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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 15. Oktober bis Freitag, 17. Oktober 1997

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat in einer Botschaft zum 80.Jahrestag der Mutter-Gotteserscheinungen in Fatima seine Überzeugung ausgesprochen, daß Gott der Menschheit darin seine Vorsehung und Barmherzigkeit zeigen wolle. Die Erscheinungen hätten apokalyptischen Charakter gehabt. Sie hätten auf die wichtigsten Ereignissen des zu Ende gehenden Jahrhunderts hingewiesen. So der Papst in einem Schreiben an den Bischof von Leira-Fatima. Das Jahrhundert sei geprägt gewesen von Umstürzen und Leiden., Auch die Gemeinschaft der Kirche habe vieles erlitten, aber sie habe auch eine neue Solidarität als Leib Christi gefunden.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. beendete am 16. Oktober in sein 19. Regierungsjahr. Eine Kurzbilanz: Das 19. Jahr war für Papst Woijtyla ein Zeichen dafür, daß er es noch kann: Trotz seiner angegriffenen Gesundheit reiste er soviel, wie vorher nur im Jahr 1982. Er zog Menschenmassen an, wie am Beginn seines Pontifikats. Die Regie für die Feiern des Jahres 2000 hat er ganz an sich gezogen, man merkt, bis dahin will er auf jeden Fall noch durchhalten. Ein Papst, der versucht, allen alles zu sein: alt und leidend, aber jung für die Jugend. Bestsellerautor mit 75, immer wieder in den Schlagzeilen, manchmal stur und manchmal modern. Maßlos umjubelt, maßlos umstritten. Mit seinem Einsatz für die Würde des Menschen und für den Dialog der Religionen ist Johannes Paul seiner Zeit voraus. Innerkirchlich hat sich in seiner Ära aber auch manches verhärtet. Eines ist sicher: mit diesem überraschenden Papst muß man rechnen, immer noch. Im deutschen Sprachraum haben manche Medien offenbar schon seit zehn Jahren den Nachruf auf den Papst griffbereit in der Schublade. Damit sehen sie - jetzt, wo er in sein zwanzigstes Regierungsjahr geht - ganz schön alt aus.

Vatikan
Der Papst würde gerne Restjugoslawien besuchen. Das erklärte am 17. Oktober der Nuntius von Belgrad, Santos Abrilo y Castello den Journalisten von der Beta-Agentur. Es sei der Wunsch das Papstes, alle Länder zu besuchen, die an dem Bosnien-Konflikt beteiligt sind; er wolle nicht parteiisch sein. Schwierigkeiten dürfte die Haltung der serbisch-orthodoxen Kirche bereiten.

Vatikan
Auf die weltweit zu hohen Rüstungsausgaben hat der ständige Beobachter des Apostolischen Stuhls bei der UNO, Erzbischof Renato Martino hingewiesen. Vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen sagte Martino am 15. Oktober zum Thema Abrüstung unter anderem: Die zu hohen Rüstungskosten gehen weltweit auf Kosten der Budgets für Gesundheit, Erziehung und Entwicklung. Das beweist die Tatsache, daß die einzelnen Nationen nicht in der Lage sind, zugleich für Kriegs- und Friedenskosten aufzukommen.

Vatikan
Die katholische Kirche will den Menschen unserer Zeit das Wort Gottes in verständlicher und ansprechender Weise verkünden. Daran hat am 17. Oktober Papst Johannes Paul II. die Teilnehmer eines internationalen Katechese-Kongresses erinnert. An der Veranstaltungen nahmen drei Tage lang Katechese-Fachleute von allen Bischofskonferenzen teil.

Vatikan
Vom Weltkatechismus gibt es bislang weltweit acht Millionen Exemplare. Allein in Europa sind drei Millionen in Umlauf. Diese Zahlen wurden am 17. Oktober im Vatikan bekannt.

