Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Mittwoch, den 11. Februar bis Freitag, den 13. Februar 1998.

Vatikan

Der russische Präsident, Boris Jelzin, ist am 10. Februar vom Papst in privater Audienz empfangen worden. Im Thronsaal des Apostolischen Palastes sprachen Johannes Paul II. und Jelzin 50 Minuten lang miteinander - in einer, wie zu hören war, herzlichen Atmosphäre. Nach Angaben des Vatikanischen Pressesaals war die religiöse Lage in Rußland kein Gesprächsthema. Offenbar haben Papst Johannes Paul II. und Boris Jelzin also auch nicht über das russische Religionsgesetz gesprochenen, und auch nicht über die katholisch-orthdoxe Verstimmung. Zeitgleich zu dieser Audienz trafen sich m Vatikan Rußlands Außenminister Eugen Primakov und Korienzerbischof Jean-Louis Tauran. Dabei ging es vor allem über die Lage der Kirche in Rußland, aber auch um das umstrittenen Religionsgesetzt.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 11. Februar, dem Welttag der Kranken in einer Fernseh-Live-Schaltung zum italienischen Wallfahrtsort Loreto eine Botschaft an alle Kranken der Welt gerichtet. Im dem Marienheiligtum waren Kranke und Behinderte aus vielen Teilen Italiens versammelt. Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano feierte im Auftrag des Paptes mit ihnen die Messe. In seiner Botschaft unterstrich der Paspt, daß man in Loreto besodners die Hilfe der Gottesmutter in allen schweren Lebenssituationen erfahren könne. Die Helfer der Kranken erführen dort Ermutigung, ihren Dienst fortzusetzen.

Vatikan

Am 11. Februar ist der vatikanische Jahresplan für die Vorbereitung des Jubiläums 2000 vorgestellt worden. Ende März findet im Vatikan ein ökumene-Symposion statt, Ende Juni eines über Wirtschaft und Sozialfragen und Ende September eines über Kunst und Kultur. Zum Ende des Jahres 1998 soll eine möglichst anschauliche Feier über die Gaben des Heiligen Geistes stattinden. Ähnliche Vorbereitungsschritte wurden auch im kommenden Jahr gesetzt.

Vatikan

Vor der Jubiläum-2000-Konferenz hat Papst Johannes Paul II. am 12. Februar seine Überzeugung ausgesprochen, daß es immer noch friedliche Möglichkeiten gibt, den Konflikt zwischen dem Irak und den USA beizulegen. Im Übrigen unterstrich er, daß die Christen auf dem Weg Jubliäumsjahr Gott neu entdecken sollten. Das Jahr werde inzwischen auch von den Regierungen ernsthaft ins Auge gefaßt.

Der Papst empfing ferner die Präsidenten von zwei afrikanischen Staaten in Audienz. Es war Präsident Alpha Oumar Konare von Mali und Präsident Bakili Mulizi von Malawi. Bei den getrennten Gesprächen ging es nach offiziellen Angaben um die gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche.

Vatikan

Der Vatikan will seine Beziehungen zur Volksrepublik China verbessern. Das sagte Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano am 13. Februar vor Journalisten. Als ersten Schritt habe man der Regierung in Peking den Besuch eines päpstlichen Delegaten vorgeschlagen, so Kardinal Sodano. Will der apostolische Stuhl jetzt, wo er seine Kontakte mit Kuba verstärkt hat, ein Ähnliches mit Peking versuchen? Ja, diese Hoffnung besteht, sagt der Kardinal Staatssekretär auf die Frage eines Jouranlisten. Man habe der chinesischen Regierung die Entsendung eines päpstlichen Abgesandten angeboten, darauf aber noch keine Antwort erhalten. In Peking selbst gab man sich verwundert über diese Angaben. Schon zu Jahresbeginn hatte Kardinal Sodano in der französischen Zeitschrift "Le Monde diplomatique" Interesse an besseren Beziehungen zu Peking signalisiert.

Vatikan

Im Heiligen Jahr 2000 sind keine Papstreisen ins Ausland vorgesehen. Das erklärte am 12. Februar Kurienerzbischof Crescenzio Sepe vor Journalisten. Einzige Ausnahme sei ein geplantes Gebetstreffen der Religionen, zu dem der Papst in den Sinai reisen wolle.

Deutschland

Am 13. Februar haben Vertreter aller Parteien gegen eine Änderung des Paragraphen 218 ausgesprochen. Die Kirche wurde aber aufgefordert, in der staatlichen Beratung weiter tätig zu sein. Nicht die Änderung des Strafgesetzes, sondern eine Verbesserung der Hilfe für Schwangere und Familien könne weiter helfen, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Heiner Geißlier. Die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (FDP) und die Abgeordnete der Bündnis-Grünen, Rita Grißhaber, wiesen aber darauf hin, daß das Gesetz alleinige Sache des Staates sei.

