Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit vom Samstag, den 17. Januar bis Dienstag, den 20. Januar 1998.

 

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 18. Januar die Berufung von 22 neuen Kardinälen angekündigt. Unter ihnen ist auch der Erzbischof von Wien, Christoph Schönborn. Er und 19 weitere Neu-Kardinäle werden den Purpur am kommenden 21. Februar erhalten. Zwei Namen wurden noch nicht veröffentlicht. Es sind sogenannte Kardinalsernennungen "in pectore", die noch nicht bekanngegeben werden können. Unter den 20 angekündigten Neu-Kardinälen sind elf Diözesanbischöfe aus aller Welt, ein polnischer Afrika-Missionar und acht Mitarbeiter der römischen Kurie.

Vatikan

Der Papst hat beim Angelusgebet am 18. Januar zum Gebet für seine bevorstehende Kubareise aufgerufen. In Rom haben kubanische Oppositionelle am 17. Januar die Hoffnung geäußert, der Papstbesuch, der am 21. Januar beginnt, werde das Ende des Castro-Regimes beschleunigen. Im kubanischen Fernsehen berichten immer mehr Sendungen über die bevorstehende Visite.

Vatikan

Bei den am 18. Januar von Papst Johannes Paul II. angekündigten Ernennungen von 22 neuen Kardinälen war auch der Erzbischof von Koahsiung auf Taiwan, eines chinesischen Jesuiten Paul Shan Kuo-Hsi. Seine Berufung ist ein mutiger Schritt: China erkennt Taiwan nicht an, sondern betrachtet die vor dem chinesischen Festland gelegene Insel als abtrünnige Provinz. Er sehe in seiner Ernennung zum Kardinal vor allem einen Beweis dafür, daß der Papst Interesse habe an der Kirche von Taiwan. Das sagte Shan Kuo-Shi am 19. Januar in einem Telefoninterview mit der italienischen Nachrichtenagentur ansa. Daß seine Ernennung zu Problemen in den diplomatischen Beziehungen zwischen dem Vatikan und Taiwan führen könnte, fürchtet er in keinster Weise.

Vatikan

Das feierliche liturgische Gedenken für die heilige Märtyrerin Agnes hat Papst Johannes Paul II. wegen seiner Kubareise schon am 19. Januar vorgenommen. Dabei wurden, wie in jedem Jahr, zwei Lämmer gesegnet, deren Wolle für die Herstellung von Pallien verwendet wird.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. wird sehr bald seine Entscheidung über die Beteiligung der katholischen Kirche am staatlichen Schwangerenberatungssystem in Deutschland verkünden. Das hat am 19. Januar ein Vatikan-Sprecher erklärt. Gleichzeitigt betonte er, der Beschluß sei nicht vor der Kuba-Reise von Johannes Paul zu erwarten.

Deutschland

Ein Ex-Priester der evangelischen Kirche wird mit Erlaubnis des Papstes und der Glaubenskongregation demnächst geweiht. Dabei wird der verheiratet Mann und Vater dreier Kinder vom Zölibat entbunden. Das sagte am 19. Januar ein Sprecher der Diözese Augsburg und erklärte weiter, es sei noch nicht klar, wo der 41- jährige Mann innerhalb der Kirche arbeiten werde.

Deutschland

Die internationale Bewegung "Wir sind Kirche" hat die Rehabilitierung des Befreiungstheologen Tissa Balasuriya durch den Vatikan begrüßt. Die internationale Solidarität für die Verwirklichung der Menschenrechte habe auch in der katholischen Kirche einen ermutigenden Erfolg erziehlt. Das erklärte am 19. Januar die Bewegung in Darmstadt. Der Prieter aus Sri Lanka war im vergangenen Januar vom Vatikan wegen unterschiedlicher Lehrauffassungen exkommuniziert worden.

Polen

Der Papst hat den "Tag des Judentums" in der polnischen Kirche mitunterstützt. Das berichtete am 18. Januar Bischof Stanislaus Gadecki am Rand eines christlich-jüdischen Gebetsgottesdienstes in der Synagoge von Warschau. Der Bischof sprach sich für verstärkte Begegnungen von Katholiken mit polnischen Juden aus. Die jüdischen Gemeinden Polens begrüßten zwar die kirchliche Initiative, sie beklagten aber, es gebe im Land weiterhin latenten Antisemitismus.

England

Sinn Fein lehnt den Friedensvertrag zu Nordirland ab. Wie ein Parteimitglied von Sinn Fein bestätigte, wolle der Parteiführer Gerry Adams, dies beim Treffen am 19. Januar mit Premier-Minister Tony Blair deutlich machen. Der Verhandlungsführer von Sinn Fein, Mc Guinness, erklärte gegenüber der BBC, die Regierung hätte sich offenbar dem Druck der nordirischen Protestanten gebeugt. Gleichzeitig wurde am 19. Januar von seiten der Ulster-Union-Partei, betont, daß Sinn Fein weiter an den Verhandlungen teilnehmen werde. Die Ergebnisse müßten aber zu spürbaren Verbesserungen für die Katholiken Nordirlands führen. Nach Informationen aus Kreisen der britischen Regierung könnte London demnächst eine Enquete-Komission einsetzen, und dabei erstmals eine offizielle Entschuldigung gegenüber den betroffenen Familien zum Ausdruck bringen.

