ihn im Beichtstuhl darauf hinweisen.

Vatikan

An 24. März ist die us-amerikanische Außenministerin, Madeleine Albright, zu einem Meinungsaustausch in den Vatikan gekommen. Dort traf sie mit Kardinal Staatssekretär Angelo Sodano und und dem Verantwortlichen für die Außenbeziehungen des Vatikans, Jean-Louis Tauran, zusammen. Themen der Gespräche waren humanitäre Maßnahmen für Kuba, die Situation im Kosovo, sowie die Lage in den afrikanischen Staaten, die US-Präsident Bill Clinton gerade besucht.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 24. März noch einmal den weltweiten Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen verurteilt. In einer Botschaft zum 50-jährigen Bestehen des Katholischen Kinderbüros klagt der Papst vor allem den Teufelskreis aus Pornographie, Drogen- und Organhandel an, aus dem sich die Minderjährigen nicht mit eigener Kraft befreien könnten. Aber auch weitere Gefahren, wie Abtreibung oder Diskriminierung behinderter Kinder verurteilte Johannes Paul deutlich.

österreich

Frauen könnten der Kirche einen neuen Impuls geben. Das sagte der Bischof von Tirol, Alois Kothgasser, am 21. März in einem Zeitungsinterview. Allerdings heißt ein stärkeres Einbeziehen der Frauen für ihn nicht, so wörtlich, "daß sie auf allen Posten präsent sein sollen".

Polen

Das Kreuz am Rande des früheren Konzentrationslagers Auschwitz wird dort stehenbleiben. Das erklärte am 22. März der polnische Primas, Kardinal Josef Glemp, bei einer Meßfeier in Warschau. Das Kreuz, das vor der ersten Papstreise 1979 bei Auschwitz aufgestellt worden war, werde dort bleiben - als Zeichen der Liebe im Leiden. Jüdische Gruppen hatten in letzter Zeit immer wieder ein Entfernen des Kreuzes gefordert; es sei vom früheren KZ-Lagergelände aus zu deutlich sichtbar.

Polen

Mit überwältigender Mehrheit sprechen sich die Priester des Landes für einen Anschluß an die Europäische Union aus. Nach einer am 23. März veröffentlichten Umfrage sind 84 Prozent der Geistlichen dafür. Bei der Bürgerschaft sprach sich nur eine Mehrheit von 64 Prozent für den Anschluß aus.

Slowenien

Die Bischöfe des Landes haben das Ergebnis einer Umfrage als Frucht einer staatlichen Meinungsmache bezeichnet. Ihr zufolge sind drei Viertel aller Bürger gegen die Rückgabe der enteigneten Staatsgüter an die Kirche. Die Regierung begründet die Nicht-Erstattung mit dem Hinweis, die Kirche würde dann Großgrundbesitzer und bekäme zwei Prozent aller staatlichen Waldgebiete.

Serbien

Die römische Basisgemeinschaft Sant Egidio hat eine wichtige Vereinbarung zwischen Serben und Albanern im Kosovo vermittelt. Das Dokument wurde am 23. März unterzeichnet. Danach dürfen albanische Kinder wieder Schulen mit eigenen Lehrplänen besuchen. Die Vereinbarung ist die erste Annäherung zwischen Serben und Albanern seit Ausbruch der Unruhen im Kosovo.

Türkei

Premierminister Mesut Yilmaz hat am 23. März Maßnahmen im Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus angekündigt. Dies berichten Pressequellen aus Ankara. Wie weiter bekannt wurde, warnte ein staatlicher Radiosender, daß der Mißbrauch von Religion in Fernsehen oder Rundfunk bestraft werde. Die Ankündigung zielt offenbar auf hunderte von islamischen Radio- und Fernsehstationen, die überall in der Türkei aus dem Boden geschossen sind.

Libanon

Die Kirche brauche sich nicht bei den Juden zu entschuldigen, weil die Shoah nur Lüge sei. Sie diene den Zionisten, um die Welt zu erpressen. Dies sagte am 22. März ein hoher shiitischer Religionsführer nach Angaben der nationalen Presseagentur.

