Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Samstag, den 31. Januar bis Dienstag, den 3. Februar 1998.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 31. Januar wie zu jedem Jahresempfang die Regierung der Region Latium in Audienz empfangen. Dabei unterstrich er vor allem die Notwendigkeit, die Arbeitslosigkeit zu überwenden. Der Papst hat das Bombenattentat der basikischen Eta gegen einen spanischen Politiker und seine Frau scharf verurteilt. Derartige Handlungen beleidigten die menschliche Person aufs Tiefste, schreibt der Papst in einem Telegramm an den Erzbischof von Sevilla. Gleichzeitig verspricht er den Angehörigen der Opfer sein Gebet für sie und die Toten.

Vatikan

Der Generalsekräter des Weltrats der Kirchen, Konrad Raiser befindet sich seit dem 31. Januar in Moskau. Radio Vatikan gegenüber erklärte er, daß es ihm im Wesentlichen darum geht, Mißverständnisse zu beseitigen. Viele hochrangige orthodoxe Geistlichen hätten Vorbehalten gegen den Weltkirchenrat. Er wolle keine Konfrontation, sondern die wahren Absichten des Kirchenrates darlegen, um Verzerrungen und Vorurteile in Rußland zu überwinden. Raiser trifft auch den russisch-orthodoxen Patriarchen Alexei.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 1. Februar beim Angelusgebet die Medien zu sachlicher Berichterstattung über den Lebensschutz aufgerufen. Ohne die Situation in Deutschland zu nennen, sagte er, jeder Mensch sei aufgerufen, die Liebe zum Leben zu verbreiten. Das gelte aber besonders für alle, die in den Medien tätig seien. Der Papst stellte gleichzeitig befriedigt fest, daß die Sensibilität für den Lebensschutz in mancher Hinsicht zugenommen habe. Dennoch sei die Bedrohung des Lebens nicht geringer geworden, vor allem in Form dr Abtreibung. Nötig sei daher die Schaffung einer Kultur des Lebens.
Im Rahmen der Angelusansprache hat der Papst auch den Mord an dem kroatischen Missionar in Ruanda verurteilt. Der 4o-jährige Franziskaner war am 31. Januar in der Hauptstadt Kigali von Unbekannten ermordet worden. Er hatte bei den Bürgerkriegswirren vor 4 Jahren vielen Angehörigen des Tutsi-Stammes das Leben gerettet.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 1. Februar erstmals einen Familienbesuch in Rom gemacht. Er eröffnete damit die Reihe der Hausbesuche, die 13.ooo Freiwillige im Rahmen der Stadtmission machen werden. Sie verteilen dabei jeweils eine Ausgabe der Apostelgeschichte. Der Papst besuchte eine siebenköpfige Familie im Rahmen dieses Pfarreibesuches. In der Familie leben neben Vater, Mutter und drei Kinder, auch zwei Großeltern über 8o Jahren.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 2. Februar den Außenminister des Iran, Kamal Kharrazi, in Audienz empfangen. Wie der Vatikansprecher Joaquin Navarro-Vals betonte, handelte es sich dabei um eine Höflichkeitsvisite. Thema des Gesprächs sei der Friedensprozeß im Nahen Osten gewesen. Außerdem ist ein Treffen für den Gast mit Vatikan-Außenminister Jean-Louis Tauran vorgesehen. Dabei geht es um die bilateralen Verträge zwischen dem Iran und dem apostolischen Stuhl.

Vatikan

Der Papst hat am 2. Februar die Bischöfe seines Heimatlandes zu verstärkten Bemühungen um Neuevangelisierung aufgefordert. Gleichzeitig beklagte er den Verfall gesellschaftlicher Grundvoraussetzungen. Der Papst bedauerte, daß die Familie immer häufiger durch andere Gemeinschaftsarten ersetzt und ihr dauerhafter Charakter untergraben werde. Eine intensive Arbeit ist nötig, um das Bewußtsein der Gesellschaft gegenüber der Familie zu verändern, so der Papst. Insbesondere auf den Jugendlichen beruhe die Hoffnung für eine Zukunft der Kirche.

