Radio Vatikan Archiv

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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Dienstag, 16. Dezember bis Freitag, 19. Dezember 1997

 

EUROPA

Vatikan

Die Ankündigung von Staatschef Fidel Castro, das Weihnachtsfest dieses Jahr wieder zum Festtag zu machen, ist vom Vatikan begrüßt worden. Wie der vatikanische Pressesprecher am 14. Dezember gegenüber Journalisten erklärte, hätten das kubanische Volk und die Kirche das seit langem gewünscht. Die Zusage Castros gilt aber vorläufig nur für ein Jahr.

 

Vatikan

Noch keine offizielle Reaktion gibt es vom apostolischen Stuhl auf die kritischen Stellungnahmen aus Liechtenstein zur Schaffung der Erzdiözese Vaduz. Angeblich hat sich die große Mehrheit der Bewohner des Fürstentums unabhängig von der Ernennung von Erzbischof Haas gegen die Loslösung von der Diözese Chur ausgesprochen.

 

Vatikan

Frieden und Gerechtigkeit gehen Hand in Hand, und sie haben ebenso das Wohl des Einzelnen wie dasjenige der Gemeinschaft zum Ziel. Deshalb gehört es zu den vordringlichsten Pflichten der internationalen Staatengemeinschaft, sich um einen Abbau der Auslandsverschuldung für die ärmesten Länder zu bemühen. Dies betonte Papst Johannes Paul II in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag, die am 16. Dezember im Vatikan veröffentlicht wurde.

 

Vatikan

Papst Johannes Paul II hat am dritten Advent in seiner Ansprache zum Angelusgebet an die Leiden der Straßenkinder erinnert. Er segnete die Kinder auf dem Petersplatz und betonte, daß Weihnachten das Fest eines Kindes und daher im besonderen der Kinder sei. Auch den protestierenden italienischen Landwirten gab der Papst seinen Segen. Sie wehren sich gegen die von der EU-Kommission in Brüssel verhängten Strafen für die Überproduktion von Milch.

 

Vatikan

Papst Johannes Paul II hat die Redemptoristen am 15. Dezember bei einer Audienz dazu aufgefordert, ihre Mission mit neuer Energie fortzusetzen. Die geistlichen Söhne des heiligen Alfons müßten ihre Verkündigung des Evangeliums mit Mut den konkreten Situationen anpassen, in denen die Kirche lebe, so der Papst. Dabei müßten sie sich aber weiterhin bemühen, ihren Ursprüngen treu zu bleiben, wie das ihr Ordensgründer gefordert habe.

 

Vatikan

Seine Hoffnung für einen Papstbesuch vor dem Jahr 2000 in Israel hat der Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen, Kardinale Achille Silvestrini, jetzt geäußert. Silvestrini hielt sich anläßlich der Feiern zur 150jährigen Neubildung des lateinischen Patriarchats in Jerusalem auf.

 

Vatikan

Der apostolische Stuhl hat mit der Republik Gabun als erstem afrikanischen Staat einen Rahmenvertrag über die Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche abgeschlossen. Darin geht es vor allem um die Bereiche Erziehung, Gesundheitswesen und Caritas. Mehr als 50% der Bewohner von Gabun sind katholisch, Staatspräsident Omar Bongo ist ein vom Christentum zum Islam konvertierter Politiker.

 

Vatikan

An Heiligabend und an Silvester fallen die traditionellen Mittwochsaudienzen mit Papst Johannes Paul II aus. Wie die Präfektur des päpstlichen Hauses mitteilte, ist auch die Generalaudienz am 7. Januar nicht öffentlich. Sie sei den am Vortag neugeweihten Bischöfen sowie ihren Angehörigen und Freunden vorbehalten.

 

Vatikan

Die Vereinigten Staaten verkörpern ein gelungenes demokratisches Experiment. Dieser Erfolg verpflichtet aber auch, meinte Papst Johannes Paul II am 16. Dezember beim Empfang der neuen US-amerikanischen Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Corinne Clairborne Boggs. Ein besonderes Augenmerk lenkten sowohl der Papst wie auch die neue Botschafterin auf die Religionsfreiheit. Der Papst rief in Erinnerung, daß - wie auch die kürzliche Amerika-Synode gezeigt habe - die Katholiken einen wichtigen Beitrag zur kulturellen und sozialen Entwicklung des Landes leisten können.

