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An dieser Stelle finden sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 10. September bis Freitag, 12. September 1997

 

Vatikan
Am 10. September ist das Arbeitspapier für die Synode der Bischöfe des amerikanischen Kontinents veröffentlicht worden. Sie findet im November und Dezember 1997 im Vatikan statt und soll die Kirche des ganzen Kontinents auf das Jahr 2000 vorbereiten. Das Dokument steht unter dem Titel "Begegnung mit dem lebendigen Jesus Christus, Weg zur Bekehrung, Einheit und Solidarität in Amerika". Fast alle Bischofskonferenzen hatten auf Fragen, die vor einem Jahr zugesandten worden waren, geantwortet. Diese Rückläufe flossen jetzt in das Arbeitspapier ein. Es ging darin unter anderem um die Gleichheit und Verschiedenheit der Kirchensituation in Nord- und Südamerika, christliche Wurzeln der amerikanischen Kultur oder die Lebendigkeit der Ortskirchen

Österreich
Bischof Johann Weber richtet jetzt in seiner Diözese Graz-Seckau eine Frauenkommission ein. Mitglied kann jede Katholikin der Diözese werden, die das 18. Lebensjahr überschritten hat. Die ganze Diözese ist eingeladen, Vorschläge zu machen. Die Kommission soll Gleichbehandlung der Frauen fördern.

Schweiz
Die Globalisierung der Märkte füge der Gesellschaft großen Schaden zu. So kritisierte am 11. September der Generalsekretär des ökumenischen Rates der Kirchen, Konrad Raiser, die Entwicklung der Weltwirtschaft. Er sprach bei der Eröffnung einer Tagung des Zentralkomitees in Genf. Die Globalisierung sei zum Selbstzweck geworden, das Ziel, eine lebenswerte Weltordnung, habe man aus den Augen verloren. Raiser fürchtet vor allem, daß Minderheiten völlig ausgeschlossen würden.

Zypern
Für den orthodoxen Erzbischof von Zypern, Chrysostomos, ist seine Insel zu klein für eine von der UNO vorgeschlagene Föderation. Nach einer Unterredung mit UN-Generalsekretär Kofi Annan, sagte der Erzbischof am 12. September vor Journalisten, daß die Aufteilung Zyerns in zwei Bundesstaaten einer Menschenrechts-verletzung gleichkäme, da Griechen und Türken seit jeher in gemischten Ortschaften lebten. Daher sei ein Teilung in zwei Bundesstaaten von vornherein abzulehnen.

Israel
Die Stadt Betlehem ist seit dem 12. September wieder für Pilger zugänglich. Das erklärte ein israelischer Militärsprecher. Die palästinensischen Bewohner der Stadt bleiben aber weiter abgeriegelt von Israel und anderen Städten der West-Bank. US-Außenministerin Madeleine Albright hat ihre Gespräche in Israel und Palästina beendet; vor dem Rückflug in die USA zeigte sie sich ernüchtert. Albright kündigte aber an, daß der Nahost-Dialog wieder aufgenommen wird - und zwar in Washington.

Rußland
Präsident Boris Jelzin hat am 9. September einen neuen Entwurf des Religionsgesetzes vorgelegt. Es soll einige Verbesserungen gegenüber der alten Fassung vom Juni enthalten. Vor allem bezeichne man nun auch das Christentum allgemein - also nicht nur die Orthodoxie - als traditionell in Rußland vertreten. Außerdem können nur solche Gemeinschaften öffentlich religiös aktiv werden, die in Rußland vor mindestens 15 Jahren registriert waren. Den anderen ist jede öffentliche Tätigkeit verboten.

Ukraine
Der ökumenische Patriarch Bartholomäus von Konstantinopel wird Ende September in Odessa mit seinem russischen Kollegen Alexij von Moskau zusammentreffen. Das ist am 11. September vom russischen Patriarchat bestätigt worden. Beobachter registrieren mit Befriedigung, daß die im Juni geplatzte Begegnung jetzt doch möglich werden soll.

Indien
Führende Hindus haben sich bei der Regierung in Neu Delhi wegen der Beisetzungsfeier für Mutter Teresa beschwert. In einer am 10. September verbreiteten Erklärung kritisiert der Weltrat der Hindus, daß der Ordensfrau eine Staatsbegräbnis gewährt wird. Dies verstoße gegen die Grundsätze des Landes, hieß es. Vertreter des Islam befürworteten jedoch ein Staatsbegräbnis, da Mutter Teresa über allen Religionen, Kasten und Glaubensbekenntnissen gestanden habe.

Thailand
Die katholischen Ortskirchen Ost-Asiens wollen das Jahr 2000 nicht mit großem Pomp, sondern eher mit stiller Freude feiern. Das wurde in diesen Tagen bei einer Konferenz von Kirchenvertretern aus dem Fernen Osten beschlossen. In einer meist nicht-christlichen Umwelt würde es einen unguten Eindruck erwecken, wenn die Christen den Geburtstag Jesu Christi mit zuviel Aufwand begingen. Wert wurde vor allem auch darauf gelegt, daß die Kirche ihre Nähe zu den Armen zeigt. An der Konferenz nahmen auch Vertreter von anderen Konfessionen und Religionen teil.

