Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Mittwoch, 4. März 1998 bis Freitag, 6. März 1998.

Vatikan

Scharfe Kritik an der New-Age-Bewegung hat am 4. März der Präsident des päpstlichen Rates für die Kultur, Paul Poupard geäußert. Bei einem Vortrag an einer römischen Universität verurteilte der Kurienkardinal vor allem die Instrumentalisierung der Religion durch diese Gruppierungen. Für das Christentum und die katholische Kirche sei dies eine außergewöhnliche Herausforderung. Nach italienischen Pressespekulationen plant der Vatikan derzeit eine Stellungnahme gegen New-Age, die angeblich im Herbst erscheinen soll. Der apostolische Stuhl gibt hierzu keine Stellungnahme ab.

Vatikan

Zum ersten Mal wird ein Opfer des Stalinismus seliggesprochen. Der Passionistenorden wies am 4. März in Rom erneut darauf hin, daß Bischof Eugen Bossilkow aus Bulgarien 1952 um seines Glaubens willen hingerichtet worden sei. Er wird am kommenden 15. März vom Papst seliggesprochen.

Vatikan

Pressesprecher Navarro-Vals hat am 4. März vor Journalisten bestätigt, daß eine Vatikan-Delegation in Vietnam über die Besetzung des Bischofsstuhls von Ho-Tschi-Minh-Stadt verhandel hat. Ergebnisse seien aber noch nicht bekannt. Man erwartet sie für nächste Woche. Eine Vatikandelegation war letzte Woche in das fernöstliche Land gereist, um mit der dortigen Regierung zu sprechen - auch über die Besetzung des Bischofssitzes.

Vatikan

Sechs Wochen nach dem Papstbesuch in Kuba kommt die amerikanische Außenministerin Madeleine Albright in den Vatikan. Für den 7. März ist eine Audienz bei Papst Johannes Paul II. vorgesehen. Der Papst unterbricht dafür die sonst streng eingehaltene politikfreie Zeit der Fastenexerzitien. Im Anschluß an diesen Besuch trifft Madelein Albright mit der römischen Basisgemeinde Sant`Egidio zusammen. Diese kleine Gruppe setzt sich seit 20 Jahren gezielt für den Frieden in der Welt ein.

österreich

Tausend Geistliche haben sich nach Zeitungsangaben mit der Rom-Kritik des Innsbrucker Altbischof Reinhold Stecher solidarisch erklärt. DAs wäre etwa ein Fünftel aller österreichischen Seelsorger. Der Burgenländer Bischof Paul Iby hat sich dem Schreiben von Bischöfen zum Fall Groer öffentlicht angeschlossen; er glaube auch, die die gegen Kardinal Groer erhobenen Vorwürfe zuträfen, wird Iby von der Eisenstätter Kirchenzeitung zitiert, nach dieser Erklärung können wir jetzt freier die Fastenzeit halten.

Großbritannien

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fodert die Vereinten Nationen auf, ein individuelles Beschwerdeverfahren für Frauen einzurichten. im 50. Jahr der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sei eine solche Möglichkeit dringend notwendig, betonte AI anläßlich des internationalen Frauentages.

Großbritannien

Die Vereinten Nationen haben eine Kampagne gegen die Beschneidung von Mädchen begonnen. Durch diese Praxis werden noch heute in vielen Ländern Afrikas und Asiens viele Frauen verstümmelt. Weltweit haben dieses Schicksal etwa 120 Millionen Frauen in mindestens 28 Ländern erlitten. Die Initiative der Vereinten Nationen, die 5. März in London gestartet wurde, soll insgesamt drei Jahre dauern.

Frankreich

Die Regierung will überprüfen, ob die Vichy-Regierung während des Zweiten Weltkrieges jüdisches Eigentum beschlagnahmt hat. Dazu wurde am 6. März eine Arbeitgruppe eingesetzt.

