Verehrte Internet-Benutzer!
An dieser Stelle finden sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Samstag, 30. August bis Dienstag, 2. September 1997.

 

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat dringend zu einer Wiederaufnahme des Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern aufgerufen. Das sagte er am 31. August beim Angelus in seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo. Die Nachrichten, die seit dem Selbstmordattentat von Jerusalem Ende Juli aus dem Heiligen Land kämen, seine "immer beunruhigender." Ein weiterer Friedensappell des Papstes galt Algerien. Er höre mit Abscheu von dem noch nicht dagewesenen Ausmaß, das die Barbarei in Algerien erreicht habe. Diese neue Spirale der Gewalt sei durch nichts zu rechtfertigen, so der Papst.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 1. September der britischen Königin Elisabeth sein Beileid für den Tod von Lady Diana ausgedrückt. Er tat dies durch ein Telegramm von Staatssekretär Angelo Sodano an Kardinal Basil Hume. Der Erzbischof von Westminster und Vorsitzende der Englichen Bischofskonferenz wird es an den königlichen Palast weiterleiten.

Großbritannien
Tief betroffen über den Tod von Prinzessin Diana - das sind der Vorsitzende der britischen Bischofskonferenz, Kardinal Basil Hume und der anglikanische Erzbischof von Canterbury, George Carey. Lady Di ist in der Nacht vom 30. August auf den 31. August in Paris tötlich verunglückt. Beide Kirchen beten jetzt für die Verstorbene, sowie für ihren Freund und ihren Fahrer, die ebenfalls ums Leben kamen, so ein Kirchenstatment in London. Auch Mutter Theresa von Kalkutta zeigte tiefe Trauer über den Tod von Lady Di; sie versprach mit ihren Schwestern zusammen Gebet.

Großbritannien
Westminster Abbey, die Krönungskirche der britischen Monarchen in London, wird in Kürze ein Eintrittsgeld von rund 12 Mark erheben. Nach Angaben einer Sprecherin der Kiche hofft man, auf diese Weise einen Rückgang des Touristenstromes zu erreichen und so die spirituelle Atmosphäre des Gotteshauses wiederzugewinnen.

Norwegen
Vom 1. bis zum 19. September tagt in Oslo die internationale Konferenz über die Ächtung von Antipersonen-Minen. 1996 hatte der kanadische Außenminister, Lloyd Axworthy, alle Regierungen zur Unterzeichnung eines internationalen Abkommens aufgerufen. Danach sollen bis Ende dieses Jahres alle Anti-Personen-Minen vernichtet werden. Die Unterzeichnung des Vertrages wird vom 2. bis 4. Dezember in Oslo stattfinden. Weitere Vorverhandlungen zu dem Thema fanden zuvor in Wien, Bonn und Brüssel statt.

Italien
Die Kirche darf sich nicht in sich selbst verschließen. Mit diesen Worten hat der vatikanische Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano die diplomatischen Aktivitäten des Apostolischen Stuhls verteidigt. Im italienischen Rimini sagte der Kurienkardinal am 30. August, der Vatikan wolle auch auf diplomatischem Parkett die Werte des Evangeliums einbringen. Dabei gelte die Aufforderung Jesu: "Gehet in alle Welt und lehret alle Völker".

Österreich
Am 1. September ist der Alterzbischof von Salzburg, Karl Berg im Alter von 89 Jahren verstorben. Der ehemalige Leiter des Priesterseminars stand von 1973 bis 1989 an der Spitze der Erz-Diözese Salzburg. Vier Jahre lang war er auch Präsident der österreichischen Bischofskonferenz. Berg setzte sich während seiner Amtszeit immer wieder dafür ein, daß die heutigen seelsorglichen Fragen behandelt werden, so auch das Problem der Geburtenplanung und die Kommunion von wiederverheirateten Geschiedenen.

Türkei
Das Militär hat am 30. August eine große Parade veranstaltet. Offizieller Anlaß war der 75. Jahrestag des türkischen Siegs über französische, britische, italienische und griechische Angreifer. Dieses Ereignis ist die jüngste Warnung des Militärs an islamistische Kräfte, die mit der säkularen Regierung nicht einverstanden sind. Der derzeitige Ministerpräsident Mesut Yilmaz kam auf Druck der Armee, die sich als Garanten gegen einen islamischen Staat sieht, an die Regierung.

Rußland
Patriarch Alexei II. von Moskau wäre weiterhin zu einem Treffen mit Papst Johannes Paul II. bereit. Das erklärte er am 2. September in Kasan gegenüber der Nachrichtenagentur inter-tass. Bedingung wäre, daß die katholische und die orthodoxe Kirche zuvor eine gemeinsame Erklärung gegen Proselytismus unterzeichnen. Darin muß nach Alexeis Vorstellungen auch der Satz vorkommen, daß die mit Rom verbundenen Kirchen des östlichen Ritus nicht zur Einheit beitragen. Der orthodoxe Patriarch betonte, eine Begegnung zwischen dem Papst und ihm werde informell verlaufen.

Rußland
Der apostolische Adminstrator in Moskau, Erzbischof Tadeusz Kondrusewicz, rechnet mit keinem entschiedenen Widerstand von Präsident Boris Jelzin bei der Abstimmung über die Neufassung des Religionsgesetz. Dies erklärte er am 1. September gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur kathpress. Am 3. September soll im Oberhaus über die Kompromißvorschläge entschieden werden.

