Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Mittwoch, den 4. Februar bis Freitag, den 6. Februar 1998.

Vatikan

Der Präsident des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Kardinal Francis Arinze, ist am 5. Februar von einem 12-tägigen Aufenthalt in Ghana zurück. Ziel der Reise war es, sich mit den Kommissionen der afrikanischen Bischofskonferenz über den interreligiösen Dialog auszutauschen. Diese Treffen, an denen 30 Mitglieder aus 15 Ländern teilnehmen finden alle fünf Jahre statt. Mit den Moslems gebe es im allgemeinen ein gutes Einverständnis, was das tägliche Leben betreffe, so Arinze.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 5. Februar den kolumbianischen Präsidenten Ernesto Samper in Privataudienz empfangen. Bei der 20-minütigen Begegnung wurde über die besondere Situation Kolumbiens im lateinischen Kontext gesprochen. Der Papst wünschte dabei eine möglichst schnelle Befriedung des Landes unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung. Im Anschluß an die Audienz traf Samper mit Kardinal Staatssekretär Angelo Sodano zu Gesprächen über das Verhältnis zwischen Staat und Kirche in dem lateinamerikanischen Land zusammen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International meldet indes, daß sie wegen schwerer Bedrohung ihre Vertretung in Kolumbien geschlossen habe. Man wolle die Aktivitäten dennoch fortsetzen, da die Krise, in der sich das Land derzeit befindet, noch intesievere Arbeit erfordere, so die Organisation heute in London.

Vatikan

Am 5. Februar wurde der Termin für das nächste Konsitorium, bei dem die kürzlich bekanntgegebenen Kardinäle vom Papst kreiert werden. Am 21. Februar wird so u.a. der Wiener Erzbischof Christop Schönborn den Kardinalspurpur erhalten.

Vatikan

Im Gesundheitswesen muß das Wohlergehen des Person oberstes Ziel sein und nicht der Gewinn. Daher sei ein Umdenken notwendig. Diese Forderung stellte der Präsident des päpstlichen Rates für die Krankenpastoral, Erzbischof Javier Lozano Barragan, bei der Präsentation des Programms für den 6. Welttag der Kranken.
Am 8. Februar wird in Loreto ein international besetztes Gremium, darunter auch viele Gesundheitsminister, versuchen, eine Antwort auf die Frage "Welchen Weg nimmt die Gesundheit?" zu geben.

Vatikan

Am 7. Februar traf Papst Johannes Paul II. Familien aus der Diözese Rom und beschloß mit einer Feier die Festwoche für die Familien. Die Feier findet im Saal Pauls VI. im Vatikan statt. Um 18 Uhr soll die Zeremonie beginnen, zu der sich 3000 Familien aus der Diözese angemeldet haben. Vor einer Woche, am 1. Februar, hattte der Papst die Festwoche, die speziell den Familien gewidmet ist, eröffnet. Das Fest am 7. Februar wird eingeleitet von den Organisatoren der Veranstaltung, bevor vier Familien ein öffentliches Gelöbnis abgeben.

Deutschland

Der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyner, hat seine Kritik an der vatikanischen Laieninstruktion erneut bekräftigt. Das Schreiben sei "fern jeder Wirklichkeit". Absolut "unrealistisch" sei die Behauptung über die nur "vorübergehende" Mitwirkung von Laien in der Kirche, meinte Meyer am 4. Februar in der Katholischen Akademie Hamburg.
Nach Ansicht des früheren österreichischen Bundesratspräsidenten, Herbert Schambeck, leistet die Instruktion hingegen einen notwendigen Beitrag zum Verstehen der Ordnung in der katholischen Kirche. Diese Ansicht vertrat er in einem Beitrag für die deutsche Ausgabe des Osservatore Romano. In der Vatikanzeitung nehmen in den nächsten Wochen fünf katholische Persönlichkeiten aus aller Welt Stellung zur Diskussion um die Instruktion.

