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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 11. Oktober bis Dienstag, 14. Oktober 1997

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 11. Oktober den argentinischen Präsidenten Carlos Saul Menem in Audienz empfangen. Menem informierte den Papst über die Bemühungen Argentiniens für die Verteidigung und Förderung ethischer, geistlicher und allgemein menschlicher Werte. In dem Gespräch ging es auch um aktuelle Probleme und Fragen von ganz Lateinamerika. Im Zentrum standen dabei die Herausforderung durch Ungerechtigkeit und Unterentwicklung. Der Papst erinnerte in dem Gespräch an seine beiden Besuche Argentiniens. Menem lud den Papst zu einer weiteren Visite ein.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 11. Oktober eindringlich davor gewarnt, angesichts der Drogenprobleme in aller Welt zu resignieren. Die Menschheit duerfe sich nicht ergeben und muesse im Gegenteil den Kampf gegen die Drogen energischer aufnehmen. Der Papst sprach vor einem Fachkongress, den der Rat fuer die Pastoral im Gesundheitswesen einberufen hatte. Eingangs stellte Papst Johannes Paul II. fest, dass Drogenkonsum heute in allen Laendern und Millieus verbreitet sei. Immer juengere Menschen wuerden in diesen Kreislauf einbezogen. Das organisierte Verbrechen sei auf internationaler Ebene im Handel taetig. Die Gesellschaft sei ratlos und ohnmaechtig.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am Sonntag, den 12. Oktober fünf herausragende Christen seliggesprochen. Es handelte sich um zwei Ordens-frauen und drei Priester, die im Lauf der letzten 200 Jahre vorwiegend im sozialen und seelsorglichen Bereich Außerordentliches leisteten. Der Mexikaner Elias Socorro-Nieves wurde 1928 von Kirchengegnern ermordet, weil er trotz Todesgefahr gegen das staatliche Verbot bei seinen Landbewohnern geblieben war. Die belgische Diplomatenfrau Emilie d'Oultrement gründete um 1850 nach dem Tod ihres Mannes eine geistliche Gemeinschaft, deren Mitglieder sich heute unter anderem um Aids-Kranke kümmern. Der italienische Priester Domenico Lentini war zur Zeit der französichen Revolution in Kalabrien so engagiert, daß sein Gedächtnis auch nach 200 Jahren noch lebendig ist. Ähnlich der Ordensgeistliche Giovanni Piamarta aus Norditalien, der sich während der industriellen Revolution vor allem um sozial schwache Jugendliche kümmerte. Die jüngste neue Selige Maria Theresia Fasce war in ihrer Ordens-Gemeinschaft vor allem für die weibliche Jugend im Einsatz, bis sie 1948 starb.

Vatikan
Bei der internationalen Presse hat die Aeusserung vom 13. Oktober von Papst Johannes Paul II. ueber die Einehe grossen Widerhall gefunden. Gegenueber den Bischoefen von Uganda hatte Johannes Paul betont, die Ehe sei kein auslaendisches Ideal, das die Kirche den afrikanischen Laendern aufzwingen wolle. Es handele sich vielmehr um ein Ideal, das Christus in die Herzen von Mann und Frau geschrieben habe.

Vatikan
Am 14. Oktober begann im Vatikan ein viertägiger internationaler katechetischer Kongress. Dazu sind die für den Katechese Verantwortlichen aller Bischofskonferenzen nach Rom eingeladen. Die Veranstaltung wird von der Glaubens- und der Klerus-Kongregation anläßlich des Erscheinens der lateinischen Ausgabe des Weltkatechismus durchgeführt. Die Kardinäle Josef Ratzinger und Castrillon Hoyos halten die Einführungen. Gleichzeitig wird ein neues und allgemeines Direktorium für die Katechese vorgestellt.

Europa
Am 10. Oktober hat der vatikansiche Verantwortliche für die Außenbeziehungen, Erzbischof Jean Louis Tauran, vor dem Europarat in Straßburg die ethischen Grundpinzipien der katholischen Kirche verteidigt: Sie lehne Todesstrafe und Klonen von Menschen stirkt ab, verteidige das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Der Mensch sei nicht nur genetisches Material, das der Verfügungsgewalt der Experimentierer ausgeliefert werden dürfe. Wichtig sei der Kirche auch der Schutz der Minderheiten. Europa könne nur auf den Grundwerten aufgebaut werden, die den Gründungsvätern Europas im Jahr 1949 vorschwebten. Der Vatikanvertreter sprach vor der Versammlung der europäische Staats- und Regierungschef.

Österreich
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Johann Weber, hat den neuen Tiroler Bischof herzlich begrüsst. Wörtlich schrieb Weber: "Als Nachfolger von Bischof Stecher wurde nun Pater Kothgasser zum Bischof berufen. Ich entbiete ihm einen herzlichen und freudigen Willkommensgruss in der Bischofskonferenz. Ich weiss, dass Pater Kothgasser neben seiner hohen theologischen Qualifikation vom Geist der Seelsorge getragen ist. Er bringt die absolute Bereitschaft mit, in der ihm nun anvertauten Diözese in voller Offenheit auf die Menschen zuzugehen und mit ihnen auf dem Weg der Kirche zu sein", so Bischof Weber.