Türkei

Ein führender algerischer Fundamentalist, der in den USA in Haft ist, hat am 18. Januar die Auflösung der islamischen Wohlfahrtspartei in der Türkei schwer angegriffen. Wenn diese Entscheidung nicht wieder rückgängig gemacht werde, könnte die Türkei die gleiche Zerstörung erleben wie Algerien im Moment. Der türkische Präsident hat derweil die Auflösung der Partei verteidigt. Man könne über diesen Schritt zwar nicht glücklich sein, aber die Wohlfahrtspartei habe mit ihrem Ziel eines "islamischen Staats Türkei" die laizistische Verfassung in Frage gestellt, so Suleyman Demirel in einem Fernsehinterview.

Türkei

Der Mufti von Syrien, Scheich Ahmad Kaftaro, hat das Verbot der islamistischen Wohlfahrtspartei in der Türkei bedauert. Das schrieb er am 19. Januar in einem in Damaskus veröffentlichten Brief an den Führer der verbotenen Partei, Necmettin Erbakan. Das Verbot der islamistischen Partei zerstöre die Hoffnung vieler Türken, in die Gemeinschaft der islamistischen Länder zurückzukehren. Die ägyptische Integristen-Armee, Jihad, rief in Kairo die Anhänger der verbotenen Wohlfahrtspartei zum heilien Krieg gegen die laizistische Regierung im Nachbarland auf.

Türkei

Am 19. Januar wurde bekannt, daß die staatlichen Behörden einen kurdischen Fernsehsender vorübergehend geschlossen haben. Er soll angeblich zur Gewalt aufgerufen haben. Die 30-tägige Schließung wird für ein Programm verhängt, in dem der Sender Interviews mit Angehörigen von inhaftierten und zum Teil im Hungerstreik befindlichen Kurden ausgestrahlt hatte.

Israel

Der geistliche Führer der Hamas hat am 19. Januar neue Attacken auf Israelis in den Autonomiegebieten vorausgesagt. In dieser Woche werden sowohl der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, als auch Palästinenserpräsident, Jassir Arafat, zu Gesprächen mit dem US-amerikanischen Präsidenten, Bill Clinton, in die USA reisen. Bereits am 18. Januar hatte Arafat vor dem Ausbrechen einer neuen Intifada gewarnt, falls der Friedensprozeß nicht in Gang komme. Netanjahu seinerseits versicherte indes, er komme nicht mit leeren Händen nach Washington.

Isreal

In den palästinensischen Autonomiegebieten gibt es keine Diskriminierung gegenüber den Christen. Wie am 20. Januar bekannt wurde, hat das die Untersuchung einer Menschenrechtsorganisation ergeben. Die Sicherheitsdienste der palästinensischen Vertretung machten sich aber des Mißbrauchs zu Ungunsten der gesamten Zivilbevölkgerung schuldig und schränkten die Pressefreiheit erheblich ein, so der Leiter des Untersuchungsinstituts.

Israel

Eine Gruppe US-amerikanischer Christen, die sich für den Frieden engagieren, hat in Hebron Todesdrohungen von Rechtsextremisten erhalten. Dies gaben die Amerikaner am 20. Januar in einem Kommunique bekannt. Die Drohung war der Gruppe sowohl an ihre Adresse in Hebron wie auch an ihren Sitz in Chicago geschickt worden. Gezeichnet war die Botschaft von einer anti-arabischen rassistischen Organisation.

Thailand

In Thailand haben eine Reihe von Bombenattentaten im Süden des Landes deutlich gemacht, daß die Probleme zwischen der muslimischen Minderheit des Landes und der buddhistischen Mehrheit noch lange nicht gelöst sind. Die Anschläge, die sich seit Anfang Dezember wieder häuften, waren gegen Bahnhöfe, Polizeistationen und Straßenkontrollen gerichtet. Muslimführer wiesen am 20. Januar die Anschuldigungen zurück und machen Drogenhändler für die Anschläge verantwortlich.

Algerien

Die Europäer sollen endlich ihr heuchlerisches Spiel mit dem Terrorismus beenden. Das fordert am 19. Januar die offizielle Nachrichtenagentur des Landes. Eines der drei Mitglieder der am 19. Januar nach Algerien reisenden EU-Mission, der Brite Derek Fetchett, stamme aus einem Land, in dem Integralisten ungestraft terroristische Aktionen verübten. Eine Regierungszeitung veröffentlichte einen Leitartikel unter dem Titel "Wozu die europäische Troika?"

