Radio Vatikan Archiv

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Mittwoch, den 28. Januar bis Freitag, den 30. Januar 1998.

Vatikan

Der polnische Außenminister Bronislaw Gieremek hat am 29. Januar Papst Johannes Paul II. einen offiziellen Besuch abgestattet. Beobachter vermuten, daß es dabei auch um das erst vor wenigen Tagen ratifizierte Konkordat zwischen Polen und dem apostolischen Stuhl ging.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. wird den nigerianischen Priester Cyprian Iwene Tansi am 22. März in Nigeria seligsprechen. Das wurde am 30. Januar offiziell im Vatikan angekündigt.

Deutschland

Politiker aller Parteien haben am 28. Januar, einen Tag nach der Veröffentlichung des Papst-Briefes vor einer neuen Diskussion um den Paragraphen 218 gewarnt. Bundesfamilienminsterin Claudia Nolte bekräftigte, daß die Entscheidung der katholischen Bischöfe langfristig den Beratungsschein in der gegenwärtigen Form nicht mehr auszustellen, an der bisherigen Gesetzpraxis nichts ändern werde. Der Kölner Kardinal, Joachim Meisner, sagte dagegen in einer Erklärung, eine Überprüfung der geltenden Abtreibungsgesetzgebung sei "längst fällig". Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßte die Erklärung der Bischöfe und sprach die Hoffnung aus, daß die Kirche bei ihrer geplanten Neuordnung einen Weg finde, daß Frauen in Konflikten wie bisher die Beratung in katholischen Einrichtungen finden.

Deutschland

Rund 140 evangelische Theologieprofessoren haben am 29. Januar die "gemeinsame Erklärung" der katholischen und der lutherischen Kirche zur Rechtfertigungslehre verworfen. Sie stelle keine Übereinstimmung in Grundwahrheiten des christlichen Glaubens dar. Es handelt sich dabei um ein jahrelang vom vatikanischen Einheitsrat und dem lutherischen Weltbund erarbeitetes Dokument, um Lehreinheit zwischen Katholiken und Lutheranern in einer zentralen Frage zu erreichen. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland ist eingeladen, dazu Stellung zu beziehen. Nach Ansicht von evangelischen Theologen würden durch diesen Text z.B. in Zukunft evangelische Geistliche einfach in die katholische Hierarchie eingegliedert, was die Theologen ablehnen. Mit dem Dokument sei auch nicht garantiert, daß die evangelischen Kirchen von der katholischen wirklich als Kirchen gesehen werden.

österreich

Eine Meldung am 29. Januar bestätigte, daß die apostolische Visitation des Klosterstifts Göttweig bald beginnt. Es geht dabei um die Verwürfe gegen Erzbischof Hans-Hermann Groer wegen sexuellem Mißbrauch von Minderjährigen. Erst nach dem Ende der offiziellen Untersuchung werde die öffentlichkeit über die Ergebnisse informiert werden.

österreich

"Chancen für ein neues Miteinander." Das sehen die Bischöfe des Landes in den Vorschlägen der katholischen Aktion österreich (KAö) zur Beilegung der gegenwärtigen Kirchenkrise. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Johann Weber, stellte am 29. Januar gegenüber der Presse in Wien eine Antwort für den 10. Februar in Aussicht. Gegenstand der Beratungen ist die Sorge der Laien, die Kirche von der durch Skandale heraufbeschworenen Krise zu befreien. Dazu hatte die KAö den Bischöfen einen umfangreichen Forderungskatalog vorgelegt, der auf dem Gesprächsformum "Kirchenzukunft" erarbeitet worden war. Mit Spannung werden die Laien der für die übernächste Woche angekündigten bischöflichen Antwort entgegensehen.

österreich

Kardinal Franz König hat sich am 29. Januar dagegen ausgesprochen, daß die elektronischen Medien ganz dem Spiel der Wirtschaftskräfte überlassen werden. Bei einer Veranstaltung im Rahmen des Dialogs für österreich sagte der Alterzibschof in Wien, es dürfe keine totale Deregulierung geben. Der Bereich der Massenmedien sei dafür zu sensibel. König wünschte sich speziell für die Kirchen- Berichterstattung Vollständigkeit, Wahrheit und Genauigkeit. Das seien wichtige Schlüsselbegriffe.

Italien

Wie am 29. Januar bekannt wurde, übernimmt die katholsiche Kirche ab sofort bei Ehe-Annulierungsprozessen einen Teil der Kosten, um Armen die Auflösung ihrer Ehe ebenso wie Reichen zu ermöglichen. Rund 1000 Mark muß das Paar selbst aufbringen. In Deutschland zahlt die Kirche alles über 100 Mark.

Jugoslawien

Der serbisch-orthodoxe Bischof für den Kosowo, Artemije, traf am 30. Januar in Belgrad Präsident Milosewitsch. Bei den Gesprächen geht es um die äußerst angespannte Lage auf dem mehrheitlich albanischen und muslimischen Amselfeld. In diesen Tagen hatte der Europarat Belgrad aufgerufen, den Albanern dort wieder die frühere Autonomie zu gewähren.