Schweiz
Am 12. Oktober fand in Basel die Generalversammlung der Veteranen der Schweizer Garde statt. Krönender Abschluß bildete die Parade von 35 Altgardisten. Die Schweizer Garde ist die einzige der traditionsreichen Garden, die Papst Paul VI. beibehalten hat. Sie besteht in der Regel aus etwa 100 Mann, die zu Schutz-, Ehren- und Sicherheitsdiensten im Vatikan tätig sind.

Frankreich
Die in einem eigenen Bund zusammengeschlossenen Pfingstkirchen sind an ihrer Aufnahme in den protestantischen Kirchenbund interessiert. Wie dazu der Präsident des französischen Rates der Protestanten, Jean Tartier, vor Journalisten erklärte, habe der Rat den Aufnahmeantrag der Pfingstler nach einer ausführlichen Diskussion vorerst abgelehnt. Als Begründung gab Tartier die unterschiedliche theologische Auffassung der Pfingstler an.

Portugal
Mehrere Tausend Menschen haben am 13. Oktober im Wallfahrtsort Fatima an die Marienerscheinungen von vor 80 Jahren und das berühmte Sonnenwunder erinnert. In einer Botschaft nannte Papst Johannes Paul II. die Erscheinungen eines der herausragendsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Es helfe den Menschen, die Hand Gottes auch in einer Epoche der Kriege und Katastrophen wahrzunehmen.

Ungarn
Etwa 3.000 sich zum Islam bekennende Ungarn bauen zur Zeit mit Unterstützung aus Saudi-Arabien das erste islamische Zentrum des Landes, nördlich von Budapest. Neben einem Tee-Haus und einem Museum sollen eine muslimische Schule und ein Priestersaal entstehen. Der Islam ist seit 1916 offiziell-anerkannte Religion in Ungarn, kann aber auf eine lange Tradition zurückblicken.

Bosnien
In der Nacht vom 10. zum 11. Oktober ist am Eingang einer katholischen Schule im Zentrum von Sarajewo eine Bombe explodiert und hat größeren Sachschaden verursacht. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Beobachter vermuten, daß Unbekannte einen Keil zwischen katholische Kroaten und muslimische Bosnier treiben wollen, die hier gemeinsam in die Schule gehen. Bisher gibt es keine Bekennerbriefe. Die Bombe war der letzte Anschlag in einer Reihe von Attentaten, die das Zusammenleben in Sarajewo unmöglich machen wollen.

Bosnien
Ein Unbekannter hat am 11. Oktober während der Eucharistiefeier eine Tränengasbombe in eine katholiche Kirche von Brzko geworfen. Kein Mensch wurde verletzt. Das haben UNO-Mitarbeiter in dem nordost-bosnsichen Ort erklärt. Nach einer Unterbrechung von eineinhalb Stunden wurde der Gottesdiesnt fortgesetzt. Ein UNO-Sprecher verurteilte die Tat scharf.

Polen
Kardinal Josef Glemp von Warschau hat am 11. Oktober betont, Polen solle der Europäischen Union und der NATO beitreten. Er vertrete hier die gleiche Meinung wie die polnische Regierung. Es gebe aber Kirchenkreise in Polen, die diesbezüglich skeptischer seien. Gegenüber der österreichichen Nachrichtenagentur sagte Glemp: "Das Evangelium schließt keinerlei wirklichen Fortschritt aus." Er kündigte an, daß sich eine Delegation der polnischen Bischofskonferenz demnächst in Brüssel mit Vertretern der Europäischen Union treffen werde.

Tschechische Republik
Volles Programm bei der gemeinsamen Sitzung der Tschechischen und Slowakischen Bischofskonferenzen im Wallfahrtsort Velehrad: Drei Vertragswerke, die das Verhältnis von Kirche und Staat regeln, sind geplant - ein Grundlagenvertrag, ein Vertrag über die Militär- und Polizeiseelsorge und einer über "Religionsunterricht und kirchliches Bildungswesen". Weitere Themen sind die Vorbereitungen auf die gesamttschechische Synode und das Jahr 2.000. Ausserdem wird bei der zweitägigen gemeinsamen Sitzung getrennt über eigene aktuelle Themen verhandelt.

Rumänien
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., ist am Wochenende in Rumänien eingetroffen. Er wurde vom rumänischen Patriarchen Teoctist empfangen. Offizieller Anlaß ist die 500-Jahr-Feier des Auferstehungsklosters von Neamt. Kürzlich hatte sich Bartholomaios fuer einen Beitritt Rumäniens zur NATO ausgesprochen. "Der Allianz dürfen nicht nur Länder mit katholischer oder protestantischer Tradition angehören", so Bartholomaios.