Deutschland

Die Laieninstruktion hat das ehrenamtliche Engagement, zumindest in Bayern, jedenfalls nicht gedämpft. Es herrscht keine Krisenstimmung kurz vor den Pfarrgemeinderatswahlen, hat jetzt auch eine Umfrage der Katholischen Nachrichtenagentur ergeben.
Der abweisende Tonfall der Instruktion aus Rom hatte vor allem für die massive Mißstimmung gesorgt, zudem stiftete anfangs die römische Maßgabe Verwirrung, Laien dürften nicht den Vorsitz im Pastoralrat übernehmen, dies bleibe dem Pfarrer vorbehalten. Die promte Klarstellung konnte den Schaden jedoch weitgehend eindämmen. Die bewährte Arbeit der Pfarrgemeinderäte werde fortgeführt - und zwar unter dem Vorsitz der Laien. Der in der Instruktion genannte Pastoralrat sei nur ein Teilaspekt der deutschen Pfarrgemeinderäte.

Deutschland

Kritik an der Bioethikkonvention des Europarates in der jetzigen Form: Teilnehmer an einer Veranstaltung des parteienübergreifenden "Bündnisses für Menschenwürde" haben jetzt Mängel im vorliegenden Entwurf benannt. Entschieden gegen die jetzige Version hat sich am 5. Februar Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth ausgesprochen. Die Menschenwürde dürfe nicht durch Forschungsinteressen und wirtschaftliche Zwänge relativiert werden, so Frau Süßmuth in Bonn. Im einzelnen kritisierte die CDU-Politikerin, daß im Text des Menschenrechtsübereinkommens zur Biomedizin zwischen Menschen und Personen unterschieden werde. Der Mißbrauch nicht-einwilligunsfähiger Patienten drohe, wenn nicht genau definiert werde, wann Eingriffe ein sogenanntes "minimales Risiko" und "minimale Belastungen" zur Folge hätten.

Frankreich

Die Bischöfe des Landes haben am 4. Februar den Volkswagenkonzern angeklagt, in seiner Werbung für den neuen Golf, die Grenzen des Schicklichen zu übertreten. In der seit dem vergangenen Monat laufenden Kampagne wird das Bild des Abendmahls dazu benutzt, zum Kauf des Automobils aufzurufen. Die Bischöfe fordern nicht die Abnahme der Werbeplakate, sondern wollen die Gelegenheit nutzten, eine Diskussion über bestimmte Grenzen zu fördern.

Portugal

Die sozialistische Regierungspartei hat am 6. Februar einem Volksentscheid über das Abtreibungsrecht zugestimmt. Nach einer umstrittenen Gesetzesänderung diese Woche ist die Unterbrechung der Schwangerschaft in den ersten zehn Wochen straffrei, wenn die Frauen sich an eine staatliche Beratungsstelle wenden.

Kroatien

Die baldige Rückkehr der kroatischen und muslimischen Flüchtlinge in die Serbische Republik hat Bischof Komarica am 4. Februar gefordert. In einem Brief an die Präsidentin Biljana Plavic, wies Komarica darauf hin, daß mehrere zehntausend katholische Kroaten in ihre Heimatstädte zurückkehren wollten und auf die Erlaubnis warteten. Die Caritas der Diözese Banja Luka werde die Rückkehr und den Wiederaufbau auch materiell unterstützen, so der Bischof.

Rußland

Das Moskauer Patriarchat schließt nicht aus, daß Präsident Boris Jelzin bei seinem Besuch im Vatikan in der kommenden Woche das angespannte Verhältnis der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche ansprechen wird. Das erklärte der Sekretär für innerchristliche Beziehungen des Patriarchats am 6. Februar gegenüber Journalisten. Die Situation werde zur Zeit dadurch verkompliziert, daß Katholiken des östlichen Ritus, sich in der Ukraine gewaltsam orthodoxe Kirchen aneigneten. An eine Begegnung zwischen dem russisch-orthodoxchen Patriarchen Alexij II. und dem Papst sei zur Zeit nicht zu denken.

