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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 27. September bis Dienstag, 30. September 1997

 

Vatikan
Die Unstimmigkeiten zwischen dem Vatikan und dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel scheinen ausgeräumt zu sein. Eine hochrangige vatikanische Delegation unter der Führung von Kardinal Edward Cassidy wird Ende November nach Istanbul reisen. Sie werden am diesjährigen "Andreasfest" in aller Form teilnehmen, obwohl das ökumenische Patriarchat zum Fest Peter und Paul nicht wie üblich eine Delegation geschickt hatte. Wie kirchliche Kreise betonen, bedeutet diese Zusage, daß die Meinungsunterschiede in zäher diplomatischer Kleinarbeit ausgeräumt werden konnten.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat in seiner Predigt beim Abschlußgottesdienst des 23. Eucharistischen Kongresses in Bologna an die andauernde Unterdrückung der Kirche in einigen Ländern der Welt erinnert. Auch verwies er auf die großen Tragödien des zu Ende gehenden Jahrhunderts und auf die fortdauernde Praxis der Abtreibung. Am Abend des 27. September hatte Papst Johannes Paul II. Bob Dylan, Adriano Celentano, Luciiio Dalla und anderen Größen der modernen Musikszene zugehört.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat in den früheren Sowjetrepubliken Turkmenistan, Tadschikistan und Usbekistan jeweils eigene katholische Kirchenbezirke eingerichtet. Diese sind jetzt aus dem Gebiet der Apostolischen Administratur von Kasachstan ausgegliedert.

Italien
Papst Johannes Paul II. ist tief erschüttert über die Erdbeben in Mittelitalien. Das sagte er am 27. September zu Beginn seines Kurzbesuches in Bologna. Im Geist sei er allen nahe, die Angehörige verloren hätten oder über Nacht obdachlos geworden seien, so Papst Johannes Paul II. Der Papst äußerte auch Bedauern über die schweren Beschädigungen der Oberkirche von San Francesco in Assisi.

Deutschland
Der Bundesrat hat am 26. September die Regierung um Bundeskanzler Helmut Kohl aufgefordert, nach Wegen zu suchen, die Scientology-Sekte in Deutschland zu verbieten. Bislang stand die Sekte nur unter "nationaler Beobachtung". Ein Vorschlag ist, der Organisation den Status als "gesetzlich anerkannte Vereinigung" zu verwehren.
Nach Angaben von Parlamentariern, ist die Sekte eine Gefahr für die Demokratie des Landes.
Für Ende Oktober plant Scientology einen Kongreß in Berlin. Dazu sind auch Prominente aus den USA und Vertreter anderer Sekten eingeladen.

Österreich
Ab dem 28. September hat in Wien die Generalversammlung der Internationalen Atom-Energiebehörde stattgefunden. Zur Feier des vierzigjährigen Bestehens reiste auch Erzbischof Jean-Louis Tauran, im Vatikan für die Beziehungen zu Staaten und internationalen Organisationen zuständig, nach Wien. Er gab am 29. September eine Erklärung des Heiligen Stuhls ab.

Italien
In Assisi beginnen Restauratoren inzwischen eine erste Schadensbilanz der Erdbeben zu ziehen. Einige der Zerstörungen in San Francesco werden jetzt schon als nicht wieder gut zu machen eingeschätzt. Der Chefrestaurator aus Florenz beschrieb seinen Eindruck: Es sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Dabei wurden Fresken zerstört, die der Schule von Giotto zugerechnet werden und zwar die vier Kirchenlehrer der Lateinischen Kirche.
Ebenfalls zerstört: Ein Werk von Cimabue.
Sehr erfreulich dagegen, die berühmtesten Gemälde von Giotto an den Seitenwänden sind offenbar nicht zerstört worden. Die weltbekannten Szenen aus dem Leben des Heiligen Franziskus, wie er mit den Vögeln spricht, oder zu Bruder Sonne oder Schwester Mond, sind also erhalten. Nur von einigen Rissen ist die Rede.

