Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 1. Oktober bis Freitag, 3. Oktober 1997

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat an die Terroristen in Algerien und in Kongo-Brazzaville appelliert, den Weg der Gewalt zu verlassen. Bei der Generalaudienz am 1. Oktober auf dem Petersplatz sagte der Papst vor mehreren tausend Menschen, er bete für die gemarterte Bevölkerung Algeriens. Es möge gelingen, die grausame Kette der Gewalt zu durchbrechen und die unzähligen Wunden zu heilen. Gleichzeitig rief Papst Johannes Paul II. zum Gebet für Kongo-Brazzaville auf und beklagte den ausbleibenden Erfolg der internationalen Friedensbemühungen in dem afrikanischen Land. Die kriegsführenden Parteien rief er zu einem raschen Waffenstillstand und zu Verhandlungen auf.

Papstreise nach Brasilien
Am Abend des 2. Oktober ist Papst Johannes Paul II. in Rio de Janeiro gelandet. Er wurde auf dem Flughafen von den höchsten Vertretern von Staat und Kirche herzlich begruesst. Schon in seiner ersten Rede gleich nach der Landung nannte der Besucher aus dem Vatikan ausdrücklich die Randgruppen der brasilianischen Gesellschaft, die besondere Beachtung verdienten: die Strassenkinder und die Afro-Brasilianer. Papst Johannes Paul II. unterstrich in seiner Begruessungsrede, daß der christliche Glaube große Bedeutung für das soziale Leben hat.

Österreich
Weihbischof Helmut Krätzl hat in einem Schreiben an den Präsidenten der Israelischen Kultusgemeinde, Paul Grosz, an die Mitverantwortung der Kirche für die Shoa erinnert. Dabei begrüßte er die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus in der Kirche. Krätzl zitierte ein Wort von Papst Johannes Paul: "Die Identität der Christen ist vom Alten Testament nicht trennbar. Sie dürfen nicht zulassen, daß die Juden verachtet werden."

Österreich
Das "Nein" des Papstes zur Frauenpriesterweihe sollte nicht einfach als "überholt" abgetan werden. Dafür hat sich jetzt der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn ausgesprochen. In der neuesten Ausgabe der "Kirchenzeitung" forderte er dazu auf, dieses "Nein" als wichtige Anfrage an unsere Zeit ernsthaft zu bedenken.

Schweiz
Nach der reformierten Kirche des Kantons Luzern will jetzt auch der Synodalrat der Reformierten des Kantons Bern homosexuellen Lebensgemeinschaften seinen Segen geben. Wie der "Berner reformierte Pressedient" dazu bekanntgab, soll einer endgültigen Entscheidung über die Trauung Homosexueller ein Referendum aller Kirchenmitglieder vorausgehen.

Italien
Seit dem 2. Oktober haben wieder mehrere Erdstöße die Toskana und die Marken erschüttert. Der bislang schwerste erfolgte am 3. Oktober gegen 11 Uhr, mit einem Wert von 4,2 auf der Richterskala. Eine Frau starb in Foligno durch einen Herzinfarkt. Es kam auch zu neuen Schäden an der Franziskuskirche in Assisi.

Italien
Die Europäische Union hilft mit einer Sonderspende von umgerechnet rund 200.000 Mark zum Wiederaufbau der Franziskusbasilika in Assisi. Das hat der Kulturbeauftragte der Union am 1. Oktober in Brüssel mitgeteilt. Die Spende stammt aus dem Kulturfond der EU.

Republik Irland
Am Dubliner Priesterseminar hat sich für das neue Studienjahr zum ersten Mal kein einziger Kandidat angemeldet. Da man aber für die rund 200 Pfarreien der Erzdiözese 800 Priester benötigt, werden die aus Altersgründen ausscheidenden bereits häufig mit jungen afrikanischen Amtsbrüdern ersetzt.

Polen
Die katholische Kirche wünscht, dass auch die ehemaligen Kommunisten am heutigen politischen Leben teilnehmen können und nicht ausgeschlossen werden. In diesem Sinne hat sich am 1. Oktober der Sekretär der polnischen Bischofskonferenz ausgesprochen. Er reagierte damit auf Wuensche der rechten Parteien, die den Ausschluss der Alt-Kommunisten aus dem Parlament gefordert hatten.

Polen
Bei der 27. Jahresversammlung der Europäischen Bischofskonferenz in Tschenstochau stehen besonders drei Themen auf der Tagesordnung: Die Ökumene, die Evangelisierung angesichts der pluralistischen Gesellschaft und die Vorbereitungen für die Sondersynode der europäischen Bischöfe 1999. Die Bischöfe aus 34 Ländern befassen sich noch bis zum 5. Oktober mit den Ergebnissen der großen Ökumenischen Konferenz, die im Juni in Graz stattgefunden hatte.

Ungarn
In Alsopahok hat ein erstes Treffen von Pastoraltheologen aus acht ehemals kommunistischen Ländern stattgefunden. Den Ehrenschutz hatte dabei Bischof Paul Iby, der in der österreichischen Bischofskonferenz für Ostmitteleurora zuständig ist. Zentrales Thema war die Entwicklung eigenständiger Konzepte der Pastoraltheologie, um einen gleichberechtigten Dialog zwischen Ost und West ermöglichen zu können.