Tschechische Republik

Am 31. Januar beginnt in Prag eine Beratung über die Fortsetzung des ökumenischen Prozesses der Kirchen in Europa. Vor allem soll dabei über die Nacharbeit der ökumenischen Tagung in Graz gesprochen werden. Überlegt wird dabei auch über eine ökumenische Charta.

Zypern

Am 29. Januar wurde bekannt, daß türkische Bewohner von Zypern eine Moschee im griechischen Landesteil besuchen dürfen. Im vergangenen Jahr hatten zwei Gruppen von Griechen ein Kloster im türkichen Teil besuchen dürfen. Die Vereinten Nationen begrüßen diesen grenzüberschreitenden Verkehr, um die Insel zu befrieden.

Rußland

Seit dem 29. Januar hält sich der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Konrad Raiser, zu Gesprächen mit der orthodoxen Kirche in Rußland auf. Nach seinen Angaben will er Mißverständnisse zwischen der Kirche Moskaus und den anderen Mitgliedern des Kirchenrates aufklären. Zeichen der Mißverständnisse ist unter anderem das Ausscheiden der armenischen Orthodoxie als dem ökumenischen Rat.

Israel

Seit dem 25. Januar findet in Jerusalem die Woche für die Einheit der Christen statt. Um der ökumenisch sich engagierenden armenischen Kirche die Teilnahme zu ermöglichen, wird die Woche für die Einheit der Christen im Heiligen Land jeweils verschoben. Aus diesem Anlaß beteten die getrennten Christen der Heiligen Stadt am 25. Januar für die Kircheneinheit in der anglikanischen Georgskriche, am 26. Januar in der Kathedrale des lateinischen Patriarchen und am 27. Januar in der evangelischen Erlöserkirche.

Israel

Ultra-orthodoxe Rabbiner lehnen den Kompromiß um die Anerkennung von Konvertiten des Konservativen- und Reformjudentums ab. In einem öffentlichen Brief sprachen sie sich am 27. Januar gegen jede Gleichstellung von Konvertiten mit jüdischen Bürgern des Staates Isreal aus. Verhandlungen mit denjenigen, die die Thora verfälschten seien nicht hinnehmbar, hieß es in dem Schreiben.

Israel

Letzte Woche hat erstmals ein Soldat seinen Treu-Eid auf das neue Testament geschworen. Das wurde am 29. Januar aus Tel Aviv gemeldet. Das christliche Mitglied der Grenztruppe hatte sich geweigert, auf den Koran oder die jüdische Bibel zu schwören.

Thailand

Redemptoristenpater Joe Maier ist wegen seines Einsatzes für Straßenkinder, Aidskranke und arme Frauen am 28. Januar mit dem höchsten thailändischen Orden ausgezeichnet worden. Den staatlichen Autoritäten gehe es darum, das gute Beispiel hervorzuheben, um so die Thai-Kultur zu bewahren.

Thailand

Zehntausende von Katholiken haben am 29. Januar an der Weihe der neuen Wallfahrtskirche zu Ehren der sieben thailändischen Märtyrer in Mukdahan am Mekong-Fluß teilgenommen. Erzbischof Lawrence Kai Saenphon-On drückte dabei den Wunsch aus, daß die für die Märtyrer in der Kirche errichteten Kreuze den Pilgern zur Vertiefung ihres Glaubens helfen.

Indonesien

Die Bischöfe des Landes haben am 28. Januar die Gläubigen dazu aufgerufen, für die Regierenden zu beten, damit diese mit Gottes Hilfe Wege aus der wirtschaftlichen Krise finden. Bereits am 25. Januar rief der Vorsitzende der Bischofskonferenz gemeinsam mit dem Generalsekretär zu Solidarität mit all denen auf, die unter der Krise leiden.

Indonesien

Das Ende des Fastenmonats Ramadan ist wie am 30. Januar bekannt wurde von katholischer Seite mehrfach gewürdigt worden. Kardinal Darmaadmatja erklärte, durch das Fasten der großen muslimischen Mehrheit werde das moralische und soziale Niveau regelmäßig erhöht. Das Zusammenleben der Religionen werde erleichtert. Bischof Carlos Belo von Ost-Timor trug bei einer interreligiösen Versammlung die Botschaft von Kardinal Francis Arinze an alle Muslime der Erde vor. Außerdem besuchte er die Anführer der Muslime zum Ramadan-Ende.

