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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 19. November bis Freitag, 21. November 1997

 

EUROPA

Vatikan

Der Vatikan verteidigt seine Instruktion über die Rolle der Laien in der Kirche. Er sei über die Kritik, vor allem in Deutschland, überrascht, erklärte der Leiter der Klerus-Kongregation, Erzbischof Darìo Castrillòn Hoyos, exklusiv gegenüber Radio Vatikan. Er betonte, in der Instruktion seien doch die Rechte und die Wichtigkeit der Laien in der Kirche klar herausgestellt. Viele pastorale Praktiken, so der Vatikanverantwortliche, seien in Notzeiten entstanden, hätten aber dazu geführt, daß die Grenzen der Aufgabenteilung zwischen Amtsträgern und Laien in der Kirche unscharf würden. Dennoch, so Erzbischof Castrillon Hoyos: man sei sich auch im Vatikan ganz klar darüber, wie unersätzlich das Engagement der Laien in der Kirche ist. Die Kirche sei ohne das gar nicht vorstellbar.

Im Ausland hatte die Instruktion unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. In österreich und der Schweiz gab es kritische Stimmen, ebenso in Amerika. Dort wurden aber auch positive Meinungen laut. In Frankreich und Italien, wo keine organisierte Laienarbeit wie in Deutschland existiert, löste die römische Instruktion kaum Reaktionen aus.

Vatikan

Im Mittelpunkt der Amerika-Bischofssynode standen weiterhin soziale Fragen. In vielen Beiträgen tauchte das Stichwort Globalisierung auf. Gleichzeitig wurde jedoch gefragt, was das für die Christen bedeute. Als vorbildlich wurde die deutsche Aktion Adveniat bezeichnet und etwas ähnliches für die Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südamerika gewünscht. Ein Bischof schlug Partnerschaften zwischen armen und reichen Diözesen vor. Ein Oberhirte aus Kanada unterstrich, wieviel seine Ortskirche von Lateinamerika gelernt habe. Die kanadischen Missionare im Süden des Kontinents hätten viel geistigen Reichtum in den Norden gebracht. Die Basisgemeinden wurden auch als wichtiges Mittel der Evangelisierung genannt. Gefordert wurde zudem ein ständiges kirchliches Büro für ganz Amerika. Durch es sollten vor allem die Beschlüsse der gegenwärtigen Versammlung in die Tat umgesetzt werden. Der Wunsch, daß der Papst die Ergebnisse der Bischofssynode in Mexiko verkünden solle, fand großen Beifall. Ein weiterer Akzent war der Hinweis auf die Einwanderer in Nordamerika aus Asien. Früher seien Europäer nach Amerika gekommen, heute seien es Asiaten, um die sich die Kirche besonders kümmern müsse. Mehrfach wurde größere Solidarität unter den Kirchen gefordert und der grundlegende Wille zur eigenen Bekehrung.

Vatikan

Juden, Christen und Moslems in den USA und Kanada sollen Druck ausüben, damit der Friedensprozeß in Nahost weitergeht. Das forderte Kurienkardinal Francis Arinze am 21. November auf der Amerika-Synode im Vatikan.

Vatikan

Die kürzliche Unterzeichnung des Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel bedeutet keine Anerkennung der augenblicklichen Lage Jerusalems. Dies unterstrich der Sekretär für die Außenbeziehungen des Vatikan, Erzbischof Jean-Lous Tauran, in einem am 20. November in der italienischen Presse veröffentlichten Interview. Das Abkommen sei überdies unter Beteiligung der Palästinenser zustandegekommen, so Tauran weiter.

Deutschland

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung hat jetzt eine Verstärkung der Zusammenarbeit von Priestern und Laien gefordert. Die jüngste römische Instruktion zu diesem Thema lasse sich kaum auf die Realitäten in Deutschland beziehen, so der Verband. Die kirchliche Situation dort werde in Zukunft sogar noch mehr Laien beiderlei Geschlechts erfordern, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen.

Deutschland

Das geistliche Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Christen, Patriarch Pavle, wird am 21. Novemer in München zu einem viertägigen Pastoralbesuch erwartet. Es wird die erste offizielle Visite eines serbisch-orthodoxen Kirchenführers in der Bundesrepublik sein. Auf dem Programm stehen Treffen mit Gemeinden in München und Nürnberg, ein Besuch des Konzentrationslagers Dachau, sowie die Weihe der neuerrichteten serbisch-orthodoxen Kirche neben dem Münchner Gemeindezentrum.

Schweiz

Das Bundesparlament in Bern wird möglicherweise bald die Abtreibung während einer bestimmten Frist freigeben. Wie die Lebens-Schutz-Organisation "Ja zum Leben" am 20. November mitteilte, hat die Rechtskommission des Nationalrats jetzt die Weichen in diese Richtung gestellt. Damit wurde das Beratungsmodell der christlichen Volkspartei abgewiesen. Die Kirchen der Schweiz haben sich wiederholt energisch gegen die Fristenlösung ausgesprochen, weil sie das menschliche Leben während der ersten 14 Wochen der Schwangerschaft rechtlich ohne Schutz läßt.

