Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Mittwoch, 11. März 1998 bis Freitag, 13. März 1998.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat Kolumbien jetzt schon zum zweiten Mal in diesem Jahr aufgefordert, sich schnell um eine friedliche Lösung des seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieges zu bemühen. In einem Brief an die in Bogota tagenden kolumbianischen Bischöfe kritisierte der Papst die verschiedenen Formen von Ungerchtigkeit. Das Land sei gespalten zwischen Arm und Reich. Das Streben nach Macht und Wohlstand lasse die Menschen blind werden für das Schicksal der Ärmsten, schreibt Johannes Paul II. an die Kirchenführer. In seiner Botschaft appelliert der Papst daher an die Kirche, eine zentrale Rolle bei der Konfliktlösung zu übernehmen. Das kolumbianische Episkopat ist disese Woche zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten, um über die jüngste Eskalierung der Gewalt zu diskutieren.

Vatikan

Versöhnung der verfeindeten Parteien in Nigeria: Das hat jetzt die Bischofskonferenz gefordert, die im Vorfeld der Papstvisite getagt hat. Die kirchlichen Würdenträger forderten ferner die Entlassung der politischen Häftlinge, aber auch ein verstärkts Engagement der Bevölkerung für den Frieden.

Vatikan

Am 15. März wird Papst Johannes Paul II. drei herausragende Christen seligsprechen. Besondere Beachtung verdient dabei der bulgarische Bischof Eugen Bossilkov, der im Jahre 1952 von dem kommunistischen Regime ermordet wurde, weil er durch seinen Glauben und sein Beispiel dem Aufbau des Kommunismus hinderlich war. Vor seinem Tod war er schwer gefoltert worden. Außerdem spricht der Papst am Sonntag zwei Ordensfrauen selig. Es sind die Italienerin Brigida von Jesus Morello und die Spanierin Carmen Salles.

Italien

Die europäischen Kirchen müssen mit dem Evangelium auf die Herausforderungen der postmodernen Zeit reagieren. Das sagte der Mailänder Erzbischof, Kardinal Carlo Maria Martini, gegenüber Journalisten bei einer ökumenischen Tagung in Farfa. Die Beziehungen zwischen den verschieden europäischen Kirchen seien auf dem richtigen Weg, auch wenn die Trennung bereits Jahrhunderte alt sei, so Martini.

Serbien

Der katholische Bischof von Skopje-Prizren im Kosovo hat die Unterdrückung der albanischen Mehrheit durch die Serben scharf kritisiert. Es gibt überhaupt keinen albanischen Terrorismus im Kosovo - das erklärte Bischof Marko Sopi gegenüber dem vatikanischen Missionsdienst Fides. Albanischer Terrorismus, das sei eine Erfindung der Serben, um einen Vorwand für die Unterdrückung zu haben. Eine Mehrheit der Albaner sei weiterhin für eine friedliche Lösung des Konflikts. Bischof Sopi residiert in Pristina; zu seiner Diözese zählen 60.000 Gläubige.

Serbien/Bosnien

Die Kirche lädt am Wochenende vom 14. und 15. März zu einer Friedenskonferenz nach Banja Luka ein. In der Stadt, die den Serben zugesprochen wurde, soll auf höchster Ebene darüber nachgedacht werden, wie der Dayton-Friedensprozeß vorangebracht werden kann. Vertreter von vier Religionsgemeinschaften wollen sich mit Politikern und Menschenrechts-Experten zusammensetzen: auch der Bosnienbeauftragte der Internationalen Gemeinschaft hat sein Erscheinen angekündigt.

Nordirland

Katholiken sollen zukünftig bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Ein dahingehendes Projekt hat jetzt die britische Nordirland-Ministerin angekündigt. Die Arbeitslosenrate der katholischen Männer in der Krisenprovinz sei etwa doppelt so hoch wie die der Protestanten.

Iran

Der geistliche Führer, Ayatollah Ali Khamenei, hat zu mehr Hilfe und Solidarität für die ärmeren Bevölkerungsschichten aufgerufen. Wirtschaftliche Hilfsquellen sollten gleichmäßig an die Bevölkerung verteilt werden. Khamenei machte das Ausland verantwortlich für eine zunehmende Verarmung auf Grund der Sanktionen gegen den Iran.

Iran

Mehrere religiöse Würdenträger haben eine größere Redefreiheit im Iran gefordert. Bei dem Besuch des Kulturministers in der heiligen Stadt Ghom im Süden von Teheran riefen die Ayatollahs die Regierung zu Maßnahmen gegen gewalttätige Fundalentalistengruppen und zu kulturellen Reformen auf.

Iran

Es mut ein Verteidiger bei Strafprozessen anwesend sein. Das hat der für das Justizwesen zuständige Ayatollah erklärt. Das Gesetz sieht zwar einen Strafverteidiger vor, den könnten sich aber nur Reiche leisten. Der Ayatollah plädiert nun bei mittellosen Angeklagten für kostenlose Pflichtverteidiger.

Afghanistan

Die Taliban-Rebellen sind bereit, Frauen wieder Zugang zu Bildungseinrichtungen zu gewähren. Seit die Islamistengruppe zwei Drittel des Landes kontrolliert, genießen Frauen so gut wie keine Rechte mehr. Bislang hatten Vertreter der Vereinten Nationen vergeblich versucht, Verhandlungen über diesen Mißstand zu führen. Ein Sprecher der Rebellen erklärte jetzt, daß man den Frauen den Schulbesuch wieder erlauben wolle.

Philippinen

Laienvertreter haben jetzt das Arbeitspapier der Asiensynode kritisiert. Vor allem bemängelten sie, daß darin die schwierige Situation der Frauen Asiens zu wenig angesprochen werde. Armut und Not betreffen vor allem die Frauen, ebenso die Ausbeutung durch die Tourimus- und Sexindustrie.

