Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Mittwoch, den 25. Februar bis Freitag, den 27. Februar 1998.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 24. Februar energisch davor gewarnt, das menschliche Erbgut durch die Wissenschaft zu manipulieren, ohne Rücksicht auf die Menschenwürde. Er forderte Ärzte und Politiker auf, den Menschen vor einem manschenrechtwidrigen Eingriff der Wissenschaft zu schützen. Vor der päpstlichen Akademie für das Leben erklärte er, beim Menschen seien Leib und Seele so eng miteinander verbunden, daß Eingriffe in das körperliche Erbgut unmittelbar auch die geistige Seele, das heißt den Menschen als Person beträfen. Es bestehe vor allem die große Gefahr, daß die Wissenschaft entscheiden wolle, was menschenwürdiges und nicht menschenwürdiges Leben sei. Eingriffe in das Erbgut dürften höchstens für die unmittelbare Therapie gemacht werden, so der Papst.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 25. Februar seine Besorgnis über die Situation im afrikanischen Sierra Leone zum Ausdruck gebracht. Bei der Generalaudienz bekundete er auch seine Solidarität mit den fünf entführten Ordensleuten, sowie mit weiteren verschwundenen Priestern und Ordensschwestern aus der Diözese Makeni, deren Schicksal ungeklärt sei.

Vatikan

Traditionsgemäß hat der Papst am 26. Februar zu Anfang der Fastenzeit die Pfarrer und Kapläne der Diözese Rom in Audienz empfangen. Er rief sie auf, wirklich nahe beim Volk zu leben, Zeugen Christi zu sein und Väter des Glaubens. Die Geistlichen sollten vor allem den Familien Hoffnung und Zuversicht vermitteln, damit sie ihre Berufung wahrnehmen können. Kraft dazu gebe der Heilige Geist. Am Tag zuvor hatte der Paspt im Rahmen der Aschermittwochsliturgie das Aschenkreuz empfangen. In der Predigt hob er hervor, daß Gott immer wieder trotz der Sünde das Gespräch mit dem Menschen suche und den Dialog aufnehme.

Vatikan

Der türkische Staatspräsident Suleyman Demiral hat Papst Johannes Paul II. zu einem Besuch in die Türkei eingelanden. Das bestätigte am 26. Februar die türkische Botschaft am heiligen Stuhl. Der Vorstoß aus Ankara steht offensichtlich im Zusammenhang mti dem Heiligen Jahr 2000, in dem der Papst zu wichtigen Stätten des Christentums pilgern will. Johannes Paul hat die Türkei bereits 1979, im ersten Jahr seines Pontifikats, besucht.

Deutschland

Im Zentrum der offiziellen Visitation des österreichischen Stiftes Göttweig steht nicht Kardinal Hans-Hermann Groer, sondern das Kloster selbst. Das betonte am 27. Februar der zweite Verantwortliche für die kirchliche Untersuchung, Abt Franziskus Heeremann von Neuburg. Heeremann machte in einem Zeitungsinterview deutlich, daß ein Mittelweg zwischen Aufklärung und Diskretion gefunden werden müsse. Jeder Mensch habe auch das Recht auf den Schutz seiner Privatsphäre. Die Visitation beginnt am 2. März 1998.

Deutschland

Ein Jahr ist seit der Veröffentlichung des Sozialwortes der beiden großen Kirchen vergangen. Der Vorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, und der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann zogen 25. März Bilanz. Das Sozialwort der Kirchen hat aus nahezu allen gesellschaftlichen und politischen Lagern große Zustimmung erhalten. Es ist gelungen, über den eigenen Bereich hinaus eine breite Diskussion in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über die tragenden Werte und Zukunftsperspektiven anzustoßen. Anlaß des gemeinsamen Wortes waren die Verschärfung des weltweiten wirtschaflichen Wettbewerbs, hohe Arbeitslosigkeit sowie die Schwierigkeiten bei der Konsolidierung des Sozialstaates.

Deutschland

Am 23. März werden die autobiographischen Erinnerungen von Kardinal Joseph Ratzinger im Kloster Andechs der Presse vorgestellt. Das wurde am 25. Februar im Vatikan bekanntgegeben.
Das Buch mit dem Titel "Aus meinem Leben - Erinnerungen von 1927 bis 1977", das bisher nur in Italien erschienen war, kommt jetzt auch in Deutschland auf den Markt.

österreich

Die katholische Laienbewegung "Wir sind Kirche" hat am 25. Februar den Rücktritt des Bischofs von St. Pölten, Kurt Krenn, gefordert. Ein solcher Schritt würde entscheidend zur dringend notwendigen Erneuerung in der österreichischen Kirche beitragen. In der vergangenen Woche hatte Krenn den Geistlichen Udo Fischer als Pfarrer abberufen, da dieser seine Anklagen gegen Kardinal Hans Hermann Groer öffentlich geäußert hatte.