 

Liechtenstein

Über die Errichtung der neuen Erzdiözese Vaduz und die Ernennug des bisherigen Churer Bischofs, Wolfgang Haas, zu deren geistlichem Oberhaupt, hat sich Fürst Hans Adam positiv geäußert. Wie er am 15. Dezember im deutsch-schweizerischen Fernsehen sagte, begrüße er die von Rom beschlossene Errichtung der Erzdiözese genauso wie die Ernnennung von Wolfgang Haas zum Erzbischof. Der Fürst kritisierte gleichzeitig die Bischöfe, die nicht bereit seien, sich den vatikanischen Entscheidungen zu fügen. Er betonte, daß es für ihn unwichtig sei, daß man die Erzdiözese Liechtenstein errichtet habe, ohne das Fürstentum vorher zu "konsultieren".

 

Nordirland

Protestanten und Katholiken des Landes sind nach dem Ende der schweren Zusammenstöße der Nacht vom 13. Dezember entschlossen, die Friedensverhandlungen weiterzuführen. In der mehrheitlich von Katholiken bewohnten Stadt Londonderry war es bei einem protestantischen Umzug zu Gewalttätigkeiten gekommen, die die Nacht über andauerten. Bei diesen schärfsten Auseinandersetzungen seit dem Waffenstillstand der IRA im vergangenen Juli wurden 6 Personen verletzt und 13 verhaftet.

 

Frankreich

"Die Republik subventioniert keine Religionsgemeinschaft". Mit diesem lapidaren Satz aus dem Gesetz, daß das Staat-Kirche Verhältnis in Frankreich regelt, hat das Verwaltungsgericht Nantes einen Finanzzuschuß zum Papstbesuch an der Loire im Jahre 1996 annulliert. Der Zuschuß von rund 100.000 Franken war seinerzeit vom Bischof von Nantes beantragt worden, der ihn auch erhielt. Eine laizistische Organisation klagte dagegen und gewann den Prozeß. Das Urteil wurde am 16. Dezember gefällt.

 

Griechenland

Der europäische Gerichtshof in Straßburg hat das Land am 16. Dezember wegen Diskriminierung der katholischen Kirche verurteilt. Einstimmig befand das Gericht, Athen habe das Recht der Kirche auf einen unabhängigen Prozeß verletzt. Streitpunkt war der Abriß einer Kirchenmauer vor 10 Jahren. Die Autoritäten des Landes wurden jetzt zur Zahlung von 17.000 Dollar an die Diözese verurteilt.

 

Rußland

Der Patriarch von Moskau, Alexej II, hat die negative Haltung der Presse gegenüber der orthodoxen Kirche kritisiert. Es handle sich um eine regelrechte Offensive, um die Kirche zu schwächen. Das beklagte Alexej auf der jährlichen Bischofsversammlung. Seine Äußerungen galten sowohl der Presse als auch dem privaten und staatlichen Fernsehen, in dem der in Kirchenkreisen umstrittene Film "Die letzte Versuchung" von Martin Scorzese ausgestrahlt wurde.

 

ASIEN

Israel

Der Bürgermeister von Bethlehem, Hanna Nasser, hat Papst Johannes Paul II. "geraten", Jerusalem erst zu besuchen, wenn der endgültige Status der Stadt, als Gegenstand künftiger Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern, festgelegt sei. Wie Nasser vor Journalisten präzisierte, gelte sein Rat nur für den Vatikan und nicht für die Vertreter anderer Staaten.