Frankreich
Die katholischen Bischöfe haben am 30. September ein Schuldbekenntnis veröffentlicht. Es betrifft das kirchliche Schweigen zur Judenverfolgung in Frankreich während der deutschen Besatzung, Anfang der 40er Jahre. Darin steht, daß das Schweigen der Kirche ein schwerer Fehler gewesen sei.

Frankreich
Die kleine Heilige Theresia von Lisieux ist eine große Hilfe vor allem für junge Frauen von heute. Diese These hat am 30. September - an ihrem 100.Todestag - der französische Kurienkardinal Paul Poupard gegenüber Radio Vatikan vertreten. Er hält sich zur Hundertjahrfeier im Namen des Papstes in Lisieux auf. Theresia habe die verschiedensten Prüfungen bestanden, vor allem auch im geistigen Bereich. Gerade daher sei sie für die vielfach geprüfte Jugend von heute ein besonderes Vorbild, insbesondere für die weibliche Jugend.

Republik Irland
Alle vier Kandidatinnen für die am 30. Oktober stattfindenden Präsidentschaftswahlen sind katholische Frauen. Die rund zweieinhalb Millionen irischen Wähler können dabei wischen Dana Scallon, Adi Roche, Mary MacAleese und Mary Benotti wählen. Jede von ihnen hofft, mit der Wahl die bisherige Präsidentin, Mary Robinson, abzulösen.

Griechenland
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios, ist zum Schluß seiner Schwarzmeer-Kreuzfahrt in Saloniki eingetroffen. Dort trifft er sich mit vier orthodoxen Patriarchen - mit Elias aus Georgien, Teoctist aus Rumänien, Maximos aus Bulgarien, Palve aus Serbien - und dem Oberhaupt der albanischen Orthodoxie, Erzbischof Anasthasios. Gemeinsam beraten sie sich zum "Panorthodoxen Konzil". Dieses Treffen aller orthodoxen Kirchen soll um das Jahr 2000 auf der griechischen Insel Patmos stattfinden. Genaueres will man auf der jetzigen Konferenz klären. Auch ein genauer Themenkatalog steht für dieses Konzil noch nicht fest.

Bulgarien
Die deutschen Behörden haben zahlreiche Stasi-Akten aus der ehemaligen DDR nach Italien verschickt. Das gab am 27. September ein Sprecher des bulgarischen Innenministeriums bekannt. Die Unterlagen enthalten neue Elemente zur Aufklärung des Papstattentates von 1981.

Bosnien-Herzegowina
Bei einem Festakt in Mostar sind am 30. September die ersten Trümmer der weltberühmten Brücke aus dem Fluß Neretva geborgen worden. Die Brücke, die 1993 zerstört worden war, soll als Symbol der Aussöhnung wieder aufgebaut werden. Kroatische Vertreter waren nicht unter den Ehrengästen.

Rußland
Ein orthodoxer Priester, der für seine ökumenischen Kontakte zur katholischen Kirche bekannt war, ist in Moskau ermordet worden. Das berichtet die russische Presse vom 26. September. Die genauen Motive für den Mord sind aber noch unklar.

Rußland
Mit Hilfe des neuen Religionsgesetzes will jetzt auch die russische Regierung gegen die Scientology-Organisation vorgehen. Ein Vertreter der Polizei in Moskau bezeichnete die Sekte als "soziale Gefahr" und "schädlich für die Gesellschaft."

Israel
Am Rande der UNO-Vollversammlung in New York haben Israel und Bosnien diplomatische Beziehungen aufgenommen. Die Außenminister beider Länder, David Levy und Jadranko Prljic, erklärten: "Wir sind beide kleine Länder, mit einem hohen muslimischen Anteil an der Bevölkerung."
Vor kurzem hatte auch schon Kroatien Kontakte zu Israel aufgenommen.

Jordanien
König Hussein hat sich am 29. September gegen jede Art von Terrorismus in seinem Land ausgesprochen. "Wir werden nicht erlauben, daß Jordanien Plattform wird für welche gewalttätigen Aktionen auch immer.", so Hussein am 29. September wörtlich in einer Tageszeitung. Diese Stellungnahme des Königs erfolgte, nachdem sich letzte Woche zwei bisher ungeklärte Angriffe auf die israelische Botschaft und einen Hamasvertreter ereignet hatten.