Israel
Wenn die israelische Regierung die heiligen Orte durch extreme Sicherheitsmaßnahmen isoliet, wird es schwierig sein, in den palästinensischen Territorien das Heilige Jahr zu feiern. Das erklärte jetzt der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah. Die Pilger würden dadurch riskieren, an den Sicherheitsposten zwischen Jerusalem und Bethlehem blockiert zu werden.

Philippinen
Präsident Fidel Ramos hat die Kirche erneut aufgerufen, geplante Massenproteste gegen eine Verfassungsänderung abzublasen. Die Kirche weht sich gegen die Verfassungänderung, weil diese Ramos die Möglichkeit gibt, ein weiteres Mal für das Amt des Präsidenten zu kandidieren.

Philippinen
Die katholische Kirche des Landes hat für den 21. September zu einer Kundgebung gegen die geplante Verfassungsänderung aufgerufen. Nach Zeitungsberichten vom 2. September rief Kardinal Jaime Sin die Priester des Landes dazu auf, sich der Kundgebung anzuschließen. Die Änderung würden Präsident Fidel Ramos eine zwiete Amtszeit ermöglichen. Die philippinische Bischofkonferenz hatte sich bereits mehrfach gegen die Verfassungsänderung ausgesprochen.

Algerien
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, hat am 29. August sein tiefes Bedauern über die andauernde Gewalt in dem afrikansichen Land ausgedrückt. Er brach damit das Schweigen, das gewöhnlich seitens der UNO gegenüber inneren Angelegenheiten einzelner Länder gewahrt wird. Anlaß war die Nachricht vom bislang schlimmsten Massaker seit dem Beginn der Unruhen in Algerien 1992. Offiziellen Angaben zufolge, wurden in der Nacht zum 29. August 98 Personen ermordet, Krankenhausmitarbeitern zufolge gab es hingegn über 300 Oper. Weitere 47 Personen sind am Morgen des 29. Augusts in einem Dorf südlich der Hauptstadt ermordet worden.

Algerien
Die Massaker im Nachbarland Algerien diffamieren den Islam. Dies sagte der ägyptische Präsident Hosni Mubarak am 1. September in einem Zeitungsinterview. Gleichzeitig rief er alle Algerier zu einem Ende des Blutvergießens auf, damit das Land zur Ruhe komme und im Namen von Arabern und dem Islam der Lebensstandard gehoben werden könne. Auf die Welle der Gewalt in Algerien hat jetzt auch ein führendes Zentrum des Islam, die Al-Azhar-Universität in Kairo reagiert. Das Urteil der im Islam hochgeachteten Universität zu den jüngsten Massakern in Algerien ist eindeutig: Die Täter seien "Feinde Gottes" und nach dem heiligen Buch des Islam, dem Koran, müßten Feinde Gottes getötet, gekreuzigt oder verstümmelt werden.

Brasilien
Die Kirche des Landes hat jetzt angekündigt, daß sie mit allen Mitteln gegen das umstrittene neue Abteibungsgesetz vorgehen werde. Nach der neuen Regelung könnten Frauen eine Abtreibung vornehmen lassen, wenn sie vergewaltigt worden sind oder ihr eigenes Leben durch die Schwangerschaft gefährdet würde. Die Kirche will jetzt Lobbyarbeit bei Politikern betreiben, damit das Gesetz nicht endgültig in Kraft treten kann. Sie befürchtet nämlich, daß es nur der erste Schritt für eine Liberalisierung der Abtreibungsregelung sein würde. Auf viel Verständnis bei der Bevölkerung trifft die sie bis jetzt jedoch nicht. Nach der Meinungsumfrage einer Zeitung in Sao Paulo von letzter Woche unterstützen 87 Prozent der Katholiken das Gesetz.

Venezuela
Bei einer Gefängnisrevolte sind 29 Personen getötet und 13 verwundet worden. Das gab jetzt der Justizminister gegenüber Journalisten bekannt. Der Aufstand war der blutigste seit 1994, als 109 Personen starben. Die Gefängnisse in Venezuela sind weltweit am überfülltesten, haben nur unzureichend Personal und sind bekannt für Gewalttaten.

Kolumbien
Die internationale Gemeinschaft soll mithelfen, daß Friedensverhandlungen zustande kommen. Darum bat jetzt ein hochrangiges Mitglied der nationalen Versöhnungskommission gegenüber der Nachrichtenagentur efe. Aus eigener Kraft könne Kolumbien keine Friedensgespräche möglich machen; es brauche Unterstützung von befreundeten Staaten und einer großen internationalen Organisation, zum Beispiel der UNO.

Vereinte Nationen
Der Generalsekretär der UNESCO, Frederico Mayor, hat alle Regierungen aufgerufen, ihre Bemühungen im Kampf gegen den Analphabetismus weiter zu verstärken. In einer Botschaft zum Welttag der Alphabetisierung am 8. September, lobt Mayer zwar den Erfolg bisheriger Maßnahmen. So könnten heute 77 Prozent der Erwachsenen lesen und schreiben. Allerdings bestünden noch große Ungleichheiten. Steigenden Analphabethismus verzeichneten Südasien, die Subsahara und die arabischen Staaten.


Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Mittwoch:
Römische Woche: Ad-Limina-Besuch der schweizer Bischöfe
Donnerstag: Jugendmagazin
Freitag: Prismamagazin

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
Anne Granda
Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44
Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano
E-Mail: SEDOC@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Freitag, 5. September 1997, 19 Uhr

Archiv

Radio Vatikan Archiv
Leitseite www.kath.de