Radio Vatikan Archiv

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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von

Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 17. Dezember bis Freitag, 19. Dezember 1997

E U R O P A

V a t i k a n

Im Beisein von Papst Johannes Paul II. sind dem berühmten Kapuziner Padre Pio am 18. Dezember offiziell die heroischen Tugenden bestätigt worden. Damit ist der in Italien besonders verehrte Priester aus der Diözese Manfredonia der Seligsprechung einen Schritt näher gerückt. Nun beginnt eine weitere Phase im Seligsprechungsprozeß: Der Beleg für ein auf die Fürsprache von Padre Pio gewirktes Wunder Gottes.

Vatikan

Der Papst hat jetzt die Bedeutung von Laien-Christen für den Aufbau des Reiches Gottes hervorgehoben. Das geht aus einer Rede beim ad-limina-Besuch des Erzbischofs von Luxemburg, Fernand Franck, hervor. Vor allem sollten die Katholiken die Soziallehre der Kirche kennen, fördern und in der Praxis anwenden. Hier liege ihr Charisma, so der Papst.

Deutschland

Die Austritte aus der evangelischen Kirche sind zurückgegangen, 1996 sind sie in Deutschland um fast ein Viertel gesunken. Das teilte gestern die Evangelische Kirche, EKD, in Hannover mit. Insgesamt sind 1996 rund 230.000 Personen aus der evangelischen Kirche in Deutschland ausgetreten. Damit gehörten Ende des vergangenen Jahres den Mitgliedskirchen der EKD noch 27,6 Millionen Menschen an. Die Anzahl der Katholiken betrug 27,5 Millionen und ist damit gegenüber 1995 um 182.000 zurückgegangen. Daraus ergibt sich, daß nicht ganz zwei Drittel der Deutschen einer der beiden großen Kirchen angehören. Als "anhaltend positiv" bewertet die EKD die Zahl der Aufnahmen Erwachsener durch Taufe, Übertritt oder Wiedereintritt. Die Statistik verzeichnet da einen Zuwachs von fast zwei Prozent, so daß mehr als ein Viertel der Kirchenaustritte hierdurch ausgeglichen werden konnten. Auch insgesamt sieht die EKD eine positive Entwicklung der Mitgliederzahlen.

österreich

In der Landeskirche gibt es eine "schwere Störung des Weihnachtsfriedens". Das hat jetzt der Salzburger Erzbischof Georg Eder in einer Erklärung im Hinblick auf die Diskussion um den Brief von Bischof Stecher betont. Als zuständiger Metropolit fühle er sich verpflichtet, einige Richtigstellungen zu machen. In seinem Schreiben hebt er vor allem die unschätzbaren Verdienste des Papstes hervor. Gleichzeitig bedauert die Angriffe auf den Papst und sieht dessen Motive mißdeutet.

Schweiz

Mit einem offiziellen Besuch in Rußland will der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Konrad Raiser, die Rolle der russisch-orthodoxen Kirche für die ökumene aufwerten. Die für Ende Januar geplante einwöchige Visite soll die Beziehungen der Konfessionen untereinander stärken. Dies wurde gestern vom Weltkirchenrat in Genf bekanntgegeben. Raiser will mit Kirchenvertretern aus Polen, Frankreich und Schweden nach Rußland reisen. Ein Teil der Orthodoxie steht derzeit einer Beteiligung an der ökumenischen Bewegung abwertend gegenüber. Die russisch-orthodoxe Kirche ist mit über 100 Millionen Gläubigen die größte unter den 330 Mitgliedskirchen des Weltkirchenrates.

Schweiz

Die Katholische Weltunion der Presse, UCIP, feiert in diesen Tagen ihr 70jähriges Bestehen. Die Organisation, die sich besonders für ethische Grundwerte einsetzt, ist eine der größten publizistischen Institutionen weltweit.

Liechtenstein

Am Sonntag, den 21. Dezember wird Erzbischof Wolfgang Haas die neu gegründete Erzdiözese Vaduz feierlich übernehmen. Das wurde jetzt aus dem Fürstentum gemeldet. Indessen hat Pressemeldungen zufolge die Regierung in Vaduz den Vatikan gebeten, die Einführung des neuen Oberhirten zu verschieben. Vorher seien noch rechtliche Fragen zwischen Liechtenstein und dem Heiligen Stuhl zu klären. Etwa die Hälfte aller Liechtensteiner haben ihre Ablehnung der Loslösung Liechtensteins von der Diözese Chur mit einer Unterschriftenaktion kundgetan. Agenturen meldeten jetzt, es könne am Sonntag Protestveranstaltungen geben.

