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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 20. September bis Dienstag, 23. September 1997

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 22. September alle Verantwortlichen im Nahen Osten aufgerufen, den Friedensprozess weiter voranzutreiben. Bei einem Empfang hochrangiger Vertreter der palästinensischen Autonomieregierung in Castelgandolfo sagte er: "Gott selbst ist es, der jeden Einzelnen nach seinem Einsatz für Brüderlichkeit, Dialog, Ausdauer und Frieden fragt."

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 22. September den Erzbischof von Pamplona sowie drei weitere spanische Bischöfe in Audienz empfangen. Sie gehören zur ersten Abordnung von Kirchenführern aus etwa 70 Diözesen, die in den nächsten Tagen zu ihrem Ad-Limina-Besuch nach Rom kommen. Ueber den Inhalt der Gespraeche wurde nichts bekannt.

Deutschland
Zur Woche des "Auslaendischen Mitbuergers" haben die Kirchen die Regierungen in Europa aufgefordert, den Kontinent nicht nach aussen abzuschotten. Wichtig sei der Erhalt einer Wertegemeinschaft, heisst es in einem am 23. September vorgelegten Kirchenwort.

Frankreich
Die Regierung in Paris hat Tansania aufgefordert, weiter nach einer Verhandlungsloesung fuer den Konflikt in Burundi zu suchen. Das erklaerte der franzoesische Aussenminister am 19. September nach einem Gespräch mit dem tansanischen Ministerpräsidenten in Paris.

Türkei
Der Leiter des staatlichen Religionsamtes, Mehmet Nuri Yilmaz hat am 20. September die These zurückgewiesen, der Koran erlaube den Ehemännnern, ihre Frauen zu schlagen. Er reagierte damit auf einen jüngst veröffentlichten Bestseller, der das Gegenteil unterstreicht. Der Rechtsgelehrte betont, Mohammed habe vor Frauen große Achtung gehabt und verbiete das Schlagen der Ehepartnerinnen. In dem Buch heißt es, es dürfe Gewalt angewendet werden, wenn der Ehemann meint, nur so die Autorität in der Familie aufrechterhalten zu können. Nach Umfragen schlagen 65 Prozent der türkischen Ehemanner regelmäßig ihre Partnerinnen.

Griechenland
Zwei einflussreiche griechisch-orthodoxe Bischoefe haben jetzt heftig das Regierungsvorhaben kritisiert, nachdem das Staatsangehoerigkeitsrecht geaendert werden soll. Athen war bislang regelmaessig von Menschenrechtsorganisationen aufgefordert worden, eine aus den 30er Jahren stammende diskriminierende Klausel zu streichen. Diese besagt, dass nicht-ethnische Griechen ihre Staatsangehoerigkeit durch einfachen Verwaltungsbeschluss verlieren koennen. Die griechisch-orthodoxe Kirche fuerchtet nun ein Erstarken der muslimischen Minderheit in Thrakien, die bislang keine staatsbuergerlichen Rechte geniesst und fuer den Anschluss ihrer Region an die Tuerkei eintritt.

Polen
Ex-Präsident Lech Walesa hat am 19. September Solidarnosch-Mitglieder davor gewarnt, Glauben und Religion für die Politik einzuspannen. Vor Aktvisten der Solidarnosch-Partei in der Nähe von Kielce warnte der überzeugte Katholik Walesa davor, mit dem Glauben zu spielen und ihn zu mißbrauchen. Das werde sich auf jeden Fall rächen, wenn nicht im Diesseits, so im Jenseits. Walesa verwies dabei auf Josef Stalin und Wladimir Lenin: Wer mit dem Glauben spielt, wird früher oder später dafür zahlen, meinte das ehemalige Staatsoberhaupt.

Israel
Der Weltrat der Kirchen hat Israels Politik gegenüber den Palästinensern scharf angegriffen. Der Stillstand des Friedensprozesses sei nur der gegenwaertigen Regierung Netanjahu zuzuschreiben, heisst es in einem Brief der Organisation, der am 21. September bekannt wurde. Der Weltkirchenrat ruegt auch die internationale Gemeinschaft fuer ihren Mangel an Mut, die Krise zu ueberwinden.