Israel
Der Oberrabiner moechte sich mit dem muslimischen Oberhaupt von Aegypten treffen. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen aus Israel. Grund fuer das Treffen sind wahrscheinlich die Selbstmordattentate. Genaues ist aber nicht bekannt.

Indien
Die Nachfolgerin von Mutter Teresa an der Spitze der "Missionarinnen der Nächstenliebe", Schwester Nirmala, ist am 10. Oktober in Teresas Heimatstadt Skopje eingetroffen. Nach einem Besuch des Geburtshauses will sie weiter zu Papst Johannes Paul reisen, um ihm das Kreuz zu überreichen, welches die Verstorbene bei ihrem Tod am 5. September in ihrer Hand hielt.

China
Der Bischof der katholischen Untergrundkirche in Baoding, Su Zhimin, ist am vergangenen 8. Oktober von der Polizei festgenommen worden. Das gab am 11. Oktober die "Kardinal Kung Foundation" in einer Erklärung bekannt. Zhimin war bereits im Mai 1996 mit anderen Geistlichen und Gläubigen in Donglu verhaftet worden. Damals hatten die Behörden in Zusammenhang mit der Festnahme Zhimins eine Marienkirche zerstört.

China
Katholische Ordensfrauen und Laien der Untergrundkirche in der nordwestlichen Provinz Shaanxi haben jetzt wiederholte Übergriffe durch staatliche Stellen beklagt. In den letzten Monaten war es mehrfach zu Verhaftungen von Mitgliedern der nicht staatlich anerkannten katholischen Kirche gekommen. Auch wurden religiöse Gegenstände beschlagnahmt. Das berichtet jetzt die katholische Nachrichtenagentur in Hong Kong.

Brasilien
Die Regierung hat das Budget, mit dem nächstes Jahr Indianerland gekennzeichnet werden sollte, um rund 80 Prozent reduziert. Diese Maßnahme verursachte einen Aufschrei der Entrüstung unter Indianerexperten. Die Vertreter der kirchlichen Indianerorganisation erinnerten Staatspräsident Fernando Cardoso daran, daß er beim Besuch des Papstes vor zwei Wochen versprochen hatte, die Würde der indianischen Bevölkerung zu wahren.

Bolivien
Am 12. Oktober ist in Cochabamba der marianisch-eucharistische Kongress der Bolivar-Länder zu Ende gegangen. Vor dem theologisch-pastoralen Kongress bedauerte der Vertreter des Papstes bei der Veranstaltung, Kardinal Antonio Maria Javierre, daß bei vielen Eucharistiefeiern die Jugend weitgehend fehle. Sie seien eine Sache von Frauen und vor allem von Witwen geworden. Es sei bedauerlich, daß die Jugend Antwort auf ihre Fragen und Wünche vor allem anderswo suche. Daher gehe die Kirche auf eine schwere Zeit zu.

Kuba
Der argentinische Präsident Carlos Menem hat dem Papst versprochen, sich dafür einzusetzen, daß der kubanische Präsidnet Fidel Castro der Kirche auf Kuba größeren Spielraum gibt. Vor allem solle das Regime die Einreiseerlaubnis für 100 auswärtige Priester geben, die die Kirche von Kuba erbeten hat. Das erklärte Menem im Anschluß an die Papstaudienz vor der Presse. Er deutete an, daß der Papst ihn darum gebeten habe. Menem wird Fidel Castro im November bei der Konferenz der lateinamerikansichen Präsidenten treffen.

Kuba
Chiles katholische Christen planen, anläßlich des Papstbesuches auf Kuba, mehrere Millionen Bibeln und Katechismen an die Gläubigen auf der Zuckerinsel zu verschenken. Das hat jetzt der Erzbischof von Santiago bekanntgegeben. Er hoffe, daß damit neues Leben in die Kubanische Kirche kommen. Die Kosten sollen durch eine Reihe von Benefizaufführungen gedeckt werden.

Vereinigte Staaten
Präsident Bill Clinton hat am 9. Oktober zum zweiten Mal sein Veto gegen ein Gesetz eingelegt, das die Abtreibung in einem späten Stadium der Schwangerschaft verbieten soll. Er begründete sein Vorgehen damit, daß der Kongress es versäumt hätte, bei diesem Gesetz Ausnahmeregelungen zu gestatten. Nach seiner Ansicht müsse es solche Ausnahmen für die Fälle geben, in denen die Gesundheit der Mütter gefährdet sei.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Mittwoch: Roemische Woche: Drogenkonferenz - Italienische Kirche und TV - Ausstellung in Rom: Matisse
Donnerstag: Kreuzfeuer: Kirche wo es kritisch wird
Freitag: Prisma-Magazin: Situation der deutschen Hospize - Katholische Verlage auf der Frankfurter Buchmesse

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr, 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Freitag, 17. Oktober, 19 Uhr

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