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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 4. Oktober bis Dienstag, 7. Oktober 1997

Vatikan

Papst Johannes Paul II hat während eines dreitägigen Aufenthaltes in Brasilien über Wert und die Würde der Familie gesprochen. Es gebe heute heftige Versuche, sie zu zerstören, doch die katholische Kirche werde sich dem widersetzen. Die Familie gehöre zur Schöpfungsordnung und sei ein Grundbaustein jeder Gesellschaft, ohne den diese nicht leben könne. Der Papst sprach auf dem "Zweiten Welttreffen der Familien", das vom 3. bis 5.Oktober in Rio de Janeiro stattfand. An der feierlichen Schlußmesse nahmen zwischen 1,5 und 2 Millionen Gläubige teil.
In seinen Ansprachen geißelte der Papst aber gleichzeitig die soziale Ungerechtigkeit. Elend und Arbeitslosigkeit zerstöre die Familie. Er rief seine Hörer dazu auf, in der Ehe treu zu sein. Liebe und Verantwortung gehörten zusammen.
Zur Vorbereitung des großen Familientreffens fand in Rio auch ein Fachkongress über die Familie statt, an dem 25oo Delegierte aus über 1oo Ländern teilnahmen. In einer "Rio-Erklärung über die Familie" betonten die Kongressteilnehmer, daß die Familie nicht in der Krise sei, wohl aber von vielen Seiten angegriffen werde. Ausdrücklich wurden einige UNO-Einrichtungen genannt, die die Ehe direkt oder indirekt in Frage stellten und untergrüben. Es gebe auch große internationale Organisationen, die ohne politischen Auftrag versuchten, die Familie zu zerstören. Der Kongress drückte seine Überzeugung aus, daß die Familie ein sehr wichtiges Mittel sei, um heutige Probleme zu lösen: Straßenkinder und Drogen, Versorgung der Kinder und der Alten Menschen. Nach Überzeugung der Kongreßteilnehmer ruht die Zukunft auf der Familie. Dies wurde auch vom Papst unterstrichen, der meinte: Der Kampf um die Würde des Menschen sei weitgehend ein Kampf um die Familie. An ihr hänge die Zukunft der Menschheit. Bei einer feierlichen Abendveranstaltung traten rund 12 Familien aus allen Teilen der Welt auf und gaben Zeugnis davon, wie sie schwierige familiäre Situationen aus christlichem Geist überwunden hatten.
Aus Deutschland war ein Mischehepaar mit seinen drei Kindern in Rio, das Zeugnis gab von seinem erfolgreichen Bemühen, durch den Glauben die Kirchenspaltung in ihrer Ehe zu überwinden.

Vatikan
Das naechste Welttreffen der Familien findet im Jahr 2000 in Rom statt. Das kuendigte am 5. Oktober Papst Johannes Paul II. in Rio de Janeiro an. Am Morgen des 6. Oktobers ist der Papst nach Rom zurueckgekehrt. Letzter Termin in Rio war die Verabschiedung auf dem Flughafen.

Vatikan
Der Pressesprecher des Papstes hat eine Presse-Meldung fuer falsch erklaert, wonach der Papst demnaechst von dem deutschen Chirurgen Wolfram Thomas an der Huefte operiert werden soll. Thomas habe den Papst nie besucht, und eine entsprechende Operation sei nie in Betracht gezogen worden. Nach diesem Dimenti liess der Kieler Professor wissen, er habe auch nie davon gesprochen, dass er den Papst operieren werde. Er habe einer Zeitung nur erklaert, er sei dazu bereit, wenn er gefragt werde. Thomas haelt sich derzeit in Rom auf.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat sein Beileid zum Tod von Bernard Yago ausgedrueckt. Der 81jaehrige war emeritierter Erzbischof von Abidjan, wo er am 5. Oktober verstarb. Das Kardinalskollegium hat damit jetzt 147 Mitglieder; 108 davon sind derzeit berechtigt, an einer Papstwahl teilzunehmen.

Österreich
Bei den "3. Mariazeller Europagesprächen" am Wochenende hat Kardinal Franz König dafür plädiert, eine "österreichische Initiative" in Bosnien zu starten. Dadurch könne man den Dialog zwischen Katholiken, Orthodoxen und Muslimen intensivieren. Ohne Mitwirkung der Religionen sei in Bosnien kein echter Friede möglich. Eine Initiative von außen, die das Gespräch zwischen den Religionen belebe, könne viel zum Frieden beitragen, unterstrich Kardinal König.

