Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Samstag, 28. Februar bis Dienstag, den 3. Februar 1998.

 

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am Sonntag beim Angelus-Gebet dem UNO-Generalsekretär für seine Friedensmission im Irak gedankt. Das sei ein Sieg der internationalen Gemeinschaft, die Lage im Irak bleibe aber äußerst gespannt. Außerdem rief Johannes Paul erneut nach einem Schuldenerlaß für die ärmsten Länder. Man müsse den Völkern der armen Ländern helfen, sich an der Entwicklung aktiv zu beteiligen.

Vatikan

Am Sonntag abend haben für den Papst und seine Mitarbeiter die Fastenexertitien begonnen, die in diesem Jahr vonsem slowakischen Kardinal Jan Korec, Erzbischof von Nitra und einer der wichtigsten kirchlichen Exponenten im früheren Ostblock gehalten werden.

Vatikan

Kardinal Christoph Schönborn ist vom Papst zum Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre, für die Ostkirchen und in den Kurturrat berufen worden. Er übt diese Funktionen neben seiner Tätigkeit als Erzbischof von Wien aus.

Vatikan

Der Papst hat anläßlich des 30. Jahrestages von Humanae Vitae in einer Botschaft betont, daß die katholische Kirche weiterhin künstliche Geburtenplanung ablehnt. Geschlechtliche Vereinigung und Zeugung neuen Lebens dürften nicht getrennt werden.

Vatikan

Die katholische Kirche lehnt das Klonen von Menschen ab. Das geht aus einem Dokument des päpstlichen Akademie für das Leben hervor, das an diesem Dienstag im Vatikan veröffentlicht wurde. Weiter heißt es, die Forschung müsse sich selbst Schranken auferlegen. Niemand habe ein absolutes REcht auf ein Wissen um das mesnchliche Erbgut. Wissenszuwachs sei nur dann gut, wenn er dem Menschen als Person diene. Erlaubt und gut sei Forschung zur Diagnose von Krankheiten, um sie zu verhidnern und zu heilen.

Vatikan

Am 8. März beginnt in Rom ein Einführungskurs für neu-ernannte Bischöfe in Europa. Es wird vom Rat der europäischen Bischofskonferenzen durchgeführt und ist das dritte Unternehmen dieser Art.

E U R O P A

Bulgarien

Der vor 46 Jahren von den Kommunisten ermordete Bischof Bosilkov wird am kommenden 15. März selig gesprochen. Diese Seligsprechung ist die erste aus der katholischen Gemeinde Bulgariens, die nur rund 60.000 Mitglieder zählt.

Portugal

Die letzte der drei Seherkinder von Fatima, Schwester Lucia, hat jetzt im Gespräch mit mehreren Kardinälen erklärt, 1985 sei wegen der Weihe Rußlands an die Gottesmutter ein Aromkrieg vermieden worden. Das dritte Geheimnis von Fatima ist nicht zur Veröffentlichung bestimmt, erklärte Schwester Lucia in einem Interview. Es gelte nur dem Papst und seiner Umgebung

Polen

Für den Umbau des auf Druck verlassenen Klostergebäudes in Ausschwitz brauchen die Karmelitinnen etwa eine halbe Million Mark. Sie hatten das Kloster auf Wunsch der jüdischen Gemeinde verlassen. Sie sieht das Gelände des ehemaligen KZ als ausdrücklich jüdische Leidensstätte an. Daher verlangen sie auch die Beseitigung des Kreuzes, das dort seit dem ersten Paspstbesuch steht.

 

A m e r i k a

Vereinigte Staaten

US-Außenministerin Madelein Allbright will am kommenden Samstag mit PJPII über Kuba sprechen. Das hat die US-Botschaft beim Vatikan auf Anfrage bestätigt. Der Pspt habe durch seine Reise auf die Zuckerinsel dort manches verändert, hieß es im US-Außenministerium in Washington.

