Radio Vatikan Archiv Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen!
An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 18. März 1998 bis Freitag, 20. März 1998.

Vatikan

Ethik hat Vorrang vor Technologie. Das betonte der Papst heute vor dem Vatikanischen Medienrat. Auch die Medien sollten vor dem Jahr 2000 eine Art Schuldbekenntnis ablegen. Journalisten tue es gut, immer wieder ihr Gewissen zu erforschen, ob sie wirklich zur Wahrheit beitragen und die Menschen zu einem kritischen Urteil erziehen.

Vatikan

Christliches Engagement im politischen und sozialen Bereich ist nur unter der Voraussetzung der Religionsfreiheit möglich. Das sagte der vatikanische Erzbischof, Jean-Louis Tauran, am 20. März vor der Menschenrechtskommission in Genf. Obgleich dort tags zuvor eine sehr ernüchternde Bilanz über die vergangenen 50 Jahre gezogen worden war, lobte Tauran den Text der Deklaration als beispielhaft.

Vatikan

Der päpstliche Familienrat beklagt einen Rückgang der Geburten. Nach Angaben von Bischof Francesco di Felice gegenüber Radio Vatikan verzeichneten 51 Nationen eine Bevölkerungsabnahme.

Vatikan

Der Präsident von Nicaragua, Arnoldo Aleman, ist am Morgen des 20. März von Papst Johannes Paul II. empfangen worden. In einem kurzen Gespräch ging es vor allem um den Demokratisierungsprozeß und den Schuldenabbau in dem lateinamerikanischen Land.

Vatikan

In einer weiteren Reaktion auf das am 16. März vorgestellte Vatikan-Dokument zur Judenvernichtung äußerte der Haustheologe des Papstes, Georges Cottier, sein Bedauern über die negative Aufnahme des Schreibens bei vielen jüdischen Vertretern. Zu sehr sei auf die Erwähnung von Papst Pius XII. in einer Fußnote des Papiers eingegangen worden, statt auf die Aufforderung zur Reue. Das Schreiben sei falsch gelesen worden, sagte Cottier am 18. März in einem Interview.

Deutschland

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis, zeigte sich von dem Holocaust-Dokument enttäuscht. Es versuche zu sehr, Pius XII. zu verteidigen, sagte Bubis am 18. März in einem Gespräch mit Radio Vatikan.

Deutschland

Der jüdisch-christliche Dialog ist nach Ansicht des württembergischen Landesrabbiners, Joel Berger, in Mißkredit geraten. In einem Gespräch mit dem Deutschlandradio bezeichnete er ihn als hinterlistigen Bekehrungsversuch. Seine Vorwürfe begründet Berger damit, daß der sogenannte "Evangeliumsdienst für Israel" christliche Mission bei jüdischen Neuzuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion betreibe.

Österreich

Der Vatikan hat keine "grundsätzlichen Einwände" gegen eine Beteiligung der Gruppe "Wir sind Kirche" am "Dialog für Österreich". Dies stellte jetzt der Präfekt der Glaubens-kongregation, Kardinal Josef Ratzinger, in einem Brief an die österreichische Bischofskonferenz klar. Allerdings müsse klargestellt werden, daß mit der Beteiligung der Gruppe am Dialog keine "offizielle kirchliche Anerkennung" verbunden sei.

Serbien

Ein Mitarbeiter der römischen Basisgemeinshcaft Sant Egidio ist am 20. März in den Kosovo und nach Belgrad gereist. Er will sich um Vermittlung zwischen Serben und Albanern in der Provinz Kosovo bemühen. Am 23. März ist die Unterzeichnung eines gemeinsamen Abkommens beider Völkergruppen geplant.

Rumänien

Über 2500 orthodoxe Priester haben am 19. März in Klausenburg für die Wiederversöhnung mit der romtreuen, griechisch-katholischen Minderheit demonstriert. Sie bezeichneten ein solidarisches Zusammenleben als vordringliche Aufgabe der Christen im Land

Ukraine

Die Beziehungen zwischen Katholiken und Orthodoxen im Westen des Landes sind nach wie vor gespannt. Hintergrund ist der Streit um die Nutzung von Gotteshäusern. Ein katholisches Komitee verlangte nun von den Behörden die Rückgabe der Gebäude, die vor der Zwangsauflösung der mit Rom unierten Kirche durch die sowjet-ukrainischen Autoritäten in griechisch-katholischem Besitz waren. Über 100 Gemeinden haben derzeit keine eigenen Kirchenräume zur Verfügung.

Rußland

Die harten Vorgaben des neuen Religionsgesetzes werden nun konsequent angewendet. Wie der Apostolische Administrator von SIbirien, Joseph Werth, mitteilte, würden jetzt alle ausländischen Priester gezwungen, alle drei Monate ihr Visum von ihrem Herkunftsland aus zu erneuern - sogar, wenn sie Brasilianer seien.

Rußland

Zwei US-Missionare von der Mormonen-Gemeinschaft sind südöstlich von Moskau entührt worden. Das US-AUßenministerium spricht von einer sehr ernsten Angelegenheit. Die Mormonen gehören zu den Hauptbetroffenen des neuen Religionsgesetzes.

Israel

Zum ersten Mal gehört eine Vertreterin des Reformjudentums zu einem städtischen Rat für religiöse Angelegenheiten. In Netanya ging damit ein vierjähriger erbitterter Streit zu Ende. Bislang wurden solche Räte ausschließlich von orthodoxen Juden gebildet.