Schweiz

Erneute Verschärfung im Streit um Bischof Wolfgang Haas: Der Priesterrat von Chur hat sich in seiner Sitzung vom Mittwoch mit der aktuellen Situation im Bistum seit dem Rombesuch der Bischöfe im September befaßt. Die jüngsten Bischofsvikar-Ernennungen durch Bischof Haas hatten den Protest mehrerer Dekanatsversammlungen ausgelöst. Es heißt, die ehemaligen Generalvikare hätten erhebliche Verantwortung für die Konflikte der letzten sieben Jahre im Bistum. Der Priesterrat entschied deshalb mit großer Mehrheit, Bischof Haas zu einer Rücknahme aufzufordern.

Schweiz

Der ökumenische Weltkirchenrat ist erneut in die Kritik geraten. Ihm wird vorgeworfen, sich während des Kalten Krieges nicht genug für Dissidenten eingesetzt zu haben. Der Sekretär der Organisation, Konrad Raiser, gab zu, daß man Vorteile für die Dissidentengruppen hätte erwirken können. Dies sagte er gegenüber der Agentur Eni in Genf. Er versicherte aber auch, daß die Archive des Weltkirchenrates Historikern offenstünden, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Frankreich

Die jüngste Laien-Instruktion des Vatikans bringt die Kirche in ein Klima der Verdächtigungen. Das befürchtet der Erzbischof von Bordeaux, Kardinal Pierre Eyth. In der katholischen Tageszeitung La Croix schreibt der Kardinal, das Dokument sei von Mißtrauen gegenüber Laien, aber auch Priestern und Ortsbischöfen gekennzeichnet. Es entstehe der Eindruck, als sei die Hilfe von Gläubigen bei der Gestaltung der Messe ein Mißbrauch und überschreite das Erlaubte. Die Vatikan-Instruktion trage der Lage vor Ort in den einzelnen Teilen der Kirche nicht genügend Rechnung.

Irland

Der Fall eines vergewaltigten 13jährigen Mädchens droht den Konflikt um das Abtreibungsrecht neu zu entfachen. Vor fünf Jahren hatte ein ähnlicher Fall zu einem Referendum in dem überwiegend katholischen Land geführt. Schwangerschaftsabbrüche sind in Irland illegal, seit den letzten Referenda darf die Ausreise zu Abtreibungszwecken jedoch nicht mehr verweigert werden.

ASIEN

Israel

Der päpstliche Nuntius im Heiligen Land hat dem palästinensischen Religionsminister das jüngste Abkommen zwischen dem apostolischen Stuhl und dem Staat Irael erklärt. Pressemeldungen zufolge war diese Vereinbarungen von den Palästinensern als Schlag in ihren Rücken aufgefaßt worden. Nach dem Gespräch kommentierte der palästinensische Politiker Hassan Tahboub die Vereinbarung als normalen Vorgang in den Ländern, wo die katholische Kirche präsent ist. Palästinensische Ansprüche würden dadurch nicht berührt, es handle sich nicht um einen politischen, sondern nur um einen rechtlichen Akt.

Israel

Die Klagemauer müßte von Rechts wegen eigentlich unter islamischer Verwaltung stehen. Das erklärte am 20. November der israelische Forscher Shmuel Berkowitz. 1967 habe Israel den Bosen des historischen Jüdischen Viertels enteignet. Also gehört sie von Rechts wegen zu dem Gebiet der Heiligen Stätten, das islamischer Verwaltung untersteht. Die Schlußfolgerungen des Experten wurden jetzt vom Jerusalemer Institut für Israelische Studien veröffentlicht.

Afghanistan

Im Norden des Landes haben uzbekische Kämpfer Massengräber entdeckt. Das erklärte ihr Anführer Raschid Dostum gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Die Gräber enthielten die Leichen von etwa 2000 Taliban-Kämpfer. Derweil hat UN-Generalsekretär Kofi Anan die UN-Repräsentanten in Afghanistan aufgefordert, über die Angelegenheit Klarheit zu verschaffen. Zudem appellierte Annan am alle Parteien des Landes die internationalen Abkommen über die Behandlung von Gefangenen zu respektieren .

Nordkorea

Die Hungersnot in dem asiatischen Land ist entschärft, aber keineswegs überwunden. Das teilten jetzt die Hilfsorganisationen Diakonie Kathastrophenhilfe und Caritas International mit. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung sei im dritten Hungerjahr kritisch. In den Krankenhäusern fehle es an Medikamenten und Geräten. Wenn jetzt erneut Nahrungsmittel knapp werden, könne dies zum Ausbruch von Mangelkrankheiten und Seuchen führen, so ein Sprecher.

