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An dieser Stelle finden sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 3. September bis Freitag, 5. September 1997, 11.00 Uhr

 

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 4. September in Castel Gandolfo den neuen Botschafter Italiens beim Apostolischen Stuhl, Alberto Leoncini Bartoli, in Audienz empfangen. In seiner Ansprache ging der Papst von der katholischen Seele Italiens aus. Er bedauerte vor allem den landesweiten Geburtenrückgang und forderte die italienische Regierung auf, sich vordringlich um eine zeitgerechte Familien- und Schulpolitik, sowie um die konkrete Beschaffung von Arbeitsplätzen zu kümmern.

Vatikan
Am 4. September hat Papst Johannes Paul II. vor den Bischöfen der Schweiz anläßlich ihres Ad-Limina-Besuches gesprochen. Dabei erinnerte er sie besonders an ihre Pflicht, für die Reinheit des Glaubens und die Einheit der Schweizer Kirche mit der Gesamtkirche Sorge zu tragen. Ihre Stärke hänge auch von dieser Einheit mit Petrus ab.

Vatikan
Der Papst hat die jüngsten Selbstmordattentate von Jerusalem scharf verurteilt. Das steht in einem Beileidstelegramm, das Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano dem israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geschickt hat. Ausdrücklich forderte Papst Johannes Paul II. darin aber auch eine sofortige Wiederaufnahme des Friedensprozesses.

Vatikan
Der Apostolische Stuhl hat offenbar doch im Herbst 1942 versucht, über diplomatische Kanäle die Deportation von Juden in Konzentrationslager zu verhindern. Das behauptet der amerikanische Historiker Jonathan Steinberg von der Universität Princeton. In einem neuerschienenen Buch mit dem Titel "Alles oder nichts" beruft sich der Forscher auf neuentdeckte Dokumente aus den Archiven des italienischen Außenministeriums und aus Berlin. Danach drängte das vatikanische Staatssekretariat den italienischen Diktator Mussolini im November 1942, keine Juden an die Deutschen auszuliefern. Berlin hatte vom Duce verlangt, etwa 2 bis 3.000 italienische Juden nach Deutschland zu überstellen.

Österreich
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Johann Weber, hat beim "Dialog für Österreich" dazu aufgefordert, an der Debatte über die Zukunft der Kirche sowohl die Schwesterkirchen als auch alle Menschen guten Willens zu beteiligen. Um herauszufinden, wie der Weg der Kirche in Österreich über die Jahrtausendwende hinaus aussehen soll, müßte der Dialog über den kirchlichen Zaun hinausgetragen werden, so Weber.

Tschechische Republik
Am 3. September wurde in Prag ein dreitägiges Diskussionsforum über die Zukunft der Menschheit eröffnet. An der vom Tschechischen Präsidenten Vaclav Havel und dem Schriftsteller Elie Wiesel iniziierten Veranstaltung nehmen Friedensnobelpreis-träger aus aller Welt teil. In drei Etappen soll es um das Erbe der Vergangenheit, die Gegenwart und die heutige Welt gehen. Teilnehmer sind unter anderen der Dalai Lama, der ehemalige israelische Außenminister Shimon Perez, Südafrikas Ex-Präsident Frederik Willem De Klerk ebenso wie Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker. Als religiöse Vertreter werden der Erzbischof von Paris, Kardinal Jean Marie Lustiger und der Großrabbiner von Frankreich, Rene-Samuel Sirat präsent sein.

Türkei
Die Regierung in Ankara hat gegenüber dem Iran den Willen zur Wiederaufnahme voller diplomatischer Beziehungen zum Ausdruck gebracht. Dies berichteten am 4. September wohl unterrichtete Kreise in Teheran. Irans Präsident Mohammad Katami habe ein entsprechendes Schreiben entgegengenommen und die beiden Länder als Säulen der islamischen Zivilisation in der Region bezeichnet.

Rußland
Die Vertreter von 11 christlichen Kirchen und Religionsgemeinschaften haben sich am 4. September mit den von Präsident Boris Jeltsin vorgeschlagenen Änderungen des neuen Religionsgesetzes einverstanden erklärt. Die neue Form des Gesetzes, die zunächst noch dem Parlament vorgelegt werden muß, räumt, im Gegensatz zur Originalform, den nicht russisch orthodoxen christlichen Kirchen, darunter auch der katholischen, volle Existenzberechtigung ein.