Russland
Das Moskauer und das Bukarester Patriarchat stehen in intensiven Verhandlungen zur Beilegung ihres Streites um die Jurisdiktion über die orthodoxe Kirche in Moldawien. Das gab das Moskauer Patriarchat bekannt. Seit Beginn des Jahres hätten drei Verhandlungsrunden stattgefunden. Die Ergebnisse dieser Gespräche würden in den nächsten Sitzungen des Heiligen Synods der Kirche diskutiert.

Russland
Zahlreiche Kirchen haben gegen das neue Religionsgesetz protestiert, das die Duma am 19. September beschlossen hatte. Selbst US-Praesident Bill Clinton beschwerte sich in einem Brief an seinen russischen Amtskollegen Boris Jelzin. Der orthodoxe Patriarch Alexei II. hat das neue Gesetz derweil verteidigt; es entspreche der Verfassung und richte sich nur gegen auslaendische Sekten und Pseudo-Missionare.

Thailand
Auf eine ganz eigene Weise haben am 20. September buddhistische Mönche gegen die Wirtschaftskrise und die Korruptionswelle in ihrem Land protestiert. Bei einer Zeremonie im Tempel des smaragdgrünen Buddha versammelten sich tausende von Geistlichen aus ganz Thailand und sangen in Einklang, wie es ein alter Brauch des Landes vorsieht. Durch den Gesang hoffen die Mönche die Aufmerksamkeit ihrer Politiker zu erregen. Die Veranstaltung wurde vom Staatsfernsehen live übertragen.

Thailand
Nach Aussagen des Bischofs von Ubon Ratchatani, Michael Bunkuen Mansap, ist der moralische Verfall der Gesellschaft für die ökonomische Krise in Thailand verantwortlich. Dies betonte er auf einer Tagung des Katholischen Rates für Entwicklung am vergangenen Wochenende.

Philippinen
Mehr als eine halbe Million Menschen hat am 21. September an dem kirchlichen Protestmarsch gegen eine geplante Verfassungsreform teilgenommen. Dabei lobte Kardinal Jaime Sin den Verzicht von Präsident Ramos auf eine zweite Amtszeit, den er am 20. September verkuendet hatte. Aus Angst vor Gewalt hatte der Praesident starke Polizeikraefte aufgeboten. Die Demonstration verlief aber friedlich.

Indonesien
Das politische Engagement von Religionsvertretern stoert den religiösen Dialog. Das erklaerten Intelektuelle und Glaubensvertreter jetzt bei einem Kongress in Jakarta. Der von religiösen Anfuehrern gefuehrte Dialog sei zu sehr von politischen Interessen gepraegt, so dass das Interesse am Kampf gegen soziale Uebel verloren haette. An der Basis gebe es hingegen einen fruchtbaren religiösen Austausch.

Angola
Die UNITA-Bewegung hat am 23. September in Lissabon Berichte dementiert, nach denen sie in der angolanischen Provinz Huambo 56 Adventisten-Missionare entfuehrt haben soll. Das stimme nicht, beteuerte ein Sprecher der frueheren Rebellengruppe, die sich immer noch einer Umsetzung des Friedensabkommens verweigert. Genausowenig stimme es, dass die UNITA Todesurteile ueber die verschwundenen Adventisten-Prediger verhaengt habe.

Kenia
Wie erst jetzt bekannt wurde, haben Unbekannte südlich von Mombasa am 17. September drei Kirchen angezündet. Es sind die letzten Fälle von Brandstiftung, die nach Überzeugung von Fachleuten politische Hintergründe haben. Seit August starben dort gewaltsam mehr als 70 Personen. Die Gegend ist mehrheitlch von Muslimen bewohnt und ein beliebtes Touristengebiet. Daher haben dort auch Angehörige von Stämmen aus dem Landesinneren Arbeit gefunden, die von der örtlichen muslischen Bevölkerung bekämpft werden. Fanatische Muslime bekämpfen Alkoholkonsum und Prostitution, die mit dem Tourismus kamen.

Suedafrika
In der Naehe von Pretoria hat am 21. September die Vollversammlung der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar begonnen. Ihr derzeitiger Vorsitzender, ein Erzbischof aus Nigeria, setzte seinen Mitbruedern u.a. das Thema: "Kirche als Familie" auf die Tagesordnung.