Australien

Ein Mitglied der Regierung in Canberra hat jetzt zum Boykott der Kirchen aufgerufen. Damit reagierte er auf die Kritik der katholischen Kirchenführer an einem neuen Gesetz, das die Landansprüche der Ureinwohner empfindlich beschneidet. Die Kirchen nennen das Gesetz unmoralisch und rassistisch.

AFRIKA

Algerien

Islamische Fundamentalisten haben erneut 13 Zivilisten nahe der Hauptstadt Algier getötet. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf den Vereinten Nationen jetzt vor, bewußt nicht gegen die häufigen Massaker in dem nordafrikanischen Land vorzugehen. Sie forderte eine Sondersitzung der UNO-Menschenrechtskommission zu diesem Thema. Staatspräsident Liamin Zeroual ordnete derweil die Einrichtung eines "Büros für externe Kommunikation" an, welches das Image Algeriens im Ausland aufpolieren soll.

Nigeria

Die Sicherheitskräfte des Landes haben erneut zwei Pressevertreter festgenommen. Das meldeten jetzt die unabhängige Medien des Landes. Schon in den vergangenen Wochen war die Militärregierung Generals Sani Abachas mit Härte gegen die Journalisten vorgegangen. Zum vierten Jahrestag seiner Machtübernahme am Montag hatte der General erklärt, er werde keine "Störung des momentanen Übergangsprozesses von Seiten der Medien tollerieren."

Ruanda

Der frühere Präfekt von Kibuye soll für das Massaker in einer Kirche vom April 1994 verantwortlich sein. Damals waren über 5.000 Tutsis in der Kirche von Mubuga ermordet worden. Die Anschuldigungen erhob am 21. November ein Kronzeuge vor dem internationalen Ruanda-Tribunal im tansanischen Arusha.

AMERIKA

Kuba

Das Regime läßt über 50 Priester und Ordensleute aus anderen lateinamerikanischen Ländern ins Land. Das bestätigte gestern das Außenministerium. Für die kubanische Kirche, die Seelsorger von draußen braucht, ist das ein Durchbruch. Von seiten der kubanischen Regierung heißt es aber, diese Erlaubnis habe nichts mit dem bevorstehenden Papstbesuch zu tun.

Costa Rica

Ein Vertreter der katholischen Kirche des Landes hat am 19. November vor der Gefahr sozialer Unruhen gewarnt. Auslöser könnte die sich zuspitzende Wirtschaftslage sein, die die Plantagenarbeiter stranguliere. Dies sagte der Direktor für Sozialpastoral der Diözese Limon gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur efe.

Brasilien

In der kommenden Woche wird das Abgeordnetenhaus entscheiden, ob in Zukunft öffentliche Krankenhäuser Abtreibungen nach Vergewaltigungen und bei Lebensgefahr für die Frau vornehmen dürfen. An der Debatte wird auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Lukas Moreira Neves teilnehmen. Die Kirche hatte sich mehrfach gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen. Bis jetzt ist Abtreibung in Brasilien nur in privaten Krankenhäusern erlaubt. Daher gehen arme Frauen vielfach zu Kurpfuschern. Die Kirche hat sich verschiedentlich bereit erklärt, Frauen in Konfliktsituationen auch finanziell zu helfen.

Vereinigte Staaten

Der Anführer der afroamerikanischen islamischen Vereinigung "Nation of Islam", Louis Farrakhan, plant eine "Freundschaftstour" in 50 islamische Länder, darunter Irak, Iran und Kuba. Das erklärte er jetzt bei einer Kundgebung in New York. Die US-Regierung hatte wiederholt seine Reisen in Länder, die nach Meinung der USA den Terrorismus unterstützen, kritisiert. Farrakhan kündigte jetzt ferner an, daß in Zukunft auch Frauen die Moscheen seiner Gruppe leiten dürften.

Vereinte Nationen

Das "Zweite Internationale Fernsehforum" der UNO geht heute in New York zu Ende. Für den Apostolischen Stuhl nahm daran der Sekretär des Päpstlichen Medienrates, Bischof Pierfranco Pastore, teil. Gestern betonte er in seinem Referat, die Medien müßten, vor allem im Zuge iher weiteren Entwicklung dem Menschen und seinen geistigen und religiösen Bedürfnissen mehr Aufmerksamkeit widmen. Besonders die Journalisten sollten ihre Tätigkeit entschiedener auf ihr Publikum ausrichten, auf die Menschen von heute, auf ihre Würde, Rechte und Pflichten.

 

 

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Mittwoch: Römische Woche

Donnerstag: Kreuz des Südens - Leben in jungen Kirchen

Freitag: Prismamagazin

 

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:

Dienstag, 25. November 1997