Vietnam

Religionen könnten ein Ausweg aus den gegenwärtigen sozialen Mißständen wie Drogenmißbrauch und Prostitution sein. Diese Ansicht vertrat jetzt der Vizepremier des Landes in Hanoi. Auf einer Regierungskonferenz über religiöse Fragen warnte er vor Vorurteilen gegenüber den Religionen. Er fürchtet, daß Intoleranz das Volk der Partei entfremden und reaktionären Kräften Auftrieb geben könnte.

Nigeria

Kurz vor dem Papstbesuch dringen immer noch Chaosmeldungen an die Öffentlichkeit: Am 17. März kamen 30 Menschen bei einem offenbar durch Stammesreligionen motivierten Massaker ums Leben. Eine akute Benzinknappheit behindert Transport und Versorgung in Abaja und die Vereinigung "Reporter ohne Grenzen" hat an das Schicksal der inhaftierten Journalisten erinnert, die in nigerianischen Gefängnissen mißhandelt und gefoltert werden.

Kuba

Nach Ansicht politischer Dissidenten hat der Besuch von Papst Johannes Paul II. keine wesentliche Veränderung auf der Zuckerinsel gebracht. Die Freilassung von 90 politischen und 200 normalen Gefangenen sei zwar ein positiver Schritt, aber nicht ausreichend. Das erklärte ein Vertreter des oppositionellen Rates für Kuba in Havanna vor Journalisten. Die Mehrheit der Gewissensgefangenen sei noch immer in Haft.

El Salvador

Das Grabmal des 1980 ermordeten Erzbischofs Oscar Romero wird erstmals seit Jahren wieder für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das kündigte der Erzbischof von San Salvador an. Über Jahre hinweg hatten religiöse Gruppen am Todestag Romeros, dem 24. März, Umzüge veranstaltet.

Brasilien

Anläßlich des Jahres 2000 haben italienische Missionare in der Amazonas-Region ein Jubeljahr für den Regenwald gefordert. In einem offenen Brief appellierten sie an Italien und andere entwickelte Staaten, die Sensibilität gegenüber der Zerstörung des größten Waldes der Erde zu stärken. Die Missionare fordern die Vereinten Nationen auf, den Handel mit wertvollen Hölzern für fünf Jahre zu unterbinden.

Brasilien

Die Kirche protestiert dagegen, daß ein als Folterer bekannter General auf einen hohen Armeeposten beförtdert worden ist. Präsident Enrique Cardoso erklärte dazu, er habe von der Verwicklung des Generals in Menschenrechtsverletzungen unter dem Militärregime nichts gewußt.

Kolumbien

Die kolumbianische Bischofskonferenz hat erneut dazu aufgerufen, das organisierte Verbrechen im Land zu bekämpfen. Auch eine Sonderkommission europäischer und amerikanischer Bischöfe, die zu Gesprächen in das südamerikanische Land gereist war, unterstützte die Lokalkirche in ihren Bemühungen, Kolumbien aus dem Sumpf von Gewalt und Kriminalität zu befreien.

Paraguay

Seit dem 19. März findet eine Reihe von Begegnungen zwischen Regierung und Opposition unter der Schirmherrschaft der katholischen Bischofskonferenz in der Hauptstadt Asuncion statt. Diese Initiative soll verhindern, daß die unsichere politische Situation den Demokratisierungsprozeß gefährdet. Das Land leidet vor allem unter öffentlicher und privater Korruption.

Vereinigte Staaten

Mitglieder des US-Kongresses wollen Gefangene, die wegen ihres Glaubens inhaftiert wurden, symbolisch adoptieren. Damit planen sie, in anderen Ländern die Religionsfreiheit zu unterstützen. Ihr Einsatz wird unter anderem Inhaftierten der chinesischen Untergrundkirche gelten.

Vereinigte Staaten

US-amerikanische Franziskaner haben 150.000 Dollar für Erdbebenopfer in Italien gesammelt. Das Geld wird dem Fonds des Ordens in Rom übergeben. Damit soll Menschen geholfen werden, die durch die Naturkatastrophe im vergangenen Herbst in Not geraten sind.

Vereinigte Staaten

Der us-amerikanische Präsident Bill CLinton wird auf seiner geplanten Afrikareise nicht nach Nigeria kommen. Aber unter Umständen wäre er dort auch gar nicht willkommen. Man brauche keinen politishcen Nachhilfeunterricht, sagte der Nigerianische Außenminister kürzlich vor ausländischen Diplomaten in Abuja.

Vereinte Nationen

Die Internationale Gemeinschaft ist mit der universalen Erklärung der Menschenrechte gescheitert. Nach Ansicht der UNO-Hoch-kommissarin Mary Robinson besteht heute, 50 Jahre nach der Verabschiedung, kein Grund zum Feiern. In den vergangenen fünf Jahrzehnten habe kein bedeutender Rückgang der Menschenrechtsverletzungen festgestellt werden können. Folter und willkürliche Hinrichtungen gehörten weltweit weiterhin ebenso zum Alltag, wie Hunger, Armut und Krankheit.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:


Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr
Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:
Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen
Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
Anne Granda
Redaktion dieser Ausgabe: Daniela Sadgorski
Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44
Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
E-Mail: SEDOC@VATIRADIO.VA
Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen
von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 24.3.1998.

Radio Vatikan Archiv

Leitseite www.kath.de