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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 24. September bis Freitag, 26. September 1997

Vatikan
Das endgültig verabschiedete neue Religionsgesetz in Rußland hat auch seitens des Vatikan erneut Kritik hervorgerufen. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, bezeichnete es jetzt als Maßnahme, die die Situation der katholischen Kirche im Land verkompliziere. Es sei darüber hinaus ein Hindernis im Dialog zwischen Katholiken und Orthodoxen. Gleichzeitig betonte Ratzinger den ungebrochenen Willen des Vatikan, den Dialog fortzusetzen.

Vatikan
Am 26. September 1897, vor 100 Jahren, wurde Giovanni Battista Montini , der spätere Papst Paul VI. in der norditalienischen Gemeinde Concesio bei Brescia, geboren. Paul VI. dessen Pontifikat von 1963 bis 1978 dauerte, führte zugleich das von seinem Vorgänger Johannes XXIII. einberufene Zweite Vatikanische Konzil zu Ende. Neben mehreren Veranstaltungen die in diesen Tagen stattfinden, wird Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano am kommenden Sonntag in der Peterskirche in Rom einen Gedächtnisgottesdienst für Paul VI. feiern.

Österreich
In die Tagung Ende Oktober im Vatikan, zur Erklärung der Mitschuld der Kirche am Holocaust, werden von jüdischer Seite hohe Erwartungen gesetzt. Bei einem Symposium in Wien sagte auch die stellvertretende Vorsitzende des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich, Oberin Christine Gleixner. "Es ist dringend notwendig, daß die Kirche die bis ins Unbewußte gedrungene Schuld beim Namen nennt."

Österreich
Vom 30. September bis zum 6. Oktober wird der Salzburger Erzbischof Georg Eder nach Moskau reisen. Dort wird er mit verschiedenen Vertretern der Orthodoxie und dem Apostolischen Administrator für den europäischen Teil Rußlands, Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz, zusammenkommen. Wichtiger Bestandteil der Reise wird auch der Besuch von kirchlichen Sozialeinrichtungen sein.

Österreich
Pilger aus ganz Europa werden am 4. und 5. Oktober der Seligsprechung von Marcel Callo vor 10 Jahren gedenken. Der Jugendaktivist aus dem französischen Rennes war von den Nazis zu Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert und dann in den Konzentrationslagern Flossenbürg, Mauthausen und Gusen zu Tode gefoltert worden. An diesen Leidensorten wollen unter anderen die Diözese Linz, das Erzbistum Rennes und Pax Christi Deutschland Marcel Callo gedenken. Seine Seligsprechung erinnere heute stellvertretend an die ungezählten Opfer von Deportation und Zwangsarbeit. Gleichzeitig sei Callo zum Symbol von Versöhnung und Freundschaft geworden.

Frankreich
Mehrere 100.000 Pilger aus aller Welt werden am kommenden Wochenende im nordfranzösischen Wallfahrtsort Lisieux erwartet. Dort beginnen am Samstag dem 27. September die Feierlichkeiten zum 100. Todestag der "Kleinen heiligen Theresia" mit einer Reliquienprozession. Den Abschluß der Festwoche bildet die Weihe der Diözese Bayeux-Lisieux an die Hl. Theresia am Sonntag dem 5. Oktober. Am 19. Oktober, dem diesjährigen Weltmissionssonntag, wird Papst Johannes Paul II. Theresia von Lisieux, seit 1927 Patronin der Missionen, in Rom zur Kirchenlehrerin erklären.

Italien
Zwei schwere Erdstöße haben am 26. September acht Menschen das Leben gekostet. In der Basilika San Francesco in Assisi stürzte ein Teil des Gewölbes ein; dabei wurden unschätzbare mittelalterliche Fresken von Giotto und Cimabue schwer beschädigt. Unter den Toten sind auch zwei Franziskaner. Das Epi-Zentrum der Beben lag beide Male in der Nähe von Foligno, etwa 150 km nordöstlich von Rom. 2000 Personen wurden durch die Erdstöße obdachlos.