Deutschland

Bayerns Innenminister Günther Beckstein hat am 2. Februar davor gewarnt, in Deutschland einen Abschiebestopp für algerische Flüchtlinge zu erlassen. Das würde Algerier, die derzeit irgendwo in Europa lebten, dazu ermutigen, nach Deutschland zu kommen. Anfang des Monats hatten einige Bundesländer, wegen der anhaltenden Massaker in dem nordafrikanischen Land, einen zeitweisen Abschiebestopp für Algerier genehmigt.

Deutschland

Die Lage der Flüchlinge in Deutschland droht sich nach Meldungen vom 3. Februar immer mehr zu verschlechtern. Nach einem Entwurf zur Änderung des Leistungsgesetzes für Asylbewerber sollen Hunderttausenden von Ausländern jeglichen Anspruch auf soziale Leistungen verlieren. Die Kirchen in Berlin und Brandenburg haben deshalb an den Bundesrat appelliert, diese Pläne fallen zu lassen und eine menschenwürdige Versorgung der Flüchtlinge sicherzustellen. Die zu erwartenden sozialen Elendslagen könnten von Kirchen und Wohlfahrtsverbänden nicht aufgefangen werden. Gleichzeitig konnte sich die Innenminster der Länder am 2. Februar nicht auf einen generellen Abschiebestopp von Flüchtlingen aus Algerien einigen. Der Sprecher von Pro Asyl, Heiko Kaufmann, nannte dieser Entscheidung gegenüber Radio Vatikan ein Trauerspiel.

Deutschland

Der evangelische Bischof Volker Kress sagte am 2. Februar in Dresden, es müsse eine einvernehmliche Regelung zur Schwangerenkonfliktberatung zwischen allen Institutionen geben. Kress betonte, daß auch die Lutherische Kirche gegen Abtreibung sei. Um so notwendiger sei es, ein Beratungssystem zu finden, das alle mittragen können.

Frankreich

Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat am 31. Januar all ihre Mitglieder gebeten, Flüchtlinge aus Algerien solange aufzunehmen, bis der dortige Konflikt beendet sei. Sie sollten überall den Status als Opfer der Gewalt erhalten.

österreich

Der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn hat am 2. Februar in einem Radio-Interview gefordert, daß die Kirche die Motivation für den Zölibat von Priestern deutlicher macht. Die Kirche habe sich für diese Regelung entschieden und werde auch weiterhin den Weg des ehelosen Priestertums gehen. Der künftige Weg der Kirche soll von "Vertiefung" nicht von "Rückzug ins Ghetto" geprägt sein, betonte der Wiener Erzbischof. Zu den aktuellen Auseinandersetzungen betonte der katholische Würdenträger, er trete dafür ein, daß die Repräsentanten des "Kirchenvolks-Begeherens" am "Dialog für österreich" teilnehmen. Er erwarte dadurch keine Schwierigkeiten mit Rom. Es müsse aber klar sein, daß die Gruppe "Wir sind Kirche" nicht die einzige Stimme des Kirchenvolkes ist, sondern eine Gruppe unter vielen.

österreich

Der ehemalige Vizekanzler österreichs, Erhard Busek, kritisierte am 2. Februar die Kirche das Landes wegen Vertuschungsversuchen und Unehrlichkeit. Gegenüber einer Wochenzeitschrift sagte der Politiker, es habe im Anblick der letzten Skandale und Diskussionen eine Unmenge von Lügen seitens der Kirchenvertreter gegeben. Man müsse deutlich aussprechen, daß die nach der Meinung des Politikers falschen Ernennungen von Bischöfen an der gegenwärtigen Situation mitschuld seien.

Frankreich

Die katholischen Schulen der Erzdiözese Paris haben am 31. Januar ein Projekt mit dem Titel "Projekt 2000" lanciert. Es handelt sich dabei um eine Informationskampagne für das Heilige Jahr, bei der die Hauptaufgaben und die Werte katholischer Institutionen erläutert, so wie die zahlreichen Vorurteile abgebaut werden sollen. Das Projekt dauert bis kommenden 7. Februar.

Frankreich

Wie am 1. Februar bekannt wurde, steht erstmals ein Laie an der Spitze des Komitees für Tourismus- und Freizeit-Seelsorge. Die französischen Bischöfe haben den Familienvater Jean-Marie Levrier-Mussat für diese Aufgabe ernannt. Er war vorher im Aufbau der Caritas engagiert.