Tschechische Republik
Bei der gemeinsamen Konferenz der tschechischen und slowakischen Bischöfe in Velehrad, hat der Primas der katholischen Kirche in Tschechien, Kardinal Miroslav Vlk, Kritik an der Gesetzgebung in seinem Land geübt. Die Regelungen zwischen Kirche und Staat seien mangelhaft, besonders im sozialen Bereich und im Bildungswesen. Er beklagte auch, daß für die Kirchenfinanzierung immer noch das kommunistische Gesetz von 1949 gelte.

Polen
Die katholischen Bischöfe des Landes haben die Designierung von Jerzy Buzek zum Premierminster begruesst. Der pro-kirchlich eingestellte Solidarnoc-Block hat damit einen protestantischen Kandidaten nominiert. Die katholischen Bischöfe betonten, daß es sie nicht störe, wenn ein Protestant in Polen neuer Premierminster werde.

Südkorea
Amnesty International hat die Kandidaten der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen aufgefordert, die Menschenrechte in ihr Wahlprogramm einzubeziehen. Außerdem warnte die Organisation die Südkoreanischen Politiker davor, die Opposition durch eine übertriebene Repression auszuschalten. Dies sei in Südkorea schon öfters vorgekommen, heißt es in einer am 16. Oktober von Amnesty International in Seoul veröffentlichten Erklärung.

Vietnam
Die Bischöfe des fernöstlichen Landes haben in diesen Tagen zum Ende ihrer Herbstkonferenz Gott für die vielen Berufungen zum geistlichen Stand gedankt. In einer Schlußerklärung drücken sie ihre Freude auch über das große Engagement der Laien aus, die in ihrem täglichen Leben vom Glauben Zeugnis geben und sich für die Notleidenden einsetzen. Die Bischofskonferenz hat gleichzeitig ihre Vertreter für die Asiensynode gewählt, die im April des kommenden Jahres stattfinden wird.

China
"In der Volksrepublik gibt es keine Verfolgung von Christen." Dies behauptet der Staatsrat in einem am 16. Oktober veröffentlichten Dokument. Allerdings werden Gruppen gewarnt, die unter dem Deckmantel der Religion versuchten, die Regierung zu stürzen. In dem Weißbuch erneuert Peking auch die Bedingungen für eine Aussöhnung mit dem Vatikan. Peking verlangt, daß der Vatikan Taiwan nicht mehr als eigenständigen Staat anerkennt. Außerdem soll sich die Kirche nicht mehr unter dem Vorwand religiöser Interessen in die inneren Angelegenheiten Chinas einmischen. Dies berichten mehrere Nachrichtenagenturen aus Peking. Außerdem wird das Verhalten von Missionaren kritisiert. Seit 1957 gibt es keine diplomatischen Beziehungen mehr zwischen China und dem Vatikan.

China
Die katholische Kirche in Hongkong will ihre Schulen allen Einwanderern aus dem chinesischen Mutterland öffnen. Besonders Kindern und Jugendlichen sollen dabei, ohne Ansehen ihrer Religion oder Geisteshaltung alle katholischen Tages- und Abendschulen kostenlos zur Verfügung stehen. Die katholischen Schulen Hongkongs bekommen keine staatlichen Zuschüsse.

Philippinen
Das Verfassungsgericht hat am 14. Oktober die Klage einer Bürgerinitiative abgewiesen, die dem Präsidenten Fidel Ramos doch noch eine neue Amtszeit ermöglichen wollte. Damit ist dem Präsidenten eine neue Kandidatur endgültig verboten. Auf Druck der Kirche hatte er schon Ende September öffentlich darauf verzichten müssen.

Philippinen
Die Kirche des Landes hat die Zusammenarbeit mit Präsident Fidel Ramos wieder aufgenommen. Bischof Camilo Gregorio aus Bacolod und Vertreter der Bischofskonferenz trafen sich bereits am 2. Oktober mit dem Präsidenten, um gemeinsam Probleme von Armut, Wohnungsmangel, Medizinischer Versorgung, Bildung, Arbeit und Umweltzerstörung zu diskutieren. Am 9. Oktober fand ein Treffen zwischen Kardinal Jaime Sin und Senatorin Miriam Santiago zu Wahlmodalitäten statt.