 

Israel

Der anglikanische Bischof von Jerusalem ist von Israel am Betreten der Westbank gehindert worden. Er wollte von Jordanien aus einreisen. Israel erklärt, der Bischof habe einen falschen Einreiseschein vorgewiesen, man habe ihn kurzzeitig festgenommen und dann freigelassen. Bischof Samir Kafiti ist ein Palästinenser aus Ost-Jerusalem ohne israelische Staatsangehörigkeit. Die Passierscheine für die Westbank bekommen Palästinenser eigentlich nur vom Innenministerium. Das war wegen eines Generalstreiks in Israel aber mehrere Tage lang geschlossen.

 

Israel

Der muslimische US-Schwarzenpolitiker Luis Farrakhan hat erklärt, er werde seinen Besuch der Westbank abbrechen und nach Jordanien ausreisen. Farrakhan reagierte damit auf die angekündigten jüdischen Proteste gegen seinen geplanten Besuch der al-Aksha-Moschee in Jerusalem. Wenn ihm irgendetwas zustoßen sollte, fürchte er schlimme Folgen für das Verhältnis zwischen Schwarzen und Juden in den USA, erklärte er zur Begründung.

 

Libanon

Bei einer Demonstration für den Christenführer Michel Aoun sind am 14. Dezember in Beirut über 50 Menschen festgenommen worden. Die Christen protestieren vehement. 200 Studenten hatten für den früheren christlichen General demonstriert, der jetzt in Paris im Exil lebt. Sie protestierten dagegen, daß die von Moslems dominierte Regierung die Ausstrahlung eines Fernsehinterviews mit Aoun verboten hat. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die christlichen Demonstranten vor. Augenzeugen sprachen von mehreren Verletzten.

 

Iran

Die UNO-Vollversammlung hat zu einem Stopp der Hinrichtungen für nicht-gewalttätige Verbrechen, sowie zu einem Schutz der Freiheit von Frauen und religiösen Minderheiten in der islamischen Republik Iran aufgerufen. Nach Angaben eines UNO-Berichts hat die Vollversammlung mit 74 gegen 32 Stimmen die steigende Zahl der Hinrichtungen kritisiert. Sie hätten sich seit 1995 verdoppelt.

 

Nepal

Ein Jesuit aus den Vereinigten Staaten ist am 14. Dezember in Kathmandu tot aufgefunden worden. Der 65-jährige Pater Thomas E. Cafney aus Ohio, leitete dort ein Drogenrehabilitationszentrum, das er vor 30 Jahren auch gegründet hatte. Am Ort des Verbrechens fand die Polizei als Tatwaffe ein langes Rundmesser.

 

Sri Lanka

Hunderte Demonstranten haben in der vergangenen Woche in der Hauptstadt Colombo gegen die Verfolgung der tamilischen Minderheit durch die Regierung demonstriert. Tamilen seien keine Terroristen, betonten die am UNO-Tag der Menschenrechte Protestierenden. Seit 1983 hat der Krieg zwischen dem Militär und der Guerilla über 50.000 Opfer gekostet. Die tamilische Minderheit kämpft für einen von Sri Lanka unabhängigen eigenen Staat.

 

AFRIKA

Ägypten

Die höchste Autorität des sunnitischen Islam, Scheich Mohammed Tantaui, hat den Großrabbiner von Israel aufgefordert, sich bei der Regierung von Benjamin Netanjahu für eine Aufweichung ihrer harten Linie gegenüber den Palästinensern einzusetzen. Das berichtete eine ägyptische Zeitung am 16. Dezember. Tantaui war am Vortag mit dem Großrabbiner in Kairo zusammengetroffen. Gleichzeitig dementierte der Scheich die Nachricht, mit seinem Gast eine Erklärung zur gemeinsamen Bekämpfung des Terrorismus unterzeichnet zu haben. Er sei der Aufforderung des Rabbiners nicht nachgekommen, da er selbst jeden Tag zum Kampf gegen den Terrorismus aufrufe, so Tantaui.

 

Algerien

Islamische Terroristen haben in dem nordafrikanischen Land wieder 34 Personen getötet. Das meldet jetzt die algerische Presse. Für die Dauer des in zwei Wochen beginnenden Fastenmonats Ramadan erwarten die Behörden noch mehr Massaker. Die Sicherheitskräfte haben deshalb schon die Straßensperren um die Hauptstadt Algiers erhöht.