Spanien

Die katholischen Bischöfe des Landes haben in einem Dokument die Euthanasie als unmoralisch und unsozial bezeichnet. Die vorherrschende Tendenz zur Legalisierung der Sterbehilfe gehe davon aus, daß das Individuum uneingeschränkt über sein Leben entscheiden könne. Straffreiheit der Euthanasie führe dazu, daß derartige Entscheidungen auch ohne Einwilligung des Betroffenen gefällt würden, so die Bischöfe.

Portugal

Das Interview mit Schwester Lucia, der letzten Seherin von Fatima, das in diesen Tagen von der Zeitung ABC veröffenlicht wurde, ist gefälscht. Es handelt sich dabei um eine Montage aus privaten Gesprächen der inzwischen 91-jährigen, die diese vor fünf oder sechs Jahren mit zwei Kardinälen geführt hat. Das versicherte jetzt der Wallfahrtsleiter in Fatima, dem Ort in der portugiesischen Estremadura, wo Maria 1917 erschienen war.

Litauen

Den 80. Jahrestag der ersten Unabhängigkeit von Rußland hat die katholische Kirche in Litauen mit zahlreichen Gottesdiensten begangen. Bei einer Konzelebration in der Kathedrale der alten Hauptstadt Kaunas forderte Erzbischof Sigitas Tomkevicius die Gläubigen auf, das "Geschenk der Freiheit" durch Verantwortung und Gerechtigkeit zu verteidigen. Litauen wurde 1918, nach der Beendigung des 1. Weltkriegs, zum ersten Mal von Rußland unabhängig.

Weißrußland

Präsident Lukaschenko hat die katholische Kirche seines Landes wegen der vielen Priester aus Polen kritisiert. Nach einem Gespräch mit Kardinal Kasimie Schwentiak sagte er vor Journalisten: Der Import von ausländischen Priestern müsse endlich aufhören. Er habe dies schon vor drei Jahren gefordert, aber es habe sich nichts geändert. Beobachter weisen darauf hin, daß sich die Beziehungen zwischen Weißrußland und Polen sehr verschlechtert haben. Der Präsident macht dafür auch die Kirche verantwortlich.

Palästina - Autonome Gebiete

Präsident Yassir Arafat hat jetzt das Kommitee fertig zusammengestellt, das mit dem Vatikan über einen gemeinsamen Vertrag verhandeln soll. Das meldet die Tageszeitung al-Quds aus Ost-Jerusalem. Der Vertrag solle die juristische Stellung der Kirche in den palästinensischen Autonomiegebieten klären. Ein ähnliches Abkommen hat der Vatikan schon mit dem Staat Israel geschlossen.

Irak

Die UNO soll sich dringender um eine Aufhebung des Embargos gegen den Irak kümmern anstatt um Waffen-Inspektionen. Das hat am 4. März der Nuntius in Bagdad, Giuseppe Lazzarotto, gefordert. Sieben Jahre Waffen-Untersuchungen hätten keine besonderen Ergebnisse gebracht; die hungernde Bevölkerung könne nicht mehr länger waren, bis die Weltgemeinschaft ausdikutiert hat, ob der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt oder nicht.

Indien

Der Bischof von Poona hat gegen die Bezirktsregierung Klage erhoben. Bischof Valerian d`Souza wirft den Politiker vor, mit der neuen Schulpolitik Minderheitenrechte zu beschneiden. Dies berichtet die katholische asiatische Nachrichtenagentur. Katholische Schulen leiden unter der Vorschrift, daß 80 Prozent der Schüler unabhängig von Religion, Kaste oder Geschlecht aus der nähren Umgebung der Bildungseinrichtung kommen müssen.

Nordkorea

Die internationale Caritas will eine drohende Hungersnot mit rund elf Millionen Mark verhindern. In wenigen Wochen werden die Nahrungsmittelreserven aufgebraucht sein. Mit der neuen Ernte sei dann aber noch nicht zu rechnen. Das erklärte die Caritas-Koordinatorin für Ostasien, Käthi Zellweger am 4. März gegenüber Radio Vatikan. Im vergangenen Jahr war durch die Unterstützung der Caritas und anderer Hilfsorganisationen eine akute Hungernot verhindert worden. In Zukunft will die katholische Organisation nicht nur Nahrungsmittel liefern, sondern auch Saatgut und Dünger, um höhere Ernteerträge zu erzielen.