Frankreich

Der diesjährige Sacharov-Preis geht an eine Frau, Salima Ghezali. Die aus Algerien stammende Journalistin ist heute von dem Präsidenten des Europaparlaments, Jose Maria Gil ausgezeichnet worden. Frau Ghezali ist für ihren Einsatz zur Wahrung der Menschenrechte , sowie um die Bemühung um einen Friedensdialog in ihrer Heimat , bekannt geworden.

Frankreich

Ein Punkt für die Monarchisten. Mit großer Aufmerksamkeit haben sie registriert, daß der Papst am 18. Dezember die heroischen Tugenden einer Tochter König Ludwigs XV. anerkannt hat. Während der Vater für seine große Anzahl von Maiträssen bekannt war und den Jesuitenorden in Frankreich verbot, war seine Tochter Luise Marie mit 33 Jahren bei den unbeschuhten Karmeliterinnen eingetreten. Viele von Frankreichs Monarchisten sind Katholiken, vor allem in der Hauptstadt Paris.

Kroatien

Wachsende soziale Spannungen beklagt der Erzbischof von Zagreb, Josip Bozanic, in seiner jetzt veröffentlichten Weihnachtsbotschaft. Der Primas der katholischen Kirche rief zu einer Veränderung der gesellschaftlichen Bedingungen und zu Respekt vor demokratischen Strukturen auf. Die Kirche verlange Solidarität mit den jungen Menschen, die keine Arbeit fänden, mit Beschäftigten, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und mit Familien, deren Einkommen nicht ausreiche, sich angemessen zu ernähren, so der Erzbischof.

Türkei

Regionalbehörden haben jetzt den syrisch-orthodoxen Klöstern in Ostanatolien untersagt, Religionsunterricht in Aramäisch zu erteilen und Gäste aufzunehmen. Davon sind vor allem die Klöster Der-es-Zafaran und Mar Gabriel betroffen, die die Verbote entschieden zurückwiesen. Aramäisch sei seit fast 2000 Jahren die Sprache der syrischen Kriche und zahlreiche Besucher aus Europa und Nordamerika wollten das Leben der "ältesten Christen" teilen.

 

A S I E N

Palästina

Die palästinensische Menschenrechtsbewegung wirft der Autonomiebehörde von Yassir Arafat grobe Menschenrechtsverletzungen vor. Seit ihrem Amtsantritt Mitte 1994 seien bei Verhören durch Sicherheitskräfte 16 Personen getötet worden, hieß es am 18. Dezember auf einer Pressekonferenz. Diese Fälle würden nicht untersucht, und die Folterer gingen straflos aus.

Iran

Nach der Rückkehr der europäischen Botschafter in die Hauptstadt des Landes, ist Teheran bereit, noch einmal über die Verurteilung von Salman Rushdie zu reden. Nach Pressemitteilungen hat der iranische Religionsminister erklärt, Rushdie könne am Leben bleiben. Seit 1989 ist gegen den Schriftsteller ein islamisches Todesurteil wegen Blasphemie in Kraft.

Sri Lanka

Der Hungerstreik von 500 tamilischen Häftlingen, die im Süden von Sri Lanka unter dem Verdacht einer Zusammenarbeit mit den Tamil-Rebellen einsitzen, ist jetzt beendet worden. Zuvor hatte ein Angehöriger der Regierung ihnen vollen Schutz und eine schnelle Eröffnung ihres Verfahrens zugesichert. Der Hungerstreik hatte vor einer Woche begonnen, als drei Insassen der Haftanstalt bei Auseinandersetzungen ums Leben gekommen waren.

Indonesien

Auf der Vollversammlung der Bischofskonferenz, die in diesen Tagen stattfand, wurde ausführlich über die krisenhafte Lage und über die Vorbereitungen der Asien-Synode diskutiert. Es hieß, die Bischofskonferenz sei sich immer mehr bewußt, daß sie für die religiösen und moralischen Werte einzutreten habe, nicht nur in der christlichen Gemeinde, sondern für das ganze indonesische Volk. Die Christen sollten Solidarität und Hilfsbereitschaft pflegen - insbesondere angesichts der momentanen Krise - um die Situation zu verbessern uns Fortschritte zu erzielen.