Honduras
Die Regierung weist 120 Missionare der Mun-Sekte aus. Bis Ende Oktober muessen sie die Insel verlassen haben, erklaerte am 21. September der Innenminister. In mehreren Staaten Mittelamerikas sind derzeit Massnahmen gegen auslaendische Sekten im Gang.

Mexiko
Die Friedensnobelpreistraegerin Rigoberta Menchu aus Guatemala hat die Entfuehrung und Folter von mexikanischen Journalisten scharf verurteilt. In einer Stellungnahme vom 18. September erinnert Menchu daran, dass die Medien in Lateinamerika bei der Demokratisierung eine aeusserst wichtige Rolle spielen. In den letzten Wochen waren in Mexiko mehrfach Journalisten entfuehrt und misshandelt worden, die ueber Korruption bei der Polizei berichtet hatten. Wegen der politischen Aenderungen in Mexiko erlebt im Moment die dortige Presse eine ungeahnte Bluete; zum ersten Mal seit langem kommt eine objektive Berichterstattung auf, ein investigativer Journalismus. Auf der anderen Seite haeufen sich aber die Drohungen und Morde an Journalisten.

Mexiko
"Der Drogenhandel ist eine Suende." Mit dieser scharfen Verurteilung reagierte die Kirche Mexikos auf Vorwuerfe, Priester seien in den Drogenhandel verwickelt.

Kuba
Nach Überzeugung der Tochter von Fidel Castro stellt der Papstbesuch auf der Zuckerinsel eine riesige Herausforderung für das Regime dar. Bei einer Pressekonferenz sagte Alina Fernandez Revuelta ferner, das Regime werde den Tod ihres Vaters nicht überleben. Beim Papstbesuch aber werde es für die Sicherheitskräfte enorm schwer sein, die Reaktionen der Kubaner zu kontrollieren. Es sei schon eine große Herausforderung für den Sicherheitsapparat Kubas, mit den Bombenanschlägen im Vorfeld des Papstbesuches fertig zu werden. Seit 7. Juli wurden auf Kuba 7 Attentate verübt.

Kuba
Fuer die Dauer des Papstbesuches wird es in Havanna womoeglich einen spanischen Botschafter geben. Der spanische Aussenminister hat am 21. September diese Moeglichkeit bestaetigt. Am 22. September wollte der Minister am Rand der UNO-Vollversammlung mit seinem kubanischen Amtskollegen zusammentreffen.

Vereinigte Staaten
"Alle Personen sollten unabhängig vom Einkommen Zugang zu Computernetzen haben." Dies hat die Konferenz der Katholiken in den USA am 15. September in einer Resolution gefordert. Sie wies damit auf die zunehmend wichtigere Rolle des Internets in der Gesellschaft hin. Nach Vorstellungen der Konferenz sollten entsprechende Gesetze verabschiedet werden

Vereinigte Staaten
Los Angeles bekommt eine neue Kathedrale. Mit einer feierlichen Prozession von 10.000 Menschen wurde am 21. September der offizielle Baubeginn begangen. Architekt ist ein Spanier, der sich bei dem Entwurf des neuen Gotteshauses von den spanischen Missionskirchen inspirieren liess.

Vereinigte Staaten
Die Erzdiözese von Chicago sucht wegen des heimischen Mangels an Priestern Nachwuchs in Afrika, Lateinamerika und Polen. Dies berichtete am 22. September die Tageszeitung Sun-Times. Bis zum Jahr 2000 sollen jährlich zehn Geistliche zu einem fünfjährigen Aufenthalt in einer Pfarrei der Diözese eingeladen werden. Wie Erzbischof Francis George bei früherer Gelegenheit gegenüber Radio Vatikan erklärte, sucht man auch deshalb Priester aus anderen Sprach- und Kulturkreisen, weil in der Diözese sehr viele Einwanderer leben.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Mittwoch: Roemische Woche: Internationale Tagung: Juden-Christen nach Ausschwitz - Schweizer Garde: Neue Bibliothek
Donnerstag: Kreuz des Suedens
Freitag: Prisma-Magazin: Herbstvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz - Salzburg: Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO

 Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
Anne Granda
Redaktion dieser Ausgabe: Burkhard Bartsch
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Freitag, 26. September 1997, 19 Uhr

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