Syrien
Die Regierung des Landes hält Friedensverhandlungen mit Israel für ausgeschlossen. In einem am 29. September von der Tageszeitung "Al Baath" veröffentlichten Artikel wird jeder Versuch, Verhandlungen mit Israel aufzunehmen als ein" Selbstmordversuch", der nur zur Katastrophe führen kann, bezeichnet.

Sri Lanka
Am 30. September haben in Colombo mehrere hundert buddhistische Mönche gegen Aussagen des Medienministers, Mangala Samaraweera, protestiert. Er hatte sich abfällig über einen Bericht einer Mönchskommission geäußert. In diesem hatten buddhistische und singalesische Mönche Pläne der Regierung kritisiert, den Minderheiten im Land mehr Selbstbestimmungsrechte zu übertragen. Diese Pläne lassen das Land auseinanderbrechen, heißt es in dem Bericht.

Kongo
Die UNO-Kommission zur Untersuchung der Massaker an Hutu-Flüchtlingen sitzt immer noch in Kinshasa fest. Der Innenminister des neuen Regimes verweigerte ihr am 27. September erneut die Einreise in die Mbandaka-Region im Norden, wo die Massaker stattfanden.

Brasilien
Mit einem katholischen Rock- und Gospelkonzert am Strand von Rio de Janeiro konnten die Verantwortlichen zeigen, daß "die katholische Kirche "cool" und kein alter Hut ist." So formulierte es ein junger Priester. Zu dem Festival kamen am 28. September tausende Jugendlicher und feierten den bevorstehenden Besuch von Papst Johannes Paul. Den Abschluß bildete ein feierlicher Gottesdienst.

Brasilien
Nach Ansicht mehrerer brasilianischer Sektenführer kann auch der Besuch Papst Johannes Pauls des II. in Rio De Janeiro den Fluß der Menschen nicht stoppen, die derzeit der Kirche in Brasilien den Rücken kehren. Für den Sektenprediger Bezerra de Costa sind die Tage der katholischen Vorherrschaft in Brasilien gezählt. Bis zum Jahr 2010 werde die Hälfte der Bevölkerung anderen Glaubensgemeinschaften angehören.

Kuba
Das Besuchsprogramm von Papst Johannes Paul II. auf der Zuckerinsel Anfang nächsten Jahres ist jetzt bekanntgegeben worden. Kardinal Jaime Ortega kündigte am 28. September an, daß Johannes Paul während seiner fünftägigen Reise in vier kubanischen Städten eine Messe feiern würde. Der Höhepunkt der Reise werde aber der Besuch des Papst in El Cobre sein. Dort wird das Kirchenoberhaupt die Patronin des Landes, die Jungfrau der Barmherzigkeit, durch eine symbolische Krönung ehren.

Mexiko
Die Kirche bestreitet, von zwei bekannten Drogenhändlern Geldspenden erhaltenzu haben. Das Innenministerium hatte die Kirche aufgefordert, solche eventuellen Spenden offenzulegen, und mit dem Staatsanwalt gedroht.

Vereinigte Staaten
Am 28. September ist in New York - nach siebeneinhalb Jahren - ein weiterer Lesezyklus des Talmuds, zu Ende gegangen. Der Umfang des Buches beträgt 2.711 Blätter; an jedem Tag war eine Doppelseite gelesen worden. Juden weltweit feierten dieses Ereignis, das seit 1923 den 10. Lesedurchgang beendete.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Mittwoch: Römische Woche - Ordensleute unter 30, Fußball im Vatikan, Rotary-Kirche für den Papst
Donnerstag: Jugendmagazin
Freitag: Mit dem Papst in Brasilien

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
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Redaktion dieser Ausgabe: Burkhard Bartsch
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Freitag, 3. Oktober 1997, 19 Uhr

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