 

Sudan

"Wir werden uns durch US-amerikanische Drohungen nicht einschüchtern lassen" - Das hat jetzt ein Vertreter des Regimes in Khartum erklärt. Nach einem Treffen mit dem südsudanesischen Rebellenführer John Garang am vergangenen Mittwoch hatte die US-Außenministerin Madleine Albright wissen lassen, Washington werde das Regime isolieren. Seit November haben die USA den Sudan, dem sie die Unterstützung des Terrorismus vorwerfen, mit einem vollständigen Wirtschaftsembargo belegt.

 

Ruanda

Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat am 13. Dezember erklärt, die Zahl der bei einem Massaker in einem ruandischen Flüchtlingslager umgekommenen Personen liege über 1.600. Der kongolesische Innenminister widersprach damit der vom UNHCR genannten Zahl von 300 Toten. Die Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks seien reine Lügen, so der Minister gegenüber Journalisten in Kinshasa.

 

Somalia

Private Gruppen haben 8.000 Dollar für die Opfer der Überflutungskatastrophe im Süden des Landes gesammelt. Das hat heute der Vorsitzende eines Hilfskomitees erklärt. Er betonte gleichzeitig, es bestünden bereits Zusagen über Spenden in Höhe von weiteren 8.000 Dollar. Mindestens 1.800 Personen kamen bislang infolge von Überflutungen nach außergewöhnlichen Regenfällen ums Leben.

 

Ghana

Die Zusammenstöße zweier muslimischer Sekten haben im Norden des Landes ein Todesopfer gefordert und zu einem massiven Polizeieinsatz geführt. Das wurde am 13. Dezember aus Polizeikreisen bekannt. Anlaß war die Störung einer religiösen Zeremonie gewesen, nach der ein Mitglied der einen Gruppierung von der Polizei verhört worden war. 300 Mitglieder derselben sunnitischen Sekte versuchten daraufhin, das Kommissariat zu stürmen.

 

AMERIKA

Mexiko

Der apostolische Nuntius in dem südamerikanischen Land ist am 15. Dezember zu einer einwöchigen Reise in die Provinz Chiapas aufgebrochen. Begleitet wird Nuntius Justo Mullor dabei von Erzbischof Samuel Ruiz. Das verlautete jetzt aus Kirchenkreisen. Der Nuntius wolle sich in der von sozialen Konflikten geprägten Region mit Lokalpolitikern und Kirchenvertretern treffen und versuchen, Wege aus der Krise zu finden, hieß es.

 

Guatemala

Der Frieden in Guatemala existiert nur auf dem Papier. Das hat jetzt Erzbischof Prospero Penados del Barrio erklärt. Ein Jahr nach der Unterzeichung eines Friedensvertrags zwischen der Regierung und Guerillagruppen, sei die Situation im Land noch immer von Unsicherheit und Haß geprägt. 80 Prozent aller Guatemalteken lebten in tiefster Armut, so der Erzbischof.

 

Argentinien/Chile

Die Bischöfe beider Länder haben die Amerika-Synode im Vatikan genutzt, um sich einmal gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Dabei sprachen sie über Ideen, wie die angeschlagene Freundschaft zwischen beiden Nachbarstaaten wieder in Gang gebracht werden kann. In einer gemeinsamen Erklärung machen sich beide Bischöfe stark für kulturellen, sozialen, und religiösen Austausch zwischen Argentinien und Chile. Beim Papst bedankten sich beide für seine früheren Vermittlungen im Grenzstreit zwischen beiden Ländern.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch: Römische Woche - Die päpstliche Friedensbotschaft, Freiwilligenarbeit in Italien

Donnerstag: Kreuzfeuer - Kirche, wo es kritisch wird

Freitag: Prisma-Magazin

 

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen

Tel. 0 21 02 / 2 30 31, Fax: 0 21 02 / 2 14 13

 

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

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Redaktion dieser Ausgabe: Ellen Hoepffner

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Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:

Freitag, 19. Dezember 1997

 

 

 

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