Irak
Erstmals seit 17 Jahren öffnet am 4. September der Irak seine Grenzen für Pilger aus dem Iran, die die schiitischen Heiligtümer in Karbala und Najaf besuchen wollen. Seit Beginn des Krieges zwischen den beiden muslimischen Ländern waren die Grenzen geschlossen. Reiseunternehmer melden, daß mindestens 30 Omnibusse mit Pilgern die Grenze überqueren werden. Die muslimischen Heiligtümer im Irak sind die wichtigsten für die Schiiten nach Mekka und Medina in Saudi Arabien. Die meisten der 60 Millionen Iraner sind Schiiten.

Kambodscha
König Sihanuk ist schockiert über die jüngsten Menschenrechtsverletzungen im Land. Dies berichtete am 4. September der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen in Kambodscha. Der König stehe voll hinter der Aufklärungsarbeit der UNO. Die derzeitige Regierung von Hun Sen warf dagegen der Organisation vor, ihr Bericht beruhe auf unzureichenden Beweisen. Hun Sen verlangte eine Entschuldigung der Organisation sowie den Rückruf einiger Un-Mitarbeiter.

Sri Lanka
Die Regierung des Landes will jetzt Berichte veröffentlichen, die über das Verschwinden von mehreren tausend Menschen Auskunft geben. Amnesty International hat diese Entscheidung ausdrücklich begrüßt. Die Regierung Sri Lankas erwägt außerdem rechtliche Schritte gegen diejenigen, die für das Verschwinden von über 16.000 Menschen seit 1982 verantwortlich sind.

Burundi
Die Verhandlungen über den burundischen Bürgerkrieg, die derzeit in Tansania stattfinden, sind in der Sackgasse. Das melden die Nachrichtenagenturen aus der Region der Großen Seen. Der Vermittler, Tansanias Ex-Präsident Nyerere, hat seinen Rücktritt angeboten; damit wäre eine Bedingung erfüllt, die die Burundische Regierung für ihre mögliche Teilnahme an den Gesprächen gestellt hat. Eine Aufhebung des Embargos gegen Burundi ist derzeit nicht in Aussicht. Die Teilnehmer an den Gesprächen sind sich nicht darüber im Klaren, ob sie das Rücktrittsangebot von Vermittler Nyerere annehmen - oder ihn zum Bleiben drängen sollen.

Peru
Die Armen und Hungernden profitieren nicht vom wirtschaftlichen Aufschwung in Peru. Das beklagt der Caritasdirektor des Landes in Presseberichten am 3. September. Man dürfe auch nicht so tun, als seien die Armut und der Hunger jetzt auf einmal verschwunden. Elf Millionen Menschen in Peru litten weiterhin an Hunger.

Brasilien
Die Kirche des Landes kämpft energisch gegen ein neues Abtreibungsgesetz. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat die Bischöfe und Priester des ganzen Landes aufgefordert, sich mit ihren Parlamentariern zu treffen, um den Gesetzentwurf zu verhindern. Am 3. September hielt der Vorsitzende des päpstlichen Familienrates, Kardinal Lopez Trujillo vor Parlamentariern in Brasilia eine Rede, um so eine Initiative der katholischen Abgeordneten gegen das Abtreibungsgesetz zu unterstützen.

Kanada
Der Staat Neufundland schafft das Monopol der Kirchen im Schulwesen ab. Am 2. September stimmte eine überwältigende Mehrheit der befragten Bevölkerung für den Regierungsentwurf. Die katholische und die Pfingstkirche hatten sich energisch gegen ein Gesetz gewehrt, das seit über 100 Jahren allein ihnen das Recht gegeben hatte, Schulen zu unterhalten. Der Premier von Neufundland meinte, es habe in ganz Kanada noch nie ein so klares Ergebnis eines Referendums gegeben.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag:
Betrachtung zum Sonntag: von Pater Eberhard von Gemmingen SJ
Rosenkranzgebet mit dem Heiligen Vater
Sonntag: Sie schreiben - Wir antworten
Montag: Weltkirchen-Magazin
Dienstag: Radio-Akademie: Hildegard von Bingen,
2. Die Visionärin, von Gregor Papsch

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Dienstag, 9. September 1997, 19 Uhr

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