Radio Vatikan Archiv

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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von
Samstag, 29. November bis Dienstag, 2. Dezember 1997

 

EUROPA

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt aller orthodoxen Kirchen, Bartholomäus I., anläßlich des Festes des Heiligen Andreas eine Botschaft gesandt. Sie wurde am 29. November vom Präsidenten des päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Edward Cassidy, in Konstantinopel übergeben. Der Papst erklärt darin unter anderem, daß die Einheit unter den beiden noch getrennten Kirchen viel größer sei als das, was sie noch trenne. Die römisch-katholische Kirche sei fest entschlossen, den Weg der Einheit weiterzugehen.

Vatikan

Der Papst hat am 30. November mit einer feierlichen Messe im Petersdom das zweite Jahr der unmittelbaren Vorbereitung auf das Jubiläum 2000 eröffnet. In seiner Predigt erinnerte er daran, daß es dem Heiligen Geist gewidmet ist. So, wie das zu Ende gehende Jahr Jesus Christus geweiht war und das Jahr 1999 Gottvater gehören wird.

Gleichzeitig fand bei dem Gottesdienst die Aussendung von 13.000 Laienmissionaren statt. Diese engagierten Katholiken rief der Papst auf, sich vor allem denjenigen Mitchristen zuzuwenden, die in wirtschaftlichen oder familiären Schwierigkeiten sind.

Vatikan

Bei der Amerika-Bischofssynode haben am 2. Dezember die kleinen Sprachgruppen ihre Berichte vorgetragen. Hauptthemen dabei waren die Evangelisierung und die missionarische Tätigkeit. Der Generalsektär der Bischofssynode bat alle Synodalen, Vorschläge zu machen, auf welche Weise der Papst die Synodenergebnisse in Amerika verkünden sollte. Außerdem machte sich die gesamte Bischofssynode für Amerika den Aufruf der kolumbianischen Bischöfe zur Befreiung des entführten Oberhirten von Tibú zu eigen.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat am 29. November den bisherigen Kommandanten der Schweizer Garde, Oberst Roland Buchs mit Gemahlin zur Verabschiedung in Audienz empfangen. Buchs kehrt nach rund 20jährigem Dienst an der Spitze der Schweizer Garde in seine Heimat zurück. Ein Nachfolger wurde noch nicht ernannt. Oberstleutnant Alois Estermann tritt kommissarisch an die Spitze des Korps. Buchs übernimmt in Bern die Führung der Schutzorganisation der Bundesverwaltung. Am 3. Dezember strahlen wir ein Interview mit Buchs aus.

Vatikan

Nach dem Angelusgebet am 30. November hat Papst Johannes Paul II. in spanischer Sprache an die Entführer des kolumbianischen Bischofs Jose de Jesus Quintero-Diaz appelliert, ihr Opfer freizulassen. Der Papst sagte, er sei dem Entführungsopfern und allen anderen Entführten geistig nahe. Der kolumbianische Oberhirte ist seit etwa drei Tagen in den Händen von Entführern, die für seine Freigabe ein Lösegeld verlangen.

Vatikan

Der apostolische Stuhl wird die Anti-Personen-Minen-Konvention in diesen Tagen unterzeichnen. Er will mit dieser Geste seine moralische Unterstützung für dieses neue Element der Menschenrechte zum Ausdruck bringen, so am 1. Dezember ein Vatikansprecher vor der Presse. Zur Unterzeichnung fuhr eine Delegation unter Leitung des vatikanischen Außenministers Jean-Louis Tauran nach Ottawa. Die Konferenz begann am 2. Dezember und dauert 3 Tage.

Vatikan

An die Not der Tschernobylopfer soll durch ein symbolisches Geschenk des apostolischen Stuhls von 5.000 Dollar erinnert werden. Das hat jetzt der Vertreter des Vatikan bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Renato Martino angekündigt. Die Gabe soll ein Aufruf an alle sein, den Menschen, die seit 11 Jahren an den Folgen des Reaktorunfall leiden, weiterhin zu helfen.

Vatikan

Papst Johannes Paul II. hat sich am 1. Dezember an die Teilnehmer des Internationalen Kongresses zum Thema " Das Kino als Träger der Spiritualität und der Kultur" gewandt. In seiner Rede betonte der Papst den wertvollen Beitrag, den das Kino zum Wirken der Kirche leisten könne.

Vatikan

Bei der Vorstellung des neuen lateinischen Wörterbuches hat Papst Johannes Paul II. den Wunsch ausgesprochen, daß diese - wie er sagte - königliche Sprache nicht untergeht. Er selbst sprach dabei in makellosem Latein. Das Wörterbuch war nach jahrelanger Arbeit von der Stiftung Latinitas herausgegeben worden und enthält auch viele moderne Ausdrücke.

