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Radio Vatikan Online-Archiv

Verehrte Internet-Benutzer.
An dieser Stelle finden sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 5. November bis Freitag, 7. November 1997

 

Vatikan
Papst Johannes Paul II hat am 5. November bei der Generalaudienz an das Glaubenszeugnis des seligen Bernhard Lichtenberg erinnert. In tschechischer Sprache gedachte er des Todestages des Berliner Domprobstes, der öffentlich für die verfolgten Juden gebetet hatte und daher in den Kerker geworfen wurde.

Vatikan
Am 6. November hat die 12. internationale Konferenz zum Verhältnis von "Kirche und Gesundheit" begonnen. Die Tagungsteilnehmer, darunter auch Vertreter der anderen großen Religionen, stellen das Bild von Jesus Christus als dem Erlöser den tatsächlichen Gesundheitsbedingungen in der Welt von heute gegenüber. Die Kirche wird als heilende Gemeinschaft verstanden. Ziel der Tagung ist es, nach konkreten Wegen für praktisches Handeln, für Wissenschaft und Technik unter Berücksichtigung von Mensch und Umwelt zu suchen.

Vatikan
Der Papst hat zum Kampf gegen Pädophilie und gegen sexuellen Mißbrauch von Kindern aufgerufen. Das gelte auch innerhalb der Kirche, so der Papst vor Bischöfen aus Belgien.

Vatikan
Der Presse-Saal des apostolischen Stuhls hat bisher nicht auf die italienischen Zeitungsmeldungen reagiert, daß die nächste Kardinalserhebungen erst im Februar stattfinden. Zwei römische Blätter melden dies am 6. November. Nach ihnen sei das für die Zeit vor Weihnachten geplante Konsistorium auf Februar nächsten Jahres verschoben. Für den deutschen Sprachraum ist wichtig, daß viele Katholiken in Wien damit rechnen, daß Erzbischof Schönborn den Kardinalspurpur erhält.

Vatikan
Der Papst soll im nächsten Juni zu einem Besuch nach österreich kommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf österreichische Bischöfe. Vom 19. bis zum 21. Juni könnte der Papst nach diesen Informationen die Diözesen Salzburg, Sankt Pölten und Wien besuchen. Vom Vatikan kam zu diesen Angaben keine Bestätigung. Eigentlich hatte Johannes Paul II. schon im vergangenen Juni nach österreich kommen wollen, um dort mit dem orthodoxen Patriarchen von Moskau, Alexei II., zusammenzutreffen; aus der Begegnung wurde dann aber nichts.

Deutschland
Der II. Internationale Kongreß europäischer Wallfahrtsstädte ist am 5. November in Altötting eröffnet worden. Mehr als 100 Delegierte aus Wallfahrtsorten in 13 europäischen Ländern beraten bis zum Samstag über Möglichkeiten und Perspektiven der Wallfahrt in einem geeinten Europa. Ein Schwerpunkte ist dabei die Frage nach der "Wallfahrt als Chance zur Glaubenserneuerung" und im "Blick auf das Jahr 2000".

österreich
Ein entschiedenes Bekenntnis zum Dialog und eine realistische Einschätzung der kirchlichen Situation in österreich gab am 4. November der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Johann Weber, bei der Eröffnung der Herbstvollversammlung des österreichischen Episkopats. Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion über das Verhältnis von Kirche und Politik betonte Bischof Weber wörtlich:"Es ist gut, wenn Parteien ernsthaft mit uns reden, aber wir sind nicht Steigbügelhalter für Wahlerfolge".
Die kirchliche Situation im Land analysierte er realistisch, verschwieg auch "Bedrängendes", wie den Priestermangel, nicht. In diesem Zusammenhang dankte er den Laienmitarbeitern für ihr Engagement.

Belgien
Eine Delegation der polnischen Bischofskonferenz unter der Leitung von Primas Kardinal Jozef Glemp, informiert sich in diesen Tagen in Brüssel über die realen Bedingungen eines eventuellen Beitritts Polens in die EU. Obwohl ein Teil des polnischen Klerus noch begründete Zweifel gegenüber der Europäischen Gemeinschaft hegt, sprach sich Kardinal Glemp am 6. November in Brüssel offen zugunsten der Gemeinschaft und eines Beitritts Polens aus.

