Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Samstag, den 7. Februar bis Dienstag, den 10. Februar 1998.

Vatikan

Eine bewaffnete Auseinandersetzung, gleich welcher Form, muß in der Irak-Krise vermieden werden. Das forderte Papst Johannes Paul II. am 8. Februar nach dem Angelus-Gebet in Rom. Er appellierte an die Kontrahenten, die Spannungen auf diplomatischem Weg und im Dialog beizulegen. "Ich bin davon überzeugt, daß die betroffenen Parteien noch die Möglichkeit haben, sich über eine friedliche Regelung zu verständigen. " so der Papst wörtlich. Die Situation im Irak und im Nahen Osten zeigte, daß bewaffnete Konflikte die Probleme nicht lösten, sondern nur das Unverständnis zwischen den Völkern verstärkten.

Vatikan

Anläßlich des Weltkrankentages am 11. Februar forderte der Papst alle Gläubigen auf, über die Bedeutung und den Wert des Schmerzes nachzudenken. Jeder Mensch sei aufgefordert zu leiden. Christus habe sich besonders denen zugewandt, die litten, so der Papst.

Vatikan

Bei seiner Begegnung mit den Familien der Diözese Rom forderte Johannes Paul II. am 8. Februar eine organische Familienpolitik, die v.a. die junge Generation vor egoistischen Lebensbilders schütze.

Vatikan

Am 8. Februar feierte Papst Johannes Paul II. die Messe anläßlich der Begräbnisfeier für den verstorbenen argentinischen Kardinal Eduardo Pironio. Die sterblichen Überreste des ehemaligen Vorsitzenden des lateinamerikanischen Bischofsrates werden in der kommenden Woche auf Wunsch des Verstorbenen hin in sein Heimatland überführt.

Vatikan

Der Bischof von Eisenstadt, Paul Iby, war am 9. Februar, in Audienz beim Papst. Außer dem österreicher empfing Johannes Paul II. auch den lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Miachel Sabbah, und den türkisch islamischen Geistlichen Fethulla Gulen. Gulen ist in der islamischen Welt einer der wichtigsten Ansprechpartner bei interreligiösen Initiativen.

Vatikan

Der Vatikan will zum Jahr 2000 den interreligiösen Dialog verstärken. Das versprach der verantworliche Kurienkardinal, Francia Arinze, am Wochenende des 8. und 9. Februars im italienischen Potenza. Arinze deutete an, daß man das Gewicht bisher zu einseitig auf innerchristliche ökumene lege. Die Christen machten nur ein Drittel der Weltbevölkerung aus, so der Kardinal; darum müßten sie den Kontakt zu anderen Religionen suchen.

österreich

Ein Gedenktag für die christlich-jüdische Zusammenarbeit soll jetzt auch in diesem Land eingeführt werden. Dazu könnte der Vortrag der "Gebetswoche für die Einheit der Christen" bestimmt werden. Der Präsident des päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Edward Cassidy richtete vor Kurzem einen Appell an die eurpäischen Bischofskonferenzen, einen solchen in Italien und Polen bereits bestehenden Gedenktag einzuführen.

österreich

Die erste internationale Konferenz für ein ökumenisches Projekt zur Integration von Flüchtlingen in Europa (INTO) findet am 9. und 10. Februar in Wien statt. 30 Repräsentanten aus Belgien, Italien, Griechenland und österreich werden teilnehmen.

Italien

Der Richter von Papstattentäter Ali Agca hat sich am 8. Februar zu einer Begnadigung des Ex-Terroristen positiv geäussert. Agca, der zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt wurde, hat seit dem Attentat von 1981 17 Jahre seiner Strafe abgesessen. Die Anfrage auf eine Begnadigung ist bereits an Staatspräsidenten Scalfaro weitergeleitet worden.

Italien

Im Hinblick auf die aussichtlose Lage der Arbeitslosen im Süden des Landes verurteilen die italienischen Bischöfe am 8. Februar die Gleichgütligkeit der römischen Zentralregierung. Als letzte kritisierte dabei der Erzbischof von Catania, Luigi Bommarito, das Ministerkollegium, dem er mangelndes Interesse für den italienischen Süden vorwarf. Er und zahlreiche andere, von der Politik enttäuschten Bischöfe, versuchen deshalb seit geraumer Zeit, durch einen direkten Dialog mit der Unternehmerwelt den Arbeitslosen in Süditalien zu helfen.

Italien

Am Sonntag, den 15. Februar, beginnen in der Nähe von Turin die Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Gewährung der "zivilen Bürgerrechte" an die italienischen Protestanten. Am 17. Februar 1848 unterzeichnete König Albert die Begnadigungsscheine für seine valdensichen Untertanen, die bislang ohne Bürgerrechte in einem "Alpenghetto" in Verbannung lebten.

Rußland

Vor dem Besuch von Präsident Boris Jelzin beim Papst in der Woche vom 9.-15.Februar zeigt die russisch-orthodoxe Kirche sich verschlossen gegenüber einer möglichen Entspannung ihrer Beziehungen zu den Katholiken. Religiöse Organisationen müssen in den nächsten sechs Monaten einen Anerkennungsantrag bei der Regierung einreichen. Nur dann haben sie eine Chance, weiterhin im Land legal arbeiten zu können.

Rußland

Präsident Boris Jelzin wird Papst Johannes Paul II. bei seiner Begegnung mit dem Pontifex in sein Heimatland einladen. Das erklärte Jelzin am 7. Februar gegenüber der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Der Präsident betonte gleichzeitig, daß für einen solchen Besuch intensive Vorbereitungen nötig seien. Ein Regierungssprecher erinnerte in diesem Zusammenhang daran. daß bereits 1989 der damalige Präsident Michail Gorbatschow eine solche Einladung ausgesprochen habe. Natürlich sei die Klärung des Verhältnisses zwischen dem Vatikan und der russisch-orthodoxen Kirche Vorbedingung für einen solchen Besuch, so der Sprecher.