 

Deutschland

Das Referendum um eine Wiedereinführung des Buß- und Bettages in Schleswig-Holstein ist negativ ausgefallen. Weniger als 20% der Wahlberechtigten gaben dafür am 30. November ihre Stimme ab. Die kirchenpolitische Sprecherin der Bündnisgrünen, Christa Nickels, kommentierte die Niederlage der protestantischen Kirche dahingehend, daß der Entscheid nicht als Zustimmung der Bürger zur Pflegeversicherung zu verstehen sei.

Deutschland

Die Bischofskonferenz hat am 28. November daran erinnert, daß mit dem ersten Adventssonntag das zweite Vorbereitungsjahr auf das Jahr 2000 beginnt. Das Jahr 1998 sei besonders der ökumene und dem Dialog mit anderen Religionen gewidmet.

 

Schweiz

Bischof Wolfgang Haas von Chur wird Erzbischof von Vaduz in Lichtenstein. Papst Johannes Paul II. hat das Fürstentum zu einem Erzbistum erhoben, das direkt dem Vatikan unterstellt ist. In Chur hatte sich Haas seit seiner Ernennung mit denen auseinanderzusetzen gehabt, die ihn wegen seiner seelsorgerischen Ausrichtung nicht als Bischof hatten annehmen wollen. Die Bischofskonferenz der Schweiz und die päpstlichen Nuntien bemühten sich um die Beilegung des Konflikts. Ein Nachfolger für Bischof Haas wurde noch nicht ernannt. Er wird sich vermutlich vor allem mit den theologischen Fragen beschäftigen müssen, die hinter dem Konflikt standen.

Italien

Die Unterkirche der Franziskusbasilika in Assisi ist am 30. November wieder geöffnet worden. Sie war aus Sicherheitsgründen nach dem schweren Erdbeben in Mittelitalien vor zwei Monaten geschlossen worden. Die Oberkirche, die durch das Beben schwer beschädigt ist, bleibt weiterhin geschlossen.

Polen

Priester und Würdenträger der Kirche sind Staatsbürger wie alle anderen und können keine besondere rechtliche Behandlung beanspruchen. Das hat am 30. November der Metropolit von Lublin, Erzbischof Josef Zycinski, erklärt. Anlaß war die Weigerung des Leiters des katholischen Senders "Radio Maria", vor der Staatsanwaltschaft zu erscheinen, um sich zu dem Vorwurf der Verunglimpfung polnischer Parlamentarier in seinen Sendungen zu verteidigen. Das hatte einen Eklat ausgelöst, der soweit ging, daß der Primas der polnischen katholischen Kirche, Kardinal Josef Klemp, intervenierte. Er forderte den Oberen der Redemptoristen auf, die personelle Leitung von Radio Maria zu überprüfen.

Polen

Die Staatsanwaltschaft von Danzig wird kein Untersuchungsverfahren gegen Prälat Henrik Jankowski einleiten. Eine Justizsprecherin sagte heute, seine antisemitischen Äußerungen trügen nicht die Eigenschaften eines Delikts. Der Priester hatte in einer Predigt gesagt, die jüdische Minderheit dürfe nicht in der polnischen Regierung akzeptiert werden.

Polen

Die erste neue Bibelübersetzung ins Polnische seit 400 Jahren erscheint jetzt auf dem Markt. Nach Angaben einer spanischen Nachrichtenagentur wurde für die jüngste Ausgabe direkt auf die Texte im hebräischen, aramäischen und griechischen Original zurückgegriffen. Der Weihbischof von Warschau, Kasimir Romaniuk widmete diesem Werk die vergangenen 35 Jahre.

Großbritannien

Die Teilnehmer an der Konferenz über das den Juden von den Nazis gestohlene Gold haben die Bildung eines internationalen Entschädigungsfonds für die Holocaustopfer gefordert. An der noch bis zum 4. Dezember tagenden Konferenz nehmen 41 Staaten, darunter auch eine Vatikandelegation, teil. Bisher wurde noch keine Kompensation für Gold gezahlt, das den Juden zu Kriegszwecken entwendet worden war.

Zypern

Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben griechische Zyprioten eine Pilgerreise in den türkisch regierten Norden der geteilten Insel machen dürfen. Mit 1200 Personen war es die bislang größte Pilgergruppe, die das griechisch-orthodoxe Andreaskloster im Norden der seit 1974 zwischen Griechenland und der Türkei geteilten Insel, besuchen durften. Besonderer Bedeutung kam dem Datum der Reise zu, denn sie konnte am 30. November, dem Festtag Heiligen Andreas stattfinden. Im Juni dieses Jahres hatten 650 Pilger das Andreaskloster besuchen dürfen. Beide Reisen waren Gesten des guten Willens, ermutigt durch die Vermittlung der UNO. Am 13. Dezember wird der Europäische Rat über die Aufnahme der Beitrittverhandlungen mit neuen Kandidaten, darunter Zypern entscheiden. Es ist noch sehr ungewiß, welche Reaktionen diese Verhandlungen auf der Insel auslösen werden.