österreich

Die päpstliche Missionswerke haben am 12. Februar die Regierung in Wien aufgefordert, sich für die Respektierung der Menschrechte in Mexiko einzusetzen. Die Regierung möge alles tun, damit die indianische Bevölkerung respeiert werde. Die Arbeit in der Diözese San Cristobal de las Casas mit Bischof Samuel Ruiz müsse vorangehen.

Polen

Premierminister Jerzy Buzek hat am 13. Februar seiner Unterschrift für eine Ratifizierung des Konkordats gegeben. Jetzt fehlt nur noch die Signatur von Staatspräsident Alexander Kwasniewski. Die feierliche Übergabe der Ratifikationsurkunden soll Ende März im Vatikan erfolgen. Unmittelbar danach träte das Konkordat in Kraft.

Slowakei

Am 12. Februar ist es zu Irritaionen zwischen den katholischen Bischöfen und der Regierung gekommen. Grund ist die geplante Umwandlung der staatlichen "Kyrill-und-Method-Universtiät" in Tyrnau in eine katholische Institution. Die Bischöfe reagierten verwundert auf eine Ankündigung des slowakischen Unterrichtsministeriums. Man lasse sich nicht unter Zeitdruck setzen. Die Umwandlung der Hochschule ist politisch heikel, da die 1992 wiedergegründete Universität einen Störfaktor für die Ex-kommunistische Regierung darstellte. Das Angebot der Regierung an die Bischöfe, eine eigene katholische Universität zu erhalten, lehnten diese jedoch ab.

China

Die US-Delegation von Kirchenleuten hat am 11. Februar die Befürchtung geäußert, vom Regime für Propaganda mißbraucht zu werden. Trotzdem will sie dieses Risiko eingehen, um ins Gespräch mit den Behörden zu kommen. Das sagten Delegationsmitglieder in Peking vor einem Treffen mit buddhistischen Mänchen aus Tibet. Ziel der Delegation ist es, mögliche Verfolgungen von Relgionsgemeinschaften in China vor Ort zu prüfen. Das in London ansässige Tibet-Network kritisierte die geplante Visite der Kirchenleute in Tibet. Keiner von ihnen kenne sich in der Unruhe-Region aus.

Rußland

Die Gespräche zwischen dem Papst und Präsident Jelzin haben für das Verhältnis zwischen katholicher und orthodoxer Kirche keinerlei Bedeutung. So der Außenamtleiter des Moskauer Patriarchates, Metropolit Kyrill am 12. Februar. Es sei zwar erfreulich, wenn zwischen den beiden Staatsmännern eine gute Athmosphäre herrsche. Die kirchlichen Probleme aber könnten nur durch eine Begegnung zwischen dem Moskauer Patriarchen und dem Papst gelöst werden.

Indien

Hochrangige Kirchenleute haben am 12. Februar bedauert, daß keine einzige politische Partei im Wahlkampf auf die sozialen Forderungen der Christen aus Unterkasten hingewiesen hat. Nicht einmal die großen Parteien der Hindus und die Kongress-Partei erwähnten auf ihren Plakaten die Existenz der Unterkasten-Christen. Diese bilden 6o Prozent aller Getauften überhaupt. Seit vielen Jahren kämpft die katholische Kirche dafür, daß die zum Christentum übergetretenen Mitglieder von Unterkasten oder Kastenlosen die gleichen Hilfen und Rechte erhalten wie die Hindus.

Nepal

Wie am 12. Februar bekannt wurde, können auch Katholiken über das erste nepalesische Privatradio Erziehungs- und Sozialprogramme ausstrahlen. So der engagierte Radio-Macher Koirala, der selbst der Bahai-Religion angehört gegenüber der Presse. Er betonte gleichzeitig, man werde die Radio-Arbeit mit Hilfe von Nichtregierungsorganisationen fortsetzen, wenn die Brandschäden behoben sind. Der erste nicht staatliche Rundfunk war durch einen Brand im Januar zerstört worden.

Vietnam

Die Christen müssen ihre Missionsmethoden kritisch hinterfragen. So die vietnamesichen Bischöfe am 11. Februar in ihrer Antwort auf die Einladung zur Asiensynode. In den Ländern des Fernen Ostens seien Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus so tief verwurzelt, daß dies eine große Herausforderung für die Christein sei. Die Sprache der Evangelisierung müsse an diese Kultur stärker als bisher angepaßt werden. Hinderlich für die Verkündigung des Glaubens seien auch die sozio-politischen und wirtschafltichen Verhältnisse.

Indonesien

Wie am 13. Februar bekannt wurde, ist es auf der Insel Java erneut zu Angriffen auf Kirchen und Geschäfte gekommen. Die Proteste in drei Städten richten sich gegen neue Preiserhöhungen. Der radikale US-Schwarzenführer, Louis Farrakhan, rief in Jakarta die indonesischen Moslems dazu auf, Präsident Mohammed Suharto zu unterstützen.