Afghanistan

Die Rechte der Frauen in Afghanistan, vor allem in den Gebieten, die von den Taliban kontrolliert werden, rücken immer mehr ins öffentliche Interesse. "Eine Blume für die Frauen von Kabul" - so heißt eine Sensibilisierungskampagne, die die Europäische Union jetzt durchführt.

Thailand

Ein Behandlungszentrum für AIDS-Kranke will der buddhistische Mönch, Phra Alongkot, in der Nähe der Stadt Lopburi, gründen. Die in ihrer Art einmalige Einrichtung wird neben einer 500- Bettenklinik auch über Schulen und einen Tempel verfügen. Die zum Bau notwendigen Spenden kommen zum größten Teil aus dem Ausland. In Thailand leben rund 10.000 AIDS-Kranke. Weitere 800.000 sind HIV-positiv. Die rasche Verbreitung des Virus wird vor allem auf die überall im Lande verbreitete Prostitution zurückgeführt.

Thailand

Durch die schwere Finanzkrise in Asien sind auch die katholischen Schulen des Landes betroffen. Sie haben zunehmend Schwierigkeiten, die Gehälter der Lehrer zu bezahlen, einige Schulen mußten bereits geschlossen werden. Das erklärte am 6. März der Erzbischof von Bangkok, Michai Kitbunchu.

Japan

Arzneimittel im Wert von rund 8.000 US-Dollars will die Tokyoter Regierung an Indonesien spenden. Nach Angaben des japanischen Premierministers Hashimoto braucht Jakarta diese Hilfe, seit die Rupie, die Währung dieses südostasiatischen Landes, um fast 70 Prozent abgewertet wurde.

Südafrika

Es war ein Mißverständnis - mit dieser Formel sucht der Vorsitzende der anglikanischen Bischofskonferenz seine Streit mit Präsident Nelson Mandela aus der Welt zu schaffen. Nach einem Treffen mit Mandela, erklärte Erzbischof Njongonkulu Ndungane, es habe keinen Streit gegeben, jedenfalls so weit er das verstanden habe. Mandela hatte letzte Woche wütend auf eine Kritik des Anglikaners reagiert, daß der Präsident sich längst nicht mehr um die Probleme Südafrikas richtig kümmere.

Kolumbien

Die Caritas-Delegation von Bischöfen, die Kolumbien ab dem 12. März besuchen will, wird von Kurien-Erzbischof Paul Josef Cordes angeführt. Das wurde am 6. März in Bogota bekannt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Alberto Giraldo, präzisierte, das Ziel der Visite sei ein Überblick über Caritas-Projekte in Kolumbien; außerdem wolle die Delegation von Bischöfen untersuchen, was die Kirche Kolumbiens für ein Ende des Bürgerkrieges tun könne.

Peru

Der Streit zwischen Kirche und Staat über das Thema Geburtenkontrolle wird mit immer schärferen Geschützen geführt. Der Bischof von Huaraz warf am 3. März der Regierung ethnische Säuberungen vor. Die staaliche Kampagne zur Familienplanung bedrohe das Überleben der Indios.

Vereinigte Staaten

Der Erzbischof von Anchorage, Francis Hurley hat angeregt, einen US-Hirtenbrief über den Pflichtzölibat zu verfassen. Die amerikanischen Bischöfe sollten Stellung beziehen, da diese Frage unter den Gläubigen heftig diskutiert werden. Er halte eine Auseinandersetzung auf nationaler Ebene vor allem deshalb für sinnvoll erklärte Hurley, weil so die Kirche mehr öffentlichen Respekt für Priester, sowei ein besseres Verständnis des zölibatären Gelöbdes erreichen könne.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:

Samstag: Rosenkranzgebet mit dem Heiligen Vater

Sonntag: Radio-Exerzitien mit Elmar Gruber, und Sie schreiben -wir antworten

Montag: Weltkirchen-Magazin

Dienstag: Radio-Exerzitien mit Elmar Gruber

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

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Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano

E-Mail: SEDOC@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 10. 3. 1998.

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