Rußland

Für Staatspräsident Boris Jeltsin ist Papst Johannes Paul II. ein "weiser und aufgeklärter Mann" mit dem er sich, besonders im Hinblick auf das neue Jahrtausend, unterhalten möchte. Das sagte Jeltsin, Agenturmeldungen zufolge, am 5. Februar in Moskau vor Journalisten.

Israel

Heftige Reaktionen hat die Entscheidung des Innministers hervorgerufen, in einem palästiensischen Stadtviertel von Jerusalem Wohnungen für Juden bauen zu lassen. Sowohl die parlamentarische Opposition wie auch pazifistische Gruppen verurteilten diese von einem US-amerikanischen Geschäftsmann durchgesetzte Bauerlaubnis.

Indien

Theologen und Sozialwissenschaften haben sich bei einem Treffen in Neu Delhi dafür ausgesprochen, daß die Kirche ein Symbol für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität mit den Armen sein müsse. Das Treffen befaßte sich hauptsächlich mit der Frage nach den Gefahren der Globalisierung aus dem Blickwinkel der armen Bevölkerungsschichten.

China

Dutzende von Priestern und mehrere Bischöfe sind seit Monaten oder Jahren in Gefängnissen. Das hat am 4. Februar der us-amerikanischer Geschäftsmann John Kamm in Peking bestätigt. Er hatte Kontakt zum Regime aufgenommen, um etwas über die Existenz von politischen Gefangenen zu erfahren. Nach Angaben von Amnsty International sind es 2000. Kamm informierte ferner darüber, daß vor etwa vier Jahren eine Kampagne zur Unterdrückung und Kontrolle religiöser und vor allem christlicher Aktivitäten begonnen hatte.

Laos

Fünf Ausländer sind am 4. Februar bei einer religiösen Zusammenkunft von der Polizei des Landes verhaftet worden. Schon am 30. Februar hat es in dem kommunistichen Land Massenverhaftungen gegeben, als sich Gläubige zu einem Bibelgespräch trafen. Den jetzt Verhafteten werden schwere Vergehen gegen die kommunistische Regierung vorgeworfen, sagte ein Regierungsprecher gegenüber einer Nachrichtenagentur. Sie hätten mit ihrer Zusammenkunft gegen das Versammlungsgesetz verstoßen. Außerdem wird ihnen vorgeworfen, regierungsfeindliche Meinungen vertreten und das kommunistische System kritisiert zu haben. Ein amerikanischer Diplomat vermutet, die Verhaftungen stünden im Zusammenhang mit der antimamerikanischen Haltung der Kommunisten.

Philippinen

Die Bischofskonferenz hat sich auf ihrer letzten Sitzung nicht auf eine Wahlempfehlung für den nächsten Präsidenten einigen können. Dies berichtet am 5. Februar die katholische asiatische Nachrichtenagentur UCA-News. Die Bischöfe forderten die Wähler lediglich auf, ehrliche Wahlen zu ermöglichen.

Marokko

Die Einführung einer Sondersteuer für Wohlhabende, die den Armen zu Gute kommen soll, hat am 5. Februar König Hassan II. angekündigt. Der sogenannte Zakat ist eines der Fundamente der islamischen Religion. Das Staatsoberhaupt setzte jetzt eine Kommission ein, die Vorschläge für eine Institutionalisierung der Sonderabgabe erarbeiten wird. Gegenüber islamischen Theologen betonte Hassan, die Steuer werde die größten Vermögensunterschiede zwischen Arm und Reich im Land ausgleichen helfen.

Senegal

Ein unabhängiges und unparteiisches Organ soll die Fälle von Völkermord auf dem afrikanischen Kontinent richten. Eine am 5. Februar in Dakar eröffnete Konferenz hat die Schaffung eines ständigen internationalen Strafgerichtshofes zum Ziel. Nur so sei es möglich, die Völker zu versöhnen und als Abschrekung zu wirken, meinen Beobachter.