Schweiz
Die Regierung der Alpenrepublik wird sich mit einer Botschaft an den Vatikan wenden, in der sie ihre Sorge ueber den Konflikt um den Bischof von Chur, Wolfgang Haas, zum Ausdruck bringt. Wie am 6. Oktober bekannt wurde, sei jedoch keine Einmischung in innerkirchliche Angelegenheiten geplant.

Italien
Ein Erdstoss hat am 4. Oktober die Erde in Umbrien erschuettert. Zentrum des Bebens war die Ortschaft Colofiorito bei Assisi. Verletzte, sowie neue Schäden wurden bisher aber nicht gemeldet.
Derweil zeigte sich Papst Johannes Paul II. in einer Grussbotschaft solidarisch mit der Bevoelkerung.
Aufgrund der Erdstoesse wurde die uebliche Messe zum Gedenktag des Heiligen Franziskus am 4. Oktober nicht wie ueblich in der Franziskusbasilika gefeiert, sondern auf dem Platz vor der Kirche Santa Maria degli Angeli.
Ein Erdbeben am 7. Oktober hat weitere Schaeden an der Franziskuskirche verursacht.

Grossbritannien
Die anglikanische Kirche will Ende des Monats untersuchen, wie sie auf den so woertlich "spirituellen Hunger" der Briten antworten kann. Die Idee dazu kam den Oberhirten durch die Massenhysterie nach dem Tod von Prinzessin Diana.

Polen
Eine Magna Charta der oekumenischen Zusammenarbeit in Europa - das plant die Konferenz europaeischer Kirchen zusammen mit dem Rat der katholischen Bischofskonferenzen Europas. Der Plan wurde am 5. Oktober in Tschenstochau bekannt. Danach soll alles, was man gemeinsam tun kann, nur noch gemeinsam geschehen. Alleingänge einer Konfession sollen die Ausnahme werden.

Polen
Polnische und italienische Bischoefe haben am 5. Oktober eine katholische Kirche in Auschwitz eingeweiht. Sie wurde errichtet, um der Opfer der Konzentrationslager zu gedenken. Der Bau wurde von der italienischen Kirche finanziert, um an 40 000 italienische KZ-Opfer zu erinnern.

Bosnien
"Wenn nicht schnell die Landminen im ehemaligen Jugoslawien aufgespürt und beseitigt werden, kehrt das Land in den nächsten Jahrenzehnten nicht zur Normalität zurück. Einen besonderen Anreiz könnte eine Sonderzulage für Soldaten bieten, die den Auftrag haben, diese grausame Kriegsgerät zu entschärfen." Das schlug der amerikanische General David Grange vor. Es sei kein Geheimnis, daß ein besseres Gehalt auch die Arbeitsmoral deutlich anhebe. Grange betonte, daß unter den gegebenen Umständen eine Flüchtlingsrückführung nicht zu verantworten sei.

Bosnien
Die Mißverständnisse der Christen gegenüber dem Islam haben beträchtlich zu den Verfolgungen der Muslime im Balkankrieg beigetragen. Diese Meinung vertrat jetzt Adnan Silajdzic, Professor an der islamisch-wissenschaftlichen Fakultät der Universität Sarajewo, in einem Interview mit einer polnischen Kirchenzeitung. Er betonte dabei weiter, daß Christen und Muslime zur Zeit ähnliche Identitätskrisen durchmachten. Besonders der bosnische Islam müßte dabei seine Form finden, die von den Muslimen akzeptiert und von den europäischen Christen verstanden würde. Vorurteile und Mißverständnisse könnten nur durch den gemeinsamen Dialog überwunden werden.

Türkei
In einem 300 Seiten langen Papier hat sich die Islamistische Wohlfahrtspartei gegen einen Gesetzesantrag gewandt, der ihre Schließung fordert. Die Verteidigungsschrift ging auch in einer Kopie an die höchste richterliche Instanz des Landes. Man könne nicht einfach eine Partei verbieten, die vier Millionen Mitglieder und sechs Millionen Wähler hat. Die Wohlfahrtspartei genieße großes Ansehen in der städtischen und ländlichen Bevölkerung und stelle in den größten türkischen Städten die Bürgermeister, so das Papier.

ehemalige Sowjetunion
Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes sind im kommenden Winter mehr als eine Millionen Menschen in der ehemaligen UdSSR durch Kälte und Hunger akut vom Tod bedroht. Die Temperaturen sinken teilweise auf minus 50 Grad Celsius. Um das Schlimmste zu verhindern, seien fast 16 Millionen Dollar noetig. Am schlimmsten betroffen sind Kinder und ältere Menschen in Weissrusland, Moldavien, der Ukraine und Russland.