 

ASIEN

Katar

Bei den ersten Kommunalwahlen in diesem arabischen Golfstaat sollen Frauen sowohl wählen als auch kandidieren dürfen. Einen dahingehenden Gesetzentwurf hat die Regierung jetzt ihrer gesetzgebenden Versammlung unterbreitet. Scheich Hamad Khalifa bezeichnete dies als einen wichtigen Schritt zur Demokratie. Katar ist der erste Golfstaat, der Kommunalwahlen veranstaltet. Bislang besitzt nur Kuwait ein von wenigen Delegierten gewähltes Parlament.

 

AFRIKA

Ruanda

Die Opfer des Massakers, das 1994 in einer Kirche im Nordosten des Landes stattgefunden hat, waren zu 70 Prozent Frauen und Kinder. Das ist das Ergebnis einer gerichtsmedizinischen Studie, die jetzt dem Ruanda-Kriegsverbrecher-Tribunal vorgelegt wurde. Eine Expertenkommission hatte in den vergangenen zwei Jahren die Leichen von rund 450 Opfern, dem Anschein nach alles Tutsi, zur Untersuchung exhumiert.

Kongo-Kinshasa

Präsident Laurent Kabila hat eine nicht namentlich genannte westliche Botschaft bezichtigt, Zentrum der Subversion gegen seine Regierung zu sein. Auch die Kirche beteiligt sich nach Ansicht des ehemaligen Rebellenführers an der Propaganda gegen den neuen Staat.

 

AMERIKA

Kuba

Am 29. November veröffentlichte die Vatikanzeitung Osservatore Romano einen Hirtenbrief aller kubanischen Bischöfe zur Vorbereitung auf die Papstreise im kommenden Januar. Der Papst komme, um alle Kubaner zu segnen, ihnen ein gutes Wort zu sagen. Und wer freue sich nicht über ein solches Wort und seinen Segen - hieß es in dem Hirtenbrief. Kuba brauche dieses Wort und diesen Segen sogar. Der Papst komme nicht als Politiker, nicht als Kaufmann oder Millionär. Aber er komme wie Christus mit etwas, was sehr reich mache, nämlich dem Kreuz. Die Kinder, die Kranken, die Einsamen und diejenigen, die vor der Ehescheidung stünden brauchten dieses Wort des Friedens von Christus.

Bolivien

In Cochabamba begann am 1. Dezember ein Kongress des nationalen Caritasverbandes über die Hilfe von Industrienationen an extrem arme Länder. Das meldet die spanische Nachrichtenagentur. An der Veranstaltung nehmen Vertreter aus 23 Staaten Lateinamerikas und des Pazifiks teil.

Vereinigte Staaten

Der Führer der Islambewegung der Schwarzen, Louis Farrakhan, ist am 30. November zu einer dreimonatigen Weltreise aufgebrochen. Er wolle damit der amerikanischen Führung vorführen, wie freundschafliche diplomatische Beziehungen aussehen könnten, betonte Farrakhan am Freitag in Washington. Gleichzeitig warf er Clinton eine unkluge Embargopolitik gegenüber dem Irak vor.

 

Vereinte Nationen

Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember war besonders den infizierten Kindern gewidmet. Darauf hat der Generalsekretär der UNO, Kofi Annan, hingewiesen. Man werde den aidskranken Kindern bisher zu wenig gerecht, bedauerte der Generalsekretär. Dabei sei weltweit eine Million Minderjähriger infiziert, 700.000 seien schon an der Krankheit gestorben. 1.600 Kinder steckten sich täglich neu an, ein Großteil davon in Entwicklungsländern. Annan wies außerdem auf das Problem der 8 Millionen Aidswaisen hin.

Vereinte Nationen

Zum Welttag für Behinderte am 3. Dezember hat der UNO-Generalsekretär Kofi Annan eine Botschaft veröffentlicht. Darin fordert er Maßnahmen, die es behinderten Menschen weltweit ermöglichen sollen, voll am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Auch die Vorbeugung von Behinderungen und insbesondere die internationale Konvention zum Bann von Anti-Personen-Minen liegen Annan am Herzen. Er erinnert daran, daß noch immer 110 Millionen Minen weltweit verstreut sind, die Menschen zu töten oder zu verstümmeln drohen.

 

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch: Römische Woche - Abschied vom Kommandanten der Schweizer Garde; Das Kino als Träger der Spiritualität

Donnerstag: Jugendmagazin - Freiwilliges ökologisches Jahr auf einem Hof der Caritas, Ein Jugendbegegnungshaus der Pallottiner

Freitag: Prismamagazin

 

Man hört Radio Vatikan:

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den

Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz

Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von

DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

 

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

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Redaktion dieser Ausgabe: Ellen Hoepffner

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Freitag, 5. Dezember 1997

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