Polen
Die Reise des Papstes in seine Heimat drei Monate vor den Parlamentswahlen hat den Ausgang des Urnengangs nachhaltig beeinflußt. Diese Meinung vertrat der Sekretär der polnischen Bischofskonferenz, Tadeusz Pieronek, am 24. September nach Abschluß der Sitzung des ständigen Rates gegenüber der Presse. Der Papst habe gezeigt, daß man auch ruhig über kontroverse politische Themen sprechen könne, ohne verletzend zu sein.

Israel
Am 24. September sind in Bethlehem der tschechische Präsident Vaclav Havel und Palestinenser-Führer Yasser Arafat zusammengetroffen. Havel äußerte seine Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten. Außerdem wurden wirtschaftliche Kontakte geknüpft. Tschechien hat bisher drei Millionen Dollar für Entwicklungsprojekte in den Autonomiegebieten zur Verfügung gestellt.

Pakistan
In dem asiatischen Land sind Anfang September zwei Christen und ein Hindu mit Kulturpreisen ausgezeichnet worden. Die Auszeichnungen wurden von der Regierung vergeben, um kulturelle Minderheiten im Land zu fördern. Es wurden nicht nur die Leistungen der Künstler auf dem Gebiet der Literatur und bildenden Kunst anerkannt, sondern auch ihre Verdienste auf den Gebieten der Bildung, Medizin und sozialen Gerechtigkeit.

China
Christen in Hongkong haben anläßlich der Tagung der Weltbank und des internationalen Währungsfonds deren Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut in Entwicklungsländern kritisiert. "Christen müssen sich für die Armen einsetzen", sagte am 23. September ein Sprecher der Universität für Religion und Philosophie in Hongkong. "Die Projekte von Weltbank und Währungsfond bewirken oft genau das Gegenteil ihrer Ziele."

Japan
Kardinal Peter Seiichi Shirayanagi aus Tokyo hat bei einer Messe in den Niederlanden, um Verzeihung für die Verbrechen seines Landes im zweiten Weltkrieg gebeten. Japan hatte 1940 Indonesien besetzt, das damals eine niederländische Kolonie war.

Indonesien
Missionierung und Evangelisierung
sollten sich nach Meinung der indonesischen Katholiken vorerst auf bereits bestehende Gemeinden konzentrieren. Dies betonten verschiedene Gruppen bei einem nationalen Kongreß vor zwei Wochen. Missionierung sei nur sehr schwer möglich, vor allem wegen des Widerstandes durch Islamisten. Außerdem sei eine Festigung der inneren Strukturen sinnvoll.

Saudi Arabien
Die Religionsfreiheit von nichtmoslemischen Gläubigen wird respektiert. Dies versicherte der stellvertretende Regierungschef von Saudi Arabien Prinz Sultan Abdulla Asis Al Saud in einem am 24. September veröffentlichten Zeitungsinterview. Das islamische Recht, die Scharia, hindere die Angehörigen monotheistischer Religionen nicht daran, ihren Glauben auszuüben. Allerdings müsse die Religionsausübung im privaten Bereich stattfinden.

Ägypten
Die fundamentalistische Al-Gamma-Bewegung, der die Ermordung von 26 Polizisten sowie die Vorbereitung eines Regierungssturzes zur Last gelegt wird, hat ihren politischen Gegnern zum zweiten Mal einen Waffenstillstand angeboten. Das erste Friedensangebot hatten die zuständigen Kairoer Behörden mit dem Hinweis abgelehnt, Al-Gamma wolle ihren angeklagten Mitgliedern nur zu leichteren Urteilen verhelfen. Einer der geistigen Väter der Fundamentalistenbewegung ist der in den USA inhaftierte, blinde Scheich Omar Abdel Rahman.