Sri Lanka

Tamilische Rebellen haben am 25. Januar ein Attentat auf ein buddhistisches Heiligtum in der ehemaligen Hauptstadt Kandy verübt, bei dem mindestens 10 Zivilisten ums Leben kamen. Die Bischofskonferenz des Landes verurteilte den Anschlag aufs schärfste und bezeichnete ihn als Angriff auf Gläubige aller Religionen. Beobachtern zufolge soll das Attentat harte Reaktionen der buddhistischen Mehrheit provozieren, um den militanten Tamilien, die seit 15 Jahren für die Autonomie kämpfen, wieder internationale Sympathien zu gewinnen.

Hong Kong

Mit einem Konzert anstelle der üblichen Gebetswache ist die erste Woche zur "Einheit der Christen" in Hong Kong eröffnet worden. Die Veranstalter, Katholiken, Protestanten und Orthodoxe erhoffen sich durch die Musik als verbindendes Element, eine verstärkte Teilnahme ihrer Gläubigen an den noch folgenden ökumenischen Gottesdiensten.

Kenia

Die Regierung von Präsident Arap Moi soll mit aller Deutlichkeit die Rechtsstaatlichkeit im Land gewährleisten. Mit dieser eindringlichen Forderung haben am 29. Januar die katholischen Bischöfe auf die Gewalt der vergangenen Woche in Kenia reagiert. "Wer soll die Kenianer davon überzeugen, daß die jüngsten Gewalttaten nicht politisch motiviert sind?" Mit dieser Frage bezweiflte die Bischofskonferenz die offizielle Version. Danach sollen Viehtreiber hinter den Attacken stehen, die bisher 87 Opfer unter der Landbevölkerung gefordert haben. Nach Ansicht des Vorsitzenden der kenianischen Bischofskonferenz seien dagegen Kabinetsmitglieder für die Vorfälle verantwortlich zu machen, da sie ethnisch motivierten Haß säten.

Nigeria

Die Gewalt gegen Priester und sonstige Kirchenleute nimmt in erschreckendem Maße landesweit zu. Das wurde am 30. Januar bekannt. Allein im Lauf der letzten zwei Monate seien 10 Priester tätlich angegriffen worden. Ein Bischof habe die Gläubigen aufgerufen, ihre Pfarrer zu bewachen. Offenbar handelt es sich bei den meisten Angriffen um Versuche, Geld zu rauben.

Kuba

Nach den Worten des New Yorker Kardinals John O'Connor wird die kubanische Regierung der katholischen Kirche des Landes mehr Freiheiten gewähren. Die Erleichterungen für die Kirche werden in kleinen Schritten erfolgen, aber sie würden kommen, betonte der Kardnial am 28. Januar. Er hatte kurz nach Abreise des Papstes ein persönliches Gespräch mit dem kubanischen Staatschef. Eine illegale Oppositionspartei hat die kubanische Regierung und die Kirche aufgefordert, sich mehr für die Demokratisierung des Landes einzusetzen. Ein politischer Neuanfang sei jetzt für die Zukunft des Landes lebensnotwendig. Gleichzeitig hat die kommunistische Partei Kubas in einer öffentlichen Stellungnahme der Bevölkerung für die herzliche Aufnahme des Papstes gedankt. Der Besuch hätte allen Imperialisten zum Trotz die Warmherzigkeit und Solidarität der Kubaner bewiesen.

Mexiko

Am 29. Januar, dem 38. Jahrestag seiner Bischofsweihe, hat der Oberhirte der Diözese San Cirstobal de las Casas, Samuel Ruiz, eine Todesdrohung erhalten. Nach Angaben seiner Mitarbeiter wurde darauf der Polizeischutz für Bischof Ruiz verstärkt, der als "Schlüsselfigur" im Chiapas-Dialog bereits von sechs Leibwächtern bewacht wird.

Vereinigte Staaten

Der Weltkirchenrat hat Präsident Clinton am 29. Januar um Amnestie für 15 Puetorikaner gebeten, die seit mehr als 2o Jahren inhaftiert sind. Sie werden als politische Gefangene bezeichnet, da sie einer revolutionären Organisation angehört hatten. Nach Angaben ihres Anwalts verursachten die Bombenattentate, für die sie einsitzen, keinen Personen-, sondern nur Sachschaden.

Vereinigte Staaten

Präsident Bill Clinton hat bei seiner Rede über den Stand der Nation am 29. Januar einige Punkte genannt, die von der katholischen Kirche als vordringlich angesehen werden. Aus Washington wird jetzt gemeldet, es seien vor allem: Erhöhung des Mindestlohnes, leichterer Zugang zu Gesundheitsdiensten, Kindergeld und steuerliche Entlastung von Familien sowie das Verbot des Klonens von Menschen.

Hinweise auf das Wochenprogramm:

Sonntag: Sie schreiben - wir antworten

Montag: Weltkirchen - Magazin: Zusammenfassung über

den Brief des Papstes zur Schwangerenkonfliktberatung.

Dienstag: Aldo Parmeggiani: Ordensfrauen - Engagement, keine

Weltflucht.

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda

Redaktion dieser Ausgabe: Dominik Finkelde

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 3.2.1998.

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