Afghanistan

Am 24. März haben Tausende von Bürgern an einem Friedensmarsch im Norden des Landes teilgenommen. Bei der Demonstration sollen mindestens zehn Menschen getötet worden sein. Das Rote Kreuz und die Vereinten Nationen haben ihre Aktivitäten teilweise schon eingestellt. Zuletzt waren UNO-Angehörige immer öfter von Taliban-Vertretern eingeschüchtert und an ihrer Arbeit gehindert worden.

Vietnam

Premierminister Nguyen Tan Dung hat jetzt öffentlich den Beitrag der Gläubigen zum Aufbau des Staates gewürdigt. Er betonte, daß die sozialen Mißstände eines Landes durch Menschen gemildert werden könnten, die gemäß den Regeln einer Religion leben. Tan Dung verurteilte auch das gegen Gläubige begangene Unrecht.

Laos

Ein katholischer Priester des Landes ist Ende Januar verhaftet worden, wie erst jetzt bekannt wurde. Nach offiziellen Angaben soll er die strengen Bestimmungen für Pastoralreisen verletzt haben. Es wird vermutet, daß diese Inhaftierung mit einem für illegal erklärten Bibeltreffen in Zusammenhang steht.

Malaysia

Der Premierminister des Landes, Mahathir Mohamad, hat die Staaten Europas dazu aufgerufern, den Islam genauso anzunehmen, wie das Judentum. Anlaß dazu war die Eröffnung einer Konferenz "Europa und die islamische Welt". Mohamad sagte weiter, Europa müsse aufhören, den Islam als anti-christlichen Feind zu sehen. Nur so könne ein Zusammenstoß religiöser Kulturen verhindert werden.

Äthiopien

Die Bischöfe von Eritrea und Äthiopien haben einen Pastoralbrief zum Jahr 2000 veröffentlicht. "Dein Reich komme", heißt der Titel des Schreibens. Darin betonen die Bischöfe vor allem die Bedeutung der Laienarbeit. Außerdem regen sie zur Beschäftigung mit der frühchristlichen Kirche an. Daraus könnte eine ihrer Ansicht nach eine neue Dynamik entstehen.

Nigeria

Am 21. März hat der dreitägige Besuch von Papst Johannes Paul II. in Abuja begonnen. Bei einem Zusammentreffen mit Staatschef General Sani Abacha forderte der Papst Menschenrechte und Freiheit für das Land. Außerdem überreichte er Abacha eine Liste mit den Namen von 60 politischen und Gewissensgefangenen, deren Freilassung gefordert wird. Die Bevölkerung legte große Hoffnungen in den Besuch des Papstes.

Nigeria

Am 22. März hat Papst Johannes Paul II. den ersten Westafrikaner selig gesprochen. Cyprian Michael Tansi (1903-1964), dessen Eltern noch einer traditionellen Stammesreligion angehörten, wurde mit neun Jahren getauft, besuchte eine Missionsschule und studierte. Als Priester zeichnete er sich durch besonderes soziales Engagement aus. Er starb in einem Kloster in England. Mit der Seligsprechung würdigt die Kirche sein karitatives und asketisches Leben.

Nigeria

Papst Johannes Paul hat am 23. März das Land nochmals zu Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität aufgerufen. Bei einer Messe in Abuja, der neuen Hauptstadt des Landes, predigte er zu etwa 200.000 Gläubigen.

Kuba

Das us-amerikanische Embargo muß aufgehoben werden. Das hat jetzt erneut der Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, gefordert. In einem Interview mit einer christlichen Zeitschrift wies er darauf hin, daß die Hilfslieferungen der USA nur ein oberflächliches Linderungsmittel für die unter den Sanktionen leidende Bevölkerung seien.

Vereinte Nationen

Das Welternährungsprogramm plant einen Transport von Hilfsgütern nach Burundi. Wie am 24. März bekanntgegeben wurde, sollen damit 37.000 unterernährte Kinder in Krankenhäusern des Landes mit Lebensmitteln versorgt werden.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Mittwoch:
Römische Woche
Donnerstag: Kreuz des Südens - Leben in jungen Kirchen
Freitag: Prisma-Magazin
Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr
Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:
Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen
Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13
Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
Anne Granda
Redaktion dieser Ausgabe: Daniela Sadgorski
Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44
Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
E-Mail: SEDOC@VATIRADIO.VA
Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag: 27.03.1998.

Radio Vatikan Archiv

Leitseite www.kath.de