Norwegen

Die Regierung in Oslo hat am 31. Januar eine Kommission eingesetzt, die die moralische Gesundheit der Gesellschaft untersuchen soll. Ziel ist es, Strategien für mehr menschliche Werte in der Bevölkerung zu entwicklen. Die Norwegern sollen nach Ansicht des Premierministers dazu angehalten werden, über Theman wie Steuerhinterziehung, Fremdenhaß, schwache Familienbande und anderes nachzudenken.

Tschechische Republik

Eine Konferenz über die Priorität der ökumenischen Zusammenarbeit der christlichen Kirchen hat am 30. Januar in Prag begonnen. Die Veranstaltung findet in der Folge der Grazer ökumenischen Versammlung des vergangenen Jahres statt. Sie wurde vom europäischen Rat der Bischofskonferenzen gemeinsam mit dem europäischen Kirchenrat organisiert. Die Delegierten wollen eine ökumenische Charta diskutieren und die Entwicklung der Grazer Vorschläge untersuchen.

Bosnien

70 katholische Priester haben am 1. Februar den kroatischen Präsidenten Tudjman um Schutz für die katholischen Kroaten in Bosnien gebeten. In einem Schreiben nach Zagreb weisen sie auf auf gefährliche Sitaution hin und nennen mehrere Fälle von Diskriminierung von Katholiken in dem mehrheitlich muslimischen Bosnien.

Bulgarien

Durch die Einsetzung eines Vikars soll die Einheit der seit sieben Jahren gespaltenen orthodoxen Kirche des Landes wieder hergestellt werden. Diese Lösung hat am 31. Januar der Vorsitzende der Parlamentarischen Kommission für Menschenrechte vorgeschlagen. Anstelle der rivalisierenden Patriarchen Maxim und Pymen sollte dieser Vikar treten. So könnte die Kirche selbst wieder zur Einheit gelangen während die auf Lebzeit gewählten Patriarchen ihren Titel behalten könnten.

Nordirland

Am 1. Februar haben sich Angehörige der Opfer des Blut-Sonntags in Londonderry versammelt, um der Ermordeten zu gedenken. Sie sprachen ihre Freude darüber aus, daß die Tötung von 26 Kirchgängern vor 25 Jahren aufgeklärt werden solle. Gleichzeitig wünschten sie,d aß die Schuldigen bestraft werden, falls sie gefunden werden.

Vereinigte Arabische Emirate

Die weltweit größte muslimische Vereinigung hat am 2. Februar an die Vereinten Nationen appeliert, sich für die Vermeidung eines Militärschlags gegen den Irak einzusetzen. Die Möglichkeit eines solchen Vorgehens werde in der islamischen Welt mit großer Sorge betrachtet, betonte die Isalamkonferenz heute in einem Brief an den UN-Genarlsekretär Kofi Annan.

Pakistan

Während der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen haben die christlichen Kirchen des Landes ein Aktionsprogramm für eine intensievere Zusammenarbeit entworfen. Darin formulieren sie die Ziele für die sogenannte "Allianz aller Kirchen", eine Initiative, die 1994 gegründet wurde.

Ruanda

Nach dem Mordanschlag auf Franziskanerpater Vjeko Curic in Kigali wächst die Verunsicherung unter den ausländischen Mitarbeitern der Hilfswerke. Dies teilte am 1. Februar die Caritas International mit. Der ökonom der Diözese Kapgay war in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar erschossen worden. Über die Hintergründe und die Täter ist bislang noch nichs bekannt. Der Missionar arbeitete seit 1983 in Ruanda. Gegenwärtig war er für ein Hausbauprogramm für zurückgekehrte Flüchtlinge verantwortlich. Wie die Caritas mitteilte, seinen Mitarbeiter der Hilfsorganisation immer häufiger Zielscheibe von Anschlägen.