Zentralafrika

Die Kirche bot am 18. Januar ihre Vermittlung zwischen Regierung und Oppositionsparteien an. Damit will sie verhindern, daß die geplante nationale Versöhnungskonferenz Mitte Februar platzt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz deutete nach einem Gespräch mit dem Präsidenten an, er unterstützte teilweise die Forderungen der Opposition. Zentralafrika ist in der Krise, seit die Regierung gegen Teilnehmr der Unruhen von 1996 kürzlich Strafverfahren eingeleitet hat.

Afghanistan

Die Bevölkerung von Kabul erlebt in diesem Jahr einen besonders harten Ramadanmonat. Zu den vom islamischen Glauben auferlegten Fastenzeiten kommen noch die strengen ausländischen Sanktionen. Viele sind für ihr Überleben auf die internationalen Hilfslieferungen angewiesen. Während die Zahl der Bettler wächst, verteilen wenige wohlhabende Gläubige Nahrungsmittel an die Armen. Wie am 20. Januar bekannt wurde, hat die von den Taliban der Bevölkerung aufgezwungene strenge Interpretation des Korangesetzes ein Erliegen vieler Wirtschaftszweige mit sich gebracht.

Kuba

Vertreter jüdischer und evangelischer Gemeinden werden sich inoffiziel mit dem Papst Treffen. Das bestätigte am 19. Januar ein Mitglied der jüdischen Gemeinde. Die Juden auf Kuba freuten sich mit den Katholiken auf den Besuch des Pontifex und erwarteten eine Stärkung der Religionsfreiheit. Vor der Revolution lebten 15000 Juden auf Kuba. Heute sind es nur noch 1500.

Kuba

Der kommunistische Jugendverband der Zuckerinsel hat seine mehr als 500.000 Mitglieder aufgefordert, die Botschaft des Papstes anzuhören. Die Jugend werde gemeinsam mit Staatschef Castro und dem Volk dem Besuchsprogramm des Papstes folgen, heißt es in einer Erklärung der Jugend-Verbandszeitschrift am Wochenende.

Kuba

Wie am 20. Januar bekannt wurde hat der Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, davor gewarnt, den Papstbesuch auf Kuba vorwiegend als Begegnung zweier charismatischer Personen zu sehen. Es sei vor allem eine Pastoralreise, und das Leben der Kirche sei seit der Ankündigung des Papstbesuches schon viel lebendiger geworden. Ortega bedauerte gleichzeitig vor der Presse, daß die staatlichen Medien dem Papstbesuch nicht mehr Platz eingeräumt hätten. Vor allem hätte man sich gewünscht, dem Volk in den Zeitungen genauer den Verlauf der Visite zu erläutern.

Mexico

Nach Überzeugung von Bischof Samuel Ruiz spitzt sich die Lage in der Chiapas-Provinz immer mehr zu. In einem Zeitungsinterview am 20. Januar gibt er die Schuld dafür dem Militär. Es errichte immer mehr Straßensperren und Militärlager. Daher nehme die Spannung mehrlich zu. Indessen wirft die konservative Partei der National-Aktion dem Bischof vor, sich einseitig und radikal auf die Seite der Zapatistischen Guerilleros gestellt zu haben.

Chile

Kardinal Jorge Medina hat am 19. Januar vorgeschlagen, dem Ex-Diktator Augusto Pinochet einen Senatorensitz auf Lebenszeit zu geben. Er bezog sich mit seiner Stellungnahme auf den aktuellen Streit zwischen der Regierung des Landes und den Anhängern Pinochets. Gegenüber der chilenischen Tageszeitung sagte der Kardinal, Pinochet stehe nach der Verfassung ein Senatorensitz zu.

Vereinigte Staaten

Mit einem brennenden Appell gegen die Abtreibung haben am 20. Januar die US-amerikanischen Bischöfe erneut Stellung bezogen. In ihrer Botschaft verurteilten sie die Praxis und riefen dazu auf, nach Alternativen zu suchen, um Frauen in Notsituatinen zu helfen. Vor 25 Jahren wurde durch eine Entscheidung des obersten Gerichtshofes die Abtreibung in den USA legalisiert. Für die Bischöfe begann damit eine "unvorstellbare Tragödie". Seither seien mehr als 35 Millionen Kinder getötet worden. Unverblümt klagen die Kirchenführer an: Abtreibung ist ein Angriff auf die menschliche Würde, ein Gewaltakt gegen Mutter und Kind. Sie fordern, daß ungeborenes Leben wieder geschützt werden müsse.

 

 

Hinweise auf das Wochenprogramm:

Mittwoch bis Freitag: Der Papst in Kuba.

Samstag: Kommentar der Woche: von Anette Schavan

Der Papst in Kuba.

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag, 23. 1. 1998.

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