österreich

Mehrere österreichische Bischöfe halten die Vorwürfe gegen den Wiener Alt-Erzbischof Kardinal Hans Hermann Groer für wahr. Groer wird Vorgeworfen, sich sexuellen Belästigungen schuldig gemacht zu haben. Der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, Bischof Johann Weber, der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, der Salzburger Erzbischof Georg Eder und der Klagenfurter Bischof Egon Kaellari haben am 27. Februar angegeben, sie seien zur "moralischen Gewißheit" gelangt, daß die gegen Groer erhobenen Vorwürfe im Wesentlichen zutreffen.

Großbritannien

Premierminister Tony Blair wird den Sinn-Fein-Vorsitzenden Gerry Adams in der kommenden Woche zu Gesprächen empfangen, obwohl dessen Partei zeitweise von den Friedensverhandlungen über Nordirland ausgeschlossen ist. Das meldete am 25. Februar die Londoner Tageszeitung "Sun". Ein solcher Schritt könnte nach Beobachtermeinung zu vehementen Reaktionen seitens der Protestanten führen, die eine derartige Anerkennung des politischen Flügels der IRA als Provokation empfinden.

Türkei

Tausend Studenten haben am 25. Februar in Istanbul dagegen protestiert, daß an Universitäten das Tragen von Schador und Bärten nach islamischer Tradition seit kurzem verboten ist. Die Lehrinstitute hatten Frauen mit muslimischen Kopftüchern und bärtigen Männern die Einschreibung für die Kurse verweigert, die in der letzten Woche begonnen haben. Das Verbot ist Teil einer Offensive gegen die Islamisten im Land, die bereits zum Verbot der Wohlfahrtspartei des ehemaligen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan führte.

Rußland

Über die eventuelle Seligsprechung Zar Nikolaus II. und seiner Familie kann die russisch orthodoxe Kirche erst nach dem Jahr 2000 entscheiden. Nach Angaben des Moskauer Patriarchats tritt das für die Seligsprechung verantwortliche Konzil erst zu diesem Zeitpunkt zusammen. Was die Beisetzung der sterblichen Überreste der Zarenfamilie anbelangt, müsse erst die Authentizität der in Jekaterinenburg aufgefundenen Leichen festgestellt werden.

China

Geistliche und Gläubige der katholischen Untergrundkirche befinden sich unter Hausarrest, damit sie nicht mit der US-amerikanischen Delegation aus Kirchenvertretern zusammentreffen können. Das klagte am 25. Februar der vatikanische Fidesdienst. Die Visite der Kommission drohe zur Werbeveranstaltung für die Regierung zu werden, wenn es nicht gelinge, Kontakt zu inhaftirten Kirchenleuten aufzunehmen.

China

Die Pekinger Regierung hat am 26. Februar bestritten, daß Katholiken inhaftiert seien. Wie der Sprecher des chinesischen Außenministeriums gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa betonte, existierten keine sogenannten Untergrundkirchen. Vielmehr würden legale religiöse Aktivitäten respektiert. Keine Probleme gab es offenbar für die Kirchendelegation bei einem Kurzaufenthalt in Tibet. Dort haben sie nach Berichten der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua ein Gefägnis besucht und sind mit inhaftierten buddhistischen Mönchen und Schwestern zusammengetroffen. Inzwischen sind die Kirchenvertreter, nach Hongkong weitergereist.

China

Der Besuch der drei Religionsvertreter in der Volksrepublik hat dort die Relgionsfreiheit ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Das versicherte der US-amerikanische Rabbiner Arthur Schneider am 27. Februar in Hongkong. Er reagierte damit auf die Vorwürfe, die Visite habe nichts gebracht, und die Besucher seinen manipuliert worden. Indessen meldete ein päpstliches Missionswerk am gleichen Tag, der Vatikan engagiere sich in diesen Tagen sehr, dafür, einen betagten Bischof vor dem Tod im Gefägnis zu bewahren. der 78-jährige ist seit drei Jahren in Haft und durfte die ganze Zeit über von niemandem besucht werden.

Korea

Menschenrechtsaktivisten wollen verstärkt auf die Freilassung von politischen Gefangenen drängen. Sie setzen große Hoffnung auf den am 25. Februar vereidigten neuen Präsidenten Kim Dae Jung, der selbst einmal das gleiche Schicksal teilte. Wie Menschenrechtsgruppen in Seoul mitteilten, fürchten sie, Kim könnte, einmal an der Macht, die Häftlinge vergessen. Sie fordern die Freilassung von über 500 Personen, die aus Gewissensgründen inhaftiert sind.

Südkorea

Der Erzbischof von Seoul, Kardinal Stephen Kim, hat die wohlhabenderen unter seinen Gläubigen aufgefordert, durch Goldspenden zum wirtschaftlichen Aufschwung des Landes beizutragen. Südkorea wird zur Zeit von einer Wirtschaftskrise ohnegleichen heimgesucht. Die vom Staat angeregte Goldsammelaktion läuft bereits auf vollen Touren.