Algerien
Die sogenannte Hatab-Gruppe, eine Splitterpartei der Integralistenbewegung GIA will den bewaffneten Kampf trotz des von der Islamischen Heilsfront proklamierten Waffenstillstands fortsetzen. Wie der Gründer der Gruppe, Hassan Hatab, jetzt in London betonte, widersetze er sich allen Versöhnungsversuchen mit der Regierung in Algier.

Algerien
Der ständige algerische Vertreter bei der UNO in Genf hat am 16. Oktober Amnesty internataional und andere Menschenrechtsorganisationen wegen Einmischung in die Angelegenheiten Algeriens kritisiert. Die Regierung in Algier sei legitim.

Kolumbien
Beim Überfall von Rebellen auf eine Stadt im Nordwesten des Landes sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die Angreifer verwüsteten auch eine Kirche. Die Guerillas wollen damit die Kommunalwahlen beeinflussen und die Isolation des Präsidenten Ernesto Samper im eigenen Land verstärken. Samper wird zunehemend als Hinderniß fuer Friedenslösungen gesehen. Auch ein Mitglied der kirchlich geleiteten "Versöhnungskommission" sagte, daß Samper Verhandlungen zwischen den Parteien im Wege stehe und forderte ihn zum Rücktritt auf.

Ecuador
Der Sekretaer der Bischofskonferenz, Antonio Arregui, hat am 16. Oktober das Nachbarland Peru dazu aufgerufen, zu Verhandlungen über einen Grenzverlauf bereit zu sein. Die Bekräftigung einiger Vertreter Perus, Ecuador werde nie einen Zugang zum Amazonas erhalten, seien für einen Verhandlungsprozeß nicht hilfreich.

Kuba
Der Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, ist jetzt mit dem diesjährigen Missionspreis der Diözese Bosten geehrt worden. Ihm wurde der Preis als Anerkennung für seine Tätigkeit auf Kuba zuerkannt. Er habe sich für den Glauben eingesetzt in einem kommunistischen Land, das katholische Schulen und Kirchen geschlossen und die Priester in Arbeitslager gesteckt habe.

Kuba
"Wir haben zwar in unserer Republik Glaubensfreiheit, aber kaum Rechte, unsere Religion praktisch auszuüben." Das sagte jetzt der Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, bei einem Besuch in Baltimore. Wie der Kardinal betonte, gehörten zur Relgonsfreiheit drei Rechte: die Glaubensfreiheit, das Recht auf religiöse Erziehung und das Recht, Gottesdienste zu feiern. Auf Kuba hätten die Katholiken aber statt der drei Rechte nur eines: das offizielle Recht auf Glaubensfreiheit.

Vereinte Nationen
Erzbischof Renato Martino hat in seiner Ansprache am 14. Oktober vor den UNO-Vertretern das soziale Engagement der Kirche auf allen Ebenen unterstrichen. Der ständige Beobachter des Vatikan in dem internationalen Gremium forderte dabei gleichzeitig ein Jahr des älteren Menschen. Er beklagte, daß viele Menschen von dem minderen Wert der Armen, Alten, Kranken und Behinderten überzeugt seien.

Vereinte Nationen
Vier führende Menschenrechtsorganisationen haben am 15. Oktober an die internationale Staatengemeinschaft appelliert, nicht die Augen vor der Situation in Algerien zu verschließen. Sechzig bis Hunderttausend Menschen seien hinter der "Mauer des Schweigens der Welt" auf grausame Weise getötet worden. Die Organisationen fordern die UNO-Menschrechtskommission dazu auf, ihre Schlüsselrolle anzunehem, um den Konflikt so schnell wie möglich durch internationale Bemühungen zu beenden.


Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag: Kommentar der Woche mit Josef Ammer, Betrachtung zum Sonntag mit Claudio Cimaschi
Sonntag: Sie schreiben - wir antworten
Montag: Weltkirchenmagazin
Dienstag: Radioakkademie: Eugen Biser - Wege zur Ueberwindung der Glaubenskrise

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Dienstag, 21. Oktober, 19 Uhr

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