Thailand

Innerhalb eines Jahres, also seit Beginn der Wirtschaftskrise, hat sich die Selbstmordrate in dem asiatischen Land verdoppelt. Doch nicht nur Thailand, die gesamte Region wird von dem Problem heimgesucht, daß Menschen nur noch in der Selbsttötung die Lösung ihrer Finanzprobleme sehen. Berichten zufolge liegt die Selbstmordrate bei 8 bis 12 am Tag. Die Menschen hätten die Lust verloren, sich gegen die Krise zu stemmen, sagte ein Kapuzinerpater.

China

Die Regierung will jetzt mit den Vereinten Nationen einen größeren Vertrag über bürgerliche und politische Rechte unterzeichnen. Das hat am 12. März Außenminister Qian Qichen bekanntgegeben.

Ägypten

Eine Delegation der New Yorker Kirchen ist gestern mit dem Prästdenten des Landes, Hosni Mubarak, zusammengetroffen. Thema der Begegnung waren die Schwierigkeiten zwischen der islamischen Mehrheit und der koptischen Minderheit in Ägypten.

Libyen

Das nordafrikanische Land verdient eine Chance auf normale wirtschaftliche Beziehungen mit der internationalen Gemeinschaft. Das betonte der Bischof von Tripolis in einem am 10. März in Italien veröffentlichen Interview. Am ersten Jahrestag der Wiederaufnahme von dipolomatischen Beziehungen zwischen den apostolischen Stuhl und Lybien wies Bischof Giovanni Martinelli deutlich darauf hin, wie sehr das nordafrikanische Land unter den Sanktionen leide.

Nigeria

Die christliche Gemeinschaft des Landes hat jetzt die Wahlkampagne für den Diktator Sani Abacha als unmoralisch und undemokratisch bezeichnet. Diese Anklage ist in einem Kommunique enthalten, das die Gesellschaft nach einer Versammlung zur geplanten Papstreise veröffentlicht hat. Die Jugendlichen, die in der vergangenen Woche für Abachas Präsidentschaftskandidatur demonstriert hätten, seien dafür bezahlt gewesen, so die überkonfessionelle christliche Vereinigung.

Südafrika

Homosexuelle, die in ehelicher Gemeinschaft leben, sollten den gleichen Schutz erhalten wie heterosexuelle Paare. Dafür plädierte jetzt der südafrikanische Weihbischof Reginald Cawcutt von Kapstadt. Er reagierte damit auf Berichte, daß die Regierung dieses Jahr ein Gesetz zur Homosexuellenehe verabschieden wolle. Cawcutt betonte, daß die Kirche nicht gegen einen gesetzlichen Schutz dieser Gemeinschaften vorgehen solle, auch wenn sie sie vom moralischen Standpunkt aus nicht billigen könne.

Vereinigte Staaten

Die chinesischen Autoritäten sollen in einem konstruktiven Dialog erfahren, daß die Religion eine fundamentale Rolle in der Außenpolitik der Nationen spielt. Dies war unter anderem Zweck einer kürzlichen Reise von drei amerikanischen Kirchenvertreten in die Volksrepublik. Das sagte der Erzbischof von Newark, Theodore McCarrick, nach seiner Rückkehr aus China gegenüber Radio Vatikan. Bei seinem Treffen mit chinesischen Gläubigen habe der Bischof erfahren, daß im Land der Wunsch bestehe, den Glauben auszudrücken, sagte McCarrick weiter.

Vereinigte Staaten

Auch Bill Clinton plant eine große Afrikareise. Wenige Tage, bevor Papst Johannes Paul II. zu seiner 81. Auslandsreise aufbricht, stellten die USA sich gegen eine Präsidentschaftskandidatur von General Sani Abacha in Nigeria. Auch anderer Militärführer sollten bei den für kommenden August geplanten Wahlen nicht kandidieren, forderte die Regierung. Abacha hatte sich 1993 an die Macht geputscht und seine "Übergangsregierung" bislang nicht aufgegeben.

Vereinigte Staaten

Die wichtigsten Vertreter der Kommunikationsindustrie wollen sich noch in diesem Monat mit 60 Kardinälen und Bischöfen aus aller Welt treffen. Sie wollen dabei gemeinsam über den Einfluß des Internet auf die menschliche Gesellschaft diskutieren. Die Kirche will sich als Partner im Dialog für die ethischen Folgen der modernen Kommunikation einsetzen, um die Technologie in einen Dienst an der Menschheit zu verwandeln.

Vereinte Nationen

Zur Zeit ist eine Art Tauziehen zwischen der US-Regierung und der UNO im Gange. Die Vereinigten Staaten wollen mit der Zurückhaltung von 1,2 Millionen Dollar Schulden die UNO unter Druck setzen. Die Republikaner-Mehrheit im Kongress macht die Rückzahlung von einer Änderung der Abtreibungspolitik in der Weltorganisation abhängig. Dabei ist es offensichtlich, daß am Beginn einer sinnvollen Bevölkerungspolitik wirtschaftliche Maßnahmen stehen müssen.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag:
Kommentar der Woche von Hans Bernhard Würmeling

Radio-Exerzitien mit Elmar Gruber
Sonntag:
Aus der Reihe "Menschen in der Zeit" - Christa Ludwig
Montag: Weltkirchen-Magazin
Dienstag: Radio-Exerzitien mit Elmar Gruber

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSFum 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

Redaktion dieser Ausgabe: Daniela Sadgorski

Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44

Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano

E-Mail: SEDOC@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 17.3.1998.

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