Spanien
Das Anerbieten eines Kirchenvertreters, als Vermittler im Baskenkonflikt aufzutreten, ist bei den meisten politischen Parteien auf harte Kritik gestoßen. Dies meldet die französische Nachrichtenagentur aus Madrid. Der Bischof von San Sebastian, José Maria Setien, hatte Vorgespräche zwischen der Regierung in Madrid und der baskischen Befreiungsorganisation ETA vorgeschlagen, ohne, daß Bedingungen gestellt werden sollten. Von Seiten der spanischen Bischofskonferenz gab es in einer ersten Reaktion keine Einwände gegen den Verhandlungsvorschlag von Setien.

Bulgarien
Der Streit zwischen den beiden Teilen der orthodoxen Kirche geht weiter. Wie jetzt aus Sofia gemeldet wird, fordern sowohl Anhänger wie auch Gegner von Patriarch Maxim die öffnung der Staatlichen Archive. Dadurch soll geklärt werden, ob er 1971 legitim von der Synode gewählt oder von den kommunsitischen Machthabern widerrechtlich ernannt wurde. Dies wird von seinen Gegnern behauptet, die seine Absetzung verlangen. Maxim selbst wünscht ebenfalls Akteneinsicht, um seine Legitimität zu beweisen.

Rußland
Eine Ausstrahlung des Films "Die letzte Versuchung Christie" auf einem Privatsender will die russisch-orthodoxe Kirche verhindern. Der Film verletze die Moral und drohe die Gesellschaft ernsthaft zu spalten, warnte Patriarch Alexis II.. Gegen den Film, der bei seinem Erscheinen 1988 auch in der westlichen Welt Protest ausgelöst hatte, haben sich nun ebenfalls die russischen Muslime ausgesprochen.

Israel
Erstmals haben Vertreter der drei monotheistischen Religionen über einen künftigen Status von Jerusalem ausführlich verhandelt. Das Treffen, welches auf norwegische Initiative hin entstanden war, fand im arabischen Ost-Jerusalem statt. Die Ergebnisse blieben geheim. Ihre Gespräche wollen die Religionsvertreter auf noch hochrangigerer Ebene fortsetzen.

Israel
Über den neuesten Stand der Vorbereitungen auf das Jahr 2000 hat jetzt der Tourismusminister Moshe Katwav den Vatikan-Vertreter unterrichtet. Er versicherte, daß Israel mit den Kirchen und dem Vatikan eng zusammenarbeiten wolle. Israel plane etwa 150 Millionen Mark für die Restaurierung und Erneuerung christlicher Pilgerstätten in Nazareth auszugeben. In Erwartung von Millionen christlicher Pilger sei man aber immer noch darüber besorgt, daß die Übernachtungsmöglichkeiten im Heiligen Land nicht ausreichten.

Israel
Die Christen im Heiligen Land werden von der Palästinenserregierung Yassir Arafats nicht verfolgt. Das erklärten Vertreter der katholischen Gemeinde. Sie dementierten damit israelische Meldungen, wonach die Palästinenser der orthodoxen Kirche ein Gebäude entzogen hätten, um dort eigene Büros einzurichten.

China
Über das Schicksal des angeblich freigelassenen Bischofs der romtreuen Kirche, Su Zhemin, herrscht weiter Ungewißheit. Eine Stiftung mit Sitz in den USA behauptet, der Bischof sei weiterhin in einem Arbeitslager bei Baoding.

China
Nach Ansicht des jüngsten chinesischen Bischofs ist das Durchschnittsalter der Hierarchie in der Volksrepublik zu hoch.
Die jüngste Ausgabe der regierungstreuen Kirchenzeitung meldete jetzt: Nach Ansicht des nur 44-jährigen Bischof Fang Xingyao fehlten durch die Kulturrevolution im Bischofskollegium die mittleren Jahrgänge.