Kamerun
Die Menschenrechtslage unter Präsident Paul Biya wird immer schlechter. Darauf weist Amnesty International in einem Bericht hin, der jetzt in London veröffentlicht wurde. Angriffe, Schikanen und Folter häuften sich, betroffen seien vor allem Oppositionsführer, Journalisten und Studenten. Amnesty fürchtet, daß der Terror vor den Wahlen Mitte Oktober eher noch schlimmer wird.

Ruanda
Nach Angaben "Washington Post" vom 23. September hätte der Völkermord in dem zentralafrikanischen Land 1994 verhindert werden können. Den Vereinten Nationen in New York hatten genaue Pläne über das Vorhaben der Hutu-Regierung zu den Massakern an der Tutsi-Minderheit vorgelegen, so die Zeitung.

Südafrika
Die 11. Vollversammlung der Bischofskonferenzen Afrikas und Madagaskars SECAM, findet in diesen Tagen in Midrand bei Johannesburg statt. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen die Familienpastoral in Afrika sowie die künftige Organisation innerhalb der SECAM. Ein Grußtelegramm des Papstes wurde zu Beginn der Vollversammlung vom Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Josef Tomko, verlesen.

Brasilien
Der Erzbischof von Rio de Janeiro, Kardinal Eugenio de Sales, ist gegen ein mögliches Treffen des Papstes mit Vertretern der Landlosenbewegung. Das berichtet die Presse von Rio. Johannes Paul wird dort Anfang Oktober am Weltfamilientag teilnehmen. Die Vorbereitungen dazu werden allerdings von Versuchen überlagert, den Papst während seiner geplanten Reise mit der schwierigen sozialen Wirklichkeit Brasiliens zu konfrontieren. Immer wieder halten Kirchenvertreter dagegen - mit dem Argument, der Papstbesuch gelte in erster Linie nicht dem Land, sondern dem Familientag.

Bolivien
Vor Anzeichen einer Wiederaufrüstung in Lateinamerika haben die bolivianischen Bischöfe gewarnt. Es sei beunruhigend zu sehen, wie auf der einen Seite Waffen gekauft würden, während auf der anderen Seite das Geld für soziale Programme fehle. Das schreiben die Bischöfe in einem Hirtenwort vom 25. September am Rand des Eucharistischen Kongresses von Cochabamba.

Vereinigte Staaten
Im US-Bundesstaat Colorado hat eine Gruppe von Atheisten die Entfernung eines sechs Meter hohen Papst-Denkmales aus einem Park verlangt. Das zur Erinnerung an den Besuch von Johannes Paul in Denver 1993 errichtete Denkmal sei anstoßerregend, heißt es in der Klageschrift. Zeitungsangaben vom 24. September zufolge, beschwere sich die Klägerin, Julie Wells, daß für den Bau und Unterhalt des Denkmals Steuergelder verwendet worden seien.

Vereinigte Staaten
Das neue verschärfte Einwanderergesetz der USA soll am kommenden 1. Oktober in Kraft treten. Im Hinblick auf die zu erwartenden Massenabschiebungen hat sich der Erzbischof von Washington, Kardinal James Hickey, mit mehreren für das Gesetz verantwortlichen Politikern in Verbindung gesetzt. Er will versuchen, das Schicksal der von Abschiebung bedrohten Asylbewerber zu erleichtern. Sein Amtskollege, Bischof Thomas Daily von Brooklyn, bezeichnete das Einwanderungsgesetz schlechthin als eine neue Art der Diskriminierung.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag:
Wochenkommentar und Betrachtung zum Sonntag
Sonntag: Aktenzeichen mit Aldo Parmeggiani - Innokentij Veniaminov, Vom Alaskamissionar zum Metropoliten von Moskau
Montag: Weltkirchen-Magazin
Dienstag: Betrachtungen zum Rosenkranzmonat mit Matthias Kopp

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
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Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Dienstag, 30. September 1997, 19 Uhr

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