Libyen

Der libysche Revolutionsführer Muammar al Gaddafi möchte den Papst treffen. Diesen Wunsch äußerte er gegenüber der italienischen Tageszeitung "La Stampa". Er wolle die Themen, über die er mit dem Pontifex zu sprechen gedenke, aber nicht im Voraus nennen, so Gaddafi gegenüber der Zeitung. Der Vatikan nahm vor einem Jahr zum Ärger der Vereinigten Staaten diplomatische Beziehungen zu Lybien auf.

Afghanistan

17 Personen sind am 6. Februar bei Luftangriffen der Talibanrebellen im Norden des Landes getötet worden. Es handelt sich um die Provinz, in der ein Erdbeben in dieser Woche 4.000 Opfer gefordert hat.

Indien

Wie am 7. Februar bekannt wurde, ist Meinungsumfragen zufolge bei den bevorstehenden Parlamentswahlen ein Sieg der Bharatiya Janata Partei sehr wahrscheinlich. Der Erzbischof von Hyderabad, Samineni Arulappa, sagte dazu, die Kirche des Landes müsse aber keine Angst haben, wenn die Hindu-Partei an die Macht käme. Katholiken befürchten, daß sich Indien nach dem Wahlsieg in einen theokratischen Staat umwandeln und Minderheiten ihre Rechte verlieren könnten. Erzbischof Arulappa wies darauf hin, daß die Partei fundamentalistische Positionen zu vermeiden versuche.

Indonesien

Wegen steigenden Nahrungmittelpreisen ist es am 8. Februar auf der Insel Flores zu Protesten und Ausschreitungen gekommen, woraufhin die Polizei eine Ausgangssperre verhing. Demonstranten hatten 21 Läden, die von Christen geführt werden, niedergebrannt. In der Hauptstadt protestierten mehrere hundert Personen vor der Zentralbank und riefen:"Hunger, Hunger", Beobachter bezeichnen die Vorfälle als die bisher schwersten seit dem Beginn der Wirtschaftskrise in Indonesien.

China

Am 8. Februar ist der erste der drei von der chinesichen Regierung eingeladenen religiösen Vertreter in Peking angekommen. Der Erzbischof von Newark, Theodor McCarrick, wird eine Liste von 36 in China inhaftierten Bischöfen, Priestern und christlichen Laien mitbringen.

Ägypten

Wie am 7. Februar mitgeteilt wurde kämpft die Regierung des Landes gemeinsam mit den Menschenrechtsgruppen für die Durchsetzung des jüngsten Verbots der Mädchenbeschneidung. Ein Gerichtsurteil verbietet jetzt diese operativen Eingriffe, Glaubensvertreter sind aber der Ansicht, daß sie unverzichtbares Element ihrer Religion ist.

Sierra Leone

Die Militärführer des afrikanischen Landes haben am 6. Februar eine Ausgangssperre verhängt, nachdem nigerianisch Friedenstruppen weiter in Richtung Hauptstadt vorrückten. Diese kämpfen für die Wiedereinsetzung des bei einem Militärputsch abgesetzten Präsidenten, der zur Zeit im Exil in Guinea lebt. Die international nicht anerkannre Militärregierung von Sierra Leone widersprach Berichten, denen zufolge die Stadt Waterloo - die ca. dreißig Kilometer von der Hauptstadt entfernt ist - von den Friedentruppen eingenommen sei.

Kolumbien

Einen Tag nachdem Papst Johannes Paul II. zu einem Ende des Bürgerkrieges in dem lateinamerikanischen Land aufgerufen hat, ist es am 6. Februar erneut zu einem Massaker gekommen. Marxistische Guerillas töteten bei einem Bombenschlag neun Menschen, darunter acht Polizisten. Neun Stunden nach dem Anschlag explodierte eine Bombe in einer kleinen Stadt zwanzig Kilometer südwestlich von Bogotà. Das Attentat forderte ein Todesopfer und zehn Verletzte.

Argentinien

Der argentinische Präsident Carlos Menen hat während eines Besuchs in Miami angekündigt, er wolle unter Umständen im folgenden Jahr Kuba besuchen, um die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern. Für den langjährigen Kritiker Fidel Castros war der erfolgreiche Besuch des Papstes ein positivs Zeichen.

Chile

Der ehemalige lutherische Bischof des Landes hat am 10. Februar in einem spanischen Verfahren gegen den früheren chilenischen Militärdiktator Augusto Pinochet ausgesagt. Pinochet habe ihm gegenüber die Folter unter seinem Regime gerechtfertigt. Das erklärte Bischof Helmut Frenz bei seiner Anhörung in Madrid. Er selbst habe damals zusammen mit einem katholischen Amtskollegen dem Diktator Pinochet ein Dokument gegen die Folter vorgelegt. Der lutherische Bischof war 1975 aus Chile ausgewiesen worden und lebt derzeit in Hamburg. In Spanien wird seit anderthalb Jahren wegen Völkermords und Terrorismus gegen Pinochet ermittelt.

 

 

Hinweise auf das Wochenprogramm:

Mittwoch: Römische Woche

Donnerstag: Kreuzfeuer: Kirche, wo es kritisch wird

Freitag: Prisma-Magazin

 

 

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

Redaktion dieser Ausgabe: Julia Gietmann

Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44

Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano

E-Mail: SEDOC@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag, 13.2.1998.

Radio Vatikan Archiv

Leitseite www.kath.de