Indonesien

Die Landesregierung versucht offenbar durch Unterdrückung der Opposition die wirtschaftliche Krise in den Griff zu bekommen.
Allein in der letzten Woche sind in dem Inselstaat über 250 Personen aufgrund ihrer politischen Arbeit verhaftet worden. Das gab Amnesty International am 26. Februar bekannt. Die indonesische Währung war in den letzten sieben Monaten um 70 Prozent gefallen. Dies und die steigenden Lebensmittelpreise haben zu Unruhen geführt.

Südafrika

Von 8. bis 11. März findet in Marianhill ein deutsch-afrikanisches Bischofstreffen statt. Dabei tauschen Oberhirten des schwarzen Kontinents ihre Erfahrungen mit ihren Amtsbrüdern aus Deutschland aus. Die Kirche versucht dabei, sich gegenseitig nicht nur materiell, sondern auch spirituell zu helfen. Der Leiter der Kommission "Weltkirche" der deutschen Bischöfe Bischof Walter Kasper informierte am 26. Februar die Presse über dieses Treffen. Frühere Treffen dieser Art habe es unter anderem in Jaunde, Kishasa und Maria Laach gegeben. Sie hätten eine über 1o-jährige Tradition. Kapser meinte: Afrika liege Europa sehr nahe, daher sei es verständlich, daß es diese besondere Form von Partnerschaft gebe. Der Schwarze Kontinent sei in vielfachem Umbruch, leider gebe es auch Katastrophen. Kasper erklärte, warum das Treffen diesmal in Südafrika stattfindet.Dort habe nach der Apartheit ein sehr bemerkenswerter Übergang stattgefunden, der auf andere Länder ausstrahlen solle.

Nigeria

Die Jahresversammlung der katholischen Bischofskonferenz des Landes wird vom 3. bis 6. März im östlichen Onitsha stattfinden. Das hat das Sekretariat der Bischöfe am 25. Februar in Lagos bekannt gegeben. Wichtigstes Thema ist der Besuch von Papst Johannes Paul II., der im selben Monat stattfinden wird. Anläßlich der Versammlung wollen die kirchlichen Würdenträger eine Erklärung zu den großen Problemen ihres Landes veröffentlichen.

Mexico

Ein französischen Priester ist am 27. Februar aus der Region Chiapas ausgewiesen worden. Seit Beginn der Zapatistenaufstände vor vier Jahren, wurden mehr als 200 Ausländer von den Behörden des Landes verwiesen, darunter mehrere Priester. Der 67-jährige Priester Michel Chanteau hatte seit über 30 Jahren in der südmexikanischen Krisenregion Chiapas gearbeitet. Der Grund für seine Ausweisung ist angeblich eine öffentliche politische Stellungnahme des Franzosen. Die Diözese San Cristobal de las Casas protestierte gegen die Ausweisung und sprach von einer "erneuten Agression" gegen die Kirche.

Brasilien

Über 32 Millionen Analphabeten im Land - das ist eine Schande. Zu diesem drastischen Urteil kam die Bischofskonferenz am 25. Februar zum Auftakt der diesjährigen Brüderlichkeits-Kampagne, die diesmal dem Problem der Analphabeten gilt. Die Regierung vernachlässige das Schulwesen, so die Bischöfe. In einer Botschaft rief Papst Johannes Paul II. unterdessen die Brasilinaner zur Versöhnung mit Gott auf.

Kuba

Einen Monat nach dem Papstbesuch, bei dem Johannes Paul II. eine strikte Anti-Abtreibungsbotschaft verkündet hatte, hat sich jetzt auch der kubanische Staatschef gegen den Schwangerschaftsabbruch ausgesprochen. Nach seiner erneuten Wahl zum Präsidenten für weitere fünf Jahre, sagte er, Abtreibung sei keine Methode der Geburtenregelung. Kuba hat eine der höchsten Geburtenraten weltweit.

Vereinigte Staaten

Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen haben am 25. Februar der Scientology-Organisation Schützenhilfe geleistet. Sie bezichtigten deutsche Parlamentarier, die sich derzeit in Washington zu Gesprächen mit Regierungs- und Kirchenvertretern aufhalten, einer Hexenjagd auf Sekten und Psychogruppen. Der Vorwurf wurde auf einer von Scientology organisierten Pressekonferenz laut. Nach Angaben der Organisation "Freedom for Religions in Germany" stehen neben Scientologen auch Baptisten, Mormonen, Charismatiker und die Zeugen Jehovas auf der Liste der deutschen Kommission von sogenannten Sekten.

 

Hinweise auf das Wochenprogramm:
Samstag:
Anette Schavan - Kommentar der Woche
Elmar Gruber, München
Radio - Exerzitien .
Sonntag: Sie schreiben - wir antworten.
Montag: Weltkirchen - Magazin.

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr
Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:
Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen
Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
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Redaktion dieser Ausgabe: Dominik Finkelde
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 3. 3. 1998.

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