Philippinen
Eine Gruppe von Anwälten hat jetzt Kardinal Jaime Sin bei Papst Johannes Paul II. angeklagt, er untergrabe die politische Autorität von Präsident Ramos. In einem Schreiben bitten sie den Papst, den Führer der philippinischen Kirche zur Ordnung zu rufen. Der Kardinal mobilisiert die Katholiken seit Wochen zu Demonstrationen gegen die Pläne von Präsident Ramos, der die Verfassung ändern will, um im Amt bleiben zu können. Die Anwälte werfen ihm vor, er spalte Kirche und Staat. Kardinal Sin reagierte mit den Worten, dadurch werde der Papst die Lage auf den Philippinen noch besser einschätzen. Was e r auf den Philippinen tue, habe der Papst mit den Kommunisten getan.
Am 12. September versicherten Berater von Präsident Fidel Ramos, dieser werde nicht zu einer zweiten Amtszeit antreten.

Algerien
UN-Generalsekretär Kofi Annan, hat sich bereiterklärt, im algerischen Bürgerkrieg zu vermitteln. Wie er dazu am 12. September vor Journalisten betonte, sei er aber bis jetzt durch die ablehnende Haltung der Regierung Zeroual daran gehindert worden. Diese habe offiziell mitgeteilt, daß die Probleme nur durch das algerische Volk selbst und ohne fremde Hilfe gelöst werden könnten.

Kenia
Die Regierung von Daniel Arap Moi hat sich mit einer Gruppe von Oppositionsvertretern offenbar über Einzelheiten einer Verfassungsreform geeinigt. Das wurde am 11. September in Nairobi bekannt. Durch die überraschende Übereinkunft steigen die Aussichten, daß die politischen und gesellschaftlichen Spannungen in Kenia jetzt nachlassen. Die Parlamentariergruppe, die in den letzten Monaten zu Streiks aufgerufen hatte, war an der Einigung allerdings nicht beteiligt; sie will am 12. September entscheiden, ob sie ihre Proteste fortsetzt oder nicht. Für nächste Woche hatte sie zu einem Generalstreik aufgerufen. Die anvisierte Verfassungsreform soll die Versammlungsfreiheit konkreter festschreiben und Regierungsgelder auch für Oppositionsparteien möglich machen. Einzelne Paragraphen schränken die bisherige faktische Alleinherrschaft von Arap Moi`s KANU-Partei ein.

Chile
Die Volkskammer in Santiago hat sich jetzt mit großer Mehrheit für die Einführung der Ehescheidung in Chile ausgesprochen. Das neue Gesetz muß nur noch dem Senat des Landes vorgelegt werden, dessen Entscheidung wegen der konservativen Mehrheit aber noch nicht vorauszusehen ist. Sollte das Gesetz angenommen werden, führt das bis zu 80% katholische Chile als letzte Nation der Welt die Scheidungsmöglichkeit ein.

Bolivien
Korruption und Drogenhandel vermehren die revolutionären Keime im Volk. Das befürchten die Bischöfe in einem Brief, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Sie fordern deshalb die politische Klasse zu sozialen und wirtschaftlichen Reformen auf.

Vereinigte Staaten
Für Änderungen der Einwandeungsgesetze zugunsten hunderttausender von Langzeiteinwanderern aus Zentralamerika und gegen deren eventuelle Abschiebung hat sich eine Gruppe US-amerikanischer Juristen ausgesprochen. Trotz gegenteiliger Versicherungen der Washingtoner Regierung, hätten die zum größten Tel in den 80er Jahren eingewanderten Menschen einen kaum ausreichenden Rechtsschutz, der sie vor Diskriminierung und Zwangsausweisung bewahre, teilte die Anwaltsgruppe am 10. September in Washington mit.

Vereinigte Staaten
Länder, in denen Christen unterdrückt werden, sollen nicht direkt wirtschaftlich bestraft werden
. So lautete jetzt ein Antrag einer großen christlichen Gruppe im amerikanischen Repräsentantenhaus. Er richtet sich gegen die Forderung, Länder wie China, Sudan und andere muslimische Staaten, mit Wirtschaftssanktionen zu belegen, solange sie Christen unterdrücken. Die Gegner dieser Forderung meinen, dieser Zugriff sei zu einfach. Man müsse im Dialog stehen mit den Christen, die verfolgt werden und nach ihrer Meinung fragen. Flächendeckende wirtschaftliche Sanktionen seien nicht unbedingt das geeinete Mittel.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag:
Wochenkommentar: Herbert Schneider, OFM, Ausführliche Berichterstattung von der Beerdigung Mutter Teresas
Sonntag: Sie schreiben - wir antworten
Montag: Weltkirchenmagazin: Russisches Religionsgesetzt - Ad limina-Besuch der Schweizer Bischöfe
Dienstag: Radioakademie: Hildegard von Bingen - 900 Jahre, von Gregor Papsch - Dritte Folge: Hildegard - Die Komponistin

 

Man hört Radio Vatikan:
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Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Dienstag, 16. September 1997, 19 Uhr

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