Mexiko

Das Bistum San Cristobal de las Casas hat ein Eingreifen der amerikanischen Menschenrechtstkommission im Fall des ausgewiesenen Priesters Michel Chanteau gefordert. Sie solle bei der mexikanischen Regierung intervenieren, um die Hintergründe des Vorfalls zu klären. Chanteau war seit 30 Jahren in der Chiappas-Region tätig und hatte sich für die indianische Bevölkerung eingesetzt.

Kolumbien

Die katholischen Bischöfe haben sich erneut gegen die Korruptin in ihrem Land ausgesprochen. Regierungsvertreter hatten den Bischof von Bogotà, Pedro Rubiano, beschuldigt, sich in politische Angelegenheiten einzumischen. In einer Erklärung betonen die Kirchenvertreter nun, daß sie sich durch die Zurückweisungen der Politiker nicht abhalten ließen, mit der Kritik an der herrschenden Korruption ihre Pflicht zu tun.

Kolumbien

Bischöfe aus verschiedenen Ländern reisen Mitte März nach Kolumbien, um einen Weg für ein Ende des Bürgerkriegs zu suchen. Die Bischöfe setzen große Hoffnungen in die Wahl am kommenden Sonntag: vielleicht wäre Frieden leichter mit einem neuen Präsidenten.

Brasilien

Häftlinge in einem Gefängnis in Belem haben neun Geiseln genommen, darunter auch zwei Ordensfrauen und ein Priester. Die Geiselnahme geschah während der Meßfeier.

 

A s i e n

Vietnam

Die Regierung in Saigon und der apostoliche Stuhl haben sich offenbar auf die Besetzung des Bischofsstuhl von Ho-Tschi-Minh-Stadt geeinigt. Aus dem früheren Saigon wird an diesem Dienstag gemeldet, man habe einen gemeinsam akzeptierbaren Kandidaten gefunden. Es sei der Bischofskoadjutor von My Tho, der 64-jährige Pham Minh Man. Aus dem Vatikan gibt es dazu keine Stellungnahme. Vietnam ist das Land Asiens mit dem zweitgrößten Anteil an Katholiken nach den Philippinen. Die Regeriung Vietnams macht seit Jahren Schwierigkeiten in der Besetzung von Bischofsstühlen.

China

Die italiensiche Missionsnachrichtenagentur MISNA hat am 3.3. berichtet, daß weiterhin zahlrieche Katholiken der Untergrundkirche verhaftet seien. Sie beruft sich dabei auf Kirchenkreise in China. Die Zahl der Gefangenen habe in den letzen fünf Jahren stark zugenommen. Gleichzeitig wirft Amnesty International Peking vor, daß sich trotz angekündigter Konzessionen nichts geändert habe. Es herrsche Folter und willkürliche Festnahmen. Peking hat umgehend auf die Amnesty-Vorwürfe reagiert, es handle sich nur um Gerüchte. Die italienische Agentur Ansa meldet, daß der verhafetete 97-jährige Bischof Zeng Jingmu weiterhin im Gefängnis sei. Um seine Freilasseung war gebeten worden, damit er nicht in Haft sterbe. Er war zunächst zu Zwangsarbeit verurteilt worden, büßt aber eine Gefängnisstrafte ab, wo ihn niemand besuchen durfte.

A f r i k a

Sierra Leone

Die von der Militärjunta des Landes entführten Missionare sind am Donnerstag befreit worden. Die sieben Geiseln waren anfang Februar entführt worden. Die Befreiung erfolgte nach wochenlangen Verhandlungen nach Angaben des Vatikan ohne die Zahlung von Lösegeld.

Sierra Leone

Rund 5o kirchliche Mitarbeiter sind jetzt von den westafrikansichen Truppen befreit worden. Sie waren seit Wochen durch die Kämpfe in Makeni eingekesselt. Das wird jetzt aus der Haupstadt Freetown gemeldet. Die 5o waren keine Geiseln, sondern einfach von den Kämpfen überrascht worden.

Algerien

Die mutmaßlichen Mördern des Erzbischofs von Oran, Pierre Claverie stehen Ende dieses Monats vor Gericht. Das wird soeben aus Alger gemeldet. Es wird ihnen Beihilfe zum Mord, sowie Zugehörigkeit zu einer terroristsichen Vereinigung vorgeworfen.