Philippinen
Der Erzbischof von Manila, Kardinal Jaime Sin, ist von einem Senatsausschuß von jeder Haftpflicht als früherer Eigner einer Bank freigesprochen worden. In einem Abschlußbericht hieß es, es sei kein Beweis gefunden worden, daß der Kardinal oder die Erzdiözese von Irregularitäten bei der Führung des Finanzinstituts gewußt hätten.

Philippinen
Die Entführer des irischen Priesters Desmond Hartford fordern ein Lösegeld in Höhe von 700. 000 Dollar. Das sagte jetzt ein zunächst mit Hartford verschleppter philippinischer Priester. Die Kirche lehnte derweil Lösegeldzahlungen rundheraus ab. Sie wolle sich aber dafür einsetzen, daß die Forderung der muslimischen Rebellen nach einer Verbesserung ihrer Lebensumstände erfüllt werde. Die philippinische Regierung hatte ihre Versprechen aus einem Amnestie-Abkommen nicht eingehalten. Das Militär des Landes meldet unterdessen, die Rebellen seien umstellt. Eine baldige Befreiung des Priesters sei sicher. Die katholischen Missionare haben jedoch an die Regierung appelliert, von einer Militäraktion abzusehen.

Mexiko
Der Bischof von Chiapas Samuel Ruiz, ist am 4. November knapp einem Attentat entgangen, blieb aber unverletzt. In einer abgelegenen Gegend hatten bewaffnete Männer das Feuer auf einen Wagenkonvoy eröffnet, in dem sich auch Bischof Ruiz befand.Die Diözese beschuldigt eine rechte paramilitärische Gruppe für den Anschlag. Ruiz versucht, zwischen den Zapatisten und der mexikanischen Regierung zu vermitteln. Am 6. November wurde zudem die Schwester des Bischofs angegriffen und schwer verletzt. Unklar ist noch, ob die Anschläge in einem Zusammenhang stehen. Auch der Nuntius in Mexiko hat inzwischen das Attentat scharf verurteilt.

Kuba
Das Verwirrspiel bei der Vorbereitung der Papstreise hält an. Das Regime von Fidel Castro hat am 5. November eine Pilger-Kreuzfahrt von Miami aus sowie Direktflüge von den USA nach Havanna während des Besuchs erlaubt. Gleichzeitig verbot es aber der Kirche, einige Dokumentarfilme zur Vorbereitung der Papstvisite im staatlichen Fernsehen zu senden. Die Nachrichtenagentur efe berichtet, daß kirchliche Kreise über dieses Verwirrspiel verstimmt sind.

Honduras
Der amerikanische Priester James Carney, verschwunden im Jahre 1983, ist von Militärs umgebracht worden. Das erklärte jetzt ein honduranischer Bischof. Er bestritt die Version der Regierung, Carney sei im Kampf gefallen. Der auf der Seite der Guerillas stehende Priester sei zu Tode gefoltert und verstümmelt worden, so der Bischof, der sich auf Dokumente des CIA beruft.

Vereinigte Staaten
Ein Ausschuß des US-Senats hat jetzt die Beschränkung religiöser Aktivitäten in Rußland verurteilt. In einer nicht bindenden Erklärung drängt er Präsident Clinton Maßnahmen zu ergreifen. Dem russischen Präsidenten Boris Yeltsin solle klar gemacht werden, daß das neue Religionsgesetz geändert werden müsse.

Vereinigte Staaten
Der Pastoralplan des Erzbistums Chicago ist ins Trudeln geraten. Grund sind die unvorhergesehenen Schwierigkeiten, denen sich Aushilfspriester gegenübersehen. Wegen des Priestermangels im Bistum hatte Chicago ausländische Seelsorger, vor allem aus Lateinamerika, dazu eingeladen, für eine Weile in dem Erzbistum mitzuarbeiten. Diese Priester sehen sich nun aber oft beleidigenden Äußerungen ausgesetzt. Die oft unfreundliche Aufnahme sei für viele ein Schock. Ein Sprecher des Erzbistums meinte selbstkritisch: "Wir haben ihnen nicht genug bei der Einarbeitung geholfen." Jetzt will man das Programm erst einmal überdenken.

 

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Dienstag, 11. November 1997, 19 Uhr

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