Marokko

Wie am 12. Februar bekannt wurde, soll in Rabat am 16. Februar eine Tagung über die drei großen Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum stattfinden: "Der Dialog zwischen den monotheistischen Religionen; hin zu einer Kultur des Friedens", lautet der Titel der Konferenz. König Hassan II. von Marokko und die UNESCO haben zu dem Treffen eingeladen. Etwa dreißig Vertreter der Christen, Muslime und Juden werden über die Philosophie ihrer Religionen sprechen. Der Generaldirektor der UNESCO, Frederico Mayor, wird die Diskussion leiten.

Kenia

In der Hauptstadt Nairobi ist es am 11. Februar zu einer Demonstration gegen die blutigen Stammesauseinandersetzungen gekommen, die nach den Präsidentschaftswahlen begonnen hatten. Die katholische Kirche hatte zu dem Protest aufgerufen. Die Demonstranten wurden vom Primas der katholischen Kirche Kenias, Erzbischof Ndingi Mwana `A Nzeki angeführt. Unter ihnen waren viele Ordensleute und Studenten der katholischen Schulen, aber auch Vertreter aller politischen Parteien. Man versammelte sich nach einem Marsch durch die Stadt zu einem gemeinsamen Gebet für die Opfer der Kämofe, die am 13. Januar begannen.

Mexico

Die Bischofskonferenz des Landes will ihre Pastoralarbeit vor allem in den ärmeren Gebieten verstärken. Wie der Episkopat am 12. Februar bekannt gab, will die katholische Kirche besonders dort aktiv werden, wo soziale Konflikte schwelen. Wie es weiter heißt, seien die Bischöfe aber gegen politische Aktivität der Kirchenvertreter. Dies verbiete jedoch nicht, die Arbeit der Regierung für das Wohl der Gemeinden in Frage zu stellen, für die sie eigentlich da sein soll.

Kuba

Zufriedenheit im päpstlichen Staatssekretariat über die Freilassung von 200 Gefangenen. Unter den Freigelassenen sollen sich auch einige politische Häftlinge befinden. Die kubanische Regierung wollte diese Geste als Zeichen "der Gnade und des Guten Willens" nach dem Besuch des Papstes verstanden wissen. Über die tatsächliche Zahl der Freigelassenen herrscht Unklarheit, auch ihre Namen wurden nicht bekannt. 106 Personen waren bereits auf freiem Fuß, als die Liste aus dem Vatikan überreicht wurde. Von Dissidentengruppen auf Kuba war zu hören, daß derzeit noch etwas 500 Personen aus politischen Gründen in Haft seien.

Papua Neuguinea

In dem mehrheitlich christlichen Land stehen jetzt sechs Männer vor Gericht, da sie einige Frauen wegen Zauberei ermordet haben. Das wurde am 11. Februar bekannt. Die angeblichen Hexen stünden mit bösen Geistern in Verbindung und seien Schuld am Tod von mehreren Dorfbewohnern in der abgelegenen Bergregion. So die Polizei. Die angeklagten Männer hätten die Zauberinnen mit Äxten erschlgen und erhängt. In Papua Neuguinea ist der Regensburger Geistliche Hans Schwemmer seit einigen Monaten päpstlicher Nuntius.

Ost-Timor

Friedensnobelpreisträger, Jose Ramos Horta, hat vorgeschlagen, den diesjährigen Preis an die Kinder Kolumbiens zu veleihen. So könnten sie zuHauptakteuren für ein Ende der Gewalt in diesem südamerikanischen Land werden. Dies berichtet am 13. Februar eine portugiesische Nachrichtenagentur. Ramos Horta denke bei seinem Vorschlag an die "Bewegung der Kinder für den Frieden", eine Organisation, die 1996 gegründet wurde und Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren erfaßt.

Vereinigte Staaten

Der Leiter der Scientology-Sekte hat am 11. Februar die deutsche Polizei scharf angegriffen. Grund sind die Razzien, die sie vor kurzem in Scientology-Gebäuden im Münchener Raum durchgeführt hat. Die Polizei hatte bei der Razzia unter anderem zum Tode eines Geschäftsmannes ermittelt, der von Scientology-Mitglieder betreut worden war.

Vereinte Nationen

Eine Konferenz gegen die Teilnahme von Kindern an Kriegen ist am 10. Februar in Genf ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Teilnehmer aus etwa 40 Ländern haben sich in 10 Sitzungstagen nicht afaruf einigen können, die Teilnahme von Kindern an Kriegen zu verbieten und das legale Rekrutierungsalter für Wehrpflichtige von 15 auf 18 Jahre anzuhaben. Das sollte in einem nicht-bindenden Protokoll an die Uno-Erklärung über die Rechte des Kindes angehängt werden.

Hinweise auf das Wochenprogramm:

Samstag: Anette Schavan - Kommentar der Woche

Peter Dyckhoff: Das Ruhegebet

Sonntag: Aldo Parmeggiani: Gespräch mit Edzard Reuter

in der Reihe "Menschen in der Zeit"

Montag: Weltkirchenmagazin

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

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Redaktion dieser Ausgabe: Julia Gietmann

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 17.2.1998.

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