Rumänien
Konflikt in der rumänisch-orthodoxen Kirche: Am 30. September haben mehrere Mitglieder des heiligen Synods den Verantwortlichen der rumänischen Orthodoxie schwere Vorwürfe wegen ihres Verhaltens unter den Kommunisten gemacht. Der junge Parlamentsabgeordnete Joan Moisin legte eine Liste mit Namen von hochrangigen orthodoxen Kirchenführern vor, die aktiv mit den Kommunisten zusammengearbeitet haben sollen. Der stärkste Vorwurf lautete, sie hätten sogar mit dem gefürchteten Geheimdienst Securitate kollaboriert.

Rußland
Eine vor zwei Wochen in Sankt Petersburg aufgefundene Männerleiche konnte jetzt als die strebliche Hülle des russisch orthodoxen Priesters Alexander Zharkov, identifiziert werden. Der Leichnam weist zwei Schußwunden auf. Die Ortskirche hat sich bisher jeglichen Kommentars enthalten. Die Polizei denkt an eine Vergeltungstat. Zharkov war Priester an einer Kirche am Stadtrand, deren Baupreis zu begleichen sich die Kirchenleitung bisher geweigert hatte. Seither hält die Baufirma das Gotteshaus durch ihre eigenen Leute besetzt.

Israel
Am 2. Oktober hat man in Israel das Fest "Rosch Haschana", den jüdischen Neujahrstag gefeiert. Damit beginnt das Jahr 5758. Gemeinsam mit dem Versöhnungstag "Jom Kippur" zehn Tage später grenzt "Rosch Haschana" die Jahreswende ein. In dieser Zeit stehen Umkehr, Buße und Neuanfang im Mittelpunkt der Gottesdienste.

Pakistan
Gegen die Eröffnung neuer sogenannter Anti-Terrorismus-Gerichte haben sich neben christlichen Bewegungen auch zahlreiche Menschenrechtler ausgesprochen. Der Protest begann, nachdem bekannt wurde, daß vor diesen Gerichten zugleich alle Prozesse wegen Verletzung des Blasphämie-Gesetzes stattfinden sollen.

Singapur
Ein Internationaler Charismatischer Kongreß findet vom 7. bis zum 9. November im Singapurer Sankt Josef Institut statt. Von den rund 800 Teilnehmern kommt etwa die Hälfte aus dem Ausland. Hauptzelebrant des Eröffnungsgottesdienstes ist der Erzbischof von Singapur, Gregory Yong Sooi Nghean.

Japan
Der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission für internationale Zusammenarbeit, Erzbischof Leo Jun Ikenaga, hat anläßlich des diesjährigen Welttages der Migranten zu mehr Verständnis für Ausländer aufgerufen. Dabei wies er darauf hin, daß die japanischen Kirchengemeinden fast zu 50% aus Einwanderern und Gastarbeitern bestünden. Von den 825.000 Katholiken seien 390.000 Ausländer.

Sudan
Die islamische Universität in Kartoum hat jetzt allen Zeitungen und Zeitschriften verboten, Horoskope und ähnliches abzudrucken. Wer gegen das Verbot verstößt, muß mit einer Fatwa, also einer Verfolgung aus religiösen Gründen rechnen. Beobachter gehen davon aus, daß das Verbot die Reaktion auf entsprechende Unternehmen der Medien ist.

Brasilien
Die Kirche Lateinamerikas verurteilt die Globalisierung von Politik und Wirtschaft. Sie verursache die Armut von sehr vielen Menschen. Der Rat der Bischofskonferenzen des Kontinents bedauerte bei seiner Sitzung in Rio de Janeiro vor allem den Druck von Weltbank und Währungsfonds auf die ärmeren Länder.

Brasilien
Am 1. Oktober hat der Vorsitzende des Rates der Bischofskonferenzen Lateinamerikas den USA vorgeworfen, sie zwängen die Staaten der Südhälfte des Kontinents die Abtreibung zu fördern. Erzbischof Oskar Andres Rodriguez warf Washington vor, es habe nur Angst vor illegalen Einwanderern und Drogenhändlern. In den USA werde darüber hinaus die These verbreitet, Lateinamerika sei deswegen arm, weil es bevölkerungsreich sei.

Honduras
Die Regierung hat in den letzten Wochen mehrere hundert Prediger der Mun-Sekte des Landes verwiesen. Die Nachrichtenagentur efe nannte am 29. September die Zahl von 400 Sektenmitgliedern; die meisten seien Asiaten. Als Begründung gibt die Regierung an, die Mun-Aktivisten seien mit einem Touristen-Visum eingereist, beschränkten sich aber nicht auf touristische Aktivitäten.

Peru
Die Regierung Fujimori will demnächst ihre sogenannten "Geheimen Gerichtshöfe" schließen, da sich diese unter den herrschenden Bedingungen als nutzlos erwiesen hätten. Wie dazu Justizminister Alfredo Correa vor Journalisten betonte, hätten die Gerichte zwar Tausende von linken Guerrillieri verurteilt, aber zugleich auch Hunderte von Unschuldigen hinter Gitter gebracht.

Vereinigte Staaten
"Gott liebt niemanden weniger, weil er oder sie homosexuell ist." Diese Botschaft verkündeten die katholischen Bischöfe in den USA in einem Hirtenbrief. Außerdem heißt es darin: "Gott liebt jede Person als einzigartiges Individuum." Die Bischöfe riefen die Eltern homosexueller Kinder dazu auf, für ihre Kinder eine Stütze zu sein, um so einer häufigen gesellschaftlichen Ausgrenzung entgegenzuwirken.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag: Mit dem Papst in Brasilien
Sonntag: Mit dem Papst in Brasilien
Montag: Weltkirchenmagazin
Dienstag: Radioakademie: Eugen Biser, München Wege zur Überwindung der Glaubenskrise

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Dienstag, 7. Oktober, 19 Uhr

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