Taiwan

Trotz der Fortschritte bei der Evangelisierung und kirchlicher Sozialarbeit, müssen sich die Katholiken auf der Insel stärker engangieren. Das hat jetzt die Bischofskonferenz erklärt. Sie sollten sich besonders um Randgruppen der Gesellschaft kümmern. So die Bischöfe auf einer Konferenz zur Vorbereitung der Asien-Synode, die im kommenden Jahr im Vatikan stattfindet.

Südkorea

Der frühere Dissident Kim-Dae Jung soll als neuer Präsident eine neue Ära der Menschenrechte in Südkorea einleiten. Das wünscht sich Amnesty International. Die Organisation gehörte zu den ersten Gratulanten für den Politiker, der die Präsidentenwahlen mit deutlicher Mehrheit gewonnen hat. Unter dem früheren Militärregime hatte Kim Dae-Jung mehrere Jahre im Gefängnis verbracht.

 

A F R I K A

Südafrika

Der frühere Präsident Pieter Willem Botha ist zum dritten Mal einer Vorladung der Wahrheitskommission von Kapstadt nicht gefolgt. Kommissionspräsident Bischof Desmond Tutu zeigte sich sichtlich verärgert und äußerte die Absicht, jetzt gerichtliche Schritte einzuleiten. Der Einsatz gilt als hoch: Sollte Botha ungeschoren davonkommen, könnte dies der Todesstoß die Wahrheitskommission sein.

 

A M E R I K A

Kuba

Präsident Fidel Castro soll in diesen Tagen mit dem Vorbereitungskommittee des Papstbesuches zusammentreffen. Es wäre sein erstes Treffen mit der kubanischen Kirchenführung seit 12 Jahren. Per Flugzeug ist schon das erste Papamobil in Havanna eingetroffen. Aus der US-Hafenstadt Miami wurde derweil gemeldet, daß der dortige Erzbischof mit dem Gedanken spielt, die geplante Pilgerkreuzfahrt zum Papstbesuch nach Kuba doch wieder abzusagen. Grund sind die Proteste von namhaften Exilkubanern in Miami.

Kuba

Den gleichen Eifer den seine Gläubigen für die traditionelle Sankt Lazarus-Wallfahrten haben, wünscht sich der Erzbischof von Havanna, Jaime Ortega, auch für den bevorstehenden Papstbesuch. Genauso wie tausende von Kubanern per Fahrrad, zu Fuß und auf den Knien zum bedeutendsten Heiligtum der Insel wallfahrten, sollten sie auch für den Papstbesuch Urlaub nehmen und nach Havanna kommen. Die Regierung Castro habe bereits für den großen Schlußgottesdienst mit Johannes Paul II. am 25. Januar den riesigen Platz der Revolution bereitgestellt. Die Hälfte aller öffentlichen Verkehrsmittel Kubas werden den Gottesdienstbesuchern zur Verfügung stehen.

Mexiko

Zur Vergebung und der Erneuerung der Friedensgespräche zwischen Regierung und Rebellen hat jetzt der päpstliche Nuntius, Justo Mullor, aufgerufen. Er befindet zur Zeit auf einer fünftägigen Reise durch die Krisengeregion Chiapas. Mullor will dabei als Vermittler tätig werden. Paramilitärische Gruppen klagen ihn jedoch der Einseitigkeit an. Derweil hat der Indio-Bürgermeister des Städtchens Botchil den Papst gebeten, zwischen den Indios und der Regierung zu vermitteln.

Nicaragua

Kardinal Miguel Obando Bravo hat am 16. Dezember erklärt, er werde auf jeden Fall anläßlich des Papstbesuchs in Kuba auf die Zuckerinsel reisen. US-amerikanische Zeitungen hatten in diesen Tagen von einer schwarzen Liste von Personen berichtet, denen keine Einreiseerlaubnis nach Kuba erteilt würde. Der kommunistenfeindliche Kardinal soll danach ebenfalls kein Visum erhalten.

Kanada

Das Land ist bereit, Zeugen zu beschützen, die vor dem Kriegsverbrechertribunal für Bosnien aussagen. Das versprach jetzt die Regierung in Ottawa. Zeugen der Anklage und ihre Familien dürften sich nach ihrer Aussage in Kanada ansiedeln. Bislang weigern sich viele, vor dem Tribunal in Den Haag aufzutreten, weil sie um ihr Leben fürchten.

 

 

 

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:

Dienstag, 23. Dezember 1997

 

 

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