Kenia

Hunderte von Studenten des Landes haben am 5. Februar ihren Unterricht boykottiert und sich auf dem Universitätsgelände verbarrikadiert. Damit protestierten sie gegen ethnische Gewalttaten, bei denen seit dem 11. Januar bereits über 100 Menschen getötet wurden. Kircheführer beschuldigten Präsident Arap Moi, die Gewalttaten anzuzetteln.

Kenia

Nach Studentenprotesten ist am 5. Februar die Jomo Kenyatta Universität in Nairobi geschlossen worden. Hunderte von Studierende hatten gegen eine Welle der Gewalt demonstriert, bei der seit dem 11. Januar mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen waren. Ein privater Fernsehsender des Landes berichtete, die Regierung reagierte mit der Schließung der Lehreinrichtung, nachdem Vorlesungen boykottiert und eine der Hauptverkehrsstraßen durch Studenten blockiert wurde.

Angola

Rund 300 Militärs, darunter auch hochrangige Soldaten, werden in den nächsten Tagen aus der Armee des Landes entlassen. Damit folgt Luanda den im Protokoll des Friedensvertrages von Lusaka festgelegten Maßnahmen. Die Ankündigung des Verteidigungsmini-sters wurde über das Fernsehen verbreitet.

Nigeria

In der Hauptstadt Lagos ist die Straße, in der die Botschaft der Vereinigten Staaten liegt, umbenannt worden. Sie heißt, wie am 6. Februar bekannt wurde, nun nach dem islamisistischen Radikalenführer Louis Farrakhan. Es war die Reaktion auf die Umbennenung einer Straße in New York vor zwei Wochen auf den Namen der ermordeten Ehefrau des nigerianischen Dissidenten Abiola.

Kuba

Positives Echo für den Aufruf von Papst Johannes Paul II., politischen Gefangene freizulassen: der Sprecher des kubanischen Auénministeriums kündigte am 6. Februar an, man sei dabei, die Möglichkeiten für eine Amnestie zu untersuchen. Kardinal Staatssekretär Angelo Sodano hatte in Havanna eine Bitte von Johannes Paul II. um die Freilassung von Gefangenen übergeben. Bei einem Gespräch unter vier Augen zwischen Fidel Castro und dem Papst soll sich das Kirchenoberhaupt ebenfalls für die Begnadigung einer nicht näher definierten Zahl von Häftlingen, die Mehrzahl davon politischen, eingesetzt zu haben. Diese Bitte scheint nun nicht ungehört verklungen zu sein.

Mexico

Die Regierung des lateinamerikanischen Staates hat jetzt versprochen, ihre Bemühungen um den Friensprozeß in Chiapas wieder aufzunehmen. Das erklärte am 4. Februar nach Agenturangaben der Chefunterhänder von Präsident Ernesto Zedillo. Bereits am 1. Februar habe die Regierung einen Vorschlag für die umstrittenen Rechte der Indianer gemacht, so der Verhandlungsführer.

Vereinte Nationen

Die UNO hat am 4. Februar dazu aufgerufen, gut 150 Millionen Dollar für Afghanistan bereit zu stellen. Mit dieser Hilfe solle es dem asiatischen Land erleichtert werden, den seit fast 20 Jahren herrschenden Krieg zu beenden. Durch ein globales Programm wollen die Vereinten Nationen sich für einen dauerhaften Frieden einsetzen.

 

Hinweise auf das Wochenprogramm:

Samstag: Papstrosenkranz
Sonntag:
Einführung in das Ruhegebet nach Cassian von Peter Dyckhoff
Montag:
Weltkirchenmagazin
Dienstag:
Radioakademie: Aldo Parmeggiani - Ordensfrauen: Engagement - keine Weltflucht

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr
Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:
Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen
Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
Anne Granda
Redaktion dieser Ausgabe: Dominik Finkelde
Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44
Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 10.2.1998.

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