Indien
Beim diesjährigen Fest der Hindugöttin Durga hat sich das Veranstaltungskomitee in Kalkutta auch die verstorbene Mutter Teresa gewürdigt. Dabei zeigte ein öffentlich ausgestelltes Keramikrelief die christliche Wohltäterin zusammen mit der Göttin Durga und anderen den Hindus heiligen Figuren.

Philippinen
Die Gefahr durch muslimische Rebellen wird immer stärker. Allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Soldaten der Islamistische Befreiungsfront um fast dreißig Prozent. Auch kleinere Guerillagruppen gewinnen an Macht im Kampf gegen die Regierung in Manila, wie ein Sprecher der militärischen Streitkräfte mitteilte.

Burundi
Tansania
soll nicht laenger der einzige Vermittler bei den anhaltenden Spannungen zwischen Hutis und Tutsis sein. Der burundische Aussenminister Luc Rukingama erklaerte, dass Suedafrika und Mosambik besser zwischen den verfeindeten Parteien fuer Frieden sorgen Koennten. Es sei nicht gut, den gesamten Friedensprozess nur in die Hand eines einzigen Landes zu legen. Den Kaempfen zwischen den Volksgruppen sind in den vergangenen drei Jahren mehr als 250.000 Menschen zum Opfer gefallen.

Honduras
Die neoliberale Wirtschaftspolitik, die internationale Finanzorganisationen den meisten Regierungen Lateinamerikas aufzwingen, verschaerft die Armut. Ausserdem bereitet sie einen Naehrboden fuer Gewalt. Das erklaerten die Bischoefe von Honduras in einem Statement, das am 5. Oktober in Tegucigalpa bekannt wurde. Da facto gebe es im Moment zwei Arten von Wirtschaftspolitik in Lateinamerika: eine gut funktionierende, von der nur eine kleine Schicht profitiert, und eine harte Politik fuer die Masse.

Mexiko
Der emeritierte Erzbischof von Ciudad Juarez hat Spenden von Drogenbossen an die Kirche verteidigt. Man solle dieses Geld nicht deswegen zurueckweisen, weil es womoeglich unredlich verdient sei, erklaerte der Erzbischof gegenueber einer Zeitschrift. Es bedeute eine Strafe fuer die Spender, wenn man ihnen diese Moeglichkeit der Kompensation nehme. Seine Diözese habe allerdings nie solche Drogengeld-Spenden entgegengenommen.

Argentinien
Wenige Tage vor einem Besuch bei Papst Johannes Paul II. im Vatikan hat Präsident Carlos Menem sich hinter die Gesetze seines Landes gestellt, die Abtreibungen verbieten. Der Präsident erklärte, Argentinien stelle sich hinter die Forderungen der Katholischen Kirche, die jedes menschliche Leben als unantastbar erklärt. Man sei daher heute wie schon immer gegen Abtreibung. Menem sprach bei der Einweihung eines Transplantationszentrum. Er lud seine Landsleute ein, ihre Organe freiwillig denen zur Verfüfung zu stellen, die sie nötig haben.

Bolivien
Noch bis Sonntag findet in Cochabamba ein marianischer eucharistischer Kongreß statt. Themenschwerpunkt ist die Evangelisierung und die Erneuerung der katholischen Kirche in Lateinamerika, je nach den nationalen Besonderheiten. Es sollen auch Wege gesucht werden, um in der Gesellschaft zu Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden zu kommen. Zur Eröffnung waren über 40000 Gläubig gekommen, etwa aus Brasilien, Chile, Mexiko, Panama und Peru. Auch Mitglieder anderer christlicher Kirchen nehmen an den Begegnungen und dem anschließenden theologischen Symposion in Bolivien teil.

Kuba
Bei seiner Reise auf die Zuckerinsel im kommenden Januar wird Papst Johannes Paul II. fuenf verschiedene Orte besuchen. Das erklaerte jetzt der Kardinal von Havana, Jaime Ortega. Wie die Nachrichtenagentur der vatikanischen Missionskongregation berichtete, wuchs nach Angaben von Glaeubigen indessen der Druck auf die Bevoelkerung, die Papstvisite zum Scheitern zu bringen. Infolge einer Spaltung innerhalb der kommunistischen Partei werden einerseits Genehmigungen fuer die geplanten Papstvisiten erteilt. Andererseits soll es in Fabriken zu Entlassungsdrohungen gekommen sein, für die, die an den Messen teilnehmen moechten.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Mittwoch:
Roemische Woche: Rotary-Kirche, Film ueber Schweizer Garde
Donnerstag: Kreuz des Suedens
Freitag: Prisma-Magazin: Situation der Hospize in Deutschland

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
Anne Granda
Redaktion dieser Ausgabe: Burkhard Bartsch
Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44
Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Freitag, 10. Oktober, 19 Uhr

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