Südafrika

Streit zwischen Präsident Nelson Mandela und der anglikanischen Kirche. In Zeitungsaufsätzen wirft der Vorsitzende der anklikanischen Bischofskonferenz Mandela vor, sich um drängende Probleme des Landes nicht zu kümmern. Die Sunday Times behauptete am Sonntag, Mandela versuche nun, den Bischof zu isolieren.

D e u t s c h e r S p r a c h r a u m

Deutschland

Mit einem Appell, Landminen international zu verbieten, ist in Köln am Samstag die 40. Misereor-Fastenaktion eröffnet worden. Rund 2.000 Gäste hatten sich in der Philharmonie zum Auftakt eingefunden.

Deutschland

Am Wochenende hat Bundeskanzler Helmut Kohl den deutschen Gefängnisseelsorger im Paris der 40er Jahre, Abbé Stock, im französichen Chartres für dessen Versöhnungsarbeit geehrt.

Deutschland

Die Orthodoxen Bischöfe des Landes haben sich jetzt in einer Fastenbotschaft an ihre Gläbugien gewandt. Sie ermahnen darin zum verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung. Sie beklagen den hemmungslosen Abbau der Rohstoffe und die Tötung ungeborenen Lebens, sowie das unbegrenzte Experimentieren mit dem Erbgut von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Deutschland

Vor dem Kölner Dom ist an diesem Dienstag sowohl für den Verbleib der katholichen Kriche im staatlichen Schwangerenberatungssystem als auch für den Ausstieg demonstriert worden. Die Kirchenvolksbewegung wünschte, daß die Kirche weiter dabei mitmacht. Die Aktion Leben verlangt den Ausstieg.

Deutchland

Die beiden großen Krichen verwerfen die Streichung des Religions-unterrichts an Berufsschulen in Niedersachsen. Die Industrie- und Handelskammer hatte dies vorgeschlagen, um Arbeitspläzte zu schaffen. Die Kirchen argumentieren jetzt, eine halbe Wochenstunde könne die betriebliche Ausbildung nicht wesentlich reduzieren.

Deutschalnd

Kardinal Georg Sterzinsky verwarf jetzt eine Änderung am Text des Vater unsers. Indirekt bezog er sich in Bonn auf den anglikansichen Vorstoß, das Wort Versuchung im Herrengebet zu striechen. Das Gebet Jesu sei vorgegeben, müsse aber erklärt werdne - so der Berliner >Kardinal.

österreich

Am Montag, den 2.3. hat die außerordnetliche Visitation des Stiftes Göttweig in Niederösterreich begonnen, wo die Vorwürfe gegen Kardinal Hans-Hermann Groer erhoben werden.
Das Domkapitel von St.Pölten hat den vier Bischöfen gedankt, die sich jetzt zu den Vorwürfen gegen Kardinal Groer geäußert haben. Das Wort habe Hoffnung gegeben. Gleichzeitig haben die Äbte von Niederösterreich die Bischofskonferenz gebeten, eine Kurskorrektur in der Diözese Sankt Pölten einzuleiten. Man solle in wirksamer Form und an geeigneter Stelle dafür sorgen, heißt es in einem Schreiben. Die Äbte warnen vor Spaltung und Resignation.
Die katholische Aktion unterstützt das Schreiben von vier Bischöfen zum Fall Groer. Die Kirche gewinne durch den deutlichen Brief der Bischöfe jetzt einen großen Teil ihres Handlungsspielraums wieser. Vier Bischöfe, darunter der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Johann Weber, und Kardinal Christoph Schönborn hatten am Freitag erklärt, ihrer Ansicht nach seien die Vorwürfe gegen Kardinal Hans Herrmann Groer begründet.

österreich

Etwa 5.000 Personen haben am Sonntag in Paudorf für Pater Udo Fischer demonstriert. Der Benediktiner war als Pfarrer abgesetzt worden, nachdem er öffentlich Vorwürfe gegen Kardinal Hans Hermann Groer geäußert.

 

Man hört Radio Vatikan:
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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 3. 3. 1998.

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