Nigeria

Eine Tageszeitung hat am 1. Februar die Hoffnung ausgesprochen, daß anläßlich des Papstbesuches im März politische Häftlinge amnestiert werden. Grund für diese Perspektive seien die Äußerungen von Präsident Sani Abacha, der Papstbesuch werde ein denkwürdiges Ereignis sein. Er hatte wiederholt, aber ohne Taten eine Amnestie von Gefangenen in Aussicht gestellt, deren Freilassung keine Gefahr für den Staat darstelle. In dem bevölkerungsreichsten afrikanischen Staat gibt es seit dem Amtsantritt des Diktators vor vier Jahren sehr viele politische Gefangene.

Sierra Leone

Wie am 1. Januar bekannt wurde, dauert die Welle der Morddrohungen gegen katholische Priester in dem afrikanischen Land an. Sie ist auf die große soziale und wirtschaftliche Unzufriedenheit, sowie auf die Instabilität der politischen Lage zurückzuführen.

Kenia

Der Vorsitzende der Bischofskonferenzm Kohn Njue, hat am 31. Januar die Regierung von Präsident Arap Moi angeklagt, die ethnischen Unruhen zu schüren, die seit Jahresanfang 60 Todesopfer gefordert haben. Polizeikreise bezeichnen die Vorfälle als normale Kriminalität.

Mexiko

Es gibt keine Annäherung zwischen der Regierung und den Zapatistenrebellen. Dies geht aus einem Komunique der Guerillas hervor, das am 2. Februar von der Lokalpresse veröffentlicht wurde. Danach widersprach Zapatistenführer Marcos Behauptungen, die mexikanische Regierung habe den Rebellen ein Geheimtreffen zur Wiederbelebung des Dialogs in Chiapas vorgeschlagen.

Vereinigte Staaten

In den am 31. Januar veröffentlichten Menschenrechtsberichten wird Deutschland gemeinsam mit Vietnam und Kuba angeprangert. Die US-amerikanische Kritik an der Behandlung der Scientology-Sekte soll die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland dem Wunsch der Autoren zufolge aber nicht beeinträchtigen. Die in den USA bereits seit Jahren geäußerten Bedenken gegen die Behandlung von Scientology in Deutschland finden in dem jährlich erscheinenden Bericht über die Menschenrechtslage in einzelnen Ländern einen erneuten Niederschlag. Den Amerikanern, die Scientology als Kirche anerkennen, geht es um Religions- und Versammlungsfreiheit in Deutschland seinen Mitglieder von Scientology von der Mitgliedschaft der meisten Parteien ausgeschlossen, so der Bericht. Scientology steht in einigen Bundesländern als Wirtschaftsimperium mit undemokratischen Zielen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Vereinigte Staaten

Das republikanische US-Senatsmitglied, Dick Armey, hat am 1. Februar strengere Gesetze gegen das Klonen von Menschen verlangt. Nach Meinung des Politikers sind die Vorschläge des amerikanischen Präsidenten, das Klonen auf vorerst fünf Jahre zu verbieten, nicht ausreichend.

Vereinigte Staaten

Der us-amerikanische Präsident Bill Clinton hat am 3. Februar Religionsvertreter vor ihrer Reise nach China im Weißen Haus empfangen. Die Religionsführer wollen Ende der Woche zu einem mehrtägigen Besuch nach China reisen und dort mit Regierungsvertreten sowie mit Mitglieder der verschiedenen Glaubensgemeinschaften des Landes zusammentreffen. An der 15- minütigen Unterredung mit Bill Clinton nahmen der katholische Erzbischof von Newark, Theodore Maccarrick, der Rabbiner Arthur Schneider, sowie der Präsident der Nationalen Evangelikalen Vereinigung der USA teil. Am 2. Februar sagte außerdem ein amerikanischer Menschenrechtler, daß die chinesische Regierung einen Kampf gegen die katholische Kirche führe. In den letzten vier Jahren seien Dutzende katholischer Priester und Bischöfe gefangen genommen worden.

 

Hinweise auf das Wochenprogramm:

Mittwoch: Römische Woche

Donnerstag: Jugendmagazin: Spurensuche im Kloster -

Der Jesuitenorden

Freitag: Prisma-Magazin:

Spirituelle Erneuerung für Missionare

Die apostolische Delegation in Israel

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

Redaktion dieser Ausgabe: Dominik Finkelde

Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44

Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano

E-Mail